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Thema: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

  1. #1
    Avatar von Dr. Quinn
    Dr. Quinn ist offline 8 Richtige beim DoRä! :-)
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    Standard Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Achtung – jetzt wird es lang…

    Folgender Hintergrund:

    Mein Mann hat einen Freund, den er schon seit über 45 Jahren kennt und dem er sehr nahe steht. Dieser Freund ist jetzt zum ersten Mal Vater geworden (er ist mit einer wesentlich jüngeren Frau verheiratet). Er hat so gut wie keine Verwandtschaft (nur noch eine Mutter, keine Cousinen oder Cousins). Seine Frau hat eine riesen Verwandtschaft, da sowohl Mutter als auch Vater sehr viele Geschwister haben.

    Sie und ihr Bruder haben jeweils 2 oder 3 Paten, aber aufgrund der Tatsache, dass beide Großelternpaare im Fall des Falles (sollten beide Eltern sterben) nicht geeignet waren, Kinder groß zu ziehen, bestimmten Ihre Eltern testamentarisch einen Vormund (einen Onkel und eine Tante), die die Kinder aufgenommen hätten. Sie fand diese Regelung immer sehr gut – sie hatte zu ihren Paten kaum Kontakt, sah aber ihre potentiellen Vormünder immer als eine Art Zweiteltern an, zu denen sie noch heute sehr engen Kontakt hat.

    Diese Regelung wünschen sie sich jetzt auch für ihr Kind (und eventuelle zukünftige Kinder).Eigentlich sehen sie ihren Bruder in dieser Rolle und er wäre auch bereit dafür. ABER: er ist wohl etwas „lebensuntüchtig“, sprich, er hat zum einen wohl einen sehr fragwürdigen Frauengeschmack (was ja noch im Auge des Betrachters liegt) und trifft auch manchmal etwas fragwürdige finanzielle Entscheidungen. Im Falle des Todes beider Elternteil würde die Kleine schon einen größeren Geldbetrag erben, der dann verwaltet werden müsste.

    Daher stellen sie sich jetzt vor, dass das Kind im Fall des Falles zum Bruder käme, wir aber als eine Art finanzieller Vormund fungieren sollen (alles testamentarisch und anwaltlich festgelegt). Mal abgesehen davon, dass dieses Konstrukt ja höchstwahrscheinlich sowieso nicht zum Tragen kommt (hoffentlich), habe ich da doch einige Fragezeichen über dem Kopf. Wir hätten prinzipiell kein Problem damit, aber ich habe sowas noch nicht gehört, und kann mir auch gar nicht vorstellen, wie das praktisch laufen soll. Ruft der Onkel des Kindes dann bei uns an und fragt, ob er der Kleinen eine Playstation kaufen darf? Fahren wir dann einmal im Jahr hin und lassen uns die Kontoauszüge der Kleinen zeigen? Ist so eine Aufgabenteilung praktikabel?

    Lasst mich doch mal ein wenig an Euren Gedanken zu diesem Thema teilhaben, vielleicht gibt es ja auch den ein oder anderen Gedankenanstoß oder Aspekt, den wir jetzt noch nicht bedacht haben.
    LG
    Dr. Quinn







  2. #2
    Temporär ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Zitat Zitat von Dr. Quinn Beitrag anzeigen
    Achtung – jetzt wird es lang…

    Folgender Hintergrund:

    Mein Mann hat einen Freund, den er schon seit über 45 Jahren kennt und dem er sehr nahe steht. Dieser Freund ist jetzt zum ersten Mal Vater geworden (er ist mit einer wesentlich jüngeren Frau verheiratet). Er hat so gut wie keine Verwandtschaft (nur noch eine Mutter, keine Cousinen oder Cousins). Seine Frau hat eine riesen Verwandtschaft, da sowohl Mutter als auch Vater sehr viele Geschwister haben.

    Sie und ihr Bruder haben jeweils 2 oder 3 Paten, aber aufgrund der Tatsache, dass beide Großelternpaare im Fall des Falles (sollten beide Eltern sterben) nicht geeignet waren, Kinder groß zu ziehen, bestimmten Ihre Eltern testamentarisch einen Vormund (einen Onkel und eine Tante), die die Kinder aufgenommen hätten. Sie fand diese Regelung immer sehr gut – sie hatte zu ihren Paten kaum Kontakt, sah aber ihre potentiellen Vormünder immer als eine Art Zweiteltern an, zu denen sie noch heute sehr engen Kontakt hat.

    Diese Regelung wünschen sie sich jetzt auch für ihr Kind (und eventuelle zukünftige Kinder).Eigentlich sehen sie ihren Bruder in dieser Rolle und er wäre auch bereit dafür. ABER: er ist wohl etwas „lebensuntüchtig“, sprich, er hat zum einen wohl einen sehr fragwürdigen Frauengeschmack (was ja noch im Auge des Betrachters liegt) und trifft auch manchmal etwas fragwürdige finanzielle Entscheidungen. Im Falle des Todes beider Elternteil würde die Kleine schon einen größeren Geldbetrag erben, der dann verwaltet werden müsste.

    Daher stellen sie sich jetzt vor, dass das Kind im Fall des Falles zum Bruder käme, wir aber als eine Art finanzieller Vormund fungieren sollen (alles testamentarisch und anwaltlich festgelegt). Mal abgesehen davon, dass dieses Konstrukt ja höchstwahrscheinlich sowieso nicht zum Tragen kommt (hoffentlich), habe ich da doch einige Fragezeichen über dem Kopf. Wir hätten prinzipiell kein Problem damit, aber ich habe sowas noch nicht gehört, und kann mir auch gar nicht vorstellen, wie das praktisch laufen soll. Ruft der Onkel des Kindes dann bei uns an und fragt, ob er der Kleinen eine Playstation kaufen darf? Fahren wir dann einmal im Jahr hin und lassen uns die Kontoauszüge der Kleinen zeigen? Ist so eine Aufgabenteilung praktikabel?

    Lasst mich doch mal ein wenig an Euren Gedanken zu diesem Thema teilhaben, vielleicht gibt es ja auch den ein oder anderen Gedankenanstoß oder Aspekt, den wir jetzt noch nicht bedacht haben.
    Nennt sich Testamentsvollstreckung/-Vollstrecker. Da kann euch ein Notar beraten. Ist gar nicht unüblich.
    Zu Lebzeiten der Eltern (wenn die Kleine aus anderer Richtung erben würde) wäre es Ergänzungspfleger/Ergänzungspflegschaft.
    Wie es rein praktisch ausgestaltet werden kann, solltest du mit den Schlagwörtern schon einiges finden

  3. #3
    Avatar von Diamant
    Diamant ist offline Sächsisches Angelhuhn
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    Standard Re: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Zu gehen scheint dieses Konstrukt. Schau mal hier, da ist es zumindest so beschrieben.

    https://www.sueddeutsche.de/geld/sor...er-1.2471425-2

    Vermutlich wird eine Art Festbetrag vereinbart, die als Aufwandsentschädigung an den Onkel zu zahlen ist und als Taschengeld ans Kind. Aber dazu würde ich im Vorfeld einen Anwalt kontaktieren.
    LG STEINLINDA WHISKAS LIKORIA HUHN


  4. #4
    Temporär ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Zitat Zitat von Diamant Beitrag anzeigen
    Zu gehen scheint dieses Konstrukt. Schau mal hier, da ist es zumindest so beschrieben.

    https://www.sueddeutsche.de/geld/sor...er-1.2471425-2.
    Vormund wäre doch der Onkel? So wie ich das EP verstehe geht es um das Geld?

  5. #5
    Avatar von Diamant
    Diamant ist offline Sächsisches Angelhuhn
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    Standard Re: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Zitat Zitat von Temporär Beitrag anzeigen
    Vormund wäre doch der Onkel? So wie ich das EP verstehe geht es um das Geld?
    Das steht da im Text

    "Dann können die Eltern die Aufgaben des Vormunds auch auf mehrere Personen aufteilen", sagt Familienrechtsexpertin Becker. Einer kümmert sich um den Alltag und nimmt die Kinder zu sich, ein anderer regelt die finanziellen Dinge."
    LG STEINLINDA WHISKAS LIKORIA HUHN


  6. #6
    Avatar von WhiseWoman
    WhiseWoman ist offline Es werde Licht.
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    Standard Re: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Zitat Zitat von Temporär Beitrag anzeigen
    Vormund wäre doch der Onkel? So wie ich das EP verstehe geht es um das Geld?
    Vormundschaften kann man teilen.

    Man kann auch festlegen, dass die Betreuungsvormundschaft mit dem 18. Geburtstag erlischt, aber nicht die Vermögensvormundschaft.
    Kaefer und Klopferline gefällt dies.
    Нет худа без добра.

  7. #7
    Temporär ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Zitat Zitat von Diamant Beitrag anzeigen
    Das steht da im Text

    "Dann können die Eltern die Aufgaben des Vormunds auch auf mehrere Personen aufteilen", sagt Familienrechtsexpertin Becker. Einer kümmert sich um den Alltag und nimmt die Kinder zu sich, ein anderer regelt die finanziellen Dinge."
    Ja, aber da braucht man dann auch das Gericht für und ich denke (weiß nicht), dass sich die Betreuer auch einig sein müssen.
    Was je nachdem schwierig werden kann, denn eigentlich ist eine Interessenkollision vorprogrammiert.
    Habe ich praktisch noch nie gesehen in der Ausführung, aber das heißt ja nichts. Danke für den Hinweis!

  8. #8
    Avatar von Lui
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    Standard Re: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Zitat Zitat von Dr. Quinn Beitrag anzeigen
    Achtung – jetzt wird es lang…

    Folgender Hintergrund:

    Mein Mann hat einen Freund, den er schon seit über 45 Jahren kennt und dem er sehr nahe steht. Dieser Freund ist jetzt zum ersten Mal Vater geworden (er ist mit einer wesentlich jüngeren Frau verheiratet). Er hat so gut wie keine Verwandtschaft (nur noch eine Mutter, keine Cousinen oder Cousins). Seine Frau hat eine riesen Verwandtschaft, da sowohl Mutter als auch Vater sehr viele Geschwister haben.

    Sie und ihr Bruder haben jeweils 2 oder 3 Paten, aber aufgrund der Tatsache, dass beide Großelternpaare im Fall des Falles (sollten beide Eltern sterben) nicht geeignet waren, Kinder groß zu ziehen, bestimmten Ihre Eltern testamentarisch einen Vormund (einen Onkel und eine Tante), die die Kinder aufgenommen hätten. Sie fand diese Regelung immer sehr gut – sie hatte zu ihren Paten kaum Kontakt, sah aber ihre potentiellen Vormünder immer als eine Art Zweiteltern an, zu denen sie noch heute sehr engen Kontakt hat.

    Diese Regelung wünschen sie sich jetzt auch für ihr Kind (und eventuelle zukünftige Kinder).Eigentlich sehen sie ihren Bruder in dieser Rolle und er wäre auch bereit dafür. ABER: er ist wohl etwas „lebensuntüchtig“, sprich, er hat zum einen wohl einen sehr fragwürdigen Frauengeschmack (was ja noch im Auge des Betrachters liegt) und trifft auch manchmal etwas fragwürdige finanzielle Entscheidungen. Im Falle des Todes beider Elternteil würde die Kleine schon einen größeren Geldbetrag erben, der dann verwaltet werden müsste.

    Daher stellen sie sich jetzt vor, dass das Kind im Fall des Falles zum Bruder käme, wir aber als eine Art finanzieller Vormund fungieren sollen (alles testamentarisch und anwaltlich festgelegt). Mal abgesehen davon, dass dieses Konstrukt ja höchstwahrscheinlich sowieso nicht zum Tragen kommt (hoffentlich), habe ich da doch einige Fragezeichen über dem Kopf. Wir hätten prinzipiell kein Problem damit, aber ich habe sowas noch nicht gehört, und kann mir auch gar nicht vorstellen, wie das praktisch laufen soll. Ruft der Onkel des Kindes dann bei uns an und fragt, ob er der Kleinen eine Playstation kaufen darf? Fahren wir dann einmal im Jahr hin und lassen uns die Kontoauszüge der Kleinen zeigen? Ist so eine Aufgabenteilung praktikabel?

    Lasst mich doch mal ein wenig an Euren Gedanken zu diesem Thema teilhaben, vielleicht gibt es ja auch den ein oder anderen Gedankenanstoß oder Aspekt, den wir jetzt noch nicht bedacht haben.
    Ja kenne ich. Hab ich leicht variiert mit dem Quasimündel des Gatten auch gelebt. (Kind bei uns, Finanzen beim Vormund) allerdings hielt der uns für eher vertrauenswürdig in finanzieller Hinsicht und hat uns auch da im Wesentlichen freie Hand gelassen.

    Grundsätzlich befürworte ich wenn man versorgt. Ein Notar soll was entwerfen und dann könnt ihr besser reden , euch besser was vorstellen und auch ihn fragen.

    An Stelle des Bruders würde ich mir aber stark überlegen, ob ich das Kind nehme, wenn man mich so negativ einschätzt.

  9. #9
    Avatar von WhiseWoman
    WhiseWoman ist offline Es werde Licht.
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    Standard Re: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Zitat Zitat von Lui Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich befürworte ich wenn man versorgt. Ein Notar soll was entwerfen und dann könnt ihr besser reden , euch besser was vorstellen und auch ihn fragen.
    *heftig nick*
    Нет худа без добра.

  10. #10
    Avatar von Lui
    Lui
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    Standard Re: Habt Ihr schon mal von so einem „Konstrukt“ gehört? (Vormundschaft)

    Zitat Zitat von Temporär Beitrag anzeigen
    Vormund wäre doch der Onkel? So wie ich das EP verstehe geht es um das Geld?
    Man kann einzelne Aspekte der elterlichen Sorge auf verschiedene Menschen übertragen - oder auch mit Vollmachten arbeiten. Den Link hab ich nicht gelesen.

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