Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 55
Like Tree16gefällt dies

Thema: Morphin - Indikation und Verschreibung

  1. #1
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
    Registriert seit
    09.08.2003
    Beiträge
    77.077

    Standard Morphin - Indikation und Verschreibung

    Konkret:
    Morphintabletten bei Kopfschmerz.

    Meine Fragen dazu:
    1. Welcher Arzt (also Fachrichtung, nicht Dr. Müller aus Kleinkleckersdorf) verschreibt bei Kopfschmerzen und ziemlich wahrscheinlich nicht langjähriger Kenntnis des Patienten Morphin?
    Akut kann eine Rippenprellung als Indikation mit geltend gemacht werden.
    Ziel des Patienten ist aber ganz klar die Beseitigung des Kopfschmerzes, mit der Intention nahm er auch die Tabletten.
    2. Muss Morphin nicht erst "eingeschlichen" werden und auch da die Dosis herausgefunden werden?
    Patient hat nach drei Tagen abgesetzt, weil: "bringt auch nichts."

    Patient ist nicht privat versichert, falls das eine Rolle spielt.
    __________________________________________________ ______________________
    Und weil es ohne Hintergrundinformationen ja hier nicht geht
    Bitte sehr:

    Mir gut bekannte Person leidet seit 30 Jahren an Kopfschmerzen.
    Ärztemarathon läuft genau so lange.
    Aber die konnten bisher alle nicht helfen.
    Mehr als zweimal hat aber glaube ich auch keiner draufgucken können.
    Hausarzt, den es wohl gibt, hat auch keinen Überblick, da die Facharztbesuche ohne sein Zutun laufen.
    Und sobald ein Arzt mit Vorschlägen wie Entspannungstechniken, aufmerksames Beobachten der eigenen Lebensweise, eventuell mit professioneller Hilfe kommt, ist gleich Schicht im Schacht.
    Und ich glaube, wer einen stationären Aufenthalt empfiehlt zur Ursachenforschung empfielt, bekommt einen Anruf von der Ärztekammer ob seines obszönen Ansinnens.

    Aktueller Stand:
    Jetzt helfen auch die Migräne-Tabletten, die bisher die Schmerzen wenigstens linderten, nicht mehr.
    (Keine Ahnung, ob es überhaupt Migräne ist. Was ich mitbekomme: Bisher kam jeder Arzt nur bis zu einem "Verdacht auf ...", konnte aber nicht weitermachen. Denn entweder er nimmt den Schmerz sofort oder er taugt nichts.)
    Die Person hat nun vom Arzt Morphintabletten verschrieben bekommen, aber die haben auch nicht geholfen und wurden von der Person nach drei Tagen abgesetzt.
    (Die Person hat keine Aversion gegen Tabletten. Ich staune immer wieder, was da alles eingeworfen wird. Fast schon wie eine Leistung wurde mir erzählt, dass von Freitag bis Sonntag 16 Tabeletten eingeworfen wurden, die aber alle nichts brachten.)

    Mich wundert einfach, wie diese Person über die Jahrzehnte immer wieder an die Medikamente kommt.
    Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Umgang mit Schmerzmitteln in D zu restriktiv sein soll.

    Wobei ich einige Quellen schon kenne:
    Da geben Eltern/Verwandte Schmerzmittel ab, die sie nach OPs bekommen haben und nicht benötigen oder lassen sich gleich mehr verschreiben.
    Dann werden andere Malaisen - wie jetzt die Rippenprellung - für den Erwerb von rezeptpflichtigen Schmerzmitteln genutzt.
    Seit einigen Jahren arbeitet auch eine Verwandte im Gesundheitsbereich.
    Da habe ich auch schon gehört "Kunigunde hat mir jetzt mal das und das mitge... ähm empfohlen."

    Aber das erklärt mir nicht komplett die Menge und Vielfalt.
    Und jetzt beim Morphin schon gleich gar nicht mehr.
    Zumal wenn ich höre, dass es schwierig sein soll, Morphin zu bekommen zum Beispiel in der Palliativmedizin.
    ___________________________________
    Das Böse sind falsche Entscheidungen.

  2. #2
    PerditaX. ist offline elferant
    Registriert seit
    04.08.2014
    Beiträge
    13.410

    Standard Re: Morphin - Indikation und Verschreibung

    Ich habe keine Ahnung, aber für mich klingt das irgendwie nach einem Abhängigkeitsproblem.

  3. #3
    sachensucher ist gerade online Legende
    Registriert seit
    16.03.2008
    Beiträge
    17.806

    Standard Re: Morphin - Indikation und Verschreibung

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Konkret:
    Morphintabletten bei Kopfschmerz.

    Meine Fragen dazu:
    1. Welcher Arzt (also Fachrichtung, nicht Dr. Müller aus Kleinkleckersdorf) verschreibt bei Kopfschmerzen und ziemlich wahrscheinlich nicht langjähriger Kenntnis des Patienten Morphin?
    Akut kann eine Rippenprellung als Indikation mit geltend gemacht werden.
    Ziel des Patienten ist aber ganz klar die Beseitigung des Kopfschmerzes, mit der Intention nahm er auch die Tabletten.
    2. Muss Morphin nicht erst "eingeschlichen" werden und auch da die Dosis herausgefunden werden?
    Patient hat nach drei Tagen abgesetzt, weil: "bringt auch nichts."

    Patient ist nicht privat versichert, falls das eine Rolle spielt.
    __________________________________________________ ______________________
    Und weil es ohne Hintergrundinformationen ja hier nicht geht
    Bitte sehr:

    Mir gut bekannte Person leidet seit 30 Jahren an Kopfschmerzen.
    Ärztemarathon läuft genau so lange.
    Aber die konnten bisher alle nicht helfen.
    Mehr als zweimal hat aber glaube ich auch keiner draufgucken können.
    Hausarzt, den es wohl gibt, hat auch keinen Überblick, da die Facharztbesuche ohne sein Zutun laufen.
    Und sobald ein Arzt mit Vorschlägen wie Entspannungstechniken, aufmerksames Beobachten der eigenen Lebensweise, eventuell mit professioneller Hilfe kommt, ist gleich Schicht im Schacht.
    Und ich glaube, wer einen stationären Aufenthalt empfiehlt zur Ursachenforschung empfielt, bekommt einen Anruf von der Ärztekammer ob seines obszönen Ansinnens.

    Aktueller Stand:
    Jetzt helfen auch die Migräne-Tabletten, die bisher die Schmerzen wenigstens linderten, nicht mehr.
    (Keine Ahnung, ob es überhaupt Migräne ist. Was ich mitbekomme: Bisher kam jeder Arzt nur bis zu einem "Verdacht auf ...", konnte aber nicht weitermachen. Denn entweder er nimmt den Schmerz sofort oder er taugt nichts.)
    Die Person hat nun vom Arzt Morphintabletten verschrieben bekommen, aber die haben auch nicht geholfen und wurden von der Person nach drei Tagen abgesetzt.
    (Die Person hat keine Aversion gegen Tabletten. Ich staune immer wieder, was da alles eingeworfen wird. Fast schon wie eine Leistung wurde mir erzählt, dass von Freitag bis Sonntag 16 Tabeletten eingeworfen wurden, die aber alle nichts brachten.)

    Mich wundert einfach, wie diese Person über die Jahrzehnte immer wieder an die Medikamente kommt.
    Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Umgang mit Schmerzmitteln in D zu restriktiv sein soll.

    Wobei ich einige Quellen schon kenne:
    Da geben Eltern/Verwandte Schmerzmittel ab, die sie nach OPs bekommen haben und nicht benötigen oder lassen sich gleich mehr verschreiben.
    Dann werden andere Malaisen - wie jetzt die Rippenprellung - für den Erwerb von rezeptpflichtigen Schmerzmitteln genutzt.
    Seit einigen Jahren arbeitet auch eine Verwandte im Gesundheitsbereich.
    Da habe ich auch schon gehört "Kunigunde hat mir jetzt mal das und das mitge... ähm empfohlen."

    Aber das erklärt mir nicht komplett die Menge und Vielfalt.
    Und jetzt beim Morphin schon gleich gar nicht mehr.
    Zumal wenn ich höre, dass es schwierig sein soll, Morphin zu bekommen zum Beispiel in der Palliativmedizin.
    In verzweifelten Fällen probieren Ärzte schon mal ungewöhnliches. Mophin wirkt direkt (oder auch nicht, grade bei Kopfschmerzen), einschleichen muss man es vor allem wegen der Nebenwirkungen. Ich wär froh, wenn sie das nicht mehr nimmt wegen Kopfschmerzen. Für mich klingt die Geschichte ziemlich hoffnungslos, da würde ich mich auch nicht reinhängen.

  4. #4
    WATERPROOF ist offline Renitent.
    Registriert seit
    27.08.2009
    Beiträge
    9.641

    Standard Re: Morphin - Indikation und Verschreibung

    Jeder approbierte Arzt darf sich bei der Bundesopiumstelle Betäubungsmittelrezepte bestellen und Btms verordnen, gegen was er will.
    Er muss kein Facharzt sein. 1 Tag die Approbation haben langt.
    Morphium (Tropfen/Tabletten) ist nicht teuer, die gesetzlichen Kasse wird nicht meckern. Die machen nur bei teuren Sachen Ärger, aktuell z.B. bei bestimmten Morphium Pflastern und bei Cannabis.

    Ich dürfte dir theoretisch auch Morphium gegen Blähungen verschreiben. Legal, aber medizinischer Schmarrn.

    In Deutschland darf man alles gegen alles verschreiben. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen. Z.B. Contergan (da braucht man sogenannte T-Rezepte, und die dürfen soweit ich weiß nur Onkologen beziehen).

    Sonst: dein Bekannter hat vermutlich eine somatoforme Schmerzstörung. Typisches Verhalten dabei. Wenn er sich nicht helfen lässt (Psychotherapie/Schmerztherapie), dann kann ihm auch keiner helfen und er wird weiter leiden bis irgendwann der Sargdeckel über ihm zuklappt.
    Zickzackkind, die blaue Frau und Hundnas gefällt dies.

  5. #5
    Temporär ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    21.04.2016
    Beiträge
    3.878

    Standard Re: Morphin - Indikation und Verschreibung

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Mir gut bekannte Person leidet seit 30 Jahren an Kopfschmerzen.
    Ärztemarathon läuft genau so lange.
    Aber die konnten bisher alle nicht helfen.
    Mehr als zweimal hat aber glaube ich auch keiner draufgucken können.
    Hausarzt, den es wohl gibt, hat auch keinen Überblick, da die Facharztbesuche ohne sein Zutun laufen.
    Und sobald ein Arzt mit Vorschlägen wie Entspannungstechniken, aufmerksames Beobachten der eigenen Lebensweise, eventuell mit professioneller Hilfe kommt, ist gleich Schicht im Schacht.
    Und ich glaube, wer einen stationären Aufenthalt empfiehlt zur Ursachenforschung empfielt, bekommt einen Anruf von der Ärztekammer ob seines obszönen Ansinnens.

    Aktueller Stand:
    Jetzt helfen auch die Migräne-Tabletten, die bisher die Schmerzen wenigstens linderten, nicht mehr.
    (Keine Ahnung, ob es überhaupt Migräne ist. Was ich mitbekomme: Bisher kam jeder Arzt nur bis zu einem "Verdacht auf ...", konnte aber nicht weitermachen. Denn entweder er nimmt den Schmerz sofort oder er taugt nichts.)
    Die Person hat nun vom Arzt Morphintabletten verschrieben bekommen, aber die haben auch nicht geholfen und wurden von der Person nach drei Tagen abgesetzt.
    (Die Person hat keine Aversion gegen Tabletten. Ich staune immer wieder, was da alles eingeworfen wird. Fast schon wie eine Leistung wurde mir erzählt, dass von Freitag bis Sonntag 16 Tabeletten eingeworfen wurden, die aber alle nichts brachten.)

    Mich wundert einfach, wie diese Person über die Jahrzehnte immer wieder an die Medikamente kommt
    Eine Kollegin von mir war kopfschmerzmittelabhängig. Fast 1:1 gleiche Geschichte. Als Niere und Leber nicht mehr mitgemacht hat, kam sie in eine Spezialklinik und hat dort ganz viele Menschen mit ähnlichem Schicksal getroffen.
    Die haben auch alle gewartet, bis der Körper dicht gemacht hat.

    Ist offensichtlich gar nicht so selten.

    Seitdem sie von den Tabletten weg ist, ist auch der Kopfschmerz weg.

  6. #6
    Avatar von Kelwitt
    Kelwitt ist offline Urlaubsministerin
    Registriert seit
    29.04.2008
    Beiträge
    64.621

    Standard Re: Morphin - Indikation und Verschreibung

    Zitat Zitat von Temporär Beitrag anzeigen
    Eine Kollegin von mir war kopfschmerzmittelabhängig.
    Daran dachte ich auch sofort. Alleine bei 16 Tabletten in 3 Tagen...


    Der Entzug muss richtig heftig sein, aber danach geht es den meisten Leuten besser.
    Worauf willst Du warten?

  7. #7
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
    Registriert seit
    09.08.2003
    Beiträge
    77.077

    Standard Re: Morphin - Indikation und Verschreibung

    Zitat Zitat von WATERPROOF Beitrag anzeigen
    Jeder approbierte Arzt darf sich bei der Bundesopiumstelle Betäubungsmittelrezepte bestellen und Btms verordnen, gegen was er will.
    Er muss kein Facharzt sein. 1 Tag die Approbation haben langt.
    Morphium (Tropfen/Tabletten) ist nicht teuer, die gesetzlichen Kasse wird nicht meckern. Die machen nur bei teuren Sachen Ärger, aktuell z.B. bei bestimmten Morphium Pflastern und bei Cannabis.

    Ich dürfte dir theoretisch auch Morphium gegen Blähungen verschreiben. Legal, aber medizinischer Schmarrn.

    In Deutschland darf man alles gegen alles verschreiben. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen. Z.B. Contergan (da braucht man sogenannte T-Rezepte, und die dürfen soweit ich weiß nur Onkologen beziehen).
    Danke, das wollte ich wissen.


    Sonst: dein Bekannter hat vermutlich eine somatoforme Schmerzstörung. Typisches Verhalten dabei. Wenn er sich nicht helfen lässt (Psychotherapie/Schmerztherapie), dann kann ihm auch keiner helfen und er wird weiter leiden bis irgendwann der Sargdeckel über ihm zuklappt.
    Ich weiß gar nicht, ob er wirklich leidet bzw. ob es ihm ohne die Schmerzen insgesamt besser ginge.
    Er ist aktiv wie wenige Menschen, die ich kenne.
    Der Schmerz gehört dazu wie Essen und Trinken.
    Der Schmerz ist vielleicht sogar so was wie sein Schlaf. (Natürlich schläft er schlecht.)
    ___________________________________
    Das Böse sind falsche Entscheidungen.

  8. #8
    WATERPROOF ist offline Renitent.
    Registriert seit
    27.08.2009
    Beiträge
    9.641

    Standard Re: Morphin - Indikation und Verschreibung

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Danke, das wollte ich wissen.



    Ich weiß gar nicht, ob er wirklich leidet bzw. ob es ihm ohne die Schmerzen insgesamt besser ginge.
    Er ist aktiv wie wenige Menschen, die ich kenne.
    Der Schmerz gehört dazu wie Essen und Trinken.
    Der Schmerz ist vielleicht sogar so was wie sein Schlaf. (Natürlich schläft er schlecht.)
    Platt gesagt:
    Es gibt Menschen, die können gar nicht mehr gesund werden, weil das krank sein ihr Lebensinhalt geworden ist.
    Das würde ihr Ich so destabilisieren, deswegen darf das gar nicht besser werden.

    Meine Schwägerin ist das beste Beispiel dafür...
    Moorhuhn und Hundnas gefällt dies.

  9. #9
    Mumpitz ist offline Legende
    Registriert seit
    18.08.2005
    Beiträge
    22.994

    Standard Re: Morphin - Indikation und Verschreibung

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Danke, das wollte ich wissen.



    Ich weiß gar nicht, ob er wirklich leidet bzw. ob es ihm ohne die Schmerzen insgesamt besser ginge.
    Er ist aktiv wie wenige Menschen, die ich kenne.
    Der Schmerz gehört dazu wie Essen und Trinken.
    Der Schmerz ist vielleicht sogar so was wie sein Schlaf. (Natürlich schläft er schlecht.)
    Der Schmerz hindert ihn an nichts? Das ist wirklich seltsam. Aber eigentlich denke ich, dass es jedem ohne Schmerzen besser geht als mit Schmerzen.

  10. #10
    Moorhuhn ist offline Legende
    Registriert seit
    25.02.2007
    Beiträge
    32.718

    Standard Re: Morphin - Indikation und Verschreibung

    Zitat Zitat von WATERPROOF Beitrag anzeigen
    Platt gesagt:
    Es gibt Menschen, die können gar nicht mehr gesund werden, weil das krank sein ihr Lebensinhalt geworden ist.
    Das würde ihr Ich so destabilisieren, deswegen darf das gar nicht besser werden.

    Meine Schwägerin ist das beste Beispiel dafür...
    Für mich klingt Andreas Geschichte auch danach, dass da jemand nicht gesund sein kann, weil er aus seinem Kranksein irgendwelche Vorteile für sich zieht.
    Derjenige WILL nicht gesund sein und aus so einer Geschichte würd ich mich echt raushalten, ich bin schließlich kein Psychotherapeut und hätte keine Lust auf ständiges Kopfschmerzgejammer und "alles hilft nicht".

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •