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Thema: Grundschulfrage ADHS/LRS

  1. #11
    Avatar von Tigerblume
    Tigerblume ist offline Legende

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich kann nur berichten, dass der Schulwechsel hier das Beste war, das wir machen konnten.
    Obwohl er völlig aus seinem Umfeld gerissen wurde.

    Zeit, um alte Freunde zu treffen, ist trotzdem noch.
    Aufstehen muss er nun um 6.00 statt 6.50.
    Geholt wird er mit einem Kleinbus, wär das bei euch nicht so?

    Die vielen positiven Seiten haben bei uns das doch auch deutlich sichtbare negative aber überwogen!
    Nein, es geht ja nicht um eine sonderpädagogische Schule.

  2. #12
    Ellaha ist offline Legende

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen
    Meine Tochter geht in die 2. Klasse (Familienklasse) einer Montessori-Grundschule. Bei der Einschulungsuntersuchung war sie völlig unauffällig.

    Die Hinweise auf ADHS sind dermaßen eindeutig, dass der Kinderpsychiater und ich uns darin völlig einig waren, auf eine ausführliche Testung verzichten zu können.

    In der Schule hat sie größte Schwierigkeiten mit der Konzentration und Arbeitsdisziplin (beides ist nahezu nicht vorhanden). Von den Hausaufgaben im Hort sprechen wir besser gar nicht erst (dort sagt sie dass sie ihre Aufgaben bereits erledigt hat obwohl das nicht stimmt und geht spielen). Ihre Rechtschreibung ist katastrophal, ebenso ihre Heftführung in allen Fächern. Lesen ist ein Krampf, Mathe mittelschlecht.

    Ich schätze sie als durchschnittlich intelligent ein, eine Testung ist bislang nicht erfolgt.

    Das sehr hohe Maß an Freiarbeit und selbständigem Strukturieren/Lernen/Arbeiten an der Schule verstärkt die Probleme massiv. Meine Tochter ist definitiv nicht mit diesem System kompatibel. Durch die Klassenlehrerin erfolgt keinerlei Unterstützung, ihr fehlen die Ressourcen ("ich habe noch 25 andere Schüler") sowie das persönliche Verständnis zum Unterstützungsbedarf ("muss halt mal disziplinierter sein, muss halt mal fleissiger sein, muss halt mal schneller arbeiten,...").

    Meine Tochter geht gerne in diese Schule und auch in diese Klasse. Eine Schulbegleitung wird sie sicher nicht bekommen (im Sozialverhalten ist manchmal nervig aber insgesamt völlig unproblematisch).

    Mein großer Wunsch ist, dass meine Tochter ein glückliches Kind ist welches Freude am Lernen hat und dass ihre schulische Laufbahn ihr die Möglichkeit lässt, später die freie Berufswahl zu haben.

    Unser derzeitiger Plan ist: Wöchentlich 1 Stunde Ergotherapie, 1 Stunde Förderunterricht Lesen/Schreiben und nach Möglichkeit täglich Zuhause zusätzliche Begleitung bei Lesen/Schreiben/Hausaufgaben durch ein Elternteil. In Bälde LRS-Diagnostik und in Abhängigkeit des Ergebnisses Beantragung von ambulanter Lerntherapie (2 Stunden pro Woche). Je nach Verlauf zum nächsten Schuljahr einen Versuch mit Ritalin.

    Gleichzeitig denke ich immer wieder über einen Schulwechsel auf eine Privatschule mit jahrgangshomogenen Klassen und einem anderen pädagogischen Konzept nach. Was mich zögern lässt ist die 100%ige Unsicherheit, ob die bestehenden Probleme sich dadurch überhaupt signifikant verbessern würden und ob sich der Wechsel für zwei Schuljahre überhaupt noch "lohnt".

    Meine Tochter müsste bei einem Schulwechsel einen hohen Preis bezahlen. Alle Selbständigkeit die sie sich bisher erarbeitet hat wäre dahin. Hier im Staddteil geht sie alle Wege alleine und selbständig. Sie könnte den Schulweg nicht mehr alleine gehen sondern ich müsste sie täglich mit dem Auto bringen und abholen (das wäre auch für mich und uns als Eltern ein immenser Mehraufwand, von dem ich derzeit gar nicht weiß, wie wir ihn bewältigen könnten). Sie müsste ihre bisherigen sportlichen Aktivitäten (zu denen sie derzeit selbständig gemeinsam mit Freundinnen läuft) aufgeben. Sie müsste den bisherigen Hort verlassen, welches ihr zweites Zuhause ist.

    Ich habe Angst, aus "Bequemlichkeit" die falsche Entscheidung zu treffen und bin wahnsinnig ambivalent. Alle mit denen ich bislang gesprochen habe (Kinderpsychiater, Ergotherapeutin, Lerntherapeutin, Lehrerinnen, Freundinnen) schätzen die Situation gleich oder ähnlich ein und sind keine Entscheidungshilfe.

    Fällt Euch dazu etwas ein, was ich noch nicht bedacht habe oder habt Ihr Erfahrungswerte?
    Was spricht gegen die Regelgrundschule bei Euch?

    In jedem Fall würde ich eine ordentliche Diagnostik anstreben und dann eine Schulbegleitung beantragen. Es geht ja nicht nur um Unterstützung bei sozialen Problemen, sondern auch um Hilfe bei der Strukturierung des Stoffes, Ordnung halten usw. Wenn es so weiterläuft, kann durchaus eine seelische Behinderung drohen, also würde ich diesen Weg auf jeden Fall versuchen.

    Soweit ich das beurteilen kann, ist das Montessori-Konzept ungeeignet für Kinder wie Deine Tochter, daher würde ich außerdem einen Schulwechsel anstreben.

  3. #13
    sachensucher ist offline Legende

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Meine Tochter hatte das gleiche Problem, wir haben sie wechseln lassen und danach habe ich NIE wieder ein negatives Wort von einem Lehrer gehört. Es.war richtiggehend gruselig, wie sie danach mit.lob überschüttet würde.ich finde dein Programm viel zu viel für das Kind
    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen
    Meine Tochter geht in die 2. Klasse (Familienklasse) einer Montessori-Grundschule. Bei der Einschulungsuntersuchung war sie völlig unauffällig.

    Die Hinweise auf ADHS sind dermaßen eindeutig, dass der Kinderpsychiater und ich uns darin völlig einig waren, auf eine ausführliche Testung verzichten zu können.

    In der Schule hat sie größte Schwierigkeiten mit der Konzentration und Arbeitsdisziplin (beides ist nahezu nicht vorhanden). Von den Hausaufgaben im Hort sprechen wir besser gar nicht erst (dort sagt sie dass sie ihre Aufgaben bereits erledigt hat obwohl das nicht stimmt und geht spielen). Ihre Rechtschreibung ist katastrophal, ebenso ihre Heftführung in allen Fächern. Lesen ist ein Krampf, Mathe mittelschlecht.

    Ich schätze sie als durchschnittlich intelligent ein, eine Testung ist bislang nicht erfolgt.

    Das sehr hohe Maß an Freiarbeit und selbständigem Strukturieren/Lernen/Arbeiten an der Schule verstärkt die Probleme massiv. Meine Tochter ist definitiv nicht mit diesem System kompatibel. Durch die Klassenlehrerin erfolgt keinerlei Unterstützung, ihr fehlen die Ressourcen ("ich habe noch 25 andere Schüler") sowie das persönliche Verständnis zum Unterstützungsbedarf ("muss halt mal disziplinierter sein, muss halt mal fleissiger sein, muss halt mal schneller arbeiten,...").

    Meine Tochter geht gerne in diese Schule und auch in diese Klasse. Eine Schulbegleitung wird sie sicher nicht bekommen (im Sozialverhalten ist manchmal nervig aber insgesamt völlig unproblematisch).

    Mein großer Wunsch ist, dass meine Tochter ein glückliches Kind ist welches Freude am Lernen hat und dass ihre schulische Laufbahn ihr die Möglichkeit lässt, später die freie Berufswahl zu haben.

    Unser derzeitiger Plan ist: Wöchentlich 1 Stunde Ergotherapie, 1 Stunde Förderunterricht Lesen/Schreiben und nach Möglichkeit täglich Zuhause zusätzliche Begleitung bei Lesen/Schreiben/Hausaufgaben durch ein Elternteil. In Bälde LRS-Diagnostik und in Abhängigkeit des Ergebnisses Beantragung von ambulanter Lerntherapie (2 Stunden pro Woche). Je nach Verlauf zum nächsten Schuljahr einen Versuch mit Ritalin.

    Gleichzeitig denke ich immer wieder über einen Schulwechsel auf eine Privatschule mit jahrgangshomogenen Klassen und einem anderen pädagogischen Konzept nach. Was mich zögern lässt ist die 100%ige Unsicherheit, ob die bestehenden Probleme sich dadurch überhaupt signifikant verbessern würden und ob sich der Wechsel für zwei Schuljahre überhaupt noch "lohnt".

    Meine Tochter müsste bei einem Schulwechsel einen hohen Preis bezahlen. Alle Selbständigkeit die sie sich bisher erarbeitet hat wäre dahin. Hier im Staddteil geht sie alle Wege alleine und selbständig. Sie könnte den Schulweg nicht mehr alleine gehen sondern ich müsste sie täglich mit dem Auto bringen und abholen (das wäre auch für mich und uns als Eltern ein immenser Mehraufwand, von dem ich derzeit gar nicht weiß, wie wir ihn bewältigen könnten). Sie müsste ihre bisherigen sportlichen Aktivitäten (zu denen sie derzeit selbständig gemeinsam mit Freundinnen läuft) aufgeben. Sie müsste den bisherigen Hort verlassen, welches ihr zweites Zuhause ist.

    Ich habe Angst, aus "Bequemlichkeit" die falsche Entscheidung zu treffen und bin wahnsinnig ambivalent. Alle mit denen ich bislang gesprochen habe (Kinderpsychiater, Ergotherapeutin, Lerntherapeutin, Lehrerinnen, Freundinnen) schätzen die Situation gleich oder ähnlich ein und sind keine Entscheidungshilfe.

    Fällt Euch dazu etwas ein, was ich noch nicht bedacht habe oder habt Ihr Erfahrungswerte?

  4. #14
    Avatar von Tigerblume
    Tigerblume ist offline Legende

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Zitat Zitat von Ellaha Beitrag anzeigen
    Was spricht gegen die Regelgrundschule bei Euch?

    In jedem Fall würde ich eine ordentliche Diagnostik anstreben und dann eine Schulbegleitung beantragen. Es geht ja nicht nur um Unterstützung bei sozialen Problemen, sondern auch um Hilfe bei der Strukturierung des Stoffes, Ordnung halten usw. Wenn es so weiterläuft, kann durchaus eine seelische Behinderung drohen, also würde ich diesen Weg auf jeden Fall versuchen.

    Soweit ich das beurteilen kann, ist das Montessori-Konzept ungeeignet für Kinder wie Deine Tochter, daher würde ich außerdem einen Schulwechsel anstreben.
    Sie geht bereits auf die Regelgrundschule.

    Ich selbst halte eine Schulbegleitung für eine ganz große Chance, weiß aber aus diversen Erfahrungen, dass dies im hier vorliegenden Fall quasi aussichtslos ist auf eine Bewilligung zu hoffen.

  5. #15

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Mich stört extrem diese Einstellung der Lehrerin, das wäre, unter den Umständen, für mich schon fast Grund genug für einen Wechsel.

    Dieses Unstrukturierte, das hatte meine Tochter aber in dem Alter auch, incl 1:1 die Sache mit den Hausaufgaben im Hort, das finde ich jetzt nicht schlimm, auch wenn es anstrengend für euch ist. Eigentlich waren die alle so.

    Mein Gefühl sagt Schulwechsel, einfach auch, weil du schreibst, das Konzept passt nicht zum Kind. Da noch 2 Jahre weiterwurschteln lassen würde ich nicht, ich weiß jetzt nicht, was ihr ev schon für eine weiterführende Schule im Auge habt, aber dort wird da gleich sehr viel erwartet.

    Ach Mensch.

  6. #16
    Avatar von Tigerblume
    Tigerblume ist offline Legende

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Zitat Zitat von sachensucher Beitrag anzeigen
    Meine Tochter hatte das gleiche Problem, wir haben sie wechseln lassen und danach habe ich NIE wieder ein negatives Wort von einem Lehrer gehört. Es.war richtiggehend gruselig, wie sie danach mit.lob überschüttet würde.ich finde dein Programm viel zu viel für das Kind
    Von wo nach wo hast Du sie wechseln lassen?

  7. #17
    Ellaha ist offline Legende

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen
    Sie geht bereits auf die Regelgrundschule.

    Ich selbst halte eine Schulbegleitung für eine ganz große Chance, weiß aber aus diversen Erfahrungen, dass dies im hier vorliegenden Fall quasi aussichtslos ist auf eine Bewilligung zu hoffen.
    Hm. Dann würde ich wohl die Privatschule wählen, parallel die Testung angehen und schauen, wie sich ihr Arbeitsverhalten an einer Schule mit mehr Struktur entwickelt.

    Gegebenenfalls würde ich dann die Schulbegleitung beantragen, auch wenn die Chancen gering sind.

  8. #18

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen
    Sie geht bereits auf die Regelgrundschule.

    Ich selbst halte eine Schulbegleitung für eine ganz große Chance, weiß aber aus diversen Erfahrungen, dass dies im hier vorliegenden Fall quasi aussichtslos ist auf eine Bewilligung zu hoffen.
    Montessori ist bei euch die Regelgrundschule? Das gibts?

  9. #19
    Avatar von wenhei
    wenhei ist offline eigentlich immer Optimist

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Zitat Zitat von Labrador_reloaded Beitrag anzeigen
    Montessori ist bei euch die Regelgrundschule? Das gibts?
    Ich staune auch gerade.
    Fräulein Wenhei Gertrude Esilabeth von Hühnerstein!

    Träumerle (04/04) Hibbelmors (03/06) Grinsebacke (01/08) Madame Zufrieden (05/10)
    Purtzel (05/12)

  10. #20
    Avatar von Tigerblume
    Tigerblume ist offline Legende

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    Standard Re: Grundschulfrage ADHS/LRS

    Zitat Zitat von Labrador_reloaded Beitrag anzeigen
    Mich stört extrem diese Einstellung der Lehrerin, das wäre, unter den Umständen, für mich schon fast Grund genug für einen Wechsel.

    Dieses Unstrukturierte, das hatte meine Tochter aber in dem Alter auch, incl 1:1 die Sache mit den Hausaufgaben im Hort, das finde ich jetzt nicht schlimm, auch wenn es anstrengend für euch ist. Eigentlich waren die alle so.

    Mein Gefühl sagt Schulwechsel, einfach auch, weil du schreibst, das Konzept passt nicht zum Kind. Da noch 2 Jahre weiterwurschteln lassen würde ich nicht, ich weiß jetzt nicht, was ihr ev schon für eine weiterführende Schule im Auge habt, aber dort wird da gleich sehr viel erwartet.

    Ach Mensch.
    Mich stört die Einstellung der Lehrerin auch, da ist aber keine Stellschraube, zumindest nicht für eine Veränderung in die gewünschte Richtung. Sie war im vergangenen Schuljahr bereits ganze 4 Monate am Stück krank und es gab keine Vertretung und die personelle Situation hat sich seither eher sogar noch verschärft.

    Das mit den Hausaufgaben wäre mir egal, wenn das Kind bei einem angekündigten Diktat mit bekanntem Text der aus fünf Sätzen nicht 25 Fehler machen würde.

    Wer kann mir sagen ob ein anderes Konzept besser zum Kind passt? Ich habe einfach die Befürchtung, dass das Schulsystem überhaupt mit Lehrplan und Lernzielen und Noten nicht zum Kind passt.

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