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Thema: 17jährige Niederländerin

  1. #1
    Mistkaefer ist offline old hand
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    Standard 17jährige Niederländerin

    nimmt Sterbehilfe in Anspruch, da sie mit dem Trauma und ihrer psychischen Krankheit nicht mehr weiter leben kann.

    Irgendwie bin ich schockiert. Sterbehilfe ist bisher für mich verknüpft mit dem finalen Abschnitt einer physischen tödlichen Krankheit, z.B. einem unheilbar Krebskranken zu helfen. Dass in den Niederlanden anders damit umgegangen wird, ist klar.

    Ich grübele gerade, wo meine persönliche Grenze in dem Thema wäre. Was rechtfertigt für mich Sterbehilfe? Das qualvolle Ende einer tödlichen Krankheit, das von Schmerz, Atemnot und oder Siechtum gezeichnet wird, auf jeden Fall. Aber psychische Krankheiten? Es ist immer schwierig, sich in andere Schuhe hineinzudenken. Wie schlimm muss es einem gehen, und wieso hilft dagegen nichts, um das Leid zu mindern, sodass es sich wieder lohnt, weiterzuleben?

    Die armen Eltern.
    Wo sind die Helden hin?
    Sag, kann es sein, dass wir das selber sind?


    15er Herbstbub und 18er Sommerbub und Eingeschlichene für 02/20

  2. #2
    rastamamma ist offline Urgestein
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    Standard Re: 17jährige Niederländerin

    Zitat Zitat von Mistkaefer Beitrag anzeigen
    nimmt Sterbehilfe in Anspruch, da sie mit dem Trauma und ihrer psychischen Krankheit nicht mehr weiter leben kann.

    Irgendwie bin ich schockiert. Sterbehilfe ist bisher für mich verknüpft mit dem finalen Abschnitt einer physischen tödlichen Krankheit, z.B. einem unheilbar Krebskranken zu helfen. Dass in den Niederlanden anders damit umgegangen wird, ist klar.

    Ich grübele gerade, wo meine persönliche Grenze in dem Thema wäre. Was rechtfertigt für mich Sterbehilfe? Das qualvolle Ende einer tödlichen Krankheit, das von Schmerz, Atemnot und oder Siechtum gezeichnet wird, auf jeden Fall. Aber psychische Krankheiten? Es ist immer schwierig, sich in andere Schuhe hineinzudenken. Wie schlimm muss es einem gehen, und wieso hilft dagegen nichts, um das Leid zu mindern, sodass es sich wieder lohnt, weiterzuleben?

    Die armen Eltern.
    Grundsätzlich sind psychische erkrankungen ja nicht weniger schlimm als physische. Und es gibt halt oft nichts, was das leid lindert, aber trotzdem noch lebensqualität bedeutet.

  3. #3
    Avatar von rosenma
    rosenma ist gerade online Legende
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    Standard Re: 17jährige Niederländerin

    Hier steht, sie hätte keine aktive Sterbehilfe bekommen.

    https://www.n-tv.de/panorama/Niederl...e21068238.html


    Time ist the fire in which we burn.

  4. #4
    Avatar von Philinea
    Philinea ist offline Berlinerin
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    Standard Re: 17jährige Niederländerin

    Ich bewerte das nicht. Sie hat sich sicher lange mit sich selber auseinander gesetzt und die Entscheidung für sich getroffen. Und natürlich tun mir auch sehr die Eltern leid, die sicher gerne geholfen hätten. Aber ich denke in diesem Fall wird die Familie viel darüber gesprochen haben und vielleicht verstehen oder sogar ihre Entscheidung akzeptieren.

    Ich finde das ist ein heikles Thema. Ich bin pro Sterbehilfe. Aber ich als ausenstehender möchte bei so einem Thema nicht Bewerten, wo eine Grenze liegt.
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  5. #5
    Kaefer ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: 17jährige Niederländerin

    Zitat Zitat von rosenma Beitrag anzeigen
    Hier steht, sie hätte keine aktive Sterbehilfe bekommen.

    https://www.n-tv.de/panorama/Niederl...e21068238.html
    So, wie es sich darstellt, ist das doch dann gar keine Sterbehilfe, oder? Auch keine passive wenn ich das richtig verstehe. In Deutschland wäre es ggf. unterlassene Hilfeleistung?

    Wie ist das eigentlich, wenn ich eine Patientenverfügung habe, die künstliche Ernährung untersagt, und ich als nicht totkranker Mensch einfach mit Essen und Trinken aufhöre?

  6. #6
    Mumpitz ist offline Legende
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    Standard Re: 17jährige Niederländerin

    Zitat Zitat von Mistkaefer Beitrag anzeigen
    nimmt Sterbehilfe in Anspruch, da sie mit dem Trauma und ihrer psychischen Krankheit nicht mehr weiter leben kann.

    Irgendwie bin ich schockiert. Sterbehilfe ist bisher für mich verknüpft mit dem finalen Abschnitt einer physischen tödlichen Krankheit, z.B. einem unheilbar Krebskranken zu helfen. Dass in den Niederlanden anders damit umgegangen wird, ist klar.

    Ich grübele gerade, wo meine persönliche Grenze in dem Thema wäre. Was rechtfertigt für mich Sterbehilfe? Das qualvolle Ende einer tödlichen Krankheit, das von Schmerz, Atemnot und oder Siechtum gezeichnet wird, auf jeden Fall. Aber psychische Krankheiten? Es ist immer schwierig, sich in andere Schuhe hineinzudenken. Wie schlimm muss es einem gehen, und wieso hilft dagegen nichts, um das Leid zu mindern, sodass es sich wieder lohnt, weiterzuleben?

    Die armen Eltern.
    Es war ja jetzt keine aktive Sterbehilfe. Aber in solchen Fällen wäre ich generell dagegen. Die Hoffnungslosigkeit ist doch ein Symptom der psychischen Krankheit. Es ist doch gar nicht sicher, dass sich ihr Zustand mit Behandlung nicht irgendwann bessern kann. Die traumatischen Erlebnisse sind jetzt erst wenige Jahre her. In 10 oder 20 Jahren sähe womöglich alles ganz anders aus.

  7. #7
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    Standard Re: 17jährige Niederländerin

    Wenn Betroffene einen Weg sähen, das Leid so zu mindern, dass es sich lohnt weiter zu leben, gäbe es auch keine Selbstmorde.

    Ich will darüber gar nicht urteilen.
    st.paula75 gefällt dies

  8. #8
    Mumpitz ist offline Legende
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    Standard Re: 17jährige Niederländerin

    Zitat Zitat von Kaefer Beitrag anzeigen
    So, wie es sich darstellt, ist das doch dann gar keine Sterbehilfe, oder? Auch keine passive wenn ich das richtig verstehe. In Deutschland wäre es ggf. unterlassene Hilfeleistung?

    Wie ist das eigentlich, wenn ich eine Patientenverfügung habe, die künstliche Ernährung untersagt, und ich als nicht totkranker Mensch einfach mit Essen und Trinken aufhöre?
    Interessante Frage. Letztlich ist das ja Selbstmord. Ich kann ja auch nicht verfügen, dass man mich nicht retten darf, wenn ich ins Wasser springe oder mich nicht aufhalten darf, wenn ich mich vom Hochhaus stürzen möchte....

  9. #9
    Avatar von BRachial
    BRachial ist offline Intellektueller Bodensatz
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    Standard Re: 17jährige Niederländerin

    Zitat Zitat von Philinea Beitrag anzeigen
    Ich bewerte das nicht. Sie hat sich sicher lange mit sich selber auseinander gesetzt und die Entscheidung für sich getroffen. Und natürlich tun mir auch sehr die Eltern leid, die sicher gerne geholfen hätten. Aber ich denke in diesem Fall wird die Familie viel darüber gesprochen haben und vielleicht verstehen oder sogar ihre Entscheidung akzeptieren.

    Ich finde das ist ein heikles Thema. Ich bin pro Sterbehilfe. Aber ich als ausenstehender möchte bei so einem Thema nicht Bewerten, wo eine Grenze liegt.
    Ich kann mir vorstellen, dass sie in Würde im Kreis ihrer Familie und selbstbestimmt sterben möchte, deshalb die aktive Sterbehilfe.
    Auf den Einzelfall bezogen finde ich das gut.
    "Rassismus ist das Übel unserer Welt. Nazi sein bedeutet, dass du verloren hast, bevor du anfängst. Du kannst nicht gewinnen. Du bist nur dumm."
    Lemmy Kilmister

    Solche:Freunde/Mann/Frau/Kind/Kinder/Tiere/Kollegen/Kumpels/Kneipenwirte/Mitsportler/Handwerker/ Lieferanten/Nachbarn hätte ich gar nicht erst!

  10. #10
    Davina ist offline Legende
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    Standard Re: 17jährige Niederländerin

    Ich denke schon, dass psychische Erkrankungen so schwer und tief sind, dass ein Leben nicht lebbar ist und Therapien erschöpft sind.
    Als ich jetzt den Artikel gelesen habe, hab ich gedacht, oh Gott, die ist ja noch so jung, das ist noch zu früh. Wenn sie nichts gesagt hat, konnte ihr auch nicht gut geholfen werden.

    Nichtsdestotrotz gibt es Schicksale, da frag ich mich schon, wie schaffen die es noch zu leben, weiterzumachen.

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