Seite 2 von 5 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 41
Like Tree17gefällt dies

Thema: Problemkinder und meine Ohnmacht

  1. #11
    Avatar von Diamant
    Diamant ist gerade online Sächsisches Angelhuhn

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen
    Und ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass gerade sie die Zuwendung und Aufmerksamkeit und Sympathie der Lehrer mehr brauchen als es bei den anderen Kindern der Fall ist.
    Dann hab ich die Namen verwechselt.

    Dies ist für mich eine Spirale. *ins blaue vermut* Aufgrund der Vergangenheit (Mutter schlecht deutsch, lässt darauf schließen, dass sie eventuell noch nicht lang in D sind) sind sie vermutlich auffällig und würden mehr Aufmerksamkeit der Lehrer benötigen. Die benötigen aber wahrscheinlich auch noch mehr Kinder (selten gibt es nur 1 davon in der Klasse). Und das kann ein Lehrer, egal wie engagiert er ist, nicht leisten. Also versucht er allen gerecht zu werden. Und die Störer stören immer mehr und die Leisen fallen immer mehr hinten runter. Da braucht ein Schulanfänger gar nicht lang um seinen Stempel zu bekommen. Und von diesen Stempelkindern hast du wahrscheinlich in jeder Klasse eines sitzen.

    Der schwarze Peter liegt für mich nicht allein bei den Lehrern. Sondern auch bei einem Schulsystem, welches die Lehrer allein lässt.
    LG STEINLINDA WHISKAS LIKORIA HUHN


  2. #12
    Tijana ist offline 20.000 Beiträge gekappt

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen
    Beide Kinder haben ihren Ruf als Problemkinder weg und nein, der Blick der Lehrerin galt sehr sicher nicht Kevin als gemobbtes Kind sondern ganz klar Kevin als schwieriger Störer. Er ist auch gar nicht in ihrer Klasse.

    Kevins Klasse war nicht im Schullandheim.

    Mich stört am meisten die feindselige und ablehnende Haltung gegnüber diesen Kindern. Klar sind sie nervig und machen einem das Leben schwer. Trotzdem sind's Buben. Und ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass gerade sie die Zuwendung und Aufmerksamkeit und Sympathie der Lehrer mehr brauchen als es bei den anderen Kindern der Fall ist.
    Sprich es offen an.

    Meine Tochter war in einer Mobbingsituation und die Schule wollte es nicht sehen. Eine Mutter, die in der Klasse eine Woche hospitiert hat während eines Projektes, hat ihre Beobachtungen dazu dann sehr offen kommuniziert. Sie hat auch gesehen, wie sehr die Mobber aufpassen, dass sie nach außen hin (also der Lehrerin gegenüber) auf lieb Kind machen.
    Gast, Klopferline, Distelfalter und 3 anderen gefällt dies.
    GRUSS Tijana

  3. #13
    Avatar von Tigerblume
    Tigerblume ist gerade online Legende

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Sehe ich anders. du scheinst ja als Mutter durchaus aktiv in der schule zu sein (Begleitung beim Ausflug, Projektaufsicht). Du bist also nicht komplett aussen stehend sonderns hast ja einen Einblick. Ich finde dass berechtigt durchaus zu Fragen und Gesprächen mit den LehrerInnen. Klar kann das Stress bringen, wenn der eine oder andere sich auf die Füße getreten fühlt, aber so ist das halt wenn man sich Hilfe von den Eltern holt, dann muss man auch mit deren Meinung leben. Ich finde die Situation, die Du mit Kevin beschreibst, es durchaus wert, seiner Klassenlehrerein mitgeteil zu werden.

    Aber das musst Du selbst entscheiden. Alternativ könntest Du mit der Mutter ins Gespräch treten?!Ihr Hilfe anbieten?! Also nur wenn Du willst...
    Grundsätzlich gebe ich Dir Recht. Nur ist die Barriere schon einigermaßen hoch. Beispielsweise kenne ich die Klassenlehrerin von Kevin gar nicht und weiß auch ihren Namen nicht (ja, klar, das ließe sich recherchieren). Mit der Mutter ins Gespräch zu kommen ist aufgrund der Sprachbarriere unmöglich (ja, klar, auch hier ließe sich irgendwie herausfinden welche Sprache sie spricht und wer eventuell übersetzen könnte, aber das geht eben nicht aus dem Stand heraus sondern wäre schon ein eher aufwändiges Projekt mit ungewissem Ausgang). Und die Schulsozialarbeiterin ist schwangerschaftsbedingt weg vom Fenster.

  4. #14
    Avatar von Tigerblume
    Tigerblume ist gerade online Legende

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von Tijana Beitrag anzeigen
    Sprich es offen an.

    Meine Tochter war in einer Mobbingsituation und die Schule wollte es nicht sehen. Eine Mutter, die in der Klasse eine Woche hospitiert hat während eines Projektes, hat ihre Beobachtungen dazu dann sehr offen kommuniziert. Sie hat auch gesehen, wie sehr die Mobber aufpassen, dass sie nach außen hin (also der Lehrerin gegenüber) auf lieb Kind machen.
    Genau das war eben mein Verdacht, dass sie es sonst nicht offen machen und nur ich es jetzt so erlebt habe, weil keine Lehrkraft anwesend war.

  5. #15
    Tijana ist offline 20.000 Beiträge gekappt

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen
    Beide Kinder haben ihren Ruf als Problemkinder weg und nein, der Blick der Lehrerin galt sehr sicher nicht Kevin als gemobbtes Kind sondern ganz klar Kevin als schwieriger Störer. Er ist auch gar nicht in ihrer Klasse.

    Kevins Klasse war nicht im Schullandheim.

    Mich stört am meisten die feindselige und ablehnende Haltung gegnüber diesen Kindern. Klar sind sie nervig und machen einem das Leben schwer. Trotzdem sind's Buben. Und ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass gerade sie die Zuwendung und Aufmerksamkeit und Sympathie der Lehrer mehr brauchen als es bei den anderen Kindern der Fall ist.
    Ich denke, solange du offen - ohne Vorwürfe - es ansprichst, vergibst du dir nichts. Du solltest allerdings auch bereit sein, zu sehen, dass es mit den Kindern durchaus Probleme geben kann. Dass sie z. B. wegen der Ausnahmesituation anders sind.

    Es ist leider oft so, dass Kinder auch in Prüfsituationen anders reagieren und sich dadurch selbst Chancen vergeben (wenn sie z. B. wegen sozial-emotionaler Probleme begutachtet werden) und es dann hinterher heißt, dass das nicht gegeben ist.

    Was ich auf alle Fälle ansprechen würde, ist die Reaktion der anderen Mitschüler. Für mich ist das schon Mobbing, wenn Kinder so gezielt "petzen" und provozieren. Das gehört auf jeden Fall angesprochen.
    GRUSS Tijana

  6. #16
    Avatar von Tigerblume
    Tigerblume ist gerade online Legende

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von Diamant Beitrag anzeigen
    Dann hab ich die Namen verwechselt.

    Dies ist für mich eine Spirale. *ins blaue vermut* Aufgrund der Vergangenheit (Mutter schlecht deutsch, lässt darauf schließen, dass sie eventuell noch nicht lang in D sind) sind sie vermutlich auffällig und würden mehr Aufmerksamkeit der Lehrer benötigen. Die benötigen aber wahrscheinlich auch noch mehr Kinder (selten gibt es nur 1 davon in der Klasse). Und das kann ein Lehrer, egal wie engagiert er ist, nicht leisten. Also versucht er allen gerecht zu werden. Und die Störer stören immer mehr und die Leisen fallen immer mehr hinten runter. Da braucht ein Schulanfänger gar nicht lang um seinen Stempel zu bekommen. Und von diesen Stempelkindern hast du wahrscheinlich in jeder Klasse eines sitzen.

    Der schwarze Peter liegt für mich nicht allein bei den Lehrern. Sondern auch bei einem Schulsystem, welches die Lehrer allein lässt.
    Kann gut sein dass ich selbst die Namen auch verwechselt habe, da es nicht die Echtnamen sind kann man schonmal durcheinander kommen.

    Ich gehe auch davon aus, dass es so ist wie Du es beschreibst.

    Meine Tochter gerät in der Schule auch unter die Räder, sie hat massive Schwierigkeiten mit der Konzentration und Aufmerksamkeit sowie mit Lesen, Schreiben und Rechnen. Aber sie hat nicht den Problemkindstempel und fällt deshalb nicht aus dem sozialen Gefüge.

    Derzeit sind 30 Schüler in der Klasse (26 regulär aus den Klassen 1-4 und dann noch 4 zusätzliche, weil deren Lehrerin ausgefallen ist und es keine Vertretung gibt). Es gibt keinerlei personellen Puffer, keine Krankheitsvertretung, keine Sonderpädagogen obwohl diverse Bewilligungen vorliegen. Und es gibt ein Montessori-Konzept. Meiner Meinung nach müssten in solchen Klassen regulär mindestens zwei Fachkräfte sein aber wo kein Personal ist, kann man auch keins herzaubern.

    Derzeit werden schon arbeitslose Gymnasiallehrer mit "Knebelverträgen" geködert: Wenn sie uns X Jahre an der Grundschule unterrichten, dann sichern wir ihnen ihre Wunschstelle am Gymnasium zu.

    Meine Tochter wird ihren Weg gehen, dafür sorgen wir mit schulexterner Unterstützung. Aber für Kevin und Justin sieht es anders aus.

  7. #17
    Avatar von Tigerblume
    Tigerblume ist gerade online Legende

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von Tijana Beitrag anzeigen
    Ich denke, solange du offen - ohne Vorwürfe - es ansprichst, vergibst du dir nichts. Du solltest allerdings auch bereit sein, zu sehen, dass es mit den Kindern durchaus Probleme geben kann. Dass sie z. B. wegen der Ausnahmesituation anders sind.

    Es ist leider oft so, dass Kinder auch in Prüfsituationen anders reagieren und sich dadurch selbst Chancen vergeben (wenn sie z. B. wegen sozial-emotionaler Probleme begutachtet werden) und es dann hinterher heißt, dass das nicht gegeben ist.

    Was ich auf alle Fälle ansprechen würde, ist die Reaktion der anderen Mitschüler. Für mich ist das schon Mobbing, wenn Kinder so gezielt "petzen" und provozieren. Das gehört auf jeden Fall angesprochen.
    Ist mir völlig bewusst, dass das keine Engelchen sind. Darum geht es mir auch gar nicht sondern um die Haltung, wie mit "schwierigen" Kindern umgegangen wird. Sozialer Ausschluss und Stigmatisierung.

    Meine Tochter war erst in einer Akademiker-Privatkita und hat dann in eine Kita gewechselt wo das bildungsferne Milieu deutlich überrepräsentiert war (dort ist sie weiterhin im Hort). Den Wechsel von bio-Vollkornbrot mit Wasser zu Snickers mit Fanta am Frühstückstisch musste auch ich erstmal verdauen. Aber auch wenn in dieser Kita längst nicht alles Gold ist was glänzt, so gibt es dort eins nicht: Sozialen Ausschluss und Stigmatisierung. Ich schätze das sehr hoch und bin davon überzeugt, dass meine Kinder dort mehr für's Leben lernen und mitnehmen als von bio-Vollkornbrot und den Diskussionen, ob Nutella und Marmelade aus der Hölle kommen.

  8. #18
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist gerade online Altlast

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen

    Ich habe der Lehrerin gesagt "Kevin hat sich mustergültig verhalten, selbst als er von anderen provoziert wurde". Und jetzt fühle ich mich hilflos und ohnmächtig und voller Mitgefühl für diese Buben, die von Anfang an keine Chance haben.
    das liest sich furchtbar. Besteht die Möglichkeit zum Kontakt mit der Mutter.
    Wird die Familie irgendwie betreut, könntest Du dort mal Deine Beobachtungen und Befürchtungen schildern?

  9. #19
    tigger ist offline Legende

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von bernadette Beitrag anzeigen
    heißen die jungs echt so? dann ist ihr schicksal unter deutschen lehrern vorprogrammiert :(
    Blödsinn.
    Schradler gefällt dies

  10. #20
    Tijana ist offline 20.000 Beiträge gekappt

    User Info Menu

    Standard Re: Problemkinder und meine Ohnmacht

    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen
    Kann gut sein dass ich selbst die Namen auch verwechselt habe, da es nicht die Echtnamen sind kann man schonmal durcheinander kommen.

    Ich gehe auch davon aus, dass es so ist wie Du es beschreibst.

    Meine Tochter gerät in der Schule auch unter die Räder, sie hat massive Schwierigkeiten mit der Konzentration und Aufmerksamkeit sowie mit Lesen, Schreiben und Rechnen. Aber sie hat nicht den Problemkindstempel und fällt deshalb nicht aus dem sozialen Gefüge.

    Derzeit sind 30 Schüler in der Klasse (26 regulär aus den Klassen 1-4 und dann noch 4 zusätzliche, weil deren Lehrerin ausgefallen ist und es keine Vertretung gibt). Es gibt keinerlei personellen Puffer, keine Krankheitsvertretung, keine Sonderpädagogen obwohl diverse Bewilligungen vorliegen. Und es gibt ein Montessori-Konzept. Meiner Meinung nach müssten in solchen Klassen regulär mindestens zwei Fachkräfte sein aber wo kein Personal ist, kann man auch keins herzaubern.

    Derzeit werden schon arbeitslose Gymnasiallehrer mit "Knebelverträgen" geködert: Wenn sie uns X Jahre an der Grundschule unterrichten, dann sichern wir ihnen ihre Wunschstelle am Gymnasium zu.

    Meine Tochter wird ihren Weg gehen, dafür sorgen wir mit schulexterner Unterstützung. Aber für Kevin und Justin sieht es anders aus.

    Und man ist noch nicht an dich herangetreten? Finde ich sehr bedenklich.

    Genauso wie bei den beiden Jungs hätte ich erwartet, dass es entsprechende Maßnahmen (Testungen usw.) laufen, um den Kindern und auch der Klasse zu helfen.
    GRUSS Tijana

Seite 2 von 5 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •