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Thema: Escitaloproam - brauche dringend Rat

  1. #1
    Avatar von Dr. Quinn
    Dr. Quinn ist offline 8 Richtige beim DoRä! :-)
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    29.03.2004
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    9.189

    Standard Escitaloproam - brauche dringend Rat

    Sorry, jetzt wird es lang, aber ich fürchte, ich muss etwas ausholen:

    Ich habe schon lange mit Ängsten und psychosomatischen Beschwerden zu kämpfen. Es ist im Laufe der Jahre immer mehr geworden, speziell Probleme mit dem Magen- und Darmtrakt. Bei den Ängsten war bei mir immer hauptsächlich das Problem, dass ich schnell auf Toilette muss wenn ich unterwegs bin und daraus hat sich dann eine Angst entwickelt, dass ich nicht rechtzeitig eine Toilette finde. Daraus resultierend fahre ich auch ungern in unbekannte Städte und Gebiete. Mein Nervenkostüm ist recht dünn, und beim kleinsten Anlass (Arztbesuch, Termine oder irgendwas, was nicht alltäglich ist), ist bei mir alles in Alarmstimmung, ich bekomme Durchfall und bin im Panikmodus. Nach dem Termin ist dann alles wieder gut, allerdings nimmt das den Magen-Darm-Trakt immer ziemlich mit und ab Mittag habe ich dann fürchterliche Bauchschmerzen und Blähungen.

    Bisher hielten sich das aber in Grenzen, so dass ich nach meiner letzten Therapie (vor ca. 2 Jahren) erst mal ganz gut zurechtkam.

    Den ersten Schlag habe ich dann im Februar weg bekommen, als mein Mann 4 Woche mit unklarer Diagnose krank war, selbst die Untersuchung im Krankenhaus hat nichts ergeben. Danach wäre ich schon mal urlaubsreif gewesen, konnte aber keinen Urlaub nehmen.

    Dann habe ich auf der Arbeit quasi noch einen zweiten Job dazu bekommen, und das hat mir dann stressmäßig den Rest gegeben. Mir ging es immer schlechter, der Körper zog alle roten Karten die er hatte - aber ich hab immer gedacht - ach, noch zwei Wochen bis zum Urlaub, das schaffst Du noch... noch eine Woche...

    Zwei Tage vorm Urlaub ging dann gar nichts mehr und ich habe mich noch krank schreiben lassen. Meine Hausärztin meinte, ich sollte mal drüber nachdenken, ob ich nicht ein leichtes Antidepressivum nehmen möchte, das würde es für mich leichter machen. Die Fahrt in den Urlaub war dann Horror, aber während des Urlaubs habe ich mich ganz gut erholt und hinterher ging es mir soweit gut. Kurz vorm Arbeitsbeginn ging es dann aber wieder los mit Aufregung, Durchfall... wobei mich die Arbeit dann ganz gut abgelenkt hat und es mir den Rest des Tages dann gut ging.

    Ich habe mich dann entschlossen, es mit dem AD zu versuchen. Die Hausärztin hat mir Escilatopram 10 mg verschreiben, ich sollte morgens 1 Tablette nehmen. Ich weiß zwar um Erstverschlimmerung und Nebenwirkungen, aber 2 Stunden nach der ersten Einnahme lag ich nur noch wie ein zitterndes Bündel auf dem Sofa, mich überrollte eine Panikattacke nach der anderen, extremer Durchfall, Übelkeit hoch 3, Essen kann ich so gut wie gar nicht, Kreislauf ging in die Knie. Nachdem es am zweiten Tag noch Schlimmer wurde, habe ich heute bei der Ärztin um eine AU gebeten und entschlossen, heute keine weitere Tablette zu nehmen. Leider konnte ich die Ärztin heute nicht sprechen, weil es so voll war.

    Ist das normal so? Ganz ehrlich, ich hätte das jetzt keinen weiteren Tag ausgehalten. Heute geht es mir etwas besser, die Übelkeit ist teilweise weg, aber ich kann immer noch nichts essen und die Angst überrollt mich immer wieder. Ein total scheussliches Gefühl, so eine Art Brennen, die mich vom Kopf bis zu den Füßen überrollt. Ich sitze hier und weiß echt nicht, wie ich das aushalten soll. Ich bin total ratlos wie es jetzt weitergehen soll. Ich habe schon mal angefangen, Therapeuten abzutelefonieren, aber akut hilft mir das jetzt ja auch nicht.

    Kann mir jemand irgendwas hilfreiches raten?
    LG
    Dr. Quinn







  2. #2
    PerditaX. ist offline elferant
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    04.08.2014
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    11.472

    Standard Re: Escitaloproam - brauche dringend Rat

    Das klingt für mich nicht normal, ich hatte auch nicht einmal im Ansatz solche Beschwerden. Ich hab aber auch noch langsamer eingeschlichen. Deine Symptome klingen, als ob du das Medikament nicht verträgst.

    Grundsätzlich würde ICH bei Problemen deiner Art eher einen Psychiater oder Psychiaterin aufsuchen, die haben viel mehr Erfahrung, auch mit Medikation.

    Und ganz grundsätzlich: überleg dir eine Therapie - du brauchst ja offensichtlich Strategien, um besser mit Belastung umzugehen.
    orfanos, viola5 und Sepia gefällt dies.

  3. #3
    Erdbeere ist offline Legende
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    Standard Re: Escitaloproam - brauche dringend Rat

    Zitat Zitat von Dr. Quinn Beitrag anzeigen
    Kann mir jemand irgendwas hilfreiches raten?
    Helfen kann ich Dir da leider nicht, aber mal den hier da lassen
    LG Erdbeere

  4. #4
    Avatar von SilentWater
    SilentWater ist offline Der Weg ist das Ziel
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    Standard Re: Escitaloproam - brauche dringend Rat

    PN
    "Es gibt Berge, über die man hinüber muss, weil sonst der Weg nicht weitergeht"

    Ludwig Thoma

  5. #5
    Avatar von Kicki
    Kicki ist offline Urgestein
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    Standard Re: Escitaloproam - brauche dringend Rat



    etwas kann ich dich verstehen, sobald was besonderes ist (negativ wie positiv) schlägt es mir auf den Magen

    Vor 20 Jahren, als ich frisch in Paris angekommen bin, und mich noch nicht eingelebt hatte, hatte ich so schlimme Magen/Bauchschmerzen, dass ich nicht aufrecht stehen konnte, bzw gehen...
    es war nichts zu machen
    als ich mich eingelebt hatte, gingen die weg
    und jetzt kommen die ab u an wieder, bei stressigen Situationen... ja, Durchfall auch....
    beim Arzt war ich (noch) nicht deswegen, vielleicht sollte ich...

  6. #6
    Mumpitz ist offline Legende
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    Standard Re: Escitaloproam - brauche dringend Rat

    Direkt etwas hilfreiches raten kann ich nicht, aber ich finde das, was du beschreibst, nicht normal (als Reaktion auf das Medikament). Kann es nicht eher sein, dass es etwas dauert, bis die Wirkung einsetzt und sich einfach dein psychisches Befinden verschlechtert hat? Ich kann dich gut verstehen, habe bei Angst und Stress ähnliche Probleme. Letztens hatte ich aus ungeklärten Gründen verstecktes Blut im Urin und habe dann direkt gedacht, ich hätte Blasenkrebs (hatte mein Vater auch). Da habe ich mich total verrückt gemacht, konnte tagelang nicht richtig essen, mir war schlecht und ich habe sofort ein paar Kilo abgenommen. Durchfall habe ich meist auch, aber nicht so schlimm. Mittlerweile weiß ich aber aus Erfahrung, dass diese Phase irgendwann von selbst vorbei geht und ich zwinge mich dann, zumindest halbwegs vernünftig zu essen. Schon bevor ich sicher wusste, dass es kein Krebs ist (kleiner Nierenstein), ging es mir etwas besser. Vor vielen Jahren hatte ich mal durch einen beruflichen Anlass eine sehr schlimme Phase und habe dann auch Medikamente bekommen. Bei mir war es Amitriptylin. Allerdings hat mir das sofort super geholfen, der Appetit kam quasi schon am nächsten Tag wieder und auch meine Stimmung hat sich schnell aufgehellt. Ich habe es dann recht lange in einer mäßigen Dosierung genommen, ich glaube, so etwa 1,5 Jahre. Dann habe ich es langsam ausgeschlichen, obwohl der Arzt eher dagegen war und mir lieber noch eine Therapie verordnet hätte. Das ist jetzt aber schon 20 Jahre her und in den paar Episoden, die ich seitdem hatte, hat es mir immer geholfen, dass ich mir wieder und wieder gesagt habe, dass es vorbei geht und dass es notfalls Medikamente gibt.

  7. #7
    neo
    neo ist offline enthusiast
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    Standard Re: Escitaloproam - brauche dringend Rat

    Zitat Zitat von Dr. Quinn Beitrag anzeigen
    Sorry, jetzt wird es lang, aber ich fürchte, ich muss etwas ausholen:

    Ich habe schon lange mit Ängsten und psychosomatischen Beschwerden zu kämpfen. Es ist im Laufe der Jahre immer mehr geworden, speziell Probleme mit dem Magen- und Darmtrakt. Bei den Ängsten war bei mir immer hauptsächlich das Problem, dass ich schnell auf Toilette muss wenn ich unterwegs bin und daraus hat sich dann eine Angst entwickelt, dass ich nicht rechtzeitig eine Toilette finde. Daraus resultierend fahre ich auch ungern in unbekannte Städte und Gebiete. Mein Nervenkostüm ist recht dünn, und beim kleinsten Anlass (Arztbesuch, Termine oder irgendwas, was nicht alltäglich ist), ist bei mir alles in Alarmstimmung, ich bekomme Durchfall und bin im Panikmodus. Nach dem Termin ist dann alles wieder gut, allerdings nimmt das den Magen-Darm-Trakt immer ziemlich mit und ab Mittag habe ich dann fürchterliche Bauchschmerzen und Blähungen.

    Bisher hielten sich das aber in Grenzen, so dass ich nach meiner letzten Therapie (vor ca. 2 Jahren) erst mal ganz gut zurechtkam.

    Den ersten Schlag habe ich dann im Februar weg bekommen, als mein Mann 4 Woche mit unklarer Diagnose krank war, selbst die Untersuchung im Krankenhaus hat nichts ergeben. Danach wäre ich schon mal urlaubsreif gewesen, konnte aber keinen Urlaub nehmen.

    Dann habe ich auf der Arbeit quasi noch einen zweiten Job dazu bekommen, und das hat mir dann stressmäßig den Rest gegeben. Mir ging es immer schlechter, der Körper zog alle roten Karten die er hatte - aber ich hab immer gedacht - ach, noch zwei Wochen bis zum Urlaub, das schaffst Du noch... noch eine Woche...

    Zwei Tage vorm Urlaub ging dann gar nichts mehr und ich habe mich noch krank schreiben lassen. Meine Hausärztin meinte, ich sollte mal drüber nachdenken, ob ich nicht ein leichtes Antidepressivum nehmen möchte, das würde es für mich leichter machen. Die Fahrt in den Urlaub war dann Horror, aber während des Urlaubs habe ich mich ganz gut erholt und hinterher ging es mir soweit gut. Kurz vorm Arbeitsbeginn ging es dann aber wieder los mit Aufregung, Durchfall... wobei mich die Arbeit dann ganz gut abgelenkt hat und es mir den Rest des Tages dann gut ging.

    Ich habe mich dann entschlossen, es mit dem AD zu versuchen. Die Hausärztin hat mir Escilatopram 10 mg verschreiben, ich sollte morgens 1 Tablette nehmen. Ich weiß zwar um Erstverschlimmerung und Nebenwirkungen, aber 2 Stunden nach der ersten Einnahme lag ich nur noch wie ein zitterndes Bündel auf dem Sofa, mich überrollte eine Panikattacke nach der anderen, extremer Durchfall, Übelkeit hoch 3, Essen kann ich so gut wie gar nicht, Kreislauf ging in die Knie. Nachdem es am zweiten Tag noch Schlimmer wurde, habe ich heute bei der Ärztin um eine AU gebeten und entschlossen, heute keine weitere Tablette zu nehmen. Leider konnte ich die Ärztin heute nicht sprechen, weil es so voll war.

    Ist das normal so? Ganz ehrlich, ich hätte das jetzt keinen weiteren Tag ausgehalten. Heute geht es mir etwas besser, die Übelkeit ist teilweise weg, aber ich kann immer noch nichts essen und die Angst überrollt mich immer wieder. Ein total scheussliches Gefühl, so eine Art Brennen, die mich vom Kopf bis zu den Füßen überrollt. Ich sitze hier und weiß echt nicht, wie ich das aushalten soll. Ich bin total ratlos wie es jetzt weitergehen soll. Ich habe schon mal angefangen, Therapeuten abzutelefonieren, aber akut hilft mir das jetzt ja auch nicht.

    Kann mir jemand irgendwas hilfreiches raten?


    Ich kenne es so, dass das Medikament langsam eingeschlichen wird.
    Den Wirkstoff gibt es auch als Tropfen, 1 Tropfen entspricht 1 mg.

    Beginnend mit einem Tropfen täglich kann man langsam steigern, ggf. auch mehrere Tage
    nacheinander die Dosis mal unverändert lassen, wenn die Nebenwirkungen zu stark werden.

    Direkt mit 10 mg einzusteigen ist echt heftig, ich würde dringend mit der Ärzin sprechen, evtl.
    die Dosis runterzufahren, vorerst.
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  8. #8
    Avatar von Dr. Quinn
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    Standard Re: Escitaloproam - brauche dringend Rat

    Zitat Zitat von PerditaX. Beitrag anzeigen
    Das klingt für mich nicht normal, ich hatte auch nicht einmal im Ansatz solche Beschwerden. Ich hab aber auch noch langsamer eingeschlichen. Deine Symptome klingen, als ob du das Medikament nicht verträgst.

    Grundsätzlich würde ICH bei Problemen deiner Art eher einen Psychiater oder Psychiaterin aufsuchen, die haben viel mehr Erfahrung, auch mit Medikation.

    Und ganz grundsätzlich: überleg dir eine Therapie - du brauchst ja offensichtlich Strategien, um besser mit Belastung umzugehen.
    Danke Dir. Beim Psychater müsste ich jetzt erst mal einen Termin bekommen. Hier bei uns nehmen die meisten schon keine neuen Patienten mehr auf. Therapie bin ich offen für - aber auch hier muss ich erst mal wieder jemanden finden, der noch Patienten aufnimmt. Nicht einfach.
    LG
    Dr. Quinn







  9. #9
    Avatar von Dr. Quinn
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    Standard Re: Escitaloproam - brauche dringend Rat

    Zitat Zitat von neo Beitrag anzeigen
    Ich kenne es so, dass das Medikament langsam eingeschlichen wird.
    Den Wirkstoff gibt es auch als Tropfen, 1 Tropfen entspricht 1 mg.

    Beginnend mit einem Tropfen täglich kann man langsam steigern, ggf. auch mehrere Tage
    nacheinander die Dosis mal unverändert lassen, wenn die Nebenwirkungen zu stark werden.

    Direkt mit 10 mg einzusteigen ist echt heftig, ich würde dringend mit der Ärzin sprechen, evtl.
    die Dosis runterzufahren, vorerst.
    Ich weiß nicht, ob ich das Medikament überhaupt noch einmal runterbekomme. Ich bekomme schon Panik, wenn ich die Tabletten nur sehe. Nur so, wie es mir gerade geht, geht es auch nicht. Mich überrollt hier eine Panikattacke nach der anderen.
    LG
    Dr. Quinn







  10. #10
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    Standard Re: Escitaloproam - brauche dringend Rat

    Zitat Zitat von Dr. Quinn Beitrag anzeigen
    Danke Dir. Beim Psychater müsste ich jetzt erst mal einen Termin bekommen. Hier bei uns nehmen die meisten schon keine neuen Patienten mehr auf. Therapie bin ich offen für - aber auch hier muss ich erst mal wieder jemanden finden, der noch Patienten aufnimmt. Nicht einfach.
    Leier es auf jeden Fall an. Wenn es dir zwischenzeitlich besser geht, gut! Nach dem, was du schreibst, brauchst du auf jeden Fall langfristige Hilfe.

    Für jetzt kurzfristig: Gibt es eine psychiatrische Ambulanz bei euch?

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