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Thema: Schulwechsel Mobbingopfer

  1. #81
    Avatar von Sonnennebel
    Sonnennebel ist offline Legende
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von JohnnyTrotz Beitrag anzeigen
    Das ist mir klar.
    Aber in dem Moment, in dem der Direktor mir mitteilte, an der Schule gäbe es kein Konzept zum Thema, weil es ja kein Mobbing gäbe, war mir klar, dass nicht mal die Chance besteht, dass dem Kind geholfen wird.
    Wir haben hier gerade ganz aktuell einen Fall in Klasse 4. Letzter Vorfall: Mehrere Jungen verstecken nach dem Sport erst die Sachen eines anderen, jagen ihn durchs Schulhaus und sperren ihn im Klassenraum ein. Sie lassen ihn trotz Bitten nicht raus. Der Junge ruft verzweifelt von drinnen seinen Vater an, der die Schule arlamiert (der Bereich der Schule wird nach dem Unterricht nicht mehr beaufsichtigt).
    Die Jungen schlagen ihm das Handy aus der Hand und drohen ihm Gewalt an. Er wird von einem Erwachsenen befreit.
    Sofortmaßnahmen durch den Lehrer:
    Alle Täter sollen sich auf vier Seiten informieren, was Mobbing ist und zum zeitnahen gemeinsamen Termin mit allen betroffenen Eltern und Jungen mitbringen.
    Die Eltern der Täter weigern sich ihre Söhne darin zu unterstützen. Sie wollen erst die Schuldfrage klären. Dabei interessiert sie nicht, was Zeugen und Opfer sagen. Zumal die eigentlichen Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen erst nach dem klärenden Gespräch folgen sollen. Bis dahin sollen sich die Jungs mit dem Thema beschäftigen.
    Entsprechend der Antihaltung der Tätereltern war das Verhalten der Jungs am nächsten Tag: Sie ärgerten den jungen wieder und reagierten pampig auf die Lehrerin.
    Der Opferjunge (ein sicherlich nicht einfacher Asperger-Autist) durfte an dem Tag früher gehen, weil er entsprechend aufgelöst war.
    Nun ist zusätzlich noch eine Klassenkonferenz angesetzt.
    Die Lehrerin ist wirklich bemüht, hatte schon Experten in der Klasse. Aber die Tätereltern boykottieren viele der Bemühungen, weil sie ihre Kinder als Opfer sehen und nur den Aussagen ihres Kindes glauben.
    Die Eltern des Opfers baten schon um Versetzung in eine andere Klasse, aber die sind voll.

  2. #82
    Gast

    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Im Falle unseres Sohnes war es Mobbing durch die Klassenleitung und Probleme mit einem Mitschüler. Der Wechsel fand in Klassenstufe 6 statt und wir waren gegenüber der neuen Schule offen und ehrlich.

    Der Wechsel war richtig und die neue Schule hat mit Sohn einen echten Neunafnag gemacht. er wurde engmaschig betreut und die Lehrer waren entsprechend gebrieft/informiert.

    Probleme gab es kurzfristig in Klasse 8, als der problematische Mitschüler ebenfalls auf diese Schule wechselte und zu Sohn in die Klasse kam. Das wurde aber schulintern gelöst. Der Andere kam nach 3 Monaten in eine Parallelklasse nach einigen Vorfällen zwischen Sohn und ihm inkl. Diebstahl.



    Zitat Zitat von -AppErol- Beitrag anzeigen
    Wer hat sowas hinter sich, weil das eigene Kind Mobbing erfahren hat?

    Welches Fazit ziehen solche Eltern daraus, war der Schulwechsel (Einverständnis des Kindes setze ich voraus) im Nachhinein richtig oder haben sich daraus andere Probleme ergeben? Habt ihr beim Gespräch mit der neuen Schule ehrlich angegeben, warum ihr euch einen Wechsel wünscht? Und in welcher Klassenstufe war das Kind beim Wechsel?

  3. #83
    Avatar von Bouri
    Bouri ist gerade online Müde
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von JohnnyTrotz Beitrag anzeigen
    Ich arbeite auch in Schulklassen.
    Vereinzelt gibt es verschrobene Typen, bei denen ich mich zumindest nicht sehr wundere, wenn es passiert. Aber: Es passiert eben nicht immer.
    Dafür werden Kinder gemobbt, die völlig 08/15 wirken.

    Jedes Kind kann Opfer werden.

    Und auch die, die als "typisches Opfer" erscheinen: Da muss in allererster Linie bearbeitet werden, dass es niemand, wirklich niemand verdient hat, so behandelt zu werden, und auch, dass am Mobbing die Täter, nicht die Opfer schuld sind.



    Ich habe/hatte gerade einen Mobbingfall in der Klasse.
    Der Täter wurde erst zum Gespräch gerufen, er machte weiter. Dann wurde er 2 Tage ausgeschlossen, er machte weiter. Er geht jetzt in die Parallelklasse (Eltern waren immer involviert, Sozialarbeit ebenso).
    Der Täter ist das Problem, nicht das Opfer!
    Natürlich hat es niemand verdient und das Signal muss klar an die Täter gehen.

    Trotzdem sollte man schon auch mal hinsehen, OB es Gründe auf Opferseite gibt, die erklären, warum gerade dieses Kind Opfer wurde. Und je nach dem besteht dann auch Handlungsbedarf auf Opferseite. Sei es dass man am Selbstbewusstsein arbeitet; versucht die sozialen Kontakte zu stärken (weil Freunde auch schützen); doch nochmal klar macht, dass andere wegen jedem Pups zu verpetzen eventuell nicht auf Gegenliebe trifft (sprich: an der eigenen sozialen Kompetenz arbeiten);...

    In meiner Schulzeit wurde ein Mädchen gemobbt, weil es bei ihr mit der Hygiene nicht weit her war. Ich war nicht unter den Mobbern, sondern unter denen, die sie in Schutz genommen haben, wenn wir es mitbekommen haben. Aber sie hat wirklich gestunken. Die Haare waren fettig bis auf die Schultern, Mundgeruch, etc. Da war es auch manchmal nicht so einfach zu verteidigen, weil die Mobber mit ihren Aussagen an sich ja oft Recht hatten. Die Eltern haben deshalb auch mit der Mutter geredet (und gleichzeitig natürlich ganz massiv auf die Täter eingewirkt!). Die war der Ansicht, dass die anderen das Stinken halt zu ignorieren hätten. Und einerseits hat sie ja Recht, das Mädel hatte das trotzdem nicht verdient. Aber andererseits wäre ein bißchen öfters waschen halt die einfachere und schnellere Lösung gewesen.

  4. #84
    Gast

    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Bouri Beitrag anzeigen
    Natürlich hat es niemand verdient und das Signal muss klar an die Täter gehen.

    Trotzdem sollte man schon auch mal hinsehen, OB es Gründe auf Opferseite gibt, die erklären, warum gerade dieses Kind Opfer wurde. Und je nach dem besteht dann auch Handlungsbedarf auf Opferseite. Sei es dass man am Selbstbewusstsein arbeitet; versucht die sozialen Kontakte zu stärken (weil Freunde auch schützen); doch nochmal klar macht, dass andere wegen jedem Pups zu verpetzen eventuell nicht auf Gegenliebe trifft (sprich: an der eigenen sozialen Kompetenz arbeiten);...

    In meiner Schulzeit wurde ein Mädchen gemobbt, weil es bei ihr mit der Hygiene nicht weit her war. Ich war nicht unter den Mobbern, sondern unter denen, die sie in Schutz genommen haben, wenn wir es mitbekommen haben. Aber sie hat wirklich gestunken. Die Haare waren fettig bis auf die Schultern, Mundgeruch, etc. Da war es auch manchmal nicht so einfach zu verteidigen, weil die Mobber mit ihren Aussagen an sich ja oft Recht hatten. Die Eltern haben deshalb auch mit der Mutter geredet (und gleichzeitig natürlich ganz massiv auf die Täter eingewirkt!). Die war der Ansicht, dass die anderen das Stinken halt zu ignorieren hätten. Und einerseits hat sie ja Recht, das Mädel hatte das trotzdem nicht verdient. Aber andererseits wäre ein bißchen öfters waschen halt die einfachere und schnellere Lösung gewesen.
    Und das war dann wirklich Mobbing, also auch weg vom Thema "Stinken"?

    Ich würde zwar niemanden beschimpfen, aber ihm aus dem Weg gehen und mich zum Beispiel auch nicht neben ihn setzen.

    Mit Stinken komm ich so gar nicht klar.

  5. #85
    Avatar von Bouri
    Bouri ist gerade online Müde
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Und das war dann wirklich Mobbing, also auch weg vom Thema "Stinken"?

    Ich würde zwar niemanden beschimpfen, aber ihm aus dem Weg gehen und mich zum Beispiel auch nicht neben ihn setzen.

    Mit Stinken komm ich so gar nicht klar.
    Ja, war echtes Mobbing. Das hat sich dann durchaus auch noch auf andere Dinge erweitert (ihre Kleidung wurde kritisiert, Dinge wurden geklaut, etc.), aber seinen Anfang hatte es in ihrer mangelnden Hygiene.

  6. #86
    mimi1971 ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von HeiligerHafen Beitrag anzeigen
    Ich selber habe wegen Mobbing die Klasse gewechselt. Das war eine Erlösung für mich. Leider war die Klasse viel weiter und ich hatte durch das Mobbing sowieso schon Rückstände. Also drehte ich danach eine Ehrenrunde. Das war ok.
    8. Klasse war das damals.
    Einen Schulwechsel hätte ich mir nicht zugetraut, da ich durch das Mobbing schon kaum noch Selbstbewusstsein hatte. In der Parallelklasse wurde ich durch tolle Klassenksmeraden regelrecht "aufgepeppt".
    Ich bin damals (in den 1980er Jahren) in der Realschule auch gemobbt worden. Besonders schlimm war es während der 7. und 8. Klasse. Das Ausgrenzen und die fiesen verbalen Beleidigungen haben mir schon sehr zu schaffen gemacht. Ich habe damals auch manchesmal, wenn ich mit dem Fahrrad nach Hause fuhr auf der Flussbrücke gedacht, dass Rad einfach an die Brüstung zu lehnen und rüberzuklettern. Ein Schritt und ich hätte es hinter mir gehabt. So waren zumindest immer mal meine Gedanken. Getraut habe ich es mir dann aber doch nicht. Auch wollte ich meinen Eltern den Kummer und die Trauer ersparen. Es hatte damals auch lange gedauert, bis ich mich gegenüber meinen Eltern, insbesondere gegenüber meiner Mutter geöffnet hatte. Meine Mutter hat zahlreiche Gespräche mit den Lehrern geführt, helfen konnten sie mir aber trotzdem nicht. Ein Klassenwechsel hätte auch nichts gebracht, die damaligen Mobber haben klassenübergreifend und sogar jahrgangsstufenübergreifend agiert. Ein Schulwechsel wäre damals vielleicht noch eine Möglichkeit gewesen. Aber zum einen wollten das meine Eltern nicht, weil sie der Meinung waren, dass "Weglaufen" keine Lösung wäre, zum anderen gab es in unserer Stadt nur 2 Realschulen. Und damals gab es bei den beiden Realschulen ein "Sprengelsystem". Eine Gesamtschule gab es damals bei uns noch nicht. Dafür aber vier Gymnasien. Aber für das Gymnasium war ich einfach nicht gut genug. Also musste ich da durch. Es waren echt harte Jahre. In der 9. und 10 Klasse wurde es etwas besser, da wir aus zwei sehr vollen Realschulklassen drei bilden durften. Dadurch war der Hauptmobber nicht mehr in meiner Klasse. Zwar noch ein paar andere, aber es wurde dann trotzdem besser.

    Im Nachhinein muss ich sagen, dass mich die Jahre damals echt geprägt haben. Und ich reagiere heute höchst allergisch auf Mobbing. Im November vor zwei Jahren wurde mein Kleiner in seiner 4. Klasse so stark gemobbt, dass er wegen Suizidgedanken für ein paar Tage in eine geschlossene Kinder- und Jugendpsychiatrie kam. Es war für ihn, aber auch für mich gefühlt eine absolute Horrorzeit. Er litt unter den fiesen Sprüchen und körperlichen Angriffen in seiner Klasse und ich, weil in mir alles wieder hochkam. Letztes Jahr in den Sommerferien hat mein Sohn in einer ambulanten Tagesklinik eine Therapie gemacht. Die hat ihm unheimlich gut getan und sehr geholfen. Und dann kam der Schulwechsel auf die weiterführende Schule. Mir war es sehr wichtig, dass er die Einschulung miterleben und jeden Tag an dem Unterricht dort teilnehmen durfte, obwohl seine Therapie zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz fertig war. Diese dauerte dann noch rund 2-3 Wochen. Er ging vormittags in den Unterricht und nach der 5. Stunde dann zur Tagesklinik, wo er bis 16.00 Uhr noch therapiert wurde. Dafür, dass das so stattfinden konnte, hatten wir unseren gebuchten Urlaub storniert. Mir war es wichtig, dass er von Anfang an in die Klasse integriert wurde, und nicht erst ein halbes Jahr später. Das Mobbing in der Grundschule war nicht von Anfang an, sondern nur in den letzten eindreiviertel Schuljahren. Wir hatten ihn im Herbst 2015 aus seiner alten Klasse rausgenommen, weil er aufgrund einer LRS (und Hausaufgabenfaulheit) große Wissenslücken hatte und ihn die 3. Klasse wiederholen lassen. In der neuen Klasse wurde er nicht angenommen, trotz seines guten Sozialverhaltens. Jetzt besucht er die 5. Realschulklasse einer kooperierten Gesamtschule und fühlt sich wohl. Er hat vier gute Freunde in seiner Klasse gefunden. Ich habe seiner Klassenlehrerin von Anfang an über die Therapie, etc. informiert, die neuen Klassenkameraden wurden nicht informiert. Als im Herbst letztes Jahr 2-3 Mädchen anfingen, dass mit der Therapie in der Klasse und in der Parallelklasse breitzutreten, bin ich eingeschritten. Die Hauptverursacherin war ein Mädchen aus seiner letzten Grundschulklasse, die das Ganze ja mitbekommen hatte und sich einiges zusammenreimte. Ich habe deren Mutter angerufen und mit ihr gesprochen. Sie war sehr verständlich und auch darüber schockiert, dass ihre Tochter so etwas machte. Sie hat sie sich wohl zur Brust genommen und mit ihr Tacheles geredet. Ebenso auch die Klassenlehrerin, die ich informiert hatte. Daraufhin war ruhe. Und es ist auch nichts mehr vorgefallen.

  7. #87
    Carmen_13 ist offline Poweruser
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    Standard Re: Schulwechsel Mobbingopfer

    Zitat Zitat von Aoraki Beitrag anzeigen
    Auch das Vorhandensein eines solchen ist leider keine Garantie.
    Die Erfahrung haben wir auch gemacht. Es steht auf den Fahnen, aber wenn doch etwas vorfällt, will man nicht aktiv werden.

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