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Thema: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

  1. #1
    hajuni ist offline nicht neu
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    Standard Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Rosenma schrieb in einem anderen Thread, dass der Vokabeltest ihres Sohnes sehr hart bewertet wurde und dann kamen wir darauf, dass das doch demotiviert etc.

    Ich habe da gestern noch drüber nachgedacht und ich fahre zu Hause bei meinen Kindern einen ganz anderen Ansatz.
    Ich kopiere gerade mal den Vokabeltest hier rein:

    Zitat Zitat von rosenma Beitrag anzeigen
    Vorn-die gesuchte Vokabel, dahinter die Antwort meines Sohnes.

    1. entdecken:to discover
    2. Schulfach: subject
    3. zusätzlich:additional
    4. Einführung: introduction
    5. Geschichte:history
    6. auswählen: to choose
    7. Ehefrau:wife
    8. interessiert sein: to be interested on
    9. sich freuen auf:--
    10. jemals:ever

    Ergebnis 6/10 Punkten, Note 4
    Mit 0 Punkten bewertet wurde Nr. 6, weil da die simple past Form "chose" fehlt, Nr. 7, weil der Plural "wives" fehlt, Nr. 8 wegen der falschen Präposition und logischer Weise Nr.9.

    Wir haben dann diskutiert, dass es doch zumindest halbe Punkte hätte geben können usw.
    Ich bin ja auch ein Fan von Motivation und ich bin auch nicht sonderlich streng (es ging weiter mit Beispielen aus dem Musikunterricht: "Kniehalder" statt Kinnhalter etc.).


    Könnte es aber nicht auch ein Ansatz sein, Noten weniger Bedeutung beizumessen? Meine Tochter ist jetzt zweimal falsch bewertet worden. Es ist eine Englischarbeit; ich kann das beurteilen. Einmal hat sie zwei Fehler zu viel angestrichen bekommen, einmal drei. Wir finden das beide nicht so tragisch. Wir motzen über die Lehrerin bzw. verdrehen die Augen und gut ist es. Die Leistung meiner Tochter wird ja nicht geschmälert dadurch, dass die Englischlehrerin verspult ist.

    Könnte man in Rosenmas Beispiel als Eltern nicht einfach sagen: "Ach du Schreck! Da hast du ja vergessen, die anderen Formen aufzuschreiben. So ein Ärger. Naja, das passiert die bestimmt nicht mehr!"?
    Wäre das Thema damit nicht für ein Kind erledigt?

    So eine 4 ist doch nichts schlimmes. "Mist. Ich habe eine vier, weil ich XY vergessen (nicht gelernt) habe. Klar, Frau X hat es uns ja immer wieder gesagt. Ich Dussel. Da denke ich aber beim nächsten Mal dran."

    Fertig.

    Rosenma, ich nehme dein Beispiel wirklich nur als Beispiel, weil es so gut passt. Es geht also nicht um dich, ja?

    Noten geben nur einen kleinen Ausschnitt des Leistungsvermögens der Schüler*innen wieder. Mal ist eine Arbeit zu schwer, mal zu leicht, mal ist es für die Lehrperson schwierig, objektiv zu sein. Nicht im Sinne von "Die mag ich, die bekommt eine 1; der ist doof, der bekommt eine 4." Aber manchmal wirft man zwei Nachbarn in einen Topf, mal übertüncht das Stören eines Schülers seine Leistung, mal liest jemand zur richtigen Zeit die richtige Hausaufgabe vor und blendet damit die Lehrperson etc.

    Ich sage das meinen Schüler*innen auch genau so.

    Und wenn jemand in einem Quartal ganz oft fehlt und dann in der Klausur Teile des Stoffes nicht parat hat, dann bekommt er eben mal eine schlechtere Note. Das ist halt so. Das ist kein Weltuntergang. Das spiegelt dann halt die Leistung IN DIESER KLAUSUR wider.
    (Dass ICH persönlich das dann berücksichtige und am Schluss bei der Vergabe der Gesamtnote gnädig gestimmt bin, ist ja wieder ein anderes Thema )

    Umgekehrt habe ich einer Schülerin, der ich rein rechnerisch die 4- geben musste (die erste Arbeit war sehr leicht; da hatte sie eine 2-), gesagt, dass sie gravierende Mängel in Englisch aufweist und dass sie jetzt auf der Stelle anfangen muss, etwas zu tun, wenn sie am Schuljahresende keine 5 haben möchte.

    Ich habe das Gefühl, dass viele Eltern viel zu viel Gewicht auf Noten legen.

    Ist klar geworden, was ich meine?

    Für mich ist bei meinen Kindern eigentlich nur wichtig, dass ich sehe, dass sie in den Fächern, die aufbauend unterrichtet werden (Mathe und Fremdsprachen), gut klar kommen. Wenn sie das nicht tun würden, müssten wir eine Lösung finden. Die wäre aber unabhängig von der aktuellen Note.
    Wenn meine Tochter jetzt nicht die Hauptstädte von Europa auswendig lernt und dann eine 5 im Erdkundetest schreibt, ist mir das ziemlich wumpe.
    Ich kommuniziere das natürlich nicht so, dass ich sage, du musst nur für Mathe und Englisch was tun, der Rest ist egal.
    Aber mal ehrlich, ob meine Tochter lernt, wie viele Rippen ein Hund hat, hat einfach mal null Auswirkungen auf ihre Schullaufbahn. Wenn es sie interessiert oder wenn sie gerne eine gute Note in Bio haben will, dann soll sie es bitteschön lernen. Wenn nicht, tja, dann schreibt sie halt eine schlechte Note in Bio

    Passt der Ansatz für euch?

    P.S.: Muss jetzt übrigens in die Schule Lese eure Antworten später!
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  2. #2
    Avatar von wenhei
    wenhei ist offline eigentlich immer Optimist
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    Standard Re: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Ich verstehe, was Du meinst. Dennoch kann ich das Thema Noten nicht ganz so locker sehen. Hier ist es einfach so, dass die Kinder mit zwei 5 auf dem Zeugnis sitzen bleiben, und da ist es egal, ob die fünfer in Deutsch und Mathe sind, oder in Religion und Sport.

    Und wenn man dann als Schüler das Gefühl bekommt, es ist egal, wie viel ich lerne, ich bekomme eh eine 4, dann ist es demotiverend und das Lernen könnte eingestellt werden.
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  3. #3
    Avatar von rosenma
    rosenma ist gerade online Legende
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    Standard Re: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Zitat Zitat von hajuni Beitrag anzeigen





    Könnte es aber nicht auch ein Ansatz sein, Noten weniger Bedeutung beizumessen?

    Es gibt die Noten aber nunmal. Und nach den Noten richtet sich der Verbleib auf der Schulform bzw. die Versetzung.

    Könnte man in Rosenmas Beispiel als Eltern nicht einfach sagen: "Ach du Schreck! Da hast du ja vergessen, die anderen Formen aufzuschreiben. So ein Ärger. Naja, das passiert die bestimmt nicht mehr!"?
    Wäre das Thema damit nicht für ein Kind erledigt?

    Es gibt sicher Kinder, die kratzt eine schlechte Note gar nicht, andere nehmen sie als Motivation, für andere Kinder ist es echt niederschmetternd-da geht jeder anders mit um.

    So eine 4 ist doch nichts schlimmes. "Mist. Ich habe eine vier, weil ich XY vergessen (nicht gelernt) habe. Klar, Frau X hat es uns ja immer wieder gesagt. Ich Dussel. Da denke ich aber beim nächsten Mal dran."


    Passt der Ansatz für euch?

    Nein.

    P.S.: Muss jetzt übrigens in die Schule Lese eure Antworten später!
    .
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    Time ist the fire in which we burn.

  4. #4
    tanja73 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Zitat Zitat von hajuni Beitrag anzeigen

    P.S.: Muss jetzt übrigens in die Schule Lese eure Antworten später!
    Ich schrieb es im anderen thread schon, bei meiner Tochter hat sowas ihren ohnehin reichlich vorhandenen Ehrgeiz angestachelt.
    Sie lässt sich aber generell nicht so leicht demotivieren.

    Bei der Kommentierung von Noten war ich hier nach diversen Erlebnissen mit ihr sehr, sehr vorsichtig, eine 2 konnte sowohl "voll scheiße" als auch "voll gut, das war s.auschwer" sein. ICH wusste das aber halt nie, daher bin ich dazu übergegangen nur zu fragen, ob SIE zufrieden ist.

    Generell war mir natürlich egal, ob sie mal eine 4 im Vokabeltest hatte o. ä..
    IHR aber nicht, sie wollte (sehr) gute Noten haben.
    Mir war im Prinzip auch egal, ob der Abischnitt eine 1 oder eine 2 vorm Komma hat, IHR längst nicht (dass man nat. stolz aufs Kind ist, ist ja nochmal eine andere Sache, das war/bin ich).

    Ich habe hier immer versucht, dass Thema eher "runterzuspielen", das Kind hat sich selbst genug Stress bereitet, da brauchte es ganz sicher nicht noch mich dazu .

    Bin gleich auch erstmal weg .
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    Tanja
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  5. #5
    Avatar von Clodagh
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    Standard Re: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Ja, genau so mache ich es bei meinen Kindern und fahre gut damit. Noten sind mir nur dann einen Aufreger wert, wenn es um die Versetzung, ein Abschlusszeugnis oder ein Zeugnis geht, mit dem man sich bewerben möchte.

  6. #6
    Avatar von Mamma.Mia
    Mamma.Mia ist offline Queen Mum
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    Standard Re: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Zitat Zitat von hajuni Beitrag anzeigen
    Passt der Ansatz für euch?

    P.S.: Muss jetzt übrigens in die Schule Lese eure Antworten später!
    Für mich passt das überhaupt nicht, da das nur familienintern funktioniert, aber nicht gegenüber der Schule, wo Noten hier sehr wohl darüber entscheiden, ob man eine Nachprüfung hat und in die nächste Klasse aufsteigt, einen Platz im Gymnasium oder in bestimmten Studiengängen bekommt.
    Aoraki und .PMS. gefällt dies.

  7. #7
    hajuni ist offline nicht neu
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    Standard Re: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Zitat Zitat von wenhei Beitrag anzeigen
    Ich verstehe, was Du meinst. Dennoch kann ich das Thema Noten nicht ganz so locker sehen. Hier ist es einfach so, dass die Kinder mit zwei 5 auf dem Zeugnis sitzen bleiben, und da ist es egal, ob die fünfer in Deutsch und Mathe sind, oder in Religion und Sport.
    Na, das ist überall so. Hier reicht sogar eine 5 im Hauptfach, wenn die nicht ausgeglichen werden kann.

    Wenn jemand so schwach ist, dass er / sie zwei 5en hat, dann finde ich die Wiederholung der Klasse bzw. einen Schulwechsel aber auch sinnvoll.
    Mir ging es jetzt erstmal nicht um schwache Schüler*innen. Mir gefällt das Beispiel von Rosenma so gut. Der Kerl konnte alle Vokabeln bis auf eine. Ist doch prima. Ärgerlich, dass er die Formen vergessen hat. Beim nächsten Mal schreibt er sie dazu und alles ist in Butter.

    Zitat Zitat von wenhei Beitrag anzeigen
    Und wenn man dann als Schüler das Gefühl bekommt, es ist egal, wie viel ich lerne, ich bekomme eh eine 4, dann ist es demotiverend und das Lernen könnte eingestellt werden.
    DAS ist aber ein anderes Thema, oder?
    Das sehe ich natürlich genauso!

  8. #8
    hajuni ist offline nicht neu
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    Standard Re: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Zitat Zitat von Mamma.Mia Beitrag anzeigen
    Für mich passt das überhaupt nicht, da das nur familienintern funktioniert, aber nicht gegenüber der Schule, wo Noten hier sehr wohl darüber entscheiden, ob man eine Nachprüfung hat und in die nächste Klasse aufsteigt, einen Platz im Gymnasium oder in bestimmten Studiengängen bekommt.
    Das ist in jedem BL so.

    Wie gesagt, wenn jemand so große Probleme hat, muss man ja eh eine Lösung finden.

  9. #9
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Zitat Zitat von hajuni Beitrag anzeigen
    Rosenma schrieb in einem anderen Thread, dass der Vokabeltest ihres Sohnes sehr hart bewertet wurde und dann kamen wir darauf, dass das doch demotiviert etc.

    Ich habe da gestern noch drüber nachgedacht und ich fahre zu Hause bei meinen Kindern einen ganz anderen Ansatz.
    Ich kopiere gerade mal den Vokabeltest hier rein:



    Mit 0 Punkten bewertet wurde Nr. 6, weil da die simple past Form "chose" fehlt, Nr. 7, weil der Plural "wives" fehlt, Nr. 8 wegen der falschen Präposition und logischer Weise Nr.9.

    Wir haben dann diskutiert, dass es doch zumindest halbe Punkte hätte geben können usw.
    Ich bin ja auch ein Fan von Motivation und ich bin auch nicht sonderlich streng (es ging weiter mit Beispielen aus dem Musikunterricht: "Kniehalder" statt Kinnhalter etc.).


    Könnte es aber nicht auch ein Ansatz sein, Noten weniger Bedeutung beizumessen? Meine Tochter ist jetzt zweimal falsch bewertet worden. Es ist eine Englischarbeit; ich kann das beurteilen. Einmal hat sie zwei Fehler zu viel angestrichen bekommen, einmal drei. Wir finden das beide nicht so tragisch.
    Wenn ich mich recht erinnere, schriebst du, dass deine Tochter ohnehin eine 1 gehabt habe. Natürlich ist DANN schietEGAL!

    Weniger egal wird es wohl sein, wenn ein Schüler wegen einer Note einen bestimmten Abschluss/die Versetzung/ein Vorstellungsgespräch....nicht erreicht.

    Bis zu einem bestimmten Grad sind mir Noten auch wumpe und ich habe meinem Sohn immer gesagt, dass es das Wichtigste ist, die Inhalte zu KÖNNEN und weniger wichtig, welche Note es ggf. gibt. So hat mich die 4 für sein Geschichtsheft weniger gejuckt als ihn, er gibt sich jetzt mehr Mühe bei der Heftführung.

    Aber ich kann doch als LEHRERIN nicht einerseits mittels Noten selektieren (was halt nunmal zu meinen Aufgaben gehört), und andererseits auf dem Standpunkt stehen, sie seien generell nicht wichtig?
    Klar muss ich einer 5 in der Klausur einer Schülerin, die ansonsten gute bis sehr gute Leistungen zeigt, keine arithmetische Bedeutung geben, aber dennoch bleiben Noten nunmal DAS Selektionskriterium solange es sie gibt.
    Ich bin -wie bekannt- kein Verfechter derselben und könnte mir andere Maßstäbe vorstellen. Aber die sind nicht verfügbar und daher bleibt es bei Noten.
    Und sollte mein Kind (hypothetisch) die Quali für die gymnasiale Oberstufe verfehlen, weil ein Lehrer meint, die Größe des Heftes in die Bewrtung einzubeziehen und/oder Fehler anstriche, die keine wären, da wäre ich sehr wohl auf den Barrikaden. Nicht jedoch, wenn es so oder so eine 1 wäre

    Dazu kommt noch, dass Menschen unterschiedlich auf Versagen/empfundenes Versagen und Ungerechtigkeit reagieren. Und auch die "Nicht-Stehaufmännchen" Motivation verdienen. (Was mich daran erinnert, dass mein Sohn mal eine 6 im Lateintest hatte, weil er NICHTS wusste. Im nächsten hatte er auch wieder eine 6, obwohl er ALLES wusste. Allerdings hatte er nirgends f,m,n dahinter geschrieben. Danach hat er seine komplette Gymlaufbahn an den Nagel gehängt, weil er von Latein die Nase gestrichen voll hatte.)
    Liebe Grüße

    Sofie

  10. #10
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Gendermainstreamerin
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    Standard Re: Nochmal zum Thema Noten und demotivieren und Fehler (nicht) bewerten

    Zitat Zitat von hajuni Beitrag anzeigen
    Rosenma schrieb in einem anderen Thread, dass der Vokabeltest ihres Sohnes sehr hart bewertet wurde und dann kamen wir darauf, dass das doch demotiviert etc.

    Ich habe da gestern noch drüber nachgedacht und ich fahre zu Hause bei meinen Kindern einen ganz anderen Ansatz.
    Ich kopiere gerade mal den Vokabeltest hier rein:



    Mit 0 Punkten bewertet wurde Nr. 6, weil da die simple past Form "chose" fehlt, Nr. 7, weil der Plural "wives" fehlt, Nr. 8 wegen der falschen Präposition und logischer Weise Nr.9.

    Wir haben dann diskutiert, dass es doch zumindest halbe Punkte hätte geben können usw.
    Ich bin ja auch ein Fan von Motivation und ich bin auch nicht sonderlich streng (es ging weiter mit Beispielen aus dem Musikunterricht: "Kniehalder" statt Kinnhalter etc.).


    Könnte es aber nicht auch ein Ansatz sein, Noten weniger Bedeutung beizumessen? Meine Tochter ist jetzt zweimal falsch bewertet worden. Es ist eine Englischarbeit; ich kann das beurteilen. Einmal hat sie zwei Fehler zu viel angestrichen bekommen, einmal drei. Wir finden das beide nicht so tragisch. Wir motzen über die Lehrerin bzw. verdrehen die Augen und gut ist es. Die Leistung meiner Tochter wird ja nicht geschmälert dadurch, dass die Englischlehrerin verspult ist.

    Könnte man in Rosenmas Beispiel als Eltern nicht einfach sagen: "Ach du Schreck! Da hast du ja vergessen, die anderen Formen aufzuschreiben. So ein Ärger. Naja, das passiert die bestimmt nicht mehr!"?
    Wäre das Thema damit nicht für ein Kind erledigt?

    So eine 4 ist doch nichts schlimmes. "Mist. Ich habe eine vier, weil ich XY vergessen (nicht gelernt) habe. Klar, Frau X hat es uns ja immer wieder gesagt. Ich Dussel. Da denke ich aber beim nächsten Mal dran."

    Fertig.

    Rosenma, ich nehme dein Beispiel wirklich nur als Beispiel, weil es so gut passt. Es geht also nicht um dich, ja?

    Noten geben nur einen kleinen Ausschnitt des Leistungsvermögens der Schüler*innen wieder. Mal ist eine Arbeit zu schwer, mal zu leicht, mal ist es für die Lehrperson schwierig, objektiv zu sein. Nicht im Sinne von "Die mag ich, die bekommt eine 1; der ist doof, der bekommt eine 4." Aber manchmal wirft man zwei Nachbarn in einen Topf, mal übertüncht das Stören eines Schülers seine Leistung, mal liest jemand zur richtigen Zeit die richtige Hausaufgabe vor und blendet damit die Lehrperson etc.

    Ich sage das meinen Schüler*innen auch genau so.

    Und wenn jemand in einem Quartal ganz oft fehlt und dann in der Klausur Teile des Stoffes nicht parat hat, dann bekommt er eben mal eine schlechtere Note. Das ist halt so. Das ist kein Weltuntergang. Das spiegelt dann halt die Leistung IN DIESER KLAUSUR wider.
    (Dass ICH persönlich das dann berücksichtige und am Schluss bei der Vergabe der Gesamtnote gnädig gestimmt bin, ist ja wieder ein anderes Thema )

    Umgekehrt habe ich einer Schülerin, der ich rein rechnerisch die 4- geben musste (die erste Arbeit war sehr leicht; da hatte sie eine 2-), gesagt, dass sie gravierende Mängel in Englisch aufweist und dass sie jetzt auf der Stelle anfangen muss, etwas zu tun, wenn sie am Schuljahresende keine 5 haben möchte.

    Ich habe das Gefühl, dass viele Eltern viel zu viel Gewicht auf Noten legen.

    Ist klar geworden, was ich meine?

    Für mich ist bei meinen Kindern eigentlich nur wichtig, dass ich sehe, dass sie in den Fächern, die aufbauend unterrichtet werden (Mathe und Fremdsprachen), gut klar kommen. Wenn sie das nicht tun würden, müssten wir eine Lösung finden. Die wäre aber unabhängig von der aktuellen Note.
    Wenn meine Tochter jetzt nicht die Hauptstädte von Europa auswendig lernt und dann eine 5 im Erdkundetest schreibt, ist mir das ziemlich wumpe.
    Ich kommuniziere das natürlich nicht so, dass ich sage, du musst nur für Mathe und Englisch was tun, der Rest ist egal.
    Aber mal ehrlich, ob meine Tochter lernt, wie viele Rippen ein Hund hat, hat einfach mal null Auswirkungen auf ihre Schullaufbahn. Wenn es sie interessiert oder wenn sie gerne eine gute Note in Bio haben will, dann soll sie es bitteschön lernen. Wenn nicht, tja, dann schreibt sie halt eine schlechte Note in Bio

    Passt der Ansatz für euch?

    P.S.: Muss jetzt übrigens in die Schule Lese eure Antworten später!
    Ich mache das wie du. Ist hier aber einfach: Ich habe gut begabte, intrinsisch motivierte und ehrgeizige Kinder. Da ist es leicht, entspannt zu sein und Druck rauszunehmen.

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