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Thema: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

  1. #1
    Valrhona ist offline Poweruser

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    Standard Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    Guten Morgen,

    ich muss euch noch mal mit zwei Fragen nerven, bei denen ich irgendwie nicht weiterkomme.

    1.) Frage zum Elterngeld
    Planmäßig möchte ich nach dem Mutterschutz für möglichst lange in Elternzeit gehen (was ich vor nem Jahr nie gedacht hätte) und dementsprechend dann Elterngeld beantragen. Jetzt ist es aber so, dass ich nicht nur meinen Hauptjob als ganz normale Angestellte habe, sondern auch noch eine Honorarstelle an einer Abendschule. Dort arbeite ich als Selbstständige, die Lehraufträge annehmen kann oder nicht. Gerne würde ich dort relativ schnell wieder einsteigen/weitermachen, doch ich kann nicht rausfinden, ob sich das finanziell überhaupt lohnt. Wenn ich google, finde ich nur Angaben darüber, wie man sich in der Elternzeit selbstständig machen kann, aber das will ich gar nicht. Oder die Aussage, dass sich Nebenjobs nicht lohnen, je weniger Elterngeld man bekommt, weil das quasi komplett angerechnet wird (warum?). Angeblich muss ich vorher schätzen, was ich voraussichtlich verdienen werde und das wird mir vom Elterngeld abgezogen. Kann ich dann auch angeben, was ich bisher zusätzlich verdient habe und das wird berechnet? Gibt es eventuell, wie bei der Steuererklärung einen Freibetrag für Einkünfte aus der Lehre?
    Ich hoffe, man versteht meine Frage und vielleicht hat ja jemand mal ähnliches gemacht...

    2.) Arbeitsrechtsfrage
    Die Probleme mit meinem Chef reißen nicht ab. Seit zwei Wochen gibt es diverse Verdachtsmomente, dass er mich loswerden will. Er weiß noch nicht, dass ich schwanger bin und mich nicht loswerden kann, das wird er auch sicher nicht lustig finden.
    Ich habe einen Vertrag über 25 Stunden/Woche und arbeite seit April 2016 zusätzlich 10 Stunden/Woche auf Basis ausbezahlter Überstunden. Ich habe mehrmals gebeten, das im Vertrag endlich festzuschreiben, macht er aber nicht. Da er mich nicht loswerden kann, vermute ich, dass er wenigstens die ausbezahlten Überstunden streichen wird (und die von einer Kollegin hochsetzen wird). Die Frage ist: Darf er das? Erstens weil ich schon lange mehr arbeite, zweitens weil sich die Auftragslage oder Arbeitsmenge nicht ändert? Und drittens, darf er die Stunden willkürlich einfach umverteilen, also mir weniger geben, einer Kollegin dafür mehr?
    Wenn er das alles darf, ist das okay, ich möchte nur in nichts einwilligen, worin ich nicht einwilligen muss.

    Danke schon mal im Voraus :-)
    agazie_ralf2 gefällt dies

  2. #2
    Avatar von Sylta
    Sylta ist offline sturmerprobt

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    Standard Re: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    keine Ahnung, aber:

    herzlichen Glückwunsch
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    Wind in den Haaren, Sonne im Blick. Ein echtes Inselmädchen!



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  3. #3
    Jimmy-Gold Gast

    Standard Re: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    Zum Thema Elterngeld kann ich nichts sagen.
    Zum Thema "Chef" rate ich Dir dringend, Dich anwaltlich beraten zu lassen. M.E. ist alles, was nicht im Arbeitsvertrag/Nebenabrede steht, erstmal null und nichtig.
    Aber es gibt auch das "Gewohnheitsrecht". Soll heißen, dass es auch sein kann, dass Du das mit den Überstunden schon so lange machst, dass Du darauf vertrauen kannst, die auch noch nach Deiner Rückkehr zu haben. Ist ja Geld.
    Das kann aber eigentlich nur einer verbindlich sagen, der alle Details kennt.

    Ich wünsche Dir ja sehr, dass Du zu dem Popoloch gar nicht mehr zurückkehren musst, weil Du bis dahin andere Optionen hast.
    surfgroupie und Valrhona gefällt dies.

  4. #4
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

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    Standard Re: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    Zum Elterngeld. Wechsle erstmal sofort in Steuerklasse 3. (hat nur Auswirkungen, wenn es bis zur Geburt noch 6 Monate oder mehr sind)
    Mit dem klassischen Elterngeld lohnt sich arbeiten -rein finanziell- nicht wirklich. Ob dein Einkommen aus angestellter oder selbstständiger Tätigkeit erzielt wird, ist nicht relevant. Für Elterngeld ist die Differenz entscheidend zwischen dem, was du vor der Geburt verdient hast und dem, was du in Elternzeit verdienst. Von dieser Differenz bekommst du -im Bereich Normalverdiener, ganz oben und unten gibt’s Abweichungen- knapp 2/3 als Elterngeld ausbezahlst. Wenn du klassisch Elterngeld beziehst und Teilzeit arbeitest, arbeitest du für ein Drittel deines Verdienstes. (Aus anderen als rein aktuellen finanziellen Überlegungen kann das trotzdem evt. sinnvoll sein, finde ich, rein finanziell eher nicht).

    Möglicherweise ist für dich Elterngeld Plus interessant. Da sind die Zuverdienstregelungen kulanter, du kriegst aber maximal halb so viel wie in der klassischen Variante, dafür aber länger. Genau kenne ich mich damit aber nicht aus.
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    Never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity.

  5. #5
    Avatar von phina
    phina ist offline Glückskeks

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    Standard Re: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    Die Elterngeldstelle kann dich bzgl 1 beraten.
    Ich war bei einer Anwältin. Die hatte dann später auch den Streit mit meinem AG übernommen

    Soweit mir bekannt, wird das Geld nicht komplett angerechnet. Also für 100 € die du verdienst werden nicht 100 € abgezogen.
    Aber mit dem neuen Elterngeld Plus kenn ich mich nicht mehr so gut aus. Du darfst ja während des EG Bezugs bis zu 30 h arbeiten.
    Das alles ist mit dem neuen EG auch alles einfacher geworden. Vor allem, wenn man länger in EZ sein möchte.
    Ich fand die drei Jahre im Nachhinein super und am Ende ist alles gut geworden, das wünsche ich dir auch!

    Zu zwei muss dir sicher ein Anwalt raten. Ich hoffe sehr, dass du da nicht zurück musst.
    Valrhona gefällt dies

  6. #6
    Backfee ist offline enthusiast

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    Standard Re: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    Zu 1) Ich war bei meinem ersten als Selbständige in Elternzeit. Allerdings komplett 1 Jahr, ohne etwas zu verdienen. Beim Ausfüllen des Antrags für Elterngeld musste ich angeben, was ich bisher verdient habe (um die Höhe des EG festzustellen) und ob/wie viel ich während der Elternzeit verdienen werde. Nach der Elternzeit musste ich dann das wieder genau aufschlüsseln. Also praktisch dasselbe Formular zweimal. Danach hat die Elterngeldstelle nachgerechnet (bei mir hat sich da am ausgezahlten EG nichts geändert - hätte aber wohl sein können bei Verdienst). Salvadora hat ja schon zu der Berechnung geschrieben, mehr weiß ich da auch nicht.

    Versuch doch mal, ob du bei der Elterngeldstelle (oder anderen Profis) eine persönliche Beratung bekommst. Bei der EG-Stelle habe ich auch das ein oder andere Mal angerufen, weil ich eine Frage hatte, die waren sehr freundlich und konnten mir schnell helfen (es war aber keine so komplexe Frage wie bei dir).

  7. #7
    Avatar von Rosi29
    Rosi29 ist offline in Tillerbullerknickknack

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    Standard Re: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    zu 1: Ich habe auf Honorarbasis gearbeitet, das fiel allerdings unter die Übungsleiterpauschale. Es wurde bei der Berechnung des Elterngeldes nicht berücksichtigt. Die Mitarbeiterin hat mich extra angerufen, um mir das mitzuteilen. Dem entsprechend habe ich das dann während des Bezuges von Elterngeld auch nicht weiter gemeldet

    zu 2: gute Nerven, viel Kraft und kompetente Unterstützung (evtl. Betriebsrat/Gewerkschaft/Sozialverband...?)

  8. #8
    Temporär ist offline Poweruser

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    Standard Re: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    Zitat Zitat von Valrhona Beitrag anzeigen
    Guten Morgen,

    ich muss euch noch mal mit zwei Fragen nerven, bei denen ich irgendwie nicht weiterkomme.

    1.) Frage zum Elterngeld
    Planmäßig möchte ich nach dem Mutterschutz für möglichst lange in Elternzeit gehen (was ich vor nem Jahr nie gedacht hätte) und dementsprechend dann Elterngeld beantragen. Jetzt ist es aber so, dass ich nicht nur meinen Hauptjob als ganz normale Angestellte habe, sondern auch noch eine Honorarstelle an einer Abendschule. Dort arbeite ich als Selbstständige, die Lehraufträge annehmen kann oder nicht. Gerne würde ich dort relativ schnell wieder einsteigen/weitermachen, doch ich kann nicht rausfinden, ob sich das finanziell überhaupt lohnt. Wenn ich google, finde ich nur Angaben darüber, wie man sich in der Elternzeit selbstständig machen kann, aber das will ich gar nicht. Oder die Aussage, dass sich Nebenjobs nicht lohnen, je weniger Elterngeld man bekommt, weil das quasi komplett angerechnet wird (warum?). Angeblich muss ich vorher schätzen, was ich voraussichtlich verdienen werde und das wird mir vom Elterngeld abgezogen. Kann ich dann auch angeben, was ich bisher zusätzlich verdient habe und das wird berechnet? Gibt es eventuell, wie bei der Steuererklärung einen Freibetrag für Einkünfte aus der Lehre?
    Ich hoffe, man versteht meine Frage und vielleicht hat ja jemand mal ähnliches gemacht...

    2.) Arbeitsrechtsfrage
    Die Probleme mit meinem Chef reißen nicht ab. Seit zwei Wochen gibt es diverse Verdachtsmomente, dass er mich loswerden will. Er weiß noch nicht, dass ich schwanger bin und mich nicht loswerden kann, das wird er auch sicher nicht lustig finden.
    Ich habe einen Vertrag über 25 Stunden/Woche und arbeite seit April 2016 zusätzlich 10 Stunden/Woche auf Basis ausbezahlter Überstunden. Ich habe mehrmals gebeten, das im Vertrag endlich festzuschreiben, macht er aber nicht. Da er mich nicht loswerden kann, vermute ich, dass er wenigstens die ausbezahlten Überstunden streichen wird (und die von einer Kollegin hochsetzen wird). Die Frage ist: Darf er das? Erstens weil ich schon lange mehr arbeite, zweitens weil sich die Auftragslage oder Arbeitsmenge nicht ändert? Und drittens, darf er die Stunden willkürlich einfach umverteilen, also mir weniger geben, einer Kollegin dafür mehr?
    Wenn er das alles darf, ist das okay, ich möchte nur in nichts einwilligen, worin ich nicht einwilligen muss.

    Danke schon mal im Voraus :-)
    Zu 1: versteuerst du das? Wenn nicht, wird es nicht für die Höhe des Elterngeldes mit eingerechnet. Aber es wird mit einem Anteil vom Elterngeld abgezogen, wenn du in der Auszahlungsphase bist.
    Da war es aber so, dass man, wenn man vereinbaren kann, dass man das Honorar erst nach der Elternzeit ausgezahlt bekommt, dann nicht anzurechnen war (so war es in jüngerer Zeit in der Verwandtschaft)

    Zu 2: da musst du besonders aufpassen, weil geringer Einkünfte in den Monaten vor Niederkunft ein erheblich geringeres Elterngeld bedeuten.
    Ich bin mir nicht ganz sicher, hast du nicht in einem Beruf mit Menschen gearbeitet, als du schon mal von dem Chef einen Thread hattest?
    Sprich doch mal mit deinem Frauenarzt über deine Situation, in wie weit da ein Beschäftigungsverbot in Frage kommt.
    Die Nervenbelastung, eventuell sogar einen Rechtsstreit auszufechten und ständig mit dem Chef aneinanderzugeraten, würde ich mir gerade in der ersten Schwangerschaft nicht antun.
    Wenn du sowieso lange in Elternzeit gehen willst.
    Ansonsten würde ich dir raten, sehr zeitnah mit allen Abrechnungen und deinen Vertragsunterlagen einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen.
    Alles Gute für die Schwangerschaft!

  9. #9
    Valrhona ist offline Poweruser

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    Standard Re: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    Zitat Zitat von Temporär Beitrag anzeigen
    Zu 1: versteuerst du das? Wenn nicht, wird es nicht für die Höhe des Elterngeldes mit eingerechnet. Aber es wird mit einem Anteil vom Elterngeld abgezogen, wenn du in der Auszahlungsphase bist.
    Da war es aber so, dass man, wenn man vereinbaren kann, dass man das Honorar erst nach der Elternzeit ausgezahlt bekommt, dann nicht anzurechnen war (so war es in jüngerer Zeit in der Verwandtschaft)

    Zu 2: da musst du besonders aufpassen, weil geringer Einkünfte in den Monaten vor Niederkunft ein erheblich geringeres Elterngeld bedeuten.
    Ich bin mir nicht ganz sicher, hast du nicht in einem Beruf mit Menschen gearbeitet, als du schon mal von dem Chef einen Thread hattest?
    Sprich doch mal mit deinem Frauenarzt über deine Situation, in wie weit da ein Beschäftigungsverbot in Frage kommt.
    Die Nervenbelastung, eventuell sogar einen Rechtsstreit auszufechten und ständig mit dem Chef aneinanderzugeraten, würde ich mir gerade in der ersten Schwangerschaft nicht antun.
    Wenn du sowieso lange in Elternzeit gehen willst.
    Ansonsten würde ich dir raten, sehr zeitnah mit allen Abrechnungen und deinen Vertragsunterlagen einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen.
    Alles Gute für die Schwangerschaft!
    Das wollte ich wissen. Nein, ich versteuere das nicht, weil es zu wenig ist. Ich weiß nicht, ob die (größere) Schule sich auf sowas einlässt, wäre aber ne Möglichkeit, mal zu fragen.

    Zu 2.) Beschäftigungsverbot lässt sich nicht gut begründen, weil ich nur mit Erwachsenen und Jugendlichen arbeite, nicht mit kleinen Kindern. Ich hätte mittlerweile gerne eins, obwohl ich mir das nie vorstellen konnte und Angst vor Langeweile hatte. Die wird allerdings auch nicht schlimmer sein, als mein Job. Aus Gründen psychischer Belastung sagt meine FA, kann man kein Berufsverbot erteilen.

    N Anwalt werde ich wohl mal suchen :-)

  10. #10
    cosima ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Elterngeld- und Arbeitsrechtfragen

    Zitat Zitat von Valrhona Beitrag anzeigen
    Das wollte ich wissen. Nein, ich versteuere das nicht, weil es zu wenig ist. Ich weiß nicht, ob die (größere) Schule sich auf sowas einlässt, wäre aber ne Möglichkeit, mal zu fragen.

    Zu 2.) Beschäftigungsverbot lässt sich nicht gut begründen, weil ich nur mit Erwachsenen und Jugendlichen arbeite, nicht mit kleinen Kindern. Ich hätte mittlerweile gerne eins, obwohl ich mir das nie vorstellen konnte und Angst vor Langeweile hatte. Die wird allerdings auch nicht schlimmer sein, als mein Job. Aus Gründen psychischer Belastung sagt meine FA, kann man kein Berufsverbot erteilen.

    N Anwalt werde ich wohl mal suchen :-)
    bitte bitte nenn das nie BERUFSverbot.
    Das ist was ganz anderes und wir sind zum Glück alle nicht davon betroffen.

    Selbstverständlich kann man aufgrund von psychischer Belastung ein Beschäftigungsverbot erteilen, erkundige dich da nochmal genau und werd zur Not massiver und dramatischer.
    Notfalls kannst du dich auch jetzt erst mal sechs Wochen krank schreiben lassen und dann weiter sehen.

    Such dir einen guten Fachanwalt für Arbeitsrecht, die Kosten für eine Erstberatung sind gedeckelt und nicht so hoch, geh dahin noch bevor du dem AG über die Schwangerschaft unterrichtest, dann kennst du schon mal deine Rechte, das dürfte die Sache sehr erleichtern.

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