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Thema: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

  1. #651
    Fimbrethil ist gerade online Baumhuhn

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    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von Schiri Beitrag anzeigen
    Ich verstehe ja tatsächlich nicht, warum ein Kopftuch so eine Debatte auslöst, wenn das Gesicht zu sehen ist, kann man das doch einfach akzeptieren. Im Judentum sind orthodoxe Juden übrigens auch "verhüllt" wenn man so will, sie haben lange Schwarze Mäntel an und einen Schwarzen Hut.
    Ich kann für mich selbst mit orthodoxer Religionsausübung nicht viel anfangen, aber solange es mich nicht einschränkt, kann ich es bei anderen so hinnehmen. Es schränkt mich dann ein, wenn ich ein Gesicht nicht sehen kann und derjenige aber mit mir reden will, aber nicht wenn eine Frau ein Kopftuch trägt.

    Das Kopftuch ist ein Symbol.
    Juden, vor allem ultraorthoxe, haben wir ja bekanntlich nicht besonders viele in D *seufz*
    Amish auch nicht.
    So, dann kamen vor 50 Jahren Gastarbeiter aus der Türkei, viele ungebildete Bauern.
    Sie blieben, die Frauen und Kinder kamen nach.
    Die Frauen trugen ein Kopftuch, die Kinder oft nicht mehr, sie glichen sich meist der westlichen Lebensweise an.
    Es kamen weitere Gastarbeiter, und Familiennachzug, auch als wir gar keine neuen Gastarbeiter mehr wollten. Es kamen Flüchtlinge aus diversen Kriegen (Libanon, Balkan, Syrien).
    Und auf einmal trugen nicht nur ein paar alte Frauen, lebende Fossilien sozusagen, Kopftuch, sondern junge Frauen.
    Frauen, die nicht radebrechende Putzfrau waren, sondern hier die Schule besucht, eine Ausbildung oder ein Studium absolviert haben.

    Ich und wahrscheinlich die meisten anderen haben gedacht, dass sich das mit dem Kopftuch erledigen werde (bis auf ein paar Oberreligiöse), dass junge Türken so religiös wären wie die meisten Deutschen, Weihnachten, Opferfest, 7 Wochen ohne, Ramadan light....
    Es ist auch ein Zeichen, dass die Integration nicht so geklappt hat, wie gewünscht, weil es natürlich oft wirklich Abgrenzung ist, gegen den westlichen Lebensstil, gegen eine (mal zu recht und mal zu unrecht) empfundene Ablehnung...
    ein verdammt weites Feld, für das es keine einfachen Lösungen gibt.
    Leona68, MostlyHarmless und Inka gefällt dies.

  2. #652
    Avatar von BigMama
    BigMama ist offline Urgestein

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    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von OliviaP Beitrag anzeigen
    Eine Frau, die unterdrückt wird, unterstützt dieses System wenigstens nicht freiwillig.

    Aus freier Entscheidung auf die Idee zu kommen, sie müsse sich jetzt mal in Kopftuch/Burka/Niquab hüllen um dem armen triebgesteuerten Mann die Verantwortung für seine sexuellen Wünsche abzunehmen ist doch noch schlimmer.

    Es gibt genug Muslima, die das nicht tun, also kann das keine Bedingung der Religion sein.
    Mir sind die armen Männer sch***egal.
    Ich will nicht und wollte nie Sexualobjekt sein bzw. nur in ganz bestimmten (intimen) Situationen. Ich habe hier schon manche verstört, weil ich schrieb, der große Vorteil meines aktuellen Gewichts sei, daß ich mich dadurch aus diesen Spielchen rausgeommen habe.
    Verhüllung ist das leichter wieder abzulegende Mittel zu diesem Zweck.

    Warum sollte ich andre Fauen, die so denken, für unterdrückt halten?

    Und natürlich ist es keine objektive Bedingung der Religion - es ist eine strenge, enge Auslegung, für die sich durchaus auch Frauen freiwillig entscheiden.
    rastamamma und *Unsichtbar* gefällt dies.

  3. #653
    Avatar von Leona68
    Leona68 ist offline Legende

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    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von die blaue Frau Beitrag anzeigen
    Das gilt fürs Kopftuch und "die" muslimische community genauso.




    Ja, ich habe ja auch geschrieben, dass dieser Aspekt immer dabei ist.

    Dennoch ist mein Ansatz anders. Ich denke, es ist wichtig zu verstehen, warum immer mehr Muslime religiös werden, die vor ein paar Jahren noch keinen Pfifferling auf Glaube&Co. gegeben haben. Ausdrucksform ist u.a, das Kopftuch. Wir müssen verstehen, warum Muslimas Kopftuch tragen und was sie damit aus ihrer Sicht ausdrücken. Wir müssen auch verstehen, warum die Kritik an der westlichen Welt so groß ist, wie der Westen aus der Sicht Arabiens oder Afrikas aussieht. Das ist nämlich sehr anders als aus unserer Perspektive hier. Und wir müssen die Vielgestaltigkeit akzeptieren und nicht ganze Ethnien in Haftung dafür nehmen, was Regierungen oder Strömungen anrichten, sondern auf die einzelnen Menschen schauen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

    Ich will ja auch nicht als Deutsche Schuld zugewiesen bekommen, weil sich deutsche Banker verzockt haben oder weil sich deutsche Manager einen Milliardenbetrug mit den von ihnen produzierten Autos geleistet haben. Ich mag mich nicht als Deutsche persönlich für den Handelsüberschuss verantwortlich machen lassen, der viele Regionen in Armut stürzt oder als Katholikin für Missbrauchstäter oder als Journalistin für die Krise in meinem Berufsstand - alles Dinge, die ich verurteile oder als ausgesprochen negativ wahrnehme, obwohl sie im Rahmen meiner Herkunft und Kultur geschehen sind, der ich mich ja kaum entziehen kann.
    Wir sind da gar nicht weit auseinander, im Gegenteil, ich kann dir nur zustimmen. Ich verwehre mich auch ganz entschieden dagegen, diese Frauen auszugrenzen oder einem Zwang auszusetzen, auf ihre Verhüllung zu verzichten.

    Trotzdem sehe ich die zunehmende Radikalisierung, den vermehrten Fundamentalismus des Islams sehr kritisch. Aber du hast vollkommen recht, um gegen zu steuern, oder auch nur zu begreifen warum diese Entwicklung so verläuft, muss man in Diskussion kommen und das geht nicht unter Zwang oder mit Ausgrenzung und Verboten.
    Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben
    - Alexander von Humboldt -

  4. #654
    Avatar von Buntnessel
    Buntnessel ist offline Stricklieschen

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    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von BigMama Beitrag anzeigen
    >>Es ist nicht der Mann, der sagt: „Du musst das und das tragen“?
    Es mag oft so scheinen, dass Frauen benachteiligt werden im orthodoxen Judentum. Ich empfinde es genau umgekehrt: Ich bin heute viel weniger sexuelles Objekt, denn der Körper der Frau ist hier nicht mehr das Thema. Ich verhülle meinen Körper, damit er nicht Thema wird.<<

    Ich halte das für ein nachvollziehbares Argument - und die das sagt, ist keine Muslimin.

    Burkini-Streit: &bdquo;Unser Glaube bestimmt die Mode&ldquo; « DiePresse.com
    Ich finde es erstrebenswerter, wenn ich ganz normal, wie ich es gern mag, ob mit langem oder kurzem Rock oder in Hosen, mit offenen Haaren, Kopftuch, Kappe oder Hut vor die Tür gehen kann - ganz nach Belieben.
    Und wenn die anderen Menschen, egal ob Mann oder Frau, das einfach so akzeptieren.
    Und das ist in meinem Unfeld meist auch so. Ich werde und wurde in meinem Leben nur von wenigen Mitmenschen als sexuelles Objekt gesehen.

    In der Regel ist mein Körper für mein Umfeld kein Thema. Wieso sollte ich den verstecken? Damit niemand darüber redet oder sich evtl. sexuell angezogen fühlt? Das passiert bei einigen Leuten doch sowieso, egal wie ich mich kleide.
    Lediglich unter dem Tschador ist das etwas schwieriger, vor allem, wenn man dann nichtmal mit Fremden spricht. Da ist man als Person nicht erkennbar, also wird auch niemand auf einen aufmerksam.

    Ich bin der Meinung, dass diese Gefahr steigt, je weniger Männer und Frauen miteinander zu tun haben.
    Wir sind es unser ganzes Leben gewöhnt, mit Jungen bzw. Männern gemeinsam zu spielen, zu lernen, zu arbeiten.
    Uns ohne Begleitung allein mit ihnen im Raum aufzuhalten, mit ihnen befreundet zu sein etc. Meist ohne einen sexuellen Aspekt.
    Die Mehrzahl der Jungen und Männer können gut damit umgehen, die sehen uns als Person, die sie mögen oder auch nicht.
    Einige sehen uns auch als sexuell anziehend - und entweder finden wir das angenehm oder auch nicht. Umgekehrt genauso.

    Wenn man aber in einer Kultur oder einem Umfeld aufwächst, in der Jungen und Mädchen bzw. Männer und Frauen eher getrennt leben; in der bei einem Kontakt ständig der Vorwurf der sexuellen Angebote oder Aufforderungen herrscht, dann kann man nicht lernen, dass Frauen und Männer auch jenseits von Sex ein ganz entspanntes gemeinsames Leben in der Gesellschaft haben können.

    Mich wundert auch nicht, dass es diese Übergriffe junger Flüchtlinge gibt. Da ist sicher ein gewisser Prozentsatz dabei, der genau weiß was er tut.
    Aber garantiert sind auch einige junge Männer darunter, die das Auftreten unserer Mädchen tatsächlich falsch verstehen und sich ermuntert fühlen. Weil es ihnen in ihrem bisherigen Umfeld so beigebracht wurde.
    Das entschuldigt natürlich nicht ihr Verhalten und spielt auch für die Opfer keine Rolle; aber ich kann bis zu einem bestimmten Grad nachvollziehen, dass sie dann aus allen Wolken fallen, wenn die Polizei vor ihnen steht. Denn sie haben ja nur das gemacht, was ihnen bisher als richtig beigebracht wurde.
    Einen entspannten, freundschaftlichen oder unverbindlichen Kontakt zum anderen Geschlecht haben doch viele von ihnen nie kennengelernt.
    Und vor dem Hintergrund kann ich auch nachvollziehen, dass die eine oder andere Frau meint, sich mit ihrer Kleidung verstecken und sich schützen zu müssen.

    *** BITTE ZITIEREN! ***
    ___
    _____________________________




  5. #655
    Avatar von BigMama
    BigMama ist offline Urgestein

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    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von Schiri Beitrag anzeigen
    Ich verstehe ja tatsächlich nicht, warum ein Kopftuch so eine Debatte auslöst, wenn das Gesicht zu sehen ist, kann man das doch einfach akzeptieren. Im Judentum sind orthodoxe Juden übrigens auch "verhüllt" wenn man so will, sie haben lange Schwarze Mäntel an und einen Schwarzen Hut.
    Ich kann für mich selbst mit orthodoxer Religionsausübung nicht viel anfangen, aber solange es mich nicht einschränkt, kann ich es bei anderen so hinnehmen. Es schränkt mich dann ein, wenn ich ein Gesicht nicht sehen kann und derjenige aber mit mir reden will, aber nicht wenn eine Frau ein Kopftuch trägt.
    Danke, schön erklärt.
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  6. #656
    Avatar von BigMama
    BigMama ist offline Urgestein

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    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von MostlyHarmless Beitrag anzeigen
    Wenn man sich darauf beruft, dass ein mit großer Wahrscheinlichkeit nicht existentes Wesen Details der Kleidung vorschreibt, dann muss man halt mit Widerspruch rechnen. Da kann man um das Grundsatzargument durchaus streiten. Wohlgemerkt - nicht um den Burkini als solchen. Sondern um die Frage, inwieweit eine Gesellschaft zulassen muss, dass ihr Leben immer mehr von "unhinterfragbaren" Grundsätzen von Religionsgemeinschaften geprägt wird. Doch, da muss man sogar streiten. Die Kleidung ist doch nur der nach außen gut sichtbare Ausdruck des Problems.
    Wenn man diese Entscheidung nur für sich trifft und nicht andre damit zwangsbeglücken will: NEIN.
    rastamamma und *Unsichtbar* gefällt dies.

  7. #657
    *Unsichtbar* Gast

    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von MostlyHarmless Beitrag anzeigen
    Zum ersten: Darf ich nur mal an die Auswüchse der "Schweinefleisch im Kindergarten" -Diskussion erinnern? Das ist ein vielleicht plumpes, aber anschauliches Beispiel. Um das Getue mit Befreiung von muslimischen Kindern für Schwimmunterricht, Klassenfahrten, Sexualkundeunterricht (Züge, auf die fundamentale Christen gern aufspringen, ich seh da auch gar keine so grundsätzlichen Unterschiede)?
    Oh ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern, dass sich jemand fürchterlich darüber aufregen konnte, dass sein Kind im Kindergarten keine Schweinswurst bekommt. Wie oft es tatsächlich vorkommt, dass muslimische Kinder an Klassenfahrten oder Schwimmunterricht nicht teilnehmen...weiß ich nicht. Ich kenne hier nur nichtmuslimische Kinder, die an den Klassenfahrten nicht teilnehmen.

    Zitat Zitat von MostlyHarmless Beitrag anzeigen
    Ja, es gibt auch von der anderen Seite her Gegeifer, vielleicht zunehmend, so intensiv verfolge ich die einschlägigen Medien nicht. Hat für mich aber was von dem ins Gegenteil ausschlagenden Pendel.
    Tja, und so sieht jeder das Pendel von der anderen Seite her ausschlagen....


    Zitat Zitat von MostlyHarmless Beitrag anzeigen
    Dritter Absatz:

    Wenn Religion keine Rasse ist, warum sprechen wir dann im Zusammenhang damit überhaupt von Rassismus? Nach allem was ich weiß, ist der Begriff "Rasse" in Bezug auf Menschen wissenschaftlich nicht haltbar, dann wäre er sowieso grundsätzlich auf alle Formen der Ungleichbehandlung von Menschen nicht anwendbar. Wenn wir unter "Rasse" so was wie geographische Herkunft (der Vorfahren) und damit verbundene typische Körpermerkmale in Bezug auf Haarfarbe, Hautfarbe, Augenform... verstehen wollen - du darfst mir glauben, dass das nicht mein Problem ist.
    Auch unter diesen "Rassebegriff" fällt aber die Religion eines Menschen nicht. Sie ist nicht angeboren, auch wenn Religionsführer oder auch Gläubige das gerne so verstanden haben möchten. Es gibt keine muslimischen (oder jüdischen oder christlichen) Babys oder Kinder, nur Kinder von Eltern, die ihre Kinder nach den Kriterien einer bestimmten Religion erziehen. Die Taufe macht ein Baby nicht zum Christen und die Beschneidung einen Jungen nicht zum Juden oder Moslem - und ein Mädchen nicht das Kopftuch zur Muslima.
    Also - unter keinem Kriterium Rassismus. Wenn man Totschlagbegriffe wie Rassismus verwendet, sollte man sie kohärent verwenden. Religionskritik ist für mich Kritik an den Grundlagen einer Religion oder an einer bestimmten Form der Religionsausübung. Was ist daran rassistisch, wenn ich sie - wie jede Art seriöser Kritik- nicht als Rundumschlag gegen eine Menschengruppe einsetze, sondern mich informiert und mir eine Meinung gebildet habe?
    Na das sehen andere die sich mit dem Thema befassen halt anders. Magst du ja anders sehen...nicht mein Problem.

    Zitat Zitat von MostlyHarmless Beitrag anzeigen
    Was die Gleichsetzung mit Fremdenfeindlichkeit betrifft - die finde ich ultimativ dämlich. Ich habe ein Problem mit bestimmten offensiv ausgedrückten Inhalten einiger Religionen, die zu Unfrieden und Spaltung in einer Gesellschaft führen (Eine Zuwanderung streng orthodoxer Juden oder Zeugen Jehovas in größerer Anzahl würde mir z.B. auch Kopfzerbrechen bereiten). Es ist mir dabei egal, ob es um frisch Zugewanderte, 20 Jahre hier Ansässige, hier Geborene mit ausländischen Wurzeln oder deutsche Konvertiten handelt. Ich bin nicht fremdenfeindlich, ich bin religionskritisch. Ist das für dich wirklich identisch?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fremdenfeindlichkeit
    daraus: Begründet wird die Ablehnung mit sozialen, religiösen, ökonomischen, kulturellen oder sprachlichen Unterschieden. In diesen Unterschieden wird eine Bedrohung gesehen, etwas zu Bekämpfendes.

    Du kritisierst in dem auf Abstand halten von Kopftuch tragenden Frauen keine Religion, sondern beurteilst Personen nach ihrem Aussehen. Nicht alles wo jemand Religionskritik draufschreibt, ist auch Religionskritik drin.

    Zitat Zitat von MostlyHarmless Beitrag anzeigen
    Zum nächsten Absatz: Das kann sich gegenseitig hochschaukeln. ja. Mir macht das durchaus Angst, wenn ich an die Zukunft meiner Kinder in diesem Land denke.
    Oh mir auch...allerdings vermutlich aus anderen Gründen wie dir.

    Zitat Zitat von MostlyHarmless Beitrag anzeigen
    Nein, die Schublade spar ich mir nicht. Und wenn ich sehe, wie hier z.T. argumentiert wird (auch, aber das ist hier ja noch sehr zurückhaltend und gesittet) dann weiß ich auch wieder, warum ich sie mir nicht spare.
    Nun, wenn man bestimmte Attribute bestimmter Schubladen erfüllt, ist es ja irgendwie unsinnig, sich darüber zu beschweren, wenn andere einen in diese Schublade stecken wollen. Wer nicht in diese Schublade gehört, braucht es auch nicht erwähnen. Der Hinweis darauf, ist meiner Meinung nach in der Regel der Versuch seine Aussagen weniger "ablehnend" erscheinen zu lassen. Meiner Meinung nach ist so ein "jetzt werde ich bestimmt in eine Schublade gesteckt" nichts anderes als die Nazikeule auf der anderen Seite. Ein Versuch weniger Kritik für seine wissentlich kritikwürdige Meinung zu ernten.

    Zitat Zitat von MostlyHarmless Beitrag anzeigen
    Zum letzten Absatz: Ja, die "Andersartigkeit" ist ein missverständlicher Begriff, weil man ihn eben auch in Bezug auf biologische Gegebenheiten verstehen könnte. Das war nicht meine Absicht und ich denke auch, ich hätte ihn lieber nicht verwenden sollen. was ich meinte, ist: Die offen zur Schau getragene Nichtübereinstimmung mit grundlegenden Vorstellungen und Konzepten der Gesellschaft in der auch diese Menschen leben.
    Richtig, diese Menschen gehören zu dieser Gesellschaft...und so lange sie nicht gegen unsere Gesetze verstoßen, können sie tragen was sie wollen. Wie du allerdings von einem Tuch auf dem Kopf auf die Meinung und Gedanken der Frauen schließen willst, ist mir ein Rätsel. Meine Vorstellung von meiner Gesellschaft ist auch weiterhin, dass hier jeder so leben darf und kann, wie er möchte und nicht, dass irgendwelche Menschen meinen sie könnten anderen ihre Meinung, ihr Leben und ihre Überzeugungen überstülpen. (das gilt für jegliche Gruppierung) Vielleicht muss sich diese Gesellschaft so langsam damit abfinden, dass muslimische Frauen mit ihren Kopftüchern genauso zu dieser Gesellschaft gehören, wie jeder andere hier lebende Mensch. Genau in dem Moment fällt die "Andersartigkeit" oder das "Zur Schau tragen" nämlich von alleine unter den Tisch.

  8. #658
    MostlyHarmless ist offline Irdisch

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    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von BigMama Beitrag anzeigen
    Wenn man diese Etsceidung nur für sich trifft und nicht andre damti zwangsbeglücken will: NEIN.
    Ich weiß nicht, wie es in Österreich ist, aber in Deutschland sind die Muslime mit der eher bis sehr konservativen Auslegung die lauteren, sichtbarerern. Die anderen gehen unter. Die (sehr) konservativen prägen den gesellschaftlichen Diskurs, die anderen - ja, was? halten still? Ziehen den Kopf ein?
    Daher nochmal: ich will nicht um das Kopftuch streiten - wenn es nicht in einer staatlichen Funktion getragen wird, bei einem Richter/einer Richterin oder einemPolizisten/einer Polizistin würden mich Burka, Kopftuch, Kippa, Kreuz und buddhistische Kleidung gleichermaßen massiv stören - , schon gar nicht um den Burkini. Ich nehme mir aber das Recht raus, zu streiten, wenn es darum geht, ob und wie weit religiöse Ansichten eine Gesellschaft prägen sollten oder dürfen.
    Buntnessel und Inka gefällt dies.

  9. #659
    Avatar von Schiri
    Schiri ist offline Urgestein

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    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von Fimbrethil Beitrag anzeigen
    Das Kopftuch ist ein Symbol.
    Juden, vor allem ultraorthoxe, haben wir ja bekanntlich nicht besonders viele in D *seufz*
    Amish auch nicht.
    So, dann kamen vor 50 Jahren Gastarbeiter aus der Türkei, viele ungebildete Bauern.
    Sie blieben, die Frauen und Kinder kamen nach.
    Die Frauen trugen ein Kopftuch, die Kinder oft nicht mehr, sie glichen sich meist der westlichen Lebensweise an.
    Es kamen weitere Gastarbeiter, und Familiennachzug, auch als wir gar keine neuen Gastarbeiter mehr wollten. Es kamen Flüchtlinge aus diversen Kriegen (Libanon, Balkan, Syrien).
    Und auf einmal trugen nicht nur ein paar alte Frauen, lebende Fossilien sozusagen, Kopftuch, sondern junge Frauen.
    Frauen, die nicht radebrechende Putzfrau waren, sondern hier die Schule besucht, eine Ausbildung oder ein Studium absolviert haben.

    Ich und wahrscheinlich die meisten anderen haben gedacht, dass sich das mit dem Kopftuch erledigen werde (bis auf ein paar Oberreligiöse), dass junge Türken so religiös wären wie die meisten Deutschen, Weihnachten, Opferfest, 7 Wochen ohne, Ramadan light....
    Es ist auch ein Zeichen, dass die Integration nicht so geklappt hat, wie gewünscht, weil es natürlich oft wirklich Abgrenzung ist, gegen den westlichen Lebensstil, gegen eine (mal zu recht und mal zu unrecht) empfundene Ablehnung...
    ein verdammt weites Feld, für das es keine einfachen Lösungen gibt.
    Das kann man aber nun wirklich nicht am Kopftuch festmachen, ich kenne wirklich nicht so wenige, wunderbar integrierte Muslimas mit Kopftuch. Und ich finde auch, dass man richtig deutsch sein kann und dennoch orthodox muslimisch, jüdisch oder christlich. Ich habe immer dann ein Problem, wenn es keine Entscheidungsfreiheit gibt und letztendlich hat man sie ja eh immer nur bedingt, weil man in einem bestimmten System groß wird, das könnte auch völlig religioinsfrei sein und wenn das Kind dann in die Kirche will, könnte es auch zu Problemen führen. Aber so vom Grund her wünsche ich mir Entscheidungräume, die auch zur Entscheidung zum Kopftuch führen können.
    Skippy !, BigMama, DasUpfel und 1 anderen gefällt dies.

  10. #660
    Avatar von -PMS-
    -PMS- ist offline Veteran

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    Standard Re: Bäckerei Verkäuferin mit Kopftuch

    Zitat Zitat von BigMama Beitrag anzeigen
    Mir sind die armen Männer sch***egal.
    Ich will nicht und wollte nie Sexualobjekt sein bzw. nur in ganz bestimmten (intimen) Situationen. Ich habe hier schon manche verstört, weil ich schrieb, der große Vorteil meines aktuellen Gewichts sei, daß ich mich dadurch aus diesen Spielchen rausgeommen habe.
    Verhüllung ist das leichter wieder abzulegende Mittel zu diesem Zweck.

    Warum sollte ich andre Fauen, die so denken, für unterdrückt halten?

    Und natürlich ist es keine objektive Bedingung der Religion - es ist eine strenge, enge Auslegung, für die sich durchaus auch Frauen freiwillig entscheiden.
    Komisch. Ich sehe das genau umgekehrt. Wie sexfixiert muss man sein, um seinen Koerper vermeintlich begehrlichen Blicken entziehen zu wollen?
    Buntnessel und die blaue Frau gefällt dies.

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