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Thema: Chemotherapie und Palliativmedizin

  1. #1
    Avatar von katjabw
    katjabw ist offline Moorhuhn
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    Standard Chemotherapie und Palliativmedizin

    Wie passt das zusammen?
    Mein Vater ist schwer krank, Leberkrebs, der mittlerweile in die Lunge gestreut hat. Er ist bei sehr schlechtem Allgemeinbefinden, Herzinsuffiziens, Anämie etc.
    Mittlerweile hat die dritte Chemotherapie begonnen, also der Versuch mit dem dritten Medikament. Das ist wohl ultima ratio.
    Zur Erholung ist er nun einige Tage zu Hause. Nächste Woche soll er sich wieder einfinden.
    Nun hat das KH die dortige Palliativstation eingeschalten, zweimal waren dortige Ärzte bereits zum Hausbesuch da. SIe haben auch einen Hospizdienst eingeschaltet.

    Wie passt das zusammen?
    Er soll weiter Chemo machen, die ihm unglaublich zusetzt, die ihn nichts mehr essen lässt, nicht einmal seine hochkalorische Nahrung, die seinen Allgemeinzustand immer mehr verschlechtert.
    Und gleichzeitig schalten sie die Palliativmediziner ein. Nach meinem Verständnis von Palliativmedizin passt das nicht zusammen.

    Ich hätte gern input, denn mein Papa will den "Familienrat" einberufen, wie es weiter gehen soll.

  2. #2
    Avatar von silm
    silm ist offline Huhn
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    Standard Re: Chemotherapie und Palliativmedizin

    Wahrscheinlich will dein Papa euer ok zum Chemoabbruch.
    Und: Die Palliativmediziner richten sich in der Regel nach Patientenwunsch. Wenn der aus irgendeinem Grund noch Chemo will, werden die das nicht ausreden.


    Viel Kraft für euch alle!
    Silm

  3. #3
    Avatar von Aoraki
    Aoraki ist gerade online Vogel Gottes
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    Standard Re: Chemotherapie und Palliativmedizin

    Erst mal: das eine schließt das andere nicht aus. Im Gegenteil!

    Aber was mir nicht klar ist: was will denn Dein Vater?

  4. #4
    Avatar von katjabw
    katjabw ist offline Moorhuhn
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    Standard Re: Chemotherapie und Palliativmedizin

    Zitat Zitat von silm Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich will dein Papa euer ok zum Chemoabbruch.
    Und: Die Palliativmediziner richten sich in der Regel nach Patientenwunsch. Wenn der aus irgendeinem Grund noch Chemo will, werden die das nicht ausreden.


    Viel Kraft für euch alle!
    Danke.

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Chemotherapie und Palliativmedizin

    Zitat Zitat von katjabw Beitrag anzeigen
    Wie passt das zusammen?
    Mein Vater ist schwer krank, Leberkrebs, der mittlerweile in die Lunge gestreut hat. Er ist bei sehr schlechtem Allgemeinbefinden, Herzinsuffiziens, Anämie etc.
    Mittlerweile hat die dritte Chemotherapie begonnen, also der Versuch mit dem dritten Medikament. Das ist wohl ultima ratio.
    Zur Erholung ist er nun einige Tage zu Hause. Nächste Woche soll er sich wieder einfinden.
    Nun hat das KH die dortige Palliativstation eingeschalten, zweimal waren dortige Ärzte bereits zum Hausbesuch da. SIe haben auch einen Hospizdienst eingeschaltet.

    Wie passt das zusammen?
    Er soll weiter Chemo machen, die ihm unglaublich zusetzt, die ihn nichts mehr essen lässt, nicht einmal seine hochkalorische Nahrung, die seinen Allgemeinzustand immer mehr verschlechtert.
    Und gleichzeitig schalten sie die Palliativmediziner ein. Nach meinem Verständnis von Palliativmedizin passt das nicht zusammen.

    Ich hätte gern input, denn mein Papa will den "Familienrat" einberufen, wie es weiter gehen soll.
    Ich kann dir nur sagen, wie es bei meinem Vater war. Er hat sehr sehr lange eine palliative Chemo bekommen. Er hatte ganz klar die Wahl. Ihm ging es mit der Chemo 2 Tage sehr schlecht, aber ich denke nur so konnte er trotz Bauchfellmetastasen noch über ein Jahr leben. Und er wollte jeden Tag leben. Wenn es ihm schlecht ging, wurde einfach eine Behandlung ausgelassen.
    Eine Woche vor seinem Tod wurde die Chemo dann endgültig abgesetzt, was ihm psychisch sehr zugesetzt hat. Das hat ihm die Aussichslosigkeit (die lange klar war) nochmal richtig vor Augen geführt.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Wunsch des Patienten oberste Priorität hat.
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  6. #6
    Avatar von katjabw
    katjabw ist offline Moorhuhn
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    Standard Re: Chemotherapie und Palliativmedizin

    Zitat Zitat von Aoraki Beitrag anzeigen
    Erst mal: das eine schließt das andere nicht aus. Im Gegenteil!

    Aber was mir nicht klar ist: was will denn Dein Vater?
    Kannst Du mir das bitte erklären. Genau dort hänge ich gedanklich fest, denn für mich passt es nicht zusammen.

    Ach, mein Papa hat(te) einen unglaublichen Lebenswillen. Die Diagnose kam bereits vor einem Jahr und es hieß, er habe noch einige Monate. Er hat gekämpft und gekämpft. Und ich glaube, er möchte auch noch leben. Aber eben nicht mehr so.

  7. #7
    Avatar von katjabw
    katjabw ist offline Moorhuhn
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    Standard Re: Chemotherapie und Palliativmedizin

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich kann dir nur sagen, wie es bei meinem Vater war. Er hat sehr sehr lange eine palliative Chemo bekommen. Er hatte ganz klar die Wahl. Ihm ging es mit der Chemo 2 Tage sehr schlecht, aber ich denke nur so konnte er trotz Bauchfellmetastasen noch über ein Jahr leben. Und er wollte jeden Tag leben. Wenn es ihm schlecht ging, wurde einfach eine Behandlung ausgelassen.
    Eine Woche vor seinem Tod wurde die Chemo dann endgültig abgesetzt, was ihm psychisch sehr zugesetzt hat. Das hat ihm die Aussichslosigkeit (die lange klar war) nochmal richtig vor Augen geführt.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Wunsch des Patienten oberste Priorität hat.
    Danke für Deine Erfahrung.
    Ich lebe entfernt von ihm, kann aber in 2 Stunden dort sein.
    Am Dienstag werde ich bei ihm sein und hoffe, er ist in der Lage, mit mir zu reden. Zu reden über die Dinge, die ihn beschäftigen. Und ich möchte ihm auch noch so viel sagen....

  8. #8
    Avatar von Vertigo
    Vertigo ist gerade online buntes etwas
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    Standard Re: Chemotherapie und Palliativmedizin

    Das tut mir leid, welch harte Zeit für euch alle.

    Ich schließe mich Aoraki an, es geht nicht nur entweder oder.

    Palliativmedizin wird glücklicherweise zunehmend mehr als "nur" die letzte, kurze Zeit erträglicher machen.
    Eine Aufgabe ist z.B. auch, dem Patienten beratend zur Seite zu stehen, was die weitere Behandlung angeht.

    Und ich finde auch, dass das wichtigste Kriterium überhaupt der Wille Deines Vaters ist.
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  9. #9
    Alina73 ist offline Legende
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    Standard Re: Chemotherapie und Palliativmedizin

    Ich kenne ein paar Fälle, wo die Chemo zur Palliativversorgung gehörte. Das eine schließt das andere nicht aus.

    Zitat Zitat von katjabw Beitrag anzeigen
    Wie passt das zusammen?
    Mein Vater ist schwer krank, Leberkrebs, der mittlerweile in die Lunge gestreut hat. Er ist bei sehr schlechtem Allgemeinbefinden, Herzinsuffiziens, Anämie etc.
    Mittlerweile hat die dritte Chemotherapie begonnen, also der Versuch mit dem dritten Medikament. Das ist wohl ultima ratio.
    Zur Erholung ist er nun einige Tage zu Hause. Nächste Woche soll er sich wieder einfinden.
    Nun hat das KH die dortige Palliativstation eingeschalten, zweimal waren dortige Ärzte bereits zum Hausbesuch da. SIe haben auch einen Hospizdienst eingeschaltet.

    Wie passt das zusammen?
    Er soll weiter Chemo machen, die ihm unglaublich zusetzt, die ihn nichts mehr essen lässt, nicht einmal seine hochkalorische Nahrung, die seinen Allgemeinzustand immer mehr verschlechtert.
    Und gleichzeitig schalten sie die Palliativmediziner ein. Nach meinem Verständnis von Palliativmedizin passt das nicht zusammen.

    Ich hätte gern input, denn mein Papa will den "Familienrat" einberufen, wie es weiter gehen soll.

  10. #10
    Avatar von Aoraki
    Aoraki ist gerade online Vogel Gottes
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    Standard Re: Chemotherapie und Palliativmedizin

    Zitat Zitat von katjabw Beitrag anzeigen
    Kannst Du mir das bitte erklären. Genau dort hänge ich gedanklich fest, denn für mich passt es nicht zusammen.

    Ach, mein Papa hat(te) einen unglaublichen Lebenswillen. Die Diagnose kam bereits vor einem Jahr und es hieß, er habe noch einige Monate. Er hat gekämpft und gekämpft. Und ich glaube, er möchte auch noch leben. Aber eben nicht mehr so.
    Dann finde ich es GUT, dass er Chemo bekommt UND gleichzeitig die Palliativmediziner im Boot sind.

    Die „begleiten nicht nur beim Sterben“ sondern sind die Spezialisten schlechthin, wenn es darum geht, Beschwerden zu lindern, Schmerzen effektiv zu behandeln, die Übelkeit zu bekämpfen usw.

    Außerdem sind sie i.d.R. sehr gut vernetzt mit Pflegediensten und sonstigen Stellen, die Patienten und Angehörige unterstützen und können sehr gut beratend zur Seite stehen.
    _Gewitterhexle_ gefällt dies

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