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Thema: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

  1. #1
    daddy cool ist offline Stranger
    Registriert seit
    30.01.2019
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    4

    Standard Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Hallo zusammen,
    bin komplett neu hier und hoffe, dass mein erster Beitrag den hier üblichen Konventionen entspricht, ansonsten bitte ich vorab um Verzeihung;-)

    ich bin Teilzeitvater, d.h. meine Kinder 9+11 leben bei meiner Ex (70km entfernt) und kommen jedes zweite Wochenende zu mir und meiner neuen Partnerin.

    Mein Sohn ist 9 Jahre alt und besucht seit Herbst die 3. Klasse einer neuen Schule.
    Er bekommt seit diesem Schuljahr zum ersten Mal Schulnoten für Klassenarbeiten und Tests und wir alle waren und sind – da er in Klasse 2 ziemlich Probleme durch einiges Hin und Her im privaten Umfeld der Mutter (zwei Umzüge innerhalb eines Jahres (der erste weit weg von mir, der zweite wieder zurück in meine nähere Umgebung;-)) hatte – sehr positiv überrascht, dass er sich auf Anhieb recht gut in der neuen Schule etablierte. Er bringt bis auf einen ersten Ausrutscher nur „befriedigend“ und neuerdings auch hin und wieder mal ein „gut“ mit nachhause. Überhaupt machte er in der ersten Zeit – so bis vor Weihnachten – insgesamt einen recht motivierten Eindruck auf seine Klassenlehrerin.

    Seit ein paar Wochen merken wir, dass er eine ziemlich ausgeprägte Contra/Trotz-Phase durchlebt. Er widerspricht uns aus Prinzip oder hört gar nicht erst zu, was wir ihm sagen und weiß alles besser. Auch seine Lehrerin meinte, dass er etwa zeitgleich durch fehlende Hausaufgaben und mangelnde Motivation im Unterricht auffällt. Er 'lümmelt' rum, träumt und trödelt und bekommt Aufgaben nicht in der vorgegebene Zeit erledigt, was vorher noch alles ziemlich gut funktioniert hatte. Laut Klassenlehrerin könnte er das Anstehende intellektuell ohne Riesenaufwand hinbekommen

    Letztes Kinderwochenende hätte mein Sohn laut Wochenplan noch reichlich Hausaufgaben (nachzuholen) gehabt, wovon seine Mutter und ich aber leider nichts wussten. Er hatte es bei der Wochenendübergabe zu mir so dargestellt, dass er nichts mehr zu machen habe und hatte keinen Schulranzen dabei. Vorgestern erfuhren wir dann von seiner Lehrerin, dass er tatsächlich noch einiges zu machen gehabt hätte.

    Wie würdet ihr damit umgehen?

    Erstens mit der konkreten Situation: kann ich ihm nachträglich eine Strafe dafür aufbrummen, weil er letzten Freitag uns gegenüber offensichtlich geschwindelt hat (also ihm verhasste Hausaufgaben zugunsten von mehr Freizeit mit Papa verschwiegen hat)
    Seine Mutter hatte direkt am Montag ein ziemlich ernstes Wort mit ihm dazu gesprochen und auch eine Bestrafung fürs Schwindeln und Hausaufgaben schludern verhängt.
    Darüber reden werde ich auf jeden Fall mit ihm. Auch darüber, dass seine Zeugnisnote nicht nur durch Klassenarbeiten/Tests zustande kommen, sondern auch zu einem recht großen Teil über die sonstige Mitarbeit (an seiner Schule werden weniger Arbeiten geschrieben, als üblich). Aber ob ich ihm eine Bestrafung verpassen sollte, weiß ich nicht so recht, ob noch sinnvoll nach 5 Tagen.

    Zweitens: wie sind eure generellen Erfahrungen als Teilzeitelternteil?
    Ich plane für jedes Kinderwochenende (außer in den Ferien) etwa 45 Minuten pro Kind zum Üben (Vokabeln, Diktat, Leseübungen) ein, falls keine Hausaufgaben zu erledigen sind.
    Wie viel Raum, findet ihr, sollte das Thema Schule und Üben über reine Hausaufgaben hinaus während des Kinderwochenendes bei den Teilzeiteltern einnehmen?
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich es diesbezüglich ein bisschen übertreiben könnte, denn so lange dauert ein Kinderwochenende einfach nicht.
    In erster Linie ist ja die Mutter, bei der die Kinder derzeit ihren Lebensmittelpunkt haben, dafür verantwortlich, dass die Schule läuft und ich biete als Teilzeitvater Unterstützung an, wenn nötig.

    Bin sehr gespannt auf Eure Kommentare

  2. #2
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Die Ruhe selbst
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    24.01.2006
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    Standard Re: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Kinder lernen aus den Folgen und die spürt er in der Schule. Es sind seine Zensuren, nicht deine.

    Und dieses Durchplanen und Lernen mit einem Grundschulkind ohne jeden Anlass finde ich daneben. In dem Alter habe ich mit meinen Kindern abends im Bett abwechselnd gelesen und das war's.
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  3. #3
    Spex ist offline Veteran
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    Standard Re: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Ich würde nicht noch eine zusätzliche Strafe verhängen. Ich finde Strafen für so etwas ohnehin nicht gut. Man kann nochmal kurz drüber sprechen, vielleicht Verständnis äußern, dass er an dem kurzen Papawochenende nicht noch so viele Hausaufgaben machen möchte, und ihm sagen, dass er, wenn er in der Schule nicht so viel trödelt, dann eben mehr Zeit mit Papa hätte. Wenn er weiter bummelt, geht das halt von der gemeinsamen Zeit ab. Das ist die natürliche Konsequenz, da braucht es keine Strafe. Dann soll die Mutter halt ins Hausaufgabenheft schauen und dir mitteilen, was noch zu tun ist.
    Extra üben würde ich mit den Kindern gar nicht, es sei denn, er hat was Konkretes auf übers Wochenende (z.B. 10 Min täglich lesen oder 5 Minuten täglich 1x1 üben, sowas gab es bei uns schonmal übers Wochenende auf)
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  4. #4
    Sascha ist offline Urgestein
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    Standard Re: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Eine zusätzlcihe Strafe ist ja total gemein: bei zusammenlebenden Eltern gibts doch auch nicht eine pro Elternteil.
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    Sascha
    das war ja wohl individualtaktischer Nonsens

    Most important decisions in life are made between two people in bed
    Billy Bragg

  5. #5
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick
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    Standard Re: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Zitat Zitat von Sascha Beitrag anzeigen
    Eine zusätzlcihe Strafe ist ja total gemein: bei zusammenlebenden Eltern gibts doch auch nicht eine pro Elternteil.
    Bei manchen vielleicht schon.
    rastamamma gefällt dies

  6. #6
    daddy cool ist offline Stranger
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    Standard Re: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Ok, vielen lieben Dank für euer Feedback.
    Auf eine zusätzliche Strafe werde ich komplett verzichten, werde aber mit ihm darüber reden, so nach dem Motto, dass ich das Gefühl habe, dass er letztes Wochenende nicht die ganze Wahrheit gesagt hat weil mir seine Lehrerin was anderes erzählt hatte. Außerdem finde ich es vernünftig, ihn auf die möglichen Konsequenzen seines momentanen Durchhängers hinsichtlich Zeugnisnoten hinzuweisen.
    Was das kinderwochenendliche Üben über Hausaufgaben hinaus angeht, würde ich in Zukunft mit meiner Tochter sporadisch mal ein paar Vokabeln durchgehen und meinen Sohn 10 Minuten laut lesen lassen, was seine Lehrerin eh für ihn empfohlen hatte.
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  7. #7
    RoseT ist gerade online addict
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    Standard Re: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Zitat Zitat von Stadtmusikantin Beitrag anzeigen
    Kinder lernen aus den Folgen und die spürt er in der Schule. Es sind seine Zensuren, nicht deine.

    Und dieses Durchplanen und Lernen mit einem Grundschulkind ohne jeden Anlass finde ich daneben. In dem Alter habe ich mit meinen Kindern abends im Bett abwechselnd gelesen und das war's.
    Sehe ich auch so.
    Anstatt mir so viele Gedanken um Lernzeit und Strafen zu machen, würde ich lieber rausfinden wollen, ob es einen Grund für sein verändertes Verhalten gibt.
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  8. #8
    Avatar von skala_rachoni
    skala_rachoni ist offline Vom Meer
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    Standard Re: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Zitat Zitat von daddy cool Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    bin komplett neu hier und hoffe, dass mein erster Beitrag den hier üblichen Konventionen entspricht, ansonsten bitte ich vorab um Verzeihung;-)

    ich bin Teilzeitvater, d.h. meine Kinder 9+11 leben bei meiner Ex (70km entfernt) und kommen jedes zweite Wochenende zu mir und meiner neuen Partnerin.

    Mein Sohn ist 9 Jahre alt und besucht seit Herbst die 3. Klasse einer neuen Schule.
    Er bekommt seit diesem Schuljahr zum ersten Mal Schulnoten für Klassenarbeiten und Tests und wir alle waren und sind – da er in Klasse 2 ziemlich Probleme durch einiges Hin und Her im privaten Umfeld der Mutter (zwei Umzüge innerhalb eines Jahres (der erste weit weg von mir, der zweite wieder zurück in meine nähere Umgebung;-)) hatte – sehr positiv überrascht, dass er sich auf Anhieb recht gut in der neuen Schule etablierte. Er bringt bis auf einen ersten Ausrutscher nur „befriedigend“ und neuerdings auch hin und wieder mal ein „gut“ mit nachhause. Überhaupt machte er in der ersten Zeit – so bis vor Weihnachten – insgesamt einen recht motivierten Eindruck auf seine Klassenlehrerin.

    Seit ein paar Wochen merken wir, dass er eine ziemlich ausgeprägte Contra/Trotz-Phase durchlebt. Er widerspricht uns aus Prinzip oder hört gar nicht erst zu, was wir ihm sagen und weiß alles besser. Auch seine Lehrerin meinte, dass er etwa zeitgleich durch fehlende Hausaufgaben und mangelnde Motivation im Unterricht auffällt. Er 'lümmelt' rum, träumt und trödelt und bekommt Aufgaben nicht in der vorgegebene Zeit erledigt, was vorher noch alles ziemlich gut funktioniert hatte. Laut Klassenlehrerin könnte er das Anstehende intellektuell ohne Riesenaufwand hinbekommen

    Letztes Kinderwochenende hätte mein Sohn laut Wochenplan noch reichlich Hausaufgaben (nachzuholen) gehabt, wovon seine Mutter und ich aber leider nichts wussten. Er hatte es bei der Wochenendübergabe zu mir so dargestellt, dass er nichts mehr zu machen habe und hatte keinen Schulranzen dabei. Vorgestern erfuhren wir dann von seiner Lehrerin, dass er tatsächlich noch einiges zu machen gehabt hätte.

    Wie würdet ihr damit umgehen?

    Erstens mit der konkreten Situation: kann ich ihm nachträglich eine Strafe dafür aufbrummen, weil er letzten Freitag uns gegenüber offensichtlich geschwindelt hat (also ihm verhasste Hausaufgaben zugunsten von mehr Freizeit mit Papa verschwiegen hat)
    Seine Mutter hatte direkt am Montag ein ziemlich ernstes Wort mit ihm dazu gesprochen und auch eine Bestrafung fürs Schwindeln und Hausaufgaben schludern verhängt.
    Darüber reden werde ich auf jeden Fall mit ihm. Auch darüber, dass seine Zeugnisnote nicht nur durch Klassenarbeiten/Tests zustande kommen, sondern auch zu einem recht großen Teil über die sonstige Mitarbeit (an seiner Schule werden weniger Arbeiten geschrieben, als üblich). Aber ob ich ihm eine Bestrafung verpassen sollte, weiß ich nicht so recht, ob noch sinnvoll nach 5 Tagen.

    Zweitens: wie sind eure generellen Erfahrungen als Teilzeitelternteil?
    Ich plane für jedes Kinderwochenende (außer in den Ferien) etwa 45 Minuten pro Kind zum Üben (Vokabeln, Diktat, Leseübungen) ein, falls keine Hausaufgaben zu erledigen sind.
    Wie viel Raum, findet ihr, sollte das Thema Schule und Üben über reine Hausaufgaben hinaus während des Kinderwochenendes bei den Teilzeiteltern einnehmen?
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich es diesbezüglich ein bisschen übertreiben könnte, denn so lange dauert ein Kinderwochenende einfach nicht.
    In erster Linie ist ja die Mutter, bei der die Kinder derzeit ihren Lebensmittelpunkt haben, dafür verantwortlich, dass die Schule läuft und ich biete als Teilzeitvater Unterstützung an, wenn nötig.

    Bin sehr gespannt auf Eure Kommentare

    Mal eine ganz andere Frage;
    gibt es Veränderungen im allgemeinen Wochenablauf bei deiner Ex? Irgendwas, was anders ist? Hat sie einen Freund, den sie vlt nicht dauernd da hat, aber von dem Dein Sohn auch weiß?

    Unsere Tochter ist fast 9, und extrem sensibel zur Zeit; wir leben in einer sehr stabilen Beziehung, sie weiß das wir uns lieben und über alles miteinander sprechen (ausser es sind "Mädchensachen" die Papa nicht zu wissen braucht... und umgekehrt gibt es bestimmt auch was), aber trotzdem ist sie gerade sehr.... joah….. äh.... ungefestigt.
    Wird am Alter liegen.


    Kurzum: Rede mit deinem Sohn. Frag ihn warum er dich angelogen hat, du willst ihm keinen Vorwurf daraus machen, du möchtest es nur verstehen.

    Und glaub nicht dass es mit einem 5Minutengespräch getan ist. Das braucht Wochen.
    daddy cool gefällt dies

  9. #9
    Avatar von Sonnennebel
    Sonnennebel ist offline Legende
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    Standard Re: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Ich würde keine zusätzliche Strafe für das Wochenplanvergessen verhängen, wenn die Mutter darüber schon mit ihm gesprochen und ihn bestraft hat. Wie eigentlich? Ich finde Strafen immer schwierig. Konsequenz wäre hier, dass er die Aufgaben dann eben im Lauf der Woche nachholen muss - parallel zu den neuen Aufgaben - also eine Woche doppelte Aufgaben - ist doch schon "Strafe" genug.

    Ich würde ihn fragen, wie es denn kam, dass er sagt, er habe nichts auf. Ich würde nicht gleich von vorsätzlichem Lügen ausgehen, eher von Schussligkeit oder Oberflächlichkeit.
    Wenn du merkst, dass er da unzuverlässig ist, soll er dir eben seinen Wochenplan und/oder die zu bearbeitenden Schulsachen zeigen. An diesem muss man doch sehen, was er schon fertig hat und wo noch Lücken sind. Was noch nicht fertig ist, wandert dann eben in die Tasche für das Papawochenende.

    45 Minuten finde ich fürs Wochenende ohne Not schon ziemlich viel - zumindest für freies Lernen, wenn nichts anderes auf ist. In der Grundschule reichen für ein Kind mit normalen Schulleistungen auch 30 min. - evtl. plus gemeinsame Lesezeit.
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  10. #10
    daddy cool ist offline Stranger
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    Standard Re: Trotz/Kontraphase und Rolle als Teilzeitvater in Sachen Schule

    Auch mein Sohn ist ein sensibler Typ und ich denke, der Grund für sein verändertes Verhalten, ist tatsächlich der neue Freund meiner Ex.
    Sie hat ihn schon recht zügig unseren Kindern vorgestellt, was ich persönlich einfach zu früh fand. Ich denke, mein Sohn fand das auch zu früh, er kann es aber nicht artikulieren.
    Ich werde meinen Sohn nach möglichen Gründen für sein verändertes Verhalten fragen, ob ich das Thema 'neuer Freund von Mama' allerdings proaktiv ansprechen sollte, weiß ich noch nicht so recht.
    Eigentlich wäre das eher ein Thema zwischen Mutter und Sohn, allerdings ist mein Verhältnis zu meiner Ex seit der oben geschilderten Umzugsaktion nicht das Beste und ich bin mir noch nicht sicher, wie / ob ich sie darauf ansprechen werde.

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