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Thema: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

  1. #1
    -Rini- ist gerade online addict
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    Standard Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Wie lange hat es dann noch bis zur Trennung gedauert? Wie (lange) war bei euch der Entscheidungsprozess?

    Mein Mann und ich waren 2014 für ca. 8 Monate getrennt, weil er eine (sehr kurze) Affäre hatte. Wir haben das lange mit professioneller Hilfe aufgearbeitet und uns für einen Neuanfang entschieden. Die Zeit der Trennung war in Ordnung. Es gab keinen Rosenkrieg, wir konnten über alle Belange unserer Kinder sprechen und haben uns gegenseitig unterstützt, wenn es mal bei der Betreuung schwierig war. Wir haben uns erstaunlich gut verstanden.

    Und weil wir uns so gut verstanden haben, fiel uns die Entscheidung für "uns" nicht schwer.

    Jetzt, nach 5 Jahren weiß ich nicht mehr, warum ich damals unserer Ehe noch eine Chance gegeben habe. Wir geben uns nicht mehr das, was wir brauchen. Er sagt zwar, dass er mich liebt und ist zärtlich und sucht meine Nähe. Aber er zieht auch ziemlich sein Ding durch (Sport / Hobby). Er braucht viele Freiheiten und viel Anerkennung. Anscheinend bekommt er sie von mir nicht und sucht sich diese von anderen. Der Arbeit (Chef) oder im Freundeskreis.

    Ich fühle mich schlecht! Ich habe immer gesagt, ich bleibe nicht wegen meinen Kindern mit meinem Mann zusammen - und genau das mache ich jetzt... Jetzt wäre (gefühlt oder tatsächlich?) ich die, die schuld an der Trennung wäre. Das fällt mir so schwer. Wie oft habe ich als Freundin anderen Freundinnen zugehört und gesagt, dass es dabei nicht um Schuld geht. Dass man nur ein Leben hat und beide die Chance haben sollten, glücklich zu sein. Dass man sich doch auch trennen kann, wenn kein Next da ist (das ist ja dann vielleicht leichter...).
    Mir selbst glaube ich diese Ratschläge nicht. Ich denke, ich muss da durch und es wird vielleicht wieder besser. Wie lange muss ich es "aushalten" bis ich mir wirklich sicher sein kann, dass eine Trennung (für mich?) das beste ist. Und wäre sie das beste für meine Kinder? Wie egoistisch bin ich eigentlich?!

    Einige werden jetzt sagen "was stellt die sich so an!". Ja, ich hab da von Außen betrachtet auch manchmal sowas gedacht. Aber während ich das hier schreibe, kullert die eine oder andere Träne... ich habe einen Kloß im Hals, fühle mich absolut elend...

    Fragen stehen ja oben. Aber vielleicht mag mir die eine oder andere ja ihre Erfahrung beschreiben. Auch per PN, wenn es zu privat ist... Danke!

  2. #2
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Die Ruhe selbst
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    24.01.2006
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    Standard Re: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Zitat Zitat von -Rini- Beitrag anzeigen
    Wie lange hat es dann noch bis zur Trennung gedauert? Wie (lange) war bei euch der Entscheidungsprozess?
    Ich wusste 15 Jahre vorher, dass ich mit dem Mann nicht alt werden möchte.
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  3. #3
    MikaelSander ist offline Kein Erdmännchen!
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    Standard Re: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Oh, das tut mir sehr sehr leid!


    Ich habe damals Mitte Mai die Trennung ausgesprochen und bin zum September ausgezogen.
    Ich hab Recht und Ihr Eure Ruhe!

  4. #4
    Avatar von Froschn
    Froschn ist offline Judy Hopps
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    Standard Re: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Ich kann dich sehr gut verstehen. Der Anfang vom Ende begann bei mir im Frühjahr 2013. Ich war durch, wollte weg. Eine Woche später habe ich dann erfahren, dass ich schwanger bin.
    Getrennt haben wir uns dann ein gutes Jahr später. Ich war erleichtert, habe aber noch recht lange Zeit danach immer mal wieder gehadert, ob es richtig war, ob ich nicht besser ausgehalten hätte, ob wirklich alles versucht wurde.
    Wir haben ein knappes Jahr nach der Trennung noch mal drei Termine bei einer Paartherapie gehabt, die und die Gespräche, die wir abseits davon hatten, haben mir sehr geholfen, alles für mich zu ordnen und klar zu sehen, um welchen Preis diese Ehe zu "retten" gewesen wäre - ein für mich eindeutig zu hoher Preis.

    Würde es dir helfen, dir begleitend Beratung zu suchen, alleine oder mit deinem Mann?

  5. #5
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Gendermainstreamerin
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    25.07.2008
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    Standard Re: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Zitat Zitat von -Rini- Beitrag anzeigen
    Wie lange hat es dann noch bis zur Trennung gedauert? Wie (lange) war bei euch der Entscheidungsprozess?

    Mein Mann und ich waren 2014 für ca. 8 Monate getrennt, weil er eine (sehr kurze) Affäre hatte. Wir haben das lange mit professioneller Hilfe aufgearbeitet und uns für einen Neuanfang entschieden. Die Zeit der Trennung war in Ordnung. Es gab keinen Rosenkrieg, wir konnten über alle Belange unserer Kinder sprechen und haben uns gegenseitig unterstützt, wenn es mal bei der Betreuung schwierig war. Wir haben uns erstaunlich gut verstanden.

    Und weil wir uns so gut verstanden haben, fiel uns die Entscheidung für "uns" nicht schwer.

    Jetzt, nach 5 Jahren weiß ich nicht mehr, warum ich damals unserer Ehe noch eine Chance gegeben habe. Wir geben uns nicht mehr das, was wir brauchen. Er sagt zwar, dass er mich liebt und ist zärtlich und sucht meine Nähe. Aber er zieht auch ziemlich sein Ding durch (Sport / Hobby). Er braucht viele Freiheiten und viel Anerkennung. Anscheinend bekommt er sie von mir nicht und sucht sich diese von anderen. Der Arbeit (Chef) oder im Freundeskreis.

    Ich fühle mich schlecht! Ich habe immer gesagt, ich bleibe nicht wegen meinen Kindern mit meinem Mann zusammen - und genau das mache ich jetzt... Jetzt wäre (gefühlt oder tatsächlich?) ich die, die schuld an der Trennung wäre. Das fällt mir so schwer. Wie oft habe ich als Freundin anderen Freundinnen zugehört und gesagt, dass es dabei nicht um Schuld geht. Dass man nur ein Leben hat und beide die Chance haben sollten, glücklich zu sein. Dass man sich doch auch trennen kann, wenn kein Next da ist (das ist ja dann vielleicht leichter...).
    Mir selbst glaube ich diese Ratschläge nicht. Ich denke, ich muss da durch und es wird vielleicht wieder besser. Wie lange muss ich es "aushalten" bis ich mir wirklich sicher sein kann, dass eine Trennung (für mich?) das beste ist. Und wäre sie das beste für meine Kinder? Wie egoistisch bin ich eigentlich?!

    Einige werden jetzt sagen "was stellt die sich so an!". Ja, ich hab da von Außen betrachtet auch manchmal sowas gedacht. Aber während ich das hier schreibe, kullert die eine oder andere Träne... ich habe einen Kloß im Hals, fühle mich absolut elend...

    Fragen stehen ja oben. Aber vielleicht mag mir die eine oder andere ja ihre Erfahrung beschreiben. Auch per PN, wenn es zu privat ist... Danke!
    Ich kann nichts inhaltlich beitragen. Aber ich biete einen Arm zum Reinhüpfen.

  6. #6
    Kara^^ ist offline Carpal Tunnel
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    16.12.2009
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    Standard Re: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Das ist wirklich eine miese Situation.
    Ich kann dazu leider nichts raten, weil ich bei meiner Trennung nur auf mich schauen konnte - wir hatten keine Kinder. Daher ging das recht schnell.

    Was genau hält dich in dieser Beziehung? Organisatorische Fragen? Die Angst vor der Enttäuschung der Kinder? wie alt sind diese?
    Nur in unseren Träumen sind wir frei. Die meiste Zeit über brauchen wir Lohn.
    - Terry Pratchett, MacBest

  7. #7
    -Rini- ist gerade online addict
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    Standard Re: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Ja, eine Begleitung würde uns helfen. Ich habe es ja direkt auch noch gar nicht bei meinem Mann angesprochen. Ich schweige, er schweigt. Wir sticheln gegenseitig... ich finde es gerade unerträglich. Und trotzdem fehlt mir der Mut, es auszusprechen!

    Zitat Zitat von Froschn Beitrag anzeigen
    Ich kann dich sehr gut verstehen. Der Anfang vom Ende begann bei mir im Frühjahr 2013. Ich war durch, wollte weg. Eine Woche später habe ich dann erfahren, dass ich schwanger bin.
    Getrennt haben wir uns dann ein gutes Jahr später. Ich war erleichtert, habe aber noch recht lange Zeit danach immer mal wieder gehadert, ob es richtig war, ob ich nicht besser ausgehalten hätte, ob wirklich alles versucht wurde.
    Wir haben ein knappes Jahr nach der Trennung noch mal drei Termine bei einer Paartherapie gehabt, die und die Gespräche, die wir abseits davon hatten, haben mir sehr geholfen, alles für mich zu ordnen und klar zu sehen, um welchen Preis diese Ehe zu "retten" gewesen wäre - ein für mich eindeutig zu hoher Preis.

    Würde es dir helfen, dir begleitend Beratung zu suchen, alleine oder mit deinem Mann?

  8. #8
    Avatar von Froschn
    Froschn ist offline Judy Hopps
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    Standard Re: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Zitat Zitat von -Rini- Beitrag anzeigen
    Ja, eine Begleitung würde uns helfen. Ich habe es ja direkt auch noch gar nicht bei meinem Mann angesprochen. Ich schweige, er schweigt. Wir sticheln gegenseitig... ich finde es gerade unerträglich. Und trotzdem fehlt mir der Mut, es auszusprechen!
    Das kenne ich auch noch. Es hat mich unsagbar belastet, diese ständige Anspannung, das Ungewisse.
    Ich hatte dann tatsächlich einen Schlüsselmoment: Auf einer Hochzeit, die wir gemeinsam besucht haben, fragte uns der Fotograf: "Entschuldigung, gehören Sie zusammen?" Da hats bei mir dann beinahe hörbar klick gemacht. Am gleichen Abend habe ich ihm gesagt, dass ich nicht mehr mit ihm zusammenleben will.

  9. #9
    -Rini- ist gerade online addict
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    Standard Re: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Zitat Zitat von Kara^^ Beitrag anzeigen
    Was genau hält dich in dieser Beziehung? Organisatorische Fragen? Die Angst vor der Enttäuschung der Kinder? wie alt sind diese?
    Was mich hält? Die Angst, meine Kinder bekommen einen Knacks und machen mir Vorwürfe / sind enttäuscht. Und das Gefühl, ich hab mir nicht genug Mühe gegeben.
    Meine Töchter sind 10 und fast 6 Jahre.
    Organisatorisch würde es sicher irgendwie gehen. Finanziell bin ich unabhängig.

  10. #10
    Avatar von Froschn
    Froschn ist offline Judy Hopps
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    Standard Re: Als ihr wusstet, dass ihr euch trennen wollt...

    Zitat Zitat von -Rini- Beitrag anzeigen
    Was mich hält? Die Angst, meine Kinder bekommen einen Knacks und machen mir Vorwürfe / sind enttäuscht. Und das Gefühl, ich hab mir nicht genug Mühe gegeben.
    Meine Töchter sind 10 und fast 6 Jahre.
    Organisatorisch würde es sicher irgendwie gehen. Finanziell bin ich unabhängig.
    Ich habe mir mal vorgestellt, wie es wäre, wenn meine erwachsenen Kinder in unglücklichen Beziehungen stecken und mich um Rat bitten würden. Da würde ich ihnen auch sagen: Wenn du glaubst, du hast alles versucht und es geht nicht mehr: trenne dich.

    Ich will ihnen nicht vorleben, aus irgendwelchen äußeren Zwängen heraus eine Beziehung aufrecht erhalten zu müssen. Das man nicht gleich beim ersten Gegenwind das Handtuch werfen sollte: geschenkt. Aber darum geht es bei dir ja nicht, das glaube ich zumindest herauszulesen.
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