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Thema: Wenn sich die Rollen ändern

  1. #31
    Indigo ist offline empfangsbereit

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    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Genau, dieses Gefühl der Geborgenheit vergeht. Ich glaube das macht mich auch traurig.
    Genau das ist es. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis. Nun erzähle ich von mir eigentlich nichts mehr (also das Oberflächliche halt: was die Kinder machen und so ...). Ich will sie nicht belasten, außerdem merke ich auch, dass manches für sie langsam nicht mehr nachvollziehbar ist oder aber auch ein wenig "abprallt".
    Da fällt nun eine wichtige Bindung weg, und der Mensch braucht ja "nahe", Geborgenheit gebende Beziehungen im Leben.
    Jennifer74 und Gast gefällt dies.
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  2. #32
    HeiligerHafen Gast

    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von Jennifer74 Beitrag anzeigen
    Schlimm, ja . Mit dem Auto fahren, das war ein längerer Prozess. Es kann ja nur mein Vater fahren und wir haben bestimmt ein Jahr immer mal vorsichtig mit ihm geredet, ob es wirklich noch sinnvoll ist (er hat mehrere Male diverse Gartensäulen etc. gestreift). Die Antwort war immer "na klar geht das noch". Als er dann eine OP hatte, hat er sich danach nicht mehr getraut. Unsere Tochter ist schon länger nicht mehr mit ihm mitgefahren, weil sie meinte "der Opa fährt ganz schlimm, da habe ich Angst".
    Oh ha. Ich hoffe, das dauert noch etwas.

  3. #33
    HeiligerHafen Gast

    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von Indigo Beitrag anzeigen
    Nö, bis vor zwei Jahren ging's ja noch ganz gut, die Besuche waren nicht "schlimm". Und wir haben ja dazwischen wöchentlich geskypt. So richtig bergab geht es erst in letzter Zeit.
    Das tut mir leid.
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  4. #34
    Foxlady Gast

    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Hattet ihr mit euren Eltern auch diesen Moment, wo ihr dachtet "jetzt tauschen sich die Rollen, meine Eltern/Mutter/Vater sind/ist alt"?
    Ich hatte letztens schon mal meine Sorgen geäußert. Meine Mutter ist jetzt 70, vergisst öfter was, streitet vehement Dinge ab, routinierte Dinge wie Kochen gehen ihr nicht mehr so leicht von der Hand. Als sie letztens was ausfüllen sollte, braucht sie 3 Anläufe, um es zu schaffen. Was mir aber richtig Sorgen bereitet hat ist, dass sie Sonntag nach ihrer Feier im Wohnzimmer gestürzt ist und nicht weiß, warum.

    Kenne ich nur zu gut.

  5. #35
    Avatar von Jennifer74
    Jennifer74 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von Indigo Beitrag anzeigen
    Genau das ist es. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis. Nun erzähle ich von mir eigentlich nichts mehr (also das Oberflächliche halt: was die Kinder machen und so ...). Ich will sie nicht belasten, außerdem merke ich auch, dass manches für sie langsam nicht mehr nachvollziehbar ist oder aber auch ein wenig "abprallt".
    Da fällt nun eine wichtige Bindung weg, und der Mensch braucht ja "nahe", Geborgenheit gebende Beziehungen im Leben.
    Das hast Du schön ausgedrückt. Meine Mutter war immer eine Person, die jedem zugehört hat, für alle da war. Und nun, nun habe ich echt das Gefühl, sie interessiert sich nur noch für sich selbst.

  6. #36
    Kornblume08 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Einsichtig ist sie Gott sei Dank noch. Außer wenn sie sich schonen soll, aber das war schon immer so. So ist sie halt.
    So ist meine Mutter auch. Der Klassiker: "Macht euch um mich keine Gedanken, das geht schon."
    Oder wenn sie anruft: "Ich störe auch gar nicht lange, du hast sicher viel zu tun...", selbst wenn ich Lust zu plaudern habe, denkt sie immer, es passt gerade nicht.

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Aber ich fürchte das wird nicht ewig so sein.
    Meine Schwiegereltern sind die sture Fraktion. Das finde ich auch extrem anstrengend manchmal.
    Ja, sowas kenne ich je nach Tagesform von meinem Vater. Geht so in die Richtung "Lass mich, Ich bin alt genug und weiß, was ich tue." oder "Misch dich da nicht ein." Schwierig.
    Ich hab' dann auch immer im Hinterkopf, dass ich nicht weiß, wie ich in 40 Jahren mal drauf bin...
    LG

    Kornblume mit Sohn 03/04 und Tochter 08/07

  7. #37
    hajuni ist offline nicht neu

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    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Hattet ihr mit euren Eltern auch diesen Moment, wo ihr dachtet "jetzt tauschen sich die Rollen, meine Eltern/Mutter/Vater sind/ist alt"?
    Ich hatte letztens schon mal meine Sorgen geäußert. Meine Mutter ist jetzt 70, vergisst öfter was, streitet vehement Dinge ab, routinierte Dinge wie Kochen gehen ihr nicht mehr so leicht von der Hand. Als sie letztens was ausfüllen sollte, braucht sie 3 Anläufe, um es zu schaffen. Was mir aber richtig Sorgen bereitet hat ist, dass sie Sonntag nach ihrer Feier im Wohnzimmer gestürzt ist und nicht weiß, warum.
    Sie hatte vor 2 Jahren Brustkrebs. Nun soll nächsten Monat ein richtiges Implantat eingesetzt werden. Seit dem Krebs baut sie zusehends ab. Ich mach mir echt Sorgen, dass sie die nächste Op (werden wohl leider 2 sein) noch mehr umhaut.
    Muss ich mir Sorgen machen? Das Fallen hat mich echt geschockt.
    Bei uns ist es noch nicht so weit. Da ist das Verhältnis noch so wie immer!

    Aber es gehört wohl dazu. Es tut mir leid, dass es bei euch gerade so schwierig ist. Alles Gute für deine Mutter!

  8. #38
    HeiligerHafen Gast

    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von Kornblume08 Beitrag anzeigen
    So ist meine Mutter auch. Der Klassiker: "Macht euch um mich keine Gedanken, das geht schon."
    Oder wenn sie anruft: "Ich störe auch gar nicht lange, du hast sicher viel zu tun...", selbst wenn ich Lust zu plaudern habe, denkt sie immer, es passt gerade nicht.



    Ja, sowas kenne ich je nach Tagesform von meinem Vater. Geht so in die Richtung "Lass mich, Ich bin alt genug und weiß, was ich tue." oder "Misch dich da nicht ein." Schwierig.
    Ich hab' dann auch immer im Hinterkopf, dass ich nicht weiß, wie ich in 40 Jahren mal drauf bin...
    Ja, das macht mir auch Angst. Ich will keine sture Alte werden
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  9. #39
    HeiligerHafen Gast

    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von hajuni Beitrag anzeigen
    Bei uns ist es noch nicht so weit. Da ist das Verhältnis noch so wie immer!

    Aber es gehört wohl dazu. Es tut mir leid, dass es bei euch gerade so schwierig ist. Alles Gute für deine Mutter!
    Danke dir. Noch sind es nur Kleinigkeiten, aber es wird halt mehr und mehr

  10. #40
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is

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    Standard Re: Wenn sich die Rollen ändern

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Hattet ihr mit euren Eltern auch diesen Moment, wo ihr dachtet "jetzt tauschen sich die Rollen, meine Eltern/Mutter/Vater sind/ist alt"?
    Nein, hatte ich in dem Sinne nicht.

    Von frühester Kindheit an waren meine Eltern für mich alt.
    Meine Mutter war schon vergleichsweise alt und körperlich und seelisch krank, als ich geboren wurde.
    Ich habe sie nie jung erlebt und "auf meine Mutter aufpassen" habe ich schon als Kleinkind müssen.

    Mein Vater war zwar etwas jünger, aber immer noch die Generation der Großeltern meiner FreundInnen.

    Also das Lebensgefühl "Sie sind alt und können dieses und jenes nicht mehr": Ja, der hat mich von Kindheit an begleitet.
    Zumal mein Vater ja auch schwerbehindert aufgrund einer Kriegsverletzung war.

    Dazu bin ich so aufgewachsen, dass 70 alt ist und ein gesegnetes Alter.
    Das sehe ich immer noch so, auch wenn es Menschen gibt, die mit ihren 80 fitter sind als ich mit Mitte 50.
    Aber 70 ist für mich persönlich so der Punkt, bei dem ich froh bin, wenn ich ihn einigermaßen gut erreiche.
    Die Zeit danach bleibt für mich eine Leerstelle. (Also ich werde mir da nicht die Kugel geben und ich habe auch keine Kristallkugel wie es kommt. Aber das ist halt für mich der Zeithorizont, wenn ich mir meinen eigenen Lebensbogen vorstelle.)

    Dazu kam auch, dass ich meine Eltern sehr früh aus der "Eltern"Rolle entlassen habe (meine Mutter hatte die eh nie, die war für mich meine Haushälterin aber nicht meine "Mutter") und dazu von Kindheit an erlebt habe, wie Fähigkeiten schon nicht mehr vorhanden waren und das was da war, kontinuierlich nachließ.

    Besorgt war ich von daher immer nur um mich:
    Ich freute mich jeden Tag, an dem ich mich noch nicht kümmern musste.
    Und das schon seit ich mit 23 Jahren ausgezogen bin und meine Eltern 70 und 65 Jahre alt waren.

    Als es dann 17 Jahre später soweit war, heulte ich eine Nacht, weil ich wusste, dass mein Leben sich jetzt ändert und ich, die ich meine Eltern sehr aus meinem Leben entfernt hatte, da wieder ran musste und quasi wieder "eingefangen" wurde.
    Das war wenn du so willst der Punkt, an dem sich für mich durch die Gebrechlichkeit meiner Eltern was änderte im Familiengefüge.
    I
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    ___________________________________
    Das Böse sind falsche Entscheidungen.

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