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Thema: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

  1. #1
    mimi1971 ist offline Pooh-Bah
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    Standard Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Wie geht ihr damit um? Als Mutter und/oder auch als Lehrerin?

    Ich habe einen 12 jährigen Realschüler, der oft (aber nicht immer) die Erledigung seiner Hausaufgaben verweigert. Der Grund ist immer der gleiche: fehlende Lust und fehlende Motivation. Und es ist jetzt noch nicht mal so, dass er den Stoff nicht kann. Er ist nicht versetzungsgefährdet. Seine Englischlehrerin sagt, er hätte ein sehr gutes Sprachverständnis. Er ist mündlich richtig gut, verhaut aber oft die Vokabeltests, weil er nicht ausreichend dafür lernt. Er schreibt die Vokabeln noch ab und das war es dann. Mal macht er seine Hausaufgaben, oft aber nicht oder nur unvollständig. Daher hat er im Zeugnis auch nur eine 3 in Englisch bekommen. Im nächsten Jahr möchte er als Wahlfach Französisch nehmen. In Deutsch und Bio sieht es von den Hausaufgaben auch nicht anders aus. In beiden Fächern ist er auf eine 4 abgerutscht. In Mathe hatte er eine 2.Die restlichen Noten liegen so im 2er und 3er Bereich.

    Die Handynutzung habe ich schon stark eingeschränkt. Sportverbot, bzw. dass er nicht zum Training darf, finde ich doof und kontraproduktiv. Abgesehen davon spielt er Handball. Da würde ich nicht nur ihn "bestrafen", sondern die ganze Mannschaft.

    Ich bin schon ziemlich sauer auf ihn, weil er so faul ist und hinter seinen schulischen Leistungen zurück bleibt. Von Seiten der Schule gibt es leider kaum Konsequenzen, die ihm unangenehm genug sind, damit er die Hausaufgaben macht. Es gibt höchstens mal einen Eintrag in seinen Hausaufgabenplaner oder ich bekomme eine schriftlichen Hinweis, was ich beides unterschreiben muss. Oder in einem Elterngespräch wird das angesprochen. Das war's auch schon. Ich würde mir wünschen, dass ich mal eine Nachricht bekäme, in der stände, dass er an dem oder dem Tag mal nachsitzen muss, wenn der Rest der Klasse nach der 5. oder 6. Stunde nach Hause geht. Aber so was wird ja nicht mehr gemacht.

    Ich habe ihm auch schon angeboten, ihm zu helfen, wenn er meine Hilfe braucht. Nützt alles nichts. Ich kann ihm ja keinen Stift in die Hand schweißen. Ich kann auch nicht seine Hand mit dem Stift führen.

    Wie geht ihr mit so einer Arbeitsverweigerung um? Einerseits will ich mich nicht immer einmischen. Auf ser anderen Seite macht er zu oft seibe Hausaufgaben nicht.

    Was er aber macht, und das ist wiederum positiv: er schwänzt nicht und geht immer zur Schule. Und er stört den Unterricht nicht, sondern passt auf und beteiligt sich gut und aufmerksam am Unterricht. Was er in der Schule/im Unterricht schafft, braucht er dann ja auch nicht als Hausaufgabe zuhause erledigen.

    Zur Schule: es ist eine kooperierte Gesamtschule mit separaten Realschulbereich. Es gibt dort (leider) keine, im Stundenplan integrierten, Lernstunden, in denen ein Teil der Hausaufgaben erledigt werden kann. In die Hausaufgabenbetreuung will er auch nicht, weil er die Nachmittagsbetreuung in der Schule nicht mag und sich dort auch nicht konzentrieren kann, da es dort meistens sehr unruhig ist. Abgesehen davon sind die Plätze dort auch alle vergeben.

    Wer kann mir Tips geben? Wie kann ich ihn besser motivieren?

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Nicht sauer auf ihn sein.

    Das finde ich als Einstellung richtig schlimm.

    Ich finde die Noten jetzt auch nicht berauschend, an den 4 kann er arbeiten, dass die nicht Richtung 5 kippen, aber so schlecht ist das Zeugnis doch jetzt auch nicht. Und die Versetzung ist auch nicht in Gefahr.


    Ich hab mich ganz schön aufgerieben, weil ich lange nicht akzeptieren wollte, dass das wirklich schlaue Kind so wenig aus seinem Potential macht.
    Gebracht hat das nix. Außer täglichem Gebrüll.
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  3. #3
    Avatar von Distelfalter
    Distelfalter ist gerade online Carpal Tunnel
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    Standard Re: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Hm, Tips habe ich keine. Aber mir fällt ein, dass in der Unterstufe wohl viele Schüler Hausaufgaben regelmäßig morgens von anderen abschreiben, also nicht selbst erarbeiten. Die Motivation dazu war hier immer der Druck durch die Lehrer: da gab es Strichlisten, bei vielen Lehrern gab es Klassenbucheinträge oder Nachsitzen, wenn HA mehrfach vergessen wurden.
    Den Sinn von HA verstehen, glaube ich, sehr viele Schüler in dem Alter nicht.

  4. #4
    Kara^^ ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Ich hab ab der dritten Klasse auch keine Hausaufgaben mehr gemacht. Das gab jedes Jahr richtig viel Ärger, meine Eltern haben mich geschimpft, mir Sachen verboten etc. Sonst hätten sie mich allerdings nicht beachtet. War also eine Art Notwehr.
    Nur in unseren Träumen sind wir frei. Die meiste Zeit über brauchen wir Lohn.
    - Terry Pratchett, MacBest

  5. #5
    mimi1971 ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Zitat Zitat von Kara^^ Beitrag anzeigen
    Ich hab ab der dritten Klasse auch keine Hausaufgaben mehr gemacht. Das gab jedes Jahr richtig viel Ärger, meine Eltern haben mich geschimpft, mir Sachen verboten etc. Sonst hätten sie mich allerdings nicht beachtet. War also eine Art Notwehr.
    Also, mangelnde Beachtung bekommt er bei uns definitiv nicht. Er ist zwar kein Einzelkind, aber Beachtung, auch im positiven Sinn, bekommt er genug.

  6. #6
    Mumpitz ist offline Legende
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    Standard Re: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Faulheit regt mich persönlich auch auf, ich musste sie bei meinen Kindern aber akzeptieren. Besonders mein Mittlerer machte nur etwas, wenn es ihn interessierte oder für seine Zukunft wichtig war. Dementsprechend hat er in der gesamten Mittelstufe keine Hausaufgaben gemacht und die Noten blieben weit hinter seinem Potential zurück. Aber, er hatte ja recht, diese Noten waren letztlich völlig egal. Ab der 11, als die Noten zählten, hat er reingehauen und ein super gutes Abi gemacht. Beispiel Latein: Latinumsprüfung am Ende der 9 schriftlich 5, mit Mündlich knapp 3 gerade so mit 4 bestanden. Latein im Abi dagegen: 15 Punkte.....Verbote gab es von mir keine. Wenn dein Sohn später z.B. eine Quali schaffen will, wird er sich auch anstrengen.
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  7. #7
    Avatar von Wanda.Lismus
    Wanda.Lismus ist offline Klimakiller
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    Standard Re: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Als Lehrer, hmm...
    Mitteilung an die Eltern, danach wohl den fehlenden Stoff nachmittags nacharbeiten lassen, wenn es nicht besser wird.

  8. #8
    Avatar von majathebookworm
    majathebookworm ist gerade online frohsinnig
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    Standard Re: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Was anderes als eine fixe "Lernzeit" zu Hause, also ein Zeitfenster, das für Schularbeiten reserviert ist, fällt mir nicht ein.

    Wie du sagst, man kann ihn schlecht zwingen.

    Wenn die schlechteren Noten keine ausreichende Motivation sind, wird es schwierig.

    Mein Neffe macht schon die ganze Oberstufe keine HA, und bekommt deshalb in allen HA-Fächern eine Note schlechter. Ist ihm egal. Die Lehrer beißen sich an ihm die Zähne aus.
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  9. #9
    Avatar von majathebookworm
    majathebookworm ist gerade online frohsinnig
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    Standard Re: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Zitat Zitat von Wanda.Lismus Beitrag anzeigen
    Als Lehrer, hmm...
    Mitteilung an die Eltern, danach wohl den fehlenden Stoff nachmittags nacharbeiten lassen, wenn es nicht besser wird.
    Wieso den fehlenden Stoff?

    HA ist doch meist Wiederholung/Festigung vom Schulstoff. Außer Portfolio / Projekte.
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  10. #10
    Avatar von SofieAmundsen
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    Standard Re: Hausaufgabenverweigerung eines 6. Klässlers

    Zitat Zitat von mimi1971 Beitrag anzeigen
    Wer kann mir Tips geben? Wie kann ich ihn besser motivieren?
    Ich bin ja erstmalig mit einem Kind gesegnet, dem es wichtig ist, seine Hausaufgaben zu erledigen

    Bei Vokabeln hilft ihm, die aufzuteilen, so dass es de facto eigentlich immer nurca. 4 pro Tag sind. Es motiviert ihn auch, dass er sich in der Stunde melden und mitarbeiten kann. Vielleicht (!) könntest du deinem Sohn anbieten, dass er das mal ausprobiert 2 Wochen lang um dann zu reflektieren, ob es ihm irgendwie ein gutes Gefühl bringt.

    Ansonsten: die großen Brüder hatten i.d.R. "nix auf", sie haben das dann entweder irgendwo abgepinnt, oder haben halt einen Hausaufgabenstrich bekommen. Zumindest der Mittlere, der eh große schulische Lücken hatte, hat auf die Art auch nie irgendwie verstanden, worum es ging. Zum Realschulabschluss hat es dann doch noch gereicht. Der Älteste ist mittlerweile superfleißig und studiert mit einem bisher 1,0er Schnitt.
    Liebe Grüße

    Sofie

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