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Thema: Unterhaltsfrage

  1. #1
    Gast

    Standard Unterhaltsfrage

    Eine Kollegin hat einen Partner, der aus einer noch nicht geschiedenen Ehe zwei Kinder hat. Die Kinder leben im Wechselmodell bei ihm und der Mutter, er bewohnt eine Eigentumswohnung.

    Nun weiß die Noch-Ehefrau von der Beziehung und verlangt Unterhalt, da sie behauptet, meine Freundin wäre bei ihm eingezogen und er würde dadurch Wohnkosten sparen (bzw. berechnet sie da irgendeinen fiktiven Mietkostenanteil, Wohnwert?). Es kam auch schon ein Schreiben ihrer Anwältin.

    Meine Frage: geht sowas? Muss sie (oder er) jetzt nachweisen, dass sie nicht dort wohnt? Oder ist das eh unerheblich?

  2. #2
    Avatar von DasUpfel
    DasUpfel ist offline vom Chaos beherrscht...
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    Standard Re: Unterhaltsfrage

    Zitat Zitat von Froschn Beitrag anzeigen
    Eine Kollegin hat einen Partner, der aus einer noch nicht geschiedenen Ehe zwei Kinder hat. Die Kinder leben im Wechselmodell bei ihm und der Mutter, er bewohnt eine Eigentumswohnung.

    Nun weiß die Noch-Ehefrau von der Beziehung und verlangt Unterhalt, da sie behauptet, meine Freundin wäre bei ihm eingezogen und er würde dadurch Wohnkosten sparen (bzw. berechnet sie da irgendeinen fiktiven Mietkostenanteil, Wohnwert?). Es kam auch schon ein Schreiben ihrer Anwältin.

    Meine Frage: geht sowas? Muss sie (oder er) jetzt nachweisen, dass sie nicht dort wohnt? Oder ist das eh unerheblich?
    Ich bin da ja völlig bar jeder Erfahrung, aber werden denn die Wohnkosten überhaupt in die Unterhaltsberechnung mit einbezogen? Ich dachte bisher, das ginge mehr oder weniger nach Einkommen und Betreuungsanteil.

  3. #3
    MostlyHarmless ist offline Irdisch
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    Standard Re: Unterhaltsfrage

    Zitat Zitat von Froschn Beitrag anzeigen
    Eine Kollegin hat einen Partner, der aus einer noch nicht geschiedenen Ehe zwei Kinder hat. Die Kinder leben im Wechselmodell bei ihm und der Mutter, er bewohnt eine Eigentumswohnung.

    Nun weiß die Noch-Ehefrau von der Beziehung und verlangt Unterhalt, da sie behauptet, meine Freundin wäre bei ihm eingezogen und er würde dadurch Wohnkosten sparen (bzw. berechnet sie da irgendeinen fiktiven Mietkostenanteil, Wohnwert?). Es kam auch schon ein Schreiben ihrer Anwältin.

    Meine Frage: geht sowas? Muss sie (oder er) jetzt nachweisen, dass sie nicht dort wohnt? Oder ist das eh unerheblich?
    Kindesunterhalt oder Trennungsunterhalt? So mal als erste Frage.

  4. #4
    Avatar von bizzie
    bizzie ist gerade online Veteran
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    Standard Re: Unterhaltsfrage

    So etwas kommt zum Tragen, wenn es knapp ist, denn wenn jemand mit einzieht, sinkt der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen. Allerdings nicht gleich beim Einzug, sondern, so weit ich weiß, erst nach ca. einem Jahr (wenn man also von einer dauerhaften Beziehung ausgeht).

    Solange sie aber nicht tatsächlich dort eingezogen und gemeldet ist, sondern nur ab und zu da ist, greift das nicht.

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Unterhaltsfrage

    Zitat Zitat von bizzie Beitrag anzeigen
    So etwas kommt zum Tragen, wenn es knapp ist, denn wenn jemand mit einzieht, sinkt der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen. Allerdings nicht gleich beim Einzug, sondern, so weit ich weiß, erst nach ca. einem Jahr (wenn man also von einer dauerhaften Beziehung ausgeht).

    Solange sie aber nicht tatsächlich dort eingezogen und gemeldet ist, sondern nur ab und zu da ist, greift das nicht.
    Danke! Es geht um Kindesunterhalt. Ich habe das so verstanden, dass sie ein Gehaltsgefälle zwischen seinem und ihrem Gehalt darstellen will, wodurch er (mehr) Unterhalt zahlen müsste.

  6. #6
    Avatar von Lui
    Lui
    Lui ist offline Regels sind Regels
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    Standard Re: Unterhaltsfrage

    Zitat Zitat von Froschn Beitrag anzeigen
    Danke! Es geht um Kindesunterhalt. Ich habe das so verstanden, dass sie ein Gehaltsgefälle zwischen seinem und ihrem Gehalt darstellen will, wodurch er (mehr) Unterhalt zahlen müsste.
    Unterhalt beim Wechselmodell ist die hohe Schule

    Grundsätzlich gibt es die Berücksichtigung der "Synergieeffekte", es wird ja auch billiger, wenn die Next die halbe Wohnung putzt oder von der Next eine Vergütung bekommen müsste, weil er für sie putzt oder die Zeitung mitliest und sich an den Kosten beteiligt. Ob das wirklich was bringt muss man ausrechnen.

    Stichworte für den Gockel wären "Versorgungsleistungen" oder "ersparte Aufwendungen"

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Unterhaltsfrage

    Zitat Zitat von Lui Beitrag anzeigen
    Unterhalt beim Wechselmodell ist die hohe Schule

    Grundsätzlich gibt es die Berücksichtigung der "Synergieeffekte", es wird ja auch billiger, wenn die Next die halbe Wohnung putzt oder von der Next eine Vergütung bekommen müsste, weil er für sie putzt oder die Zeitung mitliest und sich an den Kosten beteiligt. Ob das wirklich was bringt muss man ausrechnen.

    Stichworte für den Gockel wären "Versorgungsleistungen" oder "ersparte Aufwendungen"
    Auf dich hatte ich gehofft :-) du liebe Zeit, das kann ja dann noch witzig werden. Ich meine, was wäre denn, wenn sie tatsächlich einzieht, sich aber nicht an den Kosten beteiligt? Dann hat er ja eigentlich weniger Kohle? Ich finde das ja irgendwie krass.

  8. #8
    Avatar von Lui
    Lui
    Lui ist offline Regels sind Regels
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    Standard Re: Unterhaltsfrage

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  9. #9
    MostlyHarmless ist offline Irdisch
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    Standard Re: Unterhaltsfrage

    Zitat Zitat von Lui Beitrag anzeigen
    Unterhalt beim Wechselmodell ist die hohe Schule

    Grundsätzlich gibt es die Berücksichtigung der "Synergieeffekte", es wird ja auch billiger, wenn die Next die halbe Wohnung putzt oder von der Next eine Vergütung bekommen müsste, weil er für sie putzt oder die Zeitung mitliest und sich an den Kosten beteiligt. Ob das wirklich was bringt muss man ausrechnen.

    Stichworte für den Gockel wären "Versorgungsleistungen" oder "ersparte Aufwendungen"
    Hohe Schule? Ja, so kann man das nennen... brüllender Irrsinn könnte es allerdings auch treffen.

    Ohne ganz genaue Zahlen, einen (wirklich guten) Fachanwalt für Familienrecht und einem gewissen Gleichmut gegenüber der Unvorhersehbarkeit gerichtlicher Entscheidungen würde ich mich da nicht ranwagen.
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  10. #10
    MostlyHarmless ist offline Irdisch
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    Standard Re: Unterhaltsfrage

    Zitat Zitat von Lui Beitrag anzeigen
    Ich zitiere mal aus einem Fachbuch: "Gegen den Vergütungsansatz des BGH bestehen Bedenken, weil er der Realität nicht entspricht. Wie in der Ehe wird auch in einer neuen Partnerschaft für die Haushaltsführung nichts gezahlt, darin liegt gerade der Unterschied zwischen einer Partnerschaft und der Beschäftigung einer Haushälterin..."
    wer hätte das gedacht!
    Die Abgrenzung zu ersparten Aufwendungen ist nicht wirklich einfach, dann haben wir das Verbot der Doppelverwertung und noch ein paar Fallstricke...

    Das hilft deiner Kollegin alles nichts, das ist zu komplex als dass man es auf die Schnelle verstehen könnte. (Manche sagen, den BGH kann man gar nicht verstehen ) Das muss ein Profi rechnen. Und ihr wird nichts anderes übrig bleiben als ihr (um nicht wieder nur Männer als Profi einfließen zu lassen) zu vertrauen.
    Wobei die reinen Synergieeffekte durchs Zusammenwohnen und die fiktive "Vergütung für geleistete Hausrbeit" nochmal ganz verschiedene Dinge sind...

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