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Thema: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

  1. #1
    Gast

    Standard Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    Ist es eigentlich immer so, dass der nicht biologische Elternteil das Kind adoptieren muss?
    Seit Homosexuelle auch heiraten dürfen und das Ehe und nicht mehr Verpartnerung heißt,wieso gilt dann nicht das Kind automatisch als ehelich?

    Und wie verhält es sich bei einer Scheidung, kriegt dann der biologische Elternteil automatisch das Sorgerecht?

    Eine Kollegin hat Nachwuchs bekommen, ihre Frau (die beiden haben vor der Geburt geheiratet) hat da jetzt einen Haufen Formalitäten zu erledigen und ihr Arbeitgeber tut sich damit auch schwer, das Kind als das ihre anzusehen.

    Ich hab versprochen, mich mal ein bisschen zu belesen. Uschi oder Asterixa, könnt Ihr das für Doofe erklären?

    Danke!

  2. #2
    Avatar von Vertigo
    Vertigo ist gerade online buntes etwas
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    Standard Re: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    Begründet wird das wohl damit, dass es zwingend einen weiteren biologischen Elternteil geben muss, dessen Rechte und Pflichten geklärt werden müssen.

    An sich finde ich das nicht ganz unlogisch, ich denke dabei vor allem an die Rechte des Kindes, Unterhalt oder Recht auf Kenntnis der Wurzeln.

    Warum man nicht die Möglichkeit einer weiteren Elternverbindung, in der Diskussion nannte man das glaube ich Mit-Mutter, einführt, leuchtet mir aber auch nicht ein.

  3. #3
    Avatar von UschiBlum
    UschiBlum ist offline Wirklich bekloppt
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    Standard Re: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    Ja, ich hätte es auch nicht gedacht, aber die nicht-leibliche Mutter muss ihr Kind jetzt immer noch adoptieren. Wenn das Kind dann adoptiert ist, und die beiden Mütter sich bei einer Trennung nicht einigen können, wo das Kind leben soll, wird das wohl das Gericht entscheiden.
    In der Adoptionsurkunde steht Mutter und Mutter. Nicht unleibliche Mutter oder Co-Mutter, durch die Adoption ist sie auch Mutter.
    Ach ja, die Begründung ist, dass es da ja irgendwie einen Mann gegeben hat, bei der Entstehung des Kindes, und man wegen des Kindeswohls noch schauen will, ob da ein Mann seine Ansprüche ans Kind geltend machen will. Deshalb hat unser Richter zur Auflage gemacht, dass die Stiefkindadoption erst mit dem ersten Geburtstag des Kindes gilt. Obwohl wir belegen konnten, wo und wie unser Kind entstand. Bei uns ist das aber auch schon eine Weile her.
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  4. #4
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    Zitat Zitat von Vertigo Beitrag anzeigen
    Begründet wird das wohl damit, dass es zwingend einen weiteren biologischen Elternteil geben muss, dessen Rechte und Pflichten geklärt werden müssen.
    Das ist der springende Punkt. Nur weil ein Kind in eine gleichgeschlechtliche Ehe hineingeboren wird, muss das ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass der „Dritte im Bunde“ - nämlich derjenige, der an der biologischen Entstehung des Kindes Beteiligte - automatisch und dauerhaft auf seine Elternrechte verzichtet.

    Natürlich könnte man streng juristisch argumentieren, dass man gleichgeschlechtliche Paare diskriminiert, wenn man in einer Ehe zwischen Mann und Frau automatisch voraussetzt, dass der Ehemann der Vater der während dieser Ehe gezeugten Kinder ist.

    Andererseits ist es aber eine unumstößliche Tatsache, dass zwei gleichgeschlechtliche Partner nun mal kein Kind zusammen zeugen können. Und Sinn der Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Ehen ist es ja nun nicht, dass Leben von heterosexuellen Ehepartnern zu komplizieren, indem man Ehemänner von Müttern grundsätzlich zwingt, ihre eigenen Kinder zu adoptieren. Das wäre ja auch absurd.
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    Zitat Zitat von UschiBlum Beitrag anzeigen
    Ja, ich hätte es auch nicht gedacht, aber die nicht-leibliche Mutter muss ihr Kind jetzt immer noch adoptieren. Wenn das Kind dann adoptiert ist, und die beiden Mütter sich bei einer Trennung nicht einigen können, wo das Kind leben soll, wird das wohl das Gericht entscheiden.
    In der Adoptionsurkunde steht Mutter und Mutter. Nicht unleibliche Mutter oder Co-Mutter, durch die Adoption ist sie auch Mutter.
    Ach ja, die Begründung ist, dass es da ja irgendwie einen Mann gegeben hat, bei der Entstehung des Kindes, und man wegen des Kindeswohls noch schauen will, ob da ein Mann seine Ansprüche ans Kind geltend machen will. Deshalb hat unser Richter zur Auflage gemacht, dass die Stiefkindadoption erst mit dem ersten Geburtstag des Kindes gilt. Obwohl wir belegen konnten, wo und wie unser Kind entstand. Bei uns ist das aber auch schon eine Weile her.
    Danke Uschi.

    Bei meiner Kollegin gibt es auch keinen Vater, wenn Du weißt, was ich meine.

    Daher find ich die Begründung mit der Biologie (Mann+Frau=Kind) auch etwas schief.

    Ich war jedenfalls erstaunt, dass auch der Arbeitgeber von ihrer Frau sich formal noch schwer tut.

  6. #6
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    19.08.2004
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    Standard Re: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ist es eigentlich immer so, dass der nicht biologische Elternteil das Kind adoptieren muss?
    Seit Homosexuelle auch heiraten dürfen und das Ehe und nicht mehr Verpartnerung heißt,wieso gilt dann nicht das Kind automatisch als ehelich?

    Und wie verhält es sich bei einer Scheidung, kriegt dann der biologische Elternteil automatisch das Sorgerecht?

    Eine Kollegin hat Nachwuchs bekommen, ihre Frau (die beiden haben vor der Geburt geheiratet) hat da jetzt einen Haufen Formalitäten zu erledigen und ihr Arbeitgeber tut sich damit auch schwer, das Kind als das ihre anzusehen.

    Ich hab versprochen, mich mal ein bisschen zu belesen. Uschi oder Asterixa, könnt Ihr das für Doofe erklären?

    Danke!
    Jedes Kind hat einen Vater und eine Mutter. Anders gehts nicht.
    Es ist in Deutschland eindeutig geklärt, WER Mutter (nämlich die Frau, die das Kind geboren hat) und Vater (der Mann, der mit der Frau zum Zeitpunkt X verheiratet war, oder der die Vaterschaft anerkennt oder dessen Vaterschaft festgestellt wird) ist.

    Möchte also eine Frau, die nicht leibliche Mutter eines Kindes ist, dennoch rechtlich Mutter sein, muss sie das Kind adoptieren.

    Danach hat sie dieselben Rechte und Pflichten wie eine leibliche Mutter und wird im Sorgerechtsstreit auch so behandelt.
    Liebe Grüße

    Sofie

  7. #7
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Die Ruhe selbst
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    24.01.2006
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    Standard Re: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ist es eigentlich immer so, dass der nicht biologische Elternteil das Kind adoptieren muss?
    Seit Homosexuelle auch heiraten dürfen und das Ehe und nicht mehr Verpartnerung heißt,wieso gilt dann nicht das Kind automatisch als ehelich?

    Und wie verhält es sich bei einer Scheidung, kriegt dann der biologische Elternteil automatisch das Sorgerecht?

    Eine Kollegin hat Nachwuchs bekommen, ihre Frau (die beiden haben vor der Geburt geheiratet) hat da jetzt einen Haufen Formalitäten zu erledigen und ihr Arbeitgeber tut sich damit auch schwer, das Kind als das ihre anzusehen.

    Ich hab versprochen, mich mal ein bisschen zu belesen. Uschi oder Asterixa, könnt Ihr das für Doofe erklären?

    Danke!
    Ich kenne solch ein Paar, da hat die nichtleibliche Mutter das Kind adoptiert. Und dadurch jetzt nach der Trennung weiterhin das Umgangsrecht.

  8. #8
    Avatar von Chilanga
    Chilanga ist offline Licht und Liebe ommshanti
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    25.07.2009
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    Standard Re: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Danke Uschi.

    Bei meiner Kollegin gibt es auch keinen Vater, wenn Du weißt, was ich meine.

    Daher find ich die Begründung mit der Biologie (Mann+Frau=Kind) auch etwas schief.

    Ich war jedenfalls erstaunt, dass auch der Arbeitgeber von ihrer Frau sich formal noch schwer tut.
    Arbeitgeber öD?
    klein, scharf und dennoch gechillt

  9. #9
    Avatar von Chilanga
    Chilanga ist offline Licht und Liebe ommshanti
    Registriert seit
    25.07.2009
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    3.425

    Standard Re: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    ein bisschen off-topic:
    In Spanien sind das dann einfach Mutter A und Mutter B in der Geburtsurkunde, fertig. Beide mit den gleichen Rechten.
    Das Leben kann so einfach sein.
    Rechte eines "Vaters", der für 50 EUR Pornoheftchen gucken durfte und in ein Gläschen gew* hat, sind da unerheblich.
    Gast gefällt dies
    klein, scharf und dennoch gechillt

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Gleichgeschlechtliche Paare, Kinder und Sorgerecht

    Zitat Zitat von Chilanga Beitrag anzeigen
    Arbeitgeber öD?
    Nein.

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