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Thema: Erzieher wie Lehrer

  1. #521
    Friesenstern ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von katha333 Beitrag anzeigen
    Ich muss mal was zu Erzieherausbildung und Sozpäd-Studium und anschließender Arbeit in Krippen, Kigas oder Hort sagen. Ich hab beides gemacht. Erzieher (5 Jahre), Sozpäd-Studium (3,5 Jahre/ bin jetzt im letzen Semester).

    Mit der Erzieherausbildung konnte ich gut in Kitas usw. arbeiten. Wusste was zu tun ist, wusste etwas über die Entwicklung, Beobachtung, Vorbereitung und Nachbereitung von Angeboten, Elterngespräche, Bildungsplan, Entwicklungsbögen, Vernetzung usw. ....

    Hätte ich nur das Studium zum Sozpäd gemacht, wäre ich (im Gegensatz zur Erzieherausbildung) absolut unwissend und hilflost gewesen. Im Studium war nichts dergleichen Thema. Es gab genau 1 Modul in dem 6 Vorlesungen über Entwicklungspsychologie waren. Aber wirklich was über Entwicklung und Entwicklungsverzögerung, Unterstützung usw. hat man da nicht gelernt.

    Ich kenne 2 Sozpäds die im Kiga arbeiten. Ehrlich, das soll nicht überheblich klingen, ich habe mich immer gefragt "wieso haben die keine Ahnung? Ich bin "nur" Erzieherin und weiß mehr". Naja jetzt weiß ich warum sie so aufgeschmissen waren, weil das Studium einfach nicht so vorbereitet. Es fehlt vertiefung, es fehlt absolut die Praxis usw.

    Was ich auch nur während der Erzieherausbildung hatte und was im Studium komplett fehlt, obwohl es so wichtig ist, ist Selbstreflexion. Und zwar richtige. Nicht "was sind meine Stärken, meine Schwächen" oder so...sondern wirklich "wer bin ich? was für Themen stecken in mir? wo gerate ich in Übertragungen? mit welchen Themen könnte ich Schwierigkeiten haben? usw. usw. " Das ist in sozialen Berufen das A und O. Während der Erzieherausbildung war das Thema. Es gab auch massig Praktika, Es gab massig FAllarbeiten, Theorie-Praxis Transfer usw.
    Ich glaube dir gerne, dass in deinem Studium der Praxisanteil fehlt. Das kennt fast jede’r Referendar‘in: Der große Praxisschock zu Beginn des Refs.
    Ich finde es auch nicht gut, die Absolventen direkt nach dem Studium auf die Kinder loszulassen. Da ist die Lehrerausbildung sehr viel besser aufgebaut. Auch wenn da jede Menge Verbesserungspotential gibt.
    Was sind denn deine Beweggründe für das Studium? In welchen Bereich möchtest du arbeiten?

  2. #522
    Friesenstern ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von Prestige2008 Beitrag anzeigen
    Nein. Berlin. Keine Verbeamtung... aber Berlin stellt Junglehrer jetzt mit ca. 500 Euro Brutto mehr ein.
    https://www.morgenpost.de/berlin/art...mehr-Geld.html

    Damit werden Lehrer mit 7 Jahren Berufserfahrung schlechter bezahlt... der Frust bei den Lehrern sitzt tief und daher vielleicht auch der Frust über die Angleichung des Einkommens mit den Erziehern... wobei ehrlich gesagt bei dem Abstand von 2000 Euro Brutto (+/-) und den leeren Kassen da ja keine Gefahr bestehen wird
    Oh ja, da hätte ich auch den Kaffee auf.

  3. #523
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Dann bekommt sie aber Leiter-Gehalt und nicht Erzieher-Gehalt. Aber wer als Erzieher arbeitet, der bekommt auch nur Erziehergeld, egal was für eine Vorbildung/ Studium oder sonstiges hat. Und ja, als Erzieher arbeiten gar nicht so wenige mit mehr Ausbildung als die heutige zum Erzieher. Interessiert niemanden. So viel dann auch zum Thema wenn sie denn eine bessere Bildung hätten blablub.
    Es bekommen auch Sek-II-Lehrer, die im Grundschulbereich arbeiten, Grundschullehrergehalt. So ist das im öD. "Hier" arbeiten tatsächlich sehr wenige SozPäds auf Erzieherstellen. In den Kitas, die ich besuche (und das sind wiederum nicht wenige), ist mir noch keine untergekommen.
    Liebe Grüße

    Sofie

  4. #524
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Nein, darum ging es an der Stelle nicht, sondern darum dass Abitur Zugangsvoraussetzung für die Erzieherausbildung wäre, und das fände ich aus o.g. Gründen nicht richtig, einfach weil dadurch vielen der Zugang zu dieser Ausbildung verwehrt bliebe.
    Bei GLEICHER Bezahlung wie akademische Berufe IST es aber nur richtig. (Nicht Abitur, sondern Studium.)
    Liebe Grüße

    Sofie

  5. #525
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von Prestige2008 Beitrag anzeigen
    Aber deren Gehalt liegt mit einer E11 in Stufe 5 ca. 2000 Euro Brutto über dem Einstiegshalt der Erzieherin E8 und Stufe 1....
    da ist eine Menge Platz zum Entwickeln und Annähern ...
    Vergleichst du jetzt Mechaniker mit Erziehern? Da wäre ich sofort dabei, dass hier im öD gleiche Voraussetzungen in Punkto Bezahlung geschaffen werden!!
    Ich finde es nämlich in die falsche Richtung gedacht, Grundschullehrer und Erzieher finanziell gleichzustellen, weil "die machen ja alle irgendwas mit Kindern"-aber die richtige, Erzieher mit "männlich konnotierten" und daher meist besser bezahlten Ausbildungsberufen gleichzusetzen.
    Liebe Grüße

    Sofie

  6. #526
    Avatar von SofieAmundsen
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    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von katha333 Beitrag anzeigen
    Ich muss mal was zu Erzieherausbildung und Sozpäd-Studium und anschließender Arbeit in Krippen, Kigas oder Hort sagen. Ich hab beides gemacht. Erzieher (5 Jahre), Sozpäd-Studium (3,5 Jahre/ bin jetzt im letzen Semester).

    Mit der Erzieherausbildung konnte ich gut in Kitas usw. arbeiten. Wusste was zu tun ist, wusste etwas über die Entwicklung, Beobachtung, Vorbereitung und Nachbereitung von Angeboten, Elterngespräche, Bildungsplan, Entwicklungsbögen, Vernetzung usw. ....

    Hätte ich nur das Studium zum Sozpäd gemacht, wäre ich (im Gegensatz zur Erzieherausbildung) absolut unwissend und hilflost gewesen. Im Studium war nichts dergleichen Thema. Es gab genau 1 Modul in dem 6 Vorlesungen über Entwicklungspsychologie waren. Aber wirklich was über Entwicklung und Entwicklungsverzögerung, Unterstützung usw. hat man da nicht gelernt.

    Ich kenne 2 Sozpäds die im Kiga arbeiten. Ehrlich, das soll nicht überheblich klingen, ich habe mich immer gefragt "wieso haben die keine Ahnung? Ich bin "nur" Erzieherin und weiß mehr". Naja jetzt weiß ich warum sie so aufgeschmissen waren, weil das Studium einfach nicht so vorbereitet. Es fehlt vertiefung, es fehlt absolut die Praxis usw.

    Was ich auch nur während der Erzieherausbildung hatte und was im Studium komplett fehlt, obwohl es so wichtig ist, ist Selbstreflexion. Und zwar richtige. Nicht "was sind meine Stärken, meine Schwächen" oder so...sondern wirklich "wer bin ich? was für Themen stecken in mir? wo gerate ich in Übertragungen? mit welchen Themen könnte ich Schwierigkeiten haben? usw. usw. " Das ist in sozialen Berufen das A und O. Während der Erzieherausbildung war das Thema. Es gab auch massig Praktika, Es gab massig FAllarbeiten, Theorie-Praxis Transfer usw.

    Also kurz...die Erzieherausbildung war für mich wirklich wirklich wertvoll. Man lernt sehr viel und auch sehr viel übe sich selbst, man lernt Fälle zu behandeln, Wissen anzuwenden usw. Das fehlt mir im Studium total. Im Studium ist das Wissen dafür breitgefächert. Also während es bei der Erzieherausbildung meist um den Elementarbereich oder auch Jugendliche und etwas um behinderte Kinder ging, ist es im Studium so, dass es meist um Menschen in krisen, psychische Erkrankungen, Armut usw. geht und hier immer aus Perspektive Rechtswissenschaft, soziale Arbeit, Psychologie, Soziologie, Politik. Und man muss halt viele wissenschaftliche Arbeiten schreiben, was dazu führt das man sich mit Themen intensiv auseinandersetzt und sich auch damit auseinandersetzt wie man in Infos kommt, wie man Fakten überprüft usw.
    Ich gebe dir völlig Recht, dass ein Soz.Päd. Studium in keiner Weise auf die Tätigkeit eines Erziehers vorbereitet! Und wer fit und gut drauf ist, lernt auch sicher viel in der Erzieherausbildung. Mein (!) einziges Problem ist, dass eben auch weniger fitte "irgendwie" durchkommen, und die weniger fitten rekrutieren sich oft aus den Kinderpflegeausbildungen, in die sie z.T. mit HA 9 gelangen können.
    Daher möchte ich (!) die finanziellen Anreize nicht so gestaltet wissen, dass in der Beziehung zusätzliche Anreize geschaffen werden, sondern wenn dann das Niveau / Zugangsvoraussetzungen (notfalls über Eignungstests) auch entsprechend anheben. Die fitten Leute schaffen das dann auch weiterhin locker!
    JohnnyTrotz gefällt dies
    Liebe Grüße

    Sofie

  7. #527
    Avatar von MeineRasselbande
    MeineRasselbande ist offline Einfach kann doch jeder!

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    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Sag mal willst du uns veräppeln? Eben ging es noch um die Tochter deiner Freundin, die Kinderpfleger wird und angeblich 600€ Lohn bekommt. Beim Roten Kreuz deiner Meinung. Nur bildet das Rote Kreuz gar nicht sowas aus. Hätte mich auch gewundert, denn das sind staatliche Ausbildungen bzw an Privatschulen. Ganz sicher nicht bei einem Träger. Ein Träger kann höchstens Praktikumsplätze zur Verfügung stellen.

    Und in deinem Link steht was von "in der Regel Aufwandsentschädigung", nicht Gehalt. Wie hoch so eine Aufwandsentschädigung ist haben dir ja inzwischen mehrere schon erklärt. Gesichert keine 600€. Ich glaube du hast die Zusammenhänge nicht begriffen und bindest uns hier einen Bären auf.
    Hier gibt es Träger, die in Kooperation mit dem Berufskolleg praxisintegrierte Ausbildungen anbieten. Ausbildung zur Erzieherin, von Anfang an mit Gehalt. Hatte ich schon weiter vorne verlinkt. Gehalt 918,00 - 1040,00 €, je nach Ausbildungsjahr.

  8. #528
    Gast Gast

    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von MeineRasselbande Beitrag anzeigen
    Hier gibt es Träger, die in Kooperation mit dem Berufskolleg praxisintegrierte Ausbildungen anbieten. Ausbildung zur Erzieherin, von Anfang an mit Gehalt. Hatte ich schon weiter vorne verlinkt. Gehalt 918,00 - 1040,00 €, je nach Ausbildungsjahr.
    Ob das nicht Leute mit anderen Voraussetzungen betrifft als die, die gerade die HS beendet haben?

    Formale Ausbildungsvoraussetzungen:

    Abschluss berufsqualifizierender Bildungsgänge
    von zweijähriger Dauer (z. B. Kinderpfleger/-in,
    Sozialhelfer/-in) und Fachoberschulreife

    andere einschlägige Berufsausbildung und Fach-
    oberschulreife

    Abschluss der Höheren Berufsfachschule, Fachrich-
    tung Sozial- und Gesundheitswesen und Fachhoch-
    schulreife

    Abschluss der Fachoberschule, Fachrichtung Sozial-
    und Gesundheitswesen

    Hochschul- bzw. Fachhochschulreife und ein ein-
    schlägiges Praktikum im Umfang von 900 Stunden
    (oder ein soziales Jahr oder einschlägiger Bundes-
    freiwilligendienst)

    fachfremde Berufsausbildung und Fachoberschul-
    reife und ein einschlägiges Praktikum im Umfang
    von 900 Stu

  9. #529
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ob das nicht Leute mit anderen Voraussetzungen betrifft als die, die gerade die HS beendet haben?
    Das betrifft genau dieselben Leute, wie die, die eine Vollzeitschulischeerzieherausbildung machen. Grundsätzlich kann man da natürlich nie mit HS-Abschluss einsteigen, auf der anderen Seite wurde gesagt, die "Erzieherausbildung dauere u.U. 5 Jahre" - ja, aber NUR DANN, wenn mit HS-Abschluss über die Kinderpflege begonnen wird.
    Liebe Grüße

    Sofie

  10. #530
    Avatar von katha333
    katha333 ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Erzieher wie Lehrer

    Zitat Zitat von Friesenstern Beitrag anzeigen
    Ich glaube dir gerne, dass in deinem Studium der Praxisanteil fehlt. Das kennt fast jede’r Referendar‘in: Der große Praxisschock zu Beginn des Refs.
    Ich finde es auch nicht gut, die Absolventen direkt nach dem Studium auf die Kinder loszulassen. Da ist die Lehrerausbildung sehr viel besser aufgebaut. Auch wenn da jede Menge Verbesserungspotential gibt.
    Was sind denn deine Beweggründe für das Studium? In welchen Bereich möchtest du arbeiten?
    Ich habe während der Erzieherausbildung einfach gemerkt, dass ich noch mehr lernen will, weil eine Ausbildung gar nicht tief genug gehen kann, selbst wenn sie 5 Jahre dauert. Ich habe auserdem gemerkt, dass mir die Arbeit mit Menschen in krisensituationen und die Beratungstätigkeit liegt. Während der Ausbildung haben mich auch 3 Dozenten angesprochen und gesagt, ich solle doch überlegen ob ich nicht Psychologie studieren will. Aber Psychologie hab ich mir nicht zugetraut. Naja wenn ich mir so die Stellenanzeigen angeguckt habe, habe ich gesehen, dass die allermeisten Stellen die mich interessieren für Sozpäds ausgeschrieben sind (eben Beratung, Psych. Erkrankung usw. )

    Nebenbei habe ich während der Erzieherausbildung selbst so eine Entwickliung durchgemacht und meine Fähigkeit zu denken, Zusammenhänge zu verknüpfen usw. hat sich so sehr geänder, so dass mir klar war, dass wenn ich wirklich gute arbeit mit Menschen mit psychischen Problemen oder in Krisen machen möchte, dann muss ich auch noch ganz viel über mich selbst, über Nähe und Distanz, Übertragung und Projektion usw. lernen.

    Und das habe ich im Studium (allerdings in Eigenregie, denn im Studium kommt es wie gesagt überhaupt nicht vor und das finde ihc echt fatal, wenn man guckt wo sozpäds dann arbeiten) getan und auch durch meine Therapie natürlich.

    Und auch wenn ich heute noch unsicher bin zu sagen "ich werde mit psychisch Erkrankten arbeiten und ich werde meine Sache gut machen", weil ich selbst psychische Probleme habe.... so weiß ich doch (und das wurde mir schon mehrfach bestätigt durch Dozenten, Professoren, wähend Praktika), dass genau das, meine Stärke ist. Eben weil ich weiß wovon die Leute reden weil ich es selbst kenne, aber trotzdem gelernt habe Übertragenungen zu erkennen (verhindern kann ich sie nicht, im Laufe der Zeit werden es sicher weniger werden, wenn meine Themen bearbeitet sind, aber sie zu erkennen reicht ja aus) und eben die Distanz herstellen.

    Nein ich möchte mich hier nicht loben, sondern das ist die Unsicherheit die aus mir spricht, weil ich oft noch angst habe, dass die Leute zweifeln, wie ich ein guter Sozpäd werden möchte. Ich weiß dass ich mich eigentlich nicht rechtfertigen muss, aber ich tu es trotzdem ab und zu noch :(
    Wer morgens zerknittert aufwacht, hat tagsüber die besten Entfaltungsmöglichkeiten!

    Liebe Grüße,
    Katha

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