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Thema: Ich trau mich nicht

  1. #1
    Spex ist offline Pooh-Bah
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    Standard Ich trau mich nicht

    Ich würde so gerne wissen, ob mein Partner sich vorstellen kann, noch einmal zu heiraten. Aber ich traue mich nicht, ihn zu fragen. Maaannn.
    Wir sind nun ca. 9 Monate ein Paar und ich habe mich noch niemandem so nah und verbunden gefühlt. Wir ticken so unheimlich ähnlich, ich habe erstmals in einer Beziehung nicht das Gefühl, irgendwie zu kurz zu kommen oder mehr emotional zu investieren als der andere. Und ich habe auch erstmals keinerlei Zweifel. Und darum kommt immer häufiger der Wunsch, diesen Mann irgendwann zu heiraten. Nicht heute, auch nicht übermorgen, aber irgendwann. Ich war nie verheiratet, aber es bedeutet für mich noch einmal mehr Zusammengehörigkeit und Verbundenheit. Außerdem wil ich einmal im Leben so ein tolles Kleid tragen
    Aaaaber: mein Freund war schon einmal verheiratet, seine erste Frau ist vor über 10 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben und ich glaube, er hat sie sehr sehr geliebt. Und er trauert manchmal heute noch. Wenn zum Beispiel in einem Film berührende Szenen vorkommen, dann steigen ihm Tränen in die Augen und manchmal ist er dann erstmal ein zwei Stunden etwas bedrückt. Sie waren lange zusammen, und noch dazu hatte sie den gleichen Vornamen wie ich.
    Aus diesem Grund tue ich mich schwer, ihn zu fragen. Ich habe Angst, dass er sagt, dass er nicht nochmal heiraten möchte. Oder, was wahrscheinlicher ist, dass er ausweichend antwortet, sowas wie "da habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht.". Und dass mich das zu sehr verletzt, dass es mir das Gefühl gibt, nicht genug oder zumindest nicht genauso geliebt zu werden wie seine verstorbene Frau. Ich weiß und spüre, dass er mich liebt, so ist es nicht. Aber dennoch.
    Ich habe ihm gesagt, dass es selbstverständlich ist, dass sie immer einen Platz in seinem Herzen haben wird und dass er gerne von ihr erzählen darf, habe ihn gefragt, ob er mir Bilder zeigen möchte. Das hat er auch getan. Es ist manchmal nicht so leicht, zu spüren, wieviel er für sie empfunden hat. Aber ich weiß, dass mir das im Grunde nichts wegnimmt.
    Ich weiß nicht, warum ich das hier erzähle, ich muss es glaube ich einfach mal loswerden. Und vielleicht mögt ihr ja einfach ein bißchen schreiben, was euch dazu so durch den Kopf geht.

  2. #2
    Sascha ist offline Urgestein
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    Standard Re: Ich trau mich nicht

    Stelle Dir die Frage, warum es Dir wichtig ist, dann kannst Du mit einer (wenn sie denn überhaupt so ist) ablehnenden Antwort besser umgehen.
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    Sascha
    das war ja wohl individualtaktischer Nonsens

    Most important decisions in life are made between two people in bed
    Billy Bragg

  3. #3
    Spex ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Ich trau mich nicht

    Zitat Zitat von Sascha Beitrag anzeigen
    Stelle Dir die Frage, warum es Dir wichtig ist, dann kannst Du mit einer (wenn sie denn überhaupt so ist) ablehnenden Antwort besser umgehen.
    Inwiefern meinst du hilft das? Warum es mir wichtig ist: ich stelle mir vor, dass man sich als Ehepaar nochmal viel stärker verbunden und einander zugehörig fühlt. Ich möchte auch gerne durch die Zeremonie und das tägliche Tragen des Rings nach außen zeigen, dass er mir wichtig ist und dass ich mein Leben mit ihm teilen möchte. Und vielleicht brauche ich auch die Sicherheit von seiner Seite, dass er sich trotz der Bedeutung, die seine verstorbene Frau nach wie vor für ihn hat, ganz auf mich einlassen kann.

  4. #4
    Sascha ist offline Urgestein
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    Standard Re: Ich trau mich nicht

    Zitat Zitat von Spex Beitrag anzeigen
    Inwiefern meinst du hilft das? Warum es mir wichtig ist: ich stelle mir vor, dass man sich als Ehepaar nochmal viel stärker verbunden und einander zugehörig fühlt. Ich möchte auch gerne durch die Zeremonie und das tägliche Tragen des Rings nach außen zeigen, dass er mir wichtig ist und dass ich mein Leben mit ihm teilen möchte. Und vielleicht brauche ich auch die Sicherheit von seiner Seite, dass er sich trotz der Bedeutung, die seine verstorbene Frau nach wie vor für ihn hat, ganz auf mich einlassen kann.
    Ich glaube halt, wenn man sich seine eigene Motivation vor Augen führt, dann kann man "besser argumentieren" und muss sich auch nicht auf "diffuse" Gefühle zurückziehen und man ist ihnen nicht so ausgeliefert.

    Obwohl ich persönlich nicht finde, dass sich durch die Eheschließung irgendwas verändert (abgesehen von der juristischen Seite), verstehe ich Dich übrigens.
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    Sascha
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  5. #5
    Avatar von Capretta
    Capretta ist offline Zicklein
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    Standard Re: Ich trau mich nicht

    Was würde dich mehr belasten, die Ungewissheit, oder ggfs. eine ablehnende Antwort.

  6. #6
    Spex ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Ich trau mich nicht

    Zitat Zitat von Sascha Beitrag anzeigen
    Ich glaube halt, wenn man sich seine eigene Motivation vor Augen führt, dann kann man "besser argumentieren" und muss sich auch nicht auf "diffuse" Gefühle zurückziehen und man ist ihnen nicht so ausgeliefert.

    Obwohl ich persönlich nicht finde, dass sich durch die Eheschließung irgendwas verändert (abgesehen von der juristischen Seite), verstehe ich Dich übrigens.
    Ich will ja gar nicht argumentieren, also im Sinne: ihn überzeugen. Aber es stimmt, es wäre gut, ihm sagen zu können, was mir das bedeutet und warum es mir wichtig ist. Er hat mir erzählt, dass eine Ex-Freundin ihm sehr oft vorgeworfen hat, dass er seine Frau ja mehr geliebt habe, dass er zu viel von ihr erzählt habe und dass alles Beteuern seinerseits nichts geholfen habe, es seien immer wieder Vorwürfe gekommen (sie sagte jedoch auch von sich, dass sie Borderlinerin sei, da gehört das ja quasi zum Programm).
    Und da möchte ich eben nicht, dass er Sorge hat, dass es bei mir auch so käme. Dass er den Eindruck gewinnt, nicht nein sagen zu dürfen.

  7. #7
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Urgestein
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    Standard Re: Ich trau mich nicht

    Zitat Zitat von Sascha Beitrag anzeigen
    Obwohl ich persönlich nicht finde, dass sich durch die Eheschließung irgendwas verändert (abgesehen von der juristischen Seite), verstehe ich Dich übrigens.
    Ich finde schon, dass sich das Zusammengehörigkeitsgefühl ändert. Ich verstehe Spex.

  8. #8
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Urgestein
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    Standard Re: Ich trau mich nicht

    Zitat Zitat von Spex Beitrag anzeigen
    Ich will ja gar nicht argumentieren, also im Sinne: ihn überzeugen. Aber es stimmt, es wäre gut, ihm sagen zu können, was mir das bedeutet und warum es mir wichtig ist. Er hat mir erzählt, dass eine Ex-Freundin ihm sehr oft vorgeworfen hat, dass er seine Frau ja mehr geliebt habe, dass er zu viel von ihr erzählt habe und dass alles Beteuern seinerseits nichts geholfen habe, es seien immer wieder Vorwürfe gekommen (sie sagte jedoch auch von sich, dass sie Borderlinerin sei, da gehört das ja quasi zum Programm).
    Und da möchte ich eben nicht, dass er Sorge hat, dass es bei mir auch so käme. Dass er den Eindruck gewinnt, nicht nein sagen zu dürfen.
    Erzähl ihm doch von deinen Gefühlen und sage explizit dazu, dass du JETZT keine Antwort möchtest, aber irgendwann schon. Ich habe übrigens mal ein Schoko-Telegramm mit einem Heiratsantrag verschickt.
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  9. #9
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Ich trau mich nicht

    Eine Verlobung könnte etwas für euch sein.

    Wobei mir 9 Monate so oder so viel zu kurz wären.
    Gut, mein Mann wusste auch sehr früh, dass er mich heiraten will.
    Ich habe da einige Jahre mehr gebraucht.
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    Das Böse sind falsche Entscheidungen.

  10. #10
    Sascha ist offline Urgestein
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    Standard Re: Ich trau mich nicht

    Zitat Zitat von Spex Beitrag anzeigen
    Ich will ja gar nicht argumentieren, also im Sinne: ihn überzeugen. Aber es stimmt, es wäre gut, ihm sagen zu können, was mir das bedeutet und warum es mir wichtig ist. Er hat mir erzählt, dass eine Ex-Freundin ihm sehr oft vorgeworfen hat, dass er seine Frau ja mehr geliebt habe, dass er zu viel von ihr erzählt habe und dass alles Beteuern seinerseits nichts geholfen habe, es seien immer wieder Vorwürfe gekommen (sie sagte jedoch auch von sich, dass sie Borderlinerin sei, da gehört das ja quasi zum Programm).
    Und da möchte ich eben nicht, dass er Sorge hat, dass es bei mir auch so käme. Dass er den Eindruck gewinnt, nicht nein sagen zu dürfen.
    Was wäre denn, wenn er nein sagen würde?
    Sascha
    das war ja wohl individualtaktischer Nonsens

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