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Thema: Schulwechsel Mobbingopfer

  1. #21
    AsterixaUndObelixa ist offline Plapperschatz von Obelixa
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von -AppErol- Beitrag anzeigen
    Wer hat sowas hinter sich, weil das eigene Kind Mobbing erfahren hat?

    Welches Fazit ziehen solche Eltern daraus, war der Schulwechsel (Einverständnis des Kindes setze ich voraus) im Nachhinein richtig oder haben sich daraus andere Probleme ergeben? Habt ihr beim Gespräch mit der neuen Schule ehrlich angegeben, warum ihr euch einen Wechsel wünscht? Und in welcher Klassenstufe war das Kind beim Wechsel?
    Ich habe die Schule nach der 9. Klasse gewechselt und bin freiwillig noch mal in eine 9. Klasse gegangen (Ich war vorher auf einer Gesamtschule.).
    Das war das Beste, was mir passieren konnte.
    Die Gesamtschule befand sich in der Nähe einer Hochhaussiedlung und die Kids dort waren zum Teil völlig anders als ich.
    Ich war ein totales Kind, während dort 12jährige rauchten, kifften, etc. (Eine 14jährige wurde Mutter, andere hatten schon die erste Abtreibung hinter sich. Und ja: Das war wirklich so.).
    Ich hatte enge Freundinnen und Freunde, aber leider waren da so ein paar Kids aus meiner Klasse wirklich ätzend zu mir. Und ein Mädchen hatte noch eine große Schwester, die dann mit ihren Freunden (gefühlt die ganze Klasse) richtig fies zu mir war.
    Das war Mobbing vom Feinsten und ich bekam damals erstmals meine Angststörung zu spüren, die mich immer noch begleitet.
    Ich habe zwar mittlerweile kaum noch mit Panikattacken zu kämpfen, aber die Störung war wirklich sehr stark ausgeprägt (mit der Notwendigkeit stationärer Therapien).

    Nach meinem Schulwechsel war alles bestens (Die Angststörung kam später so richtig raus, als ich schon in der Ausbildung war.).
    Ich hatte eine riesige Clique, wurde Klassensprecherin, war beliebt und es ging mir gut.

    Sollte ich jemals mitkriegen, dass meine Tochter gemobbt wird, würde ich immer wieder den Schulwechsel als Ausweg wählen.
    Manchmal ist es einfach das Beste, völlig aus einer Situation genommen zu werden und die Chance auf einen Neustart zu kriegen.

  2. #22
    Valrhona ist gerade online Carpal Tunnel
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von -AppErol- Beitrag anzeigen
    Wer hat sowas hinter sich, weil das eigene Kind Mobbing erfahren hat?

    Welches Fazit ziehen solche Eltern daraus, war der Schulwechsel (Einverständnis des Kindes setze ich voraus) im Nachhinein richtig oder haben sich daraus andere Probleme ergeben? Habt ihr beim Gespräch mit der neuen Schule ehrlich angegeben, warum ihr euch einen Wechsel wünscht? Und in welcher Klassenstufe war das Kind beim Wechsel?
    Ich kann nur aus der pädagogischen Arbeit mit Schulklassen berichten. Meiner Erfahrung nach werden die meisten nicht ganz zufällig Mobbingopfer, sondern weil sie wenig Selbstbewusstsein haben/sich nicht gut wehren können/sich sehr leicht reizen lassen/alles mit sich machen lassen. Nicht wenige werden in neuen Klassen auch irgendwann wieder Mobbingopfer, wenn sie nicht gleichzeitig Hilfe für ihr Selbstbewusstsein etc. kriegen. Ist aber natürlich nicht immer so, in manchen Fällen reicht auch der Schulwechsel.

  3. #23
    Gast

    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von AsterixaUndObelixa Beitrag anzeigen
    Ich habe die Schule nach der 9. Klasse gewechselt und bin freiwillig noch mal in eine 9. Klasse gegangen (Ich war vorher auf einer Gesamtschule.).
    Das war das Beste, was mir passieren konnte.
    Die Gesamtschule befand sich in der Nähe einer Hochhaussiedlung und die Kids dort waren zum Teil völlig anders als ich.
    Ich war ein totales Kind, während dort 12jährige rauchten, kifften, etc. (Eine 14jährige wurde Mutter, andere hatten schon die erste Abtreibung hinter sich. Und ja: Das war wirklich so.).
    Ich hatte enge Freundinnen und Freunde, aber leider waren da so ein paar Kids aus meiner Klasse wirklich ätzend zu mir. Und ein Mädchen hatte noch eine große Schwester, die dann mit ihren Freunden (gefühlt die ganze Klasse) richtig fies zu mir war.
    Das war Mobbing vom Feinsten und ich bekam damals erstmals meine Angststörung zu spüren, die mich immer noch begleitet.
    Ich habe zwar mittlerweile kaum noch mit Panikattacken zu kämpfen, aber die Störung war wirklich sehr stark ausgeprägt (mit der Notwendigkeit stationärer Therapien).

    Nach meinem Schulwechsel war alles bestens (Die Angststörung kam später so richtig raus, als ich schon in der Ausbildung war.).
    Ich hatte eine riesige Clique, wurde Klassensprecherin, war beliebt und es ging mir gut.

    Sollte ich jemals mitkriegen, dass meine Tochter gemobbt wird, würde ich immer wieder den Schulwechsel als Ausweg wählen.
    Manchmal ist es einfach das Beste, völlig aus einer Situation genommen zu werden und die Chance auf einen Neustart zu kriegen.
    Sehe ich ähnlich, auch wenn es extrem ungerecht ist, dass der Täter bleiben darf.

  4. #24
    Avatar von Zickzackkind
    Zickzackkind ist offline Legende
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Aoraki Beitrag anzeigen
    Unseren Bekannten wurde sogar geraten, das Kind in einer anderen Stadt in die Schule zu schicken, das es den Mobbern sonst gesichert immer wieder über den Weg gelaufen wäre - im ungünstigsten Fall außerhalb des Schulgeländes...
    Unserer ging nicht mehr ins örtliche Freibad, weil es da weiterging - ein Jahr später war der Spuk zum Glück vorbei und woanders hatten sie keine Berührungspunkte.


    99/02/07/13

  5. #25
    Avatar von Zickzackkind
    Zickzackkind ist offline Legende
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Einfach nur zum Kotzen.

    Aber wundert mich nicht wirklich nach den Erfahrungen, die wir in der Grundschule gemacht haben.
    Ich bin nur selten nachtragend, aber diese Klassenlehrerin hab ich gefressen bis an mein Lebensende. Ich hab mich am Ende von Klasse 4 auch mit den Worten verabschiedet, dass wir alle nur froh sind, dass es vorbei ist. (war kurios, überall wurde geheult, wir sind nur noch ab)
    Ich befürchte, dass ich mit der Lehrerin meines Sohnes nächstes Jahr intensiv in Kontakt treten muss. Meine Tochter wechselt an diese Schule und diese Lehrerin übernimmt oft den Englischunterricht der 5.Klässler unseres Ortsteiles. Und durch ihre Schwerhörigkeit wird ein Austausch, insbesondere mit den Sprachenlehrern, unumgänglich. Meine Tochter wird vermutlich wie Sohn1 mit ihr gar keine Probleme haben, aber ich war innerlich schon auf 180, als ich sie am Tag der offenen Tür gesehen habe


    99/02/07/13

  6. #26
    Gast

    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Zickzackkind Beitrag anzeigen
    Unserer ging nicht mehr ins örtliche Freibad, weil es da weiterging - ein Jahr später war der Spuk zum Glück vorbei und woanders hatten sie keine Berührungspunkte.
    Sohn geht u. a. auch deswegen nicht im Ort zur Schule, weil er dann mit den größten Mistkerlen zumindest auf demselben Schulhof gelandet wäre.
    Ein wenig Genugtuung hat mir ja der Umstand gebracht, dass ein Junge, der immer mitgemobbt hat, laut seiner Mutter aber ein ganz Lieber ist, auf der weiterführenden Schule das neue Opfer seines einstigen Herrn und Meisters wurde.
    Das erzählte seine Mutter mal ganz empört

    Ich bin eh der Meinung, dass man die Grundlage zum Mobben behält und sich nicht wirklich bessert.
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  7. #27
    Avatar von Zickzackkind
    Zickzackkind ist offline Legende
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Valrhona Beitrag anzeigen
    Ich kann nur aus der pädagogischen Arbeit mit Schulklassen berichten. Meiner Erfahrung nach werden die meisten nicht ganz zufällig Mobbingopfer, sondern weil sie wenig Selbstbewusstsein haben/sich nicht gut wehren können/sich sehr leicht reizen lassen/alles mit sich machen lassen. Nicht wenige werden in neuen Klassen auch irgendwann wieder Mobbingopfer, wenn sie nicht gleichzeitig Hilfe für ihr Selbstbewusstsein etc. kriegen. Ist aber natürlich nicht immer so, in manchen Fällen reicht auch der Schulwechsel.
    Das ist meiner Meinung nach ein gängiges Vorurteil - mein Sohn hatte weder im Kindergarten, noch in der Grundschule, noch jetzt auf der Realschule irgendein Problem mit anderen Kindern. Und was ich mir mittlerweile über Mobbing angelesen habe, sind die Verhaltensweisen die Du beschreibst meist eine Folge des und nicht die Ursache für das Mobbing.
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    99/02/07/13

  8. #28
    Gast

    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Zickzackkind Beitrag anzeigen
    Das ist meiner Meinung nach ein gängiges Vorurteil - mein Sohn hatte weder im Kindergarten, noch in der Grundschule, noch jetzt auf der Realschule irgendein Problem mit anderen Kindern. Und was ich mir mittlerweile über Mobbing angelesen habe, sind die Verhaltensweisen die Du beschreibst meist eine Folge des und nicht die Ursache für das Mobbing.
    Ist hier ähnlich, auch wenn Sohn ab und zu, aber diesmal nur von einem und es macht keiner mit, wegen seines Gewichts gehänselt wird. Das ist zwar fies, aber immer noch "normal".

    In der Grundschule war es der Täter, der sich erhöhen musste. Daher seh ich das mit dem mangelnden Selbstbewusstsein absolut umgedreht. Und das ist eigentlich auch eher die gängige Meinung.
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  9. #29
    Valrhona ist gerade online Carpal Tunnel
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Zickzackkind Beitrag anzeigen
    Das ist meiner Meinung nach ein gängiges Vorurteil - mein Sohn hatte weder im Kindergarten, noch in der Grundschule, noch jetzt auf der Realschule irgendein Problem mit anderen Kindern. Und was ich mir mittlerweile über Mobbing angelesen habe, sind die Verhaltensweisen die Du beschreibst meist eine Folge des und nicht die Ursache für das Mobbing.
    Ja, das mag sein, dass sie eine Folge dessen sind. Mir sind allerdings tatsächlich mehrere Kinder bekannt, die mehrmals die Klasse gewechselt haben, weil es nach ein paar Monaten immer wieder losging. Eine war so fertig, die wollte nach dem ersten Tag in der neuen Klasse schon nicht mehr hin, weil jemand komisch geguckt hat.

    Ich halte Schulwechsel für wichtig und richtig (in der alten Klasse bleiben ist meiner Meinung nach die schlechteste Option), aber am besten zusammen mit Maßnahmen, die das Selbstbewusstsein steigern oder ggf. Selbstbehauptung vermitteln.

  10. #30
    Avatar von JohnnyTrotz
    JohnnyTrotz ist offline freesie (für Fim!)
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Zickzackkind Beitrag anzeigen
    Das ist meiner Meinung nach ein gängiges Vorurteil - mein Sohn hatte weder im Kindergarten, noch in der Grundschule, noch jetzt auf der Realschule irgendein Problem mit anderen Kindern. Und was ich mir mittlerweile über Mobbing angelesen habe, sind die Verhaltensweisen die Du beschreibst meist eine Folge des und nicht die Ursache für das Mobbing.
    Ich arbeite auch in Schulklassen.
    Vereinzelt gibt es verschrobene Typen, bei denen ich mich zumindest nicht sehr wundere, wenn es passiert. Aber: Es passiert eben nicht immer.
    Dafür werden Kinder gemobbt, die völlig 08/15 wirken.

    Jedes Kind kann Opfer werden.

    Und auch die, die als "typisches Opfer" erscheinen: Da muss in allererster Linie bearbeitet werden, dass es niemand, wirklich niemand verdient hat, so behandelt zu werden, und auch, dass am Mobbing die Täter, nicht die Opfer schuld sind.



    Ich habe/hatte gerade einen Mobbingfall in der Klasse.
    Der Täter wurde erst zum Gespräch gerufen, er machte weiter. Dann wurde er 2 Tage ausgeschlossen, er machte weiter. Er geht jetzt in die Parallelklasse (Eltern waren immer involviert, Sozialarbeit ebenso).
    Der Täter ist das Problem, nicht das Opfer!
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    "Glücklich zu sein ist keine Kunst. Die wirkliche Kunst ist zu wissen, was man tun kann, wenn man unglücklich ist."
    Jesper Juul

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