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Thema: Der Özil und der Gündogan

  1. #481
    Avatar von Hundnas
    Hundnas ist offline Furry
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    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von Tasha72 Beitrag anzeigen
    Nun ja, Fußballstars sind nun mal Vorbilder für viele Kinder un Jugendliche, das wird sich nur ändern, wenn Fußball nicht mehr so populär ist.
    Das wird oft wiederholt, aber ich möchte wirklich gerne mal vernünftige Daten zu den tatsächlichen Konsequenzen sehen. Ist jetzt etwas OT und gar nicht an dich persönlich gerichtet, aber es interessiert mich schon lange und ich habe bisher nichts dazu gelesen. Vielleicht liegt meine Skepsis an meiner eigenen, Vorbild losen Jugend oder meinem bias zu Gruppenprozessen und dem Einfluss von Peers, ich weiß es nicht. Aber ich habe keine Kenntnis davon, dass irgendwo nachgewiesenermaßen dokumentiert werden konnte, dass junge Männer rumhuren und rauchen, weil der Ribéry rumhurt und raucht.
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  2. #482
    Gast

    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von SofieAmundsen Beitrag anzeigen
    Ich finde es durchaus wünschenswert. Wenn Özil sich in dritter Generation kulturell als Türke fühlte, wäre es sinnvoll, auch diese Staatsangehörigkeit zu besitzen. Und nicht die deutsche zu wählen, weil die Karrierechancen in der Nationalelf verheißungsvoller sind.
    Ich kenn ihn nicht, kann also seine Motivationslage nicht beurteilen.

    Ich bin aber sicher, dass kulturelle Bindungen („kulturell“ im weitesten Sinn) nicht durch einen Rechtsakt mal eben aufgelöst werden können - und auch nicht sollten: Sie sind ja grade ein Reichtum einer vielfältigen Gesellschaft.
    Die Migranten, die ich kenne, angefangen von meinem Anfang der 50er Jahre in die USA ausgewanderten Onkel, der weit über 80 ist, über meine italienischstämmige Schulfreundin, die Freundinnen von mir, deren Eltern als Deutschstämmige aus Tschechien oder Schlesien kamen, bis hin zu den Kindern aus afrikanisch-deutschen Verbindungen im Freundeskreis, tragen alle Patchwork-Identitäten und pflegen ihr kulturelles Erbe. Das ist nicht weg, auch wenn sie alle die Staatsbürgerschaft des jeweiligen Wohnsitz-Landes besitzen.
    Ich finde das gut so. Und ich käme gar nicht auf die Idee, dass es anders sein könnte. Ich selbst fühle mich ja auch nicht so sehr als deutsche Staatsangehörige (ich wüsste gar nicht, wie sich das anfühlen könnte), sondern als Münchnerin. Zu Deutschland habe ich ein bloß rationales Verhältnis - mein Heimatgefühl und meine Liebe gilt aber der Gegend hier, wo ich die Sprache spreche, die Mentalität, die Lieder, den Humor, die Traditionen kenne und teile und mich zugehörig fühle.

  3. #483
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    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von Sarah29 Beitrag anzeigen
    Dann kapierst Du es halt nicht. Was soll ich dazu noch schreiben?

    Ich finde es albern, davon auszugehen, dass die deutsche Staatsangehörigkeit bzw. das Gefühl, Deutscher zu sein, offenbar für manche Menschen damit einherzugehen hat, die Erdogans, Putins etc. dieser Welt gefälligst abzulehnen und stattdessen demokratische Grundwerte hochzuhalten. Dass dem nicht zwangsläufig so ist, sieht man eben auch daran, dass sogar "Urdeutsche" durchaus antidemokratische Tendenzen zeigen (AfD zu wählen und verfassungswidrige Polizeigesetze gutzuheißen waren lediglich Beispiele hierfür). Das hat NICHTS damit zu tun, dass ich die CSU bzw. deren Wähler mit Erdogan auf eine Stufe stelle - auch wenn ich nicht wissen möchte, wie so mancher ultrakonservative Politiker bzw. Wähler handeln würde, wenn er könnte, wie er wollte. Aber das ist eine andere Diskussion.
    Sagen wir es mal so, ich finde es wünschenswert, wenn demokratische Grundwerte möglichst überall hochgehalten werden. Dass man denen nicht am Zeug flicken kann für ihre Aktion, ja klar. Dass man Menschen, die jemanden wie Erdogan offen verehren, obwohl sie hier leben darf man aber unglaublich unsympathisch finden, sehr sogar. Man ist ja sonst auch nicht so zimperlich mit Leuten, die nicht so wählen wie man will. Und auf der Werteskala sehe ich Erdogan halt noch ein ganzes Stück weiter unten als die hiesigen üblichen Verdächtigen. Ich denke, sie haben sich da ganz schön ins Knie geschossen.

    Dein letzter Absatz, ja, da liegt der Hase im Pfeffer. Bei hiesigen Politikern kann man viel unterstellen, mehr nicht. Bei Erdogan braucht man sich die Mühe nicht machen, der liefert ja freiwillig.

  4. #484
    rastamamma ist gerade online Urgestein
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    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von Keep Smiling Beitrag anzeigen
    Eben, entweder sind sie Türken oder Deutsche. Wenn sie Türken sein wollen haben sie in der Deutschen National Mannschaft nix verloren.

    Wenn sie Deutsche sein wollen ist Erdogan nicht ihr Präsident.
    Eine Menge Deutscher haben mal getan, als wäre Obama ihr Präsident. Und Kennedy hielt sich für einen Berliner.

    So gesehen wundert nichts mehr.

    Gibts bei euch nicht die Möglichkeit der Doppelstaatsbürgerschaft für Sportler und Co?

  5. #485
    rastamamma ist gerade online Urgestein
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    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von Valrhona Beitrag anzeigen
    Es gab mehrere Berichte drüber, dass er, wenn nur die in der Türkei lebenden Türken gewählt hätten, Erdogan die Wahl nicht gewonnen hätte. Den Sieg hat er Leuten im Ausland zu verdanken, die gar nicht mit seiner Politik leben.
    Die haben aber nach türkischen Gesetzen nun mal Wahlrecht. Kann man abschaffen wollen, eh klar.

  6. #486
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von Hundnas Beitrag anzeigen
    Das wird oft wiederholt, aber ich möchte wirklich gerne mal vernünftige Daten zu den tatsächlichen Konsequenzen sehen. Ist jetzt etwas OT und gar nicht an dich persönlich gerichtet, aber es interessiert mich schon lange und ich habe bisher nichts dazu gelesen. Vielleicht liegt meine Skepsis an meiner eigenen, Vorbild losen Jugend oder meinem bias zu Gruppenprozessen und dem Einfluss von Peers, ich weiß es nicht. Aber ich habe keine Kenntnis davon, dass irgendwo nachgewiesenermaßen dokumentiert werden konnte, dass junge Männer rumhuren und rauchen, weil der Ribéry rumhurt und raucht.
    Da musst du dir halt die Untersuchungen von Bandura mal anschauen
    Liebe Grüße

    Sofie

  7. #487
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich kenn ihn nicht, kann also seine Motivationslage nicht beurteilen.
    Ich nehme an, keiner hier kennt ihn. Ebensowenig wie Schröder oder Kollegah. Dennoch wird ihr Verhalten beurteilt.

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich bin aber sicher, dass kulturelle Bindungen („kulturell“ im weitesten Sinn) nicht durch einen Rechtsakt mal eben aufgelöst werden können - und auch nicht sollten: Sie sind ja grade ein Reichtum einer vielfältigen Gesellschaft.
    Die Migranten, die ich kenne, angefangen von meinem Anfang der 50er Jahre in die USA ausgewanderten Onkel, der weit über 80 ist, über meine italienischstämmige Schulfreundin, die Freundinnen von mir, deren Eltern als Deutschstämmige aus Tschechien oder Schlesien kamen, bis hin zu den Kindern aus afrikanisch-deutschen Verbindungen im Freundeskreis, tragen alle Patchwork-Identitäten und pflegen ihr kulturelles Erbe. Das ist nicht weg, auch wenn sie alle die Staatsbürgerschaft des jeweiligen Wohnsitz-Landes besitzen.
    Ich finde das gut so. Und ich käme gar nicht auf die Idee, dass es anders sein könnte. Ich selbst fühle mich ja auch nicht so sehr als deutsche Staatsangehörige (ich wüsste gar nicht, wie sich das anfühlen könnte), sondern als Münchnerin. Zu Deutschland habe ich ein bloß rationales Verhältnis - mein Heimatgefühl und meine Liebe gilt aber der Gegend hier, wo ich die Sprache spreche, die Mentalität, die Lieder, den Humor, die Traditionen kenne und teile und mich zugehörig fühle.
    Wie gesagt: ich sehe einen Unterschied zwischen "kulturelle Bräuche" pflegen und eine diktatorisch agierende Person hypen.

    Der Onkel meines Mannes ist übrigens als junger Mann nach Kanada ausgewandert. Er selber lebt nicht mehr, aber seine Kinder und Enkel sehen sich ausnahmslos als Kanadier.
    (Und ich fände es auch seltsam, wenn sie für die kanadische Nationalmannschaft spielen würden und öffentlich Alice Weidel huldigen und mit einem Shirt beglücken würden.)
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    Liebe Grüße

    Sofie

  8. #488
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Eine Menge Deutscher haben mal getan, als wäre Obama ihr Präsident. Und Kennedy hielt sich für einen Berliner.

    So gesehen wundert nichts mehr.
    Nicht alles, was hinkt...usw.
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    Liebe Grüße

    Sofie

  9. #489
    Avatar von SofieAmundsen
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    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Eine Menge Deutscher haben mal getan, als wäre Obama ihr Präsident. Und Kennedy hielt sich für einen Berliner.
    Kennedy wollte angesichts der Mauer seine Solidarität mit den Berlinern bekunden. Wenn Özil seine Solidarität mit Erdogan bekunden will, finde ich das nunmal mehr als unpassend. Und zwar für einen deutschen Nationalspieler mehr als für irgendeinen unbekannten Mensch von der Straße.
    Keep Smiling, Gast und Labrador_reloaded gefällt dies.
    Liebe Grüße

    Sofie

  10. #490
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    Standard Re: Der Özil und der Gündogan

    Zitat Zitat von SofieAmundsen Beitrag anzeigen
    Ich nehme an, keiner hier kennt ihn. Ebensowenig wie Schröder oder Kollegah. Dennoch wird ihr Verhalten beurteilt.



    Wie gesagt: ich sehe einen Unterschied zwischen "kulturelle Bräuche" pflegen und eine diktatorisch agierende Person hypen.

    Der Onkel meines Mannes ist übrigens als junger Mann nach Kanada ausgewandert. Er selber lebt nicht mehr, aber seine Kinder und Enkel sehen sich ausnahmslos als Kanadier.
    (Und ich fände es auch seltsam, wenn sie für die kanadische Nationalmannschaft spielen würden und öffentlich Alice Weidel huldigen und mit einem Shirt beglücken würden.)
    Ob man sich im Herzen als Türke, Marokkaner, Kanadier oder Deutscher sieht ist doch aber eigentlich eh egal. Das ist sicher von Fall zu Fall verschieden. Will ich auch garnicht werten, auch wenn ich es äusserst merkwürdig finde, wenn sich ein hier geborener Mensch nicht als Deutscher sieht. Kommt vielleicht auch drauf an, wie eng die Bindung noch ist und wie zuhause Traditionen gepflegt wurden. Aber auf keinen Fall ist irgendein Staatsoberhaupt des Landes, in dem familiäre Wurzeln liegen "mein verehrter Präsident", lachhaft, echt.

    Was mich hier in der Diskussion aber schon wundert ist, dass das als Dumme-Jungen-Fail abgetan wird, dabei ist es gleich in mehrfacher Hinsicht absurd, was die da veranstaltet haben. Noch mehr stört mich aber die Argumentation dazu, dass mögliche Kritiker es mit der Demokratie eh nicht so genau nehmen, indem sie AfD wählen etc. Das ist einerseits richtig, andererseits eine extreme Verharmlosung der Situation in der Türkei. Die ist mit nichts zu vergleichen und der Despot Erdogan mit keinem einzigen deutschen Politiker. Es ist also vollkommen wurscht, ob jemand, der Gündogans Aktion unterirdisch findet, zufällig AfD wählt. Wieso wird dann also damit argumentiert.

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