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Thema: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

  1. #11
    Strickli ist offline Legende
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Ich kann mich ganz schlecht strategisch verhalten, sondern bin einfach ich. Entsprechend hab ich auch immer die Dinge so erzählt, wie ich sie wahrgenommen habe (auch das kann man ja einordnen und deutlich machen, dass es die persönliche Sicht ist). Ausgespart habe ich, auf welche Weise sich mein Vater das Leben genommen hat, aber nur, weil ich verhindern wollte, dass sich meine Kinder das ausmalen.

    Allerdings hatte ich auch eine tolle Kindheit mit liebevollen Eltern, da muss ich nichts deckeln.
    antin, salvadora und Zickzackkind gefällt dies.

  2. #12
    advena ist gerade online Legende
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    in unserer Familie gibts jetzt keine so schlimmen Dinge, die man Kindern nicht erzählen könnte. Also ich erzähl da so ganz normal. Ich hab mir da keinen Kopp drum gemacht.
    Alle meine Beiträge in diesem Forum bilden meine persönliche Meinung ab. Sie sind nicht verallgemeinernd und meine Ansichten müssen nicht mit denen anderer übereinstimmen. Dieser Grundsatz gilt immer, sofern nicht im Beitrag explizit anders gekennzeichnet.

  3. #13
    Avatar von Sonnennebel
    Sonnennebel ist offline Legende
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Familienanektdoten werden gern erzählt.
    Die Kinder kennen die Geschichten aus meiner Kindheit, die zu ihrem Leben passen, wenn sie gezielt nachfragen, wenn es zu einer Situation passt, wenn Insiderwitze erklärt werden müssen.

    Belastende Sachen erzähle ich ihnen nicht, wenn es sie nicht betrifft. Ich beantworte keine Fragen, die sie nicht stellen. Das hat weder mit Geheimnissen, noch mit Behüten zu tun. Meine Kinder sind keine Seelenmülleimer und keine Therapeuten. Es bringt Ihnen null Mehrwert.

    Sie wissen z.B. nicht, dass mein leiblicher Vater Alkoholiker war oder dass er meine Mutter geschlagen hat. Sie wissen nicht, dass meine Mutter seit Jahren zwei Männer hat. Sie kennen nur den Stiefopa. Das geht sie alles nichts an.

    Anders wäre es, wenn ich z.B. Kindheitstrauma verarbeiten müsste und mich den Kindern erklären müsste, warum ich in manchen Situationen für sie unverständlich reagiere oder warum ich vor bestimmten Situationen/Dingen Angst habe. Aber selbst da würde ich wohl eher allgemein umschreiben als ins Detail zu gehen. Wenn sie in einem bestimmten Alter gezielt nachfragen und ich bereit bin, davon zu erzählen, würde ich es auch tun - aber eben nicht ohne Nachfragen. Ich habe aber nichts wirklich Schlimmes erlebt (außer einen cholerischen Stiefvater), sodass ich auch nichts verarbeiten muss.

    Allerdings fragen die Kinder eher wenig nach meiner Kindheit und von allein erzähle ich eher selten. War alles nicht so spannend. Eher hören die Kinder die Geschichten von den Großeltern - aus deren eigener Kindheit oder aus unserer Kindheit.

  4. #14
    Avatar von antin
    antin ist offline Legende
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Ok klar. Das mache ich auch. Vielleicjt habe ich mich zu allgemein ausgedrückt. Ich meine hauptsächlich negative belastende Erfahrungen. Mir ist klar, dass meine Tochter aktuell zu jung dafür ist, aber es gibt Dinge, bei denen ich mich frage, ob sie sie überhaupt jemals erfahren soll.
    gut, da kann ich nicht wirklich mitreden - es gibt/gab in meiner Herkunftsfamilie keine "schlimmen" Geschichten oder Geheimnisse, die ich vielleicht verschleiern müsste.

    Ein Großvater und ein Onkel waren Alkoholiker, einer von beiden sehr aggressiv, der andere einfach nur peinlich - das hat mich als Kind natürlich geprägt und beeinflusst bis heute meinen persönlichen Umgang mit Alkohol.
    Ich hatte kein Problem damit, meinen Kindern je nach Alter und Reifegrad von meinen Erlebnissen und Empfindungen zu erzählen und so auch meine Haltung zu Alkohol und Rauschmitteln zu begründen.
    Hand aufs Herz und Ellenbogen küssen
    (Ms. Holiday Golightly, auf Reisen)

  5. #15
    opus ist offline Muddi h.c.
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Oft.
    Wir besuchen auch schon mal Stätten unserer Kindheit. Die Häuser, wo wir als Kinder gewohnt haben, unsere Schulen, auf die wir gingen. Unsere Urlaubsorte.

    Von meinem Vater haben wir sehr viele alte Fotos, die ich suzsessive einscanne, die wir zusammen anschauen.

    Seine Grosseltern kennt Sohn ja, bis auf meinen Vater, der schon länger tot ist (aber dessen Namen er an zweiter Stelle trägt), so werden die Erzählungen noch lebendiger.

    Das ist eigentlich immer sehr schön. Große Probleme in der Familie gab es bei uns nicht, in der Familie meiner Frau schon eher, aber da ist auch nichts, was jetzt so an ihr nagen würde, dass sie ihren nachhaltig Eltern grollen müsste. Es lief nicht ganz so rund und meine Frau musste als Erstgeborene früh Verantwortung übernehmen. Aber auch das war letztlich auch lehrreich.

    Von daher gibt es da eher ein positives Bild zu vermitteln und das tun wir gerne.
    Dem Philosoph ist nichts zu doof.

  6. #16
    Krötenmama ist gerade online Pooh-Bah
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von sunya Beitrag anzeigen
    Und wenn ich was eher "schlechtes" über Erlebnisse mit anderen Menschen erzähle, erwähne ich eigentlich immer, dass es ja nur mein persönlicher Blickwinkel ist, der natürlich nicht objektiv ist und alles von anderer Warte aus gesehen ganz anders wahrgenommen werden kann und es bei Konflikten oft kein "richtig" oder "falsch" gibt und selten einer mehr recht hat, als der andere.
    Das hat aber nichts mit "Pädagogik" zu tun, sondern ist auch meine tiefe persönliche Überzeugung.
    Ja seh ich in vielen Fällen ähnlich. Bei Gewalt gegenüber den Kindern hört das allerdings auf. Klar gibt es immer gewisse Umstände, die das auslösen, aber komplett entschuldigen kann man solches Verhalten nicht. Ich grage mich oft, ob und wie ich das meinen kindern erzählen soll. Unsere Mutter hat uns früh von den schlimmen Misshandlungen erzählt, die sie von ihrer Mutter ertragen musste. Mittlerweile denke ich, sie wollte uns damit zeigen, dass die Schläge, die wir von unserem Vater bekommen haben, vergleichsweise harmlos sind. Ich mache mir auch deshalb Gedanken, weil mir manchmal ganz ähnliche Dinge auf der Zunge liegen. Wenn meine Tochter undankbar, frech....ist und mich als böse mutter o.ä. bezeichnet (Ja, 4 jährige &#128580 verletzt mich das tatsächlich manchmal und ich würde ihr gern klarmachen wie dankbar sie eigentlich sein kann, gewaltfrei aufwachsen zu dürfen. Bescheuert, ich weiß.

  7. #17
    Mumpitz ist offline Legende
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Ich habe alles erzählt, was mir so einfiel. Es gab da aber auch nichts, was jetzt dringend verschwiegen werden müsste.

  8. #18
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Da es bei uns nichts problematisches gibt, haben wir (bzw. die Großeltern) immer das (altersgemäß) erzählt, wonach gefragt wurde. Mein Vater hat so einige Erlebnisse aus den letzten Kriegsmonaten (er war 15 bei Kriegsende und als Flakhelfer eingesetzt) Sohn2 glaubich ausführlicher erzählt als er es mir je erzählt hat...aber da war Sohn2 auch schon 17/18, als er meinen Vater da sehr interessiert zu ausgefragt hat, wenn er bei den Großeltern war.

    Wieviel bzw. was meine SM vom früh verstorbenen Vater meines Mannes (da war der selber noch ein Kindergartenkind, als sein Vater starb) erzählt hat, weiß ich nicht... meine Kinder haben ja eher ihren späteren LG als Opa erlebt (der ist aber auch schon vor einigen Jahren gestorben).

  9. #19
    Avatar von Zickzackkind
    Zickzackkind ist offline Legende
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Ja seh ich in vielen Fällen ähnlich. Bei Gewalt gegenüber den Kindern hört das allerdings auf. Klar gibt es immer gewisse Umstände, die das auslösen, aber komplett entschuldigen kann man solches Verhalten nicht. Ich grage mich oft, ob und wie ich das meinen kindern erzählen soll. Unsere Mutter hat uns früh von den schlimmen Misshandlungen erzählt, die sie von ihrer Mutter ertragen musste. Mittlerweile denke ich, sie wollte uns damit zeigen, dass die Schläge, die wir von unserem Vater bekommen haben, vergleichsweise harmlos sind. Ich mache mir auch deshalb Gedanken, weil mir manchmal ganz ähnliche Dinge auf der Zunge liegen. Wenn meine Tochter undankbar, frech....ist und mich als böse mutter o.ä. bezeichnet (Ja, 4 jährige &#128580 verletzt mich das tatsächlich manchmal und ich würde ihr gern klarmachen wie dankbar sie eigentlich sein kann, gewaltfrei aufwachsen zu dürfen. Bescheuert, ich weiß.
    Das einem manches auf der Zunge liegt, kann ich verstehen und kennt vermutlich jeder. Allerdings finde ich es nicht gut, Fehler mit Fehlern zu entschuldigen. Das Schöne in unserer Familie ist aber, dass die Liebe untereinander bei allen Problemen nie in Frage gestellt wurde. Ich weiß, dass meine Eltern uns lieben und ihr bestes gegeben haben und schon vieles anders als ihre Eltern gemacht haben und bin mir sicher, dass meine Kinder mich lieben und ich sie und meine Eltern natürlich auch
    Sonnennebel gefällt dies


    99/02/07/13

  10. #20
    Krötenmama ist gerade online Pooh-Bah
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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Zickzackkind Beitrag anzeigen
    Das einem manches auf der Zunge liegt, kann ich verstehen und kennt vermutlich jeder. Allerdings finde ich es nicht gut, Fehler mit Fehlern zu entschuldigen. Das Schöne in unserer Familie ist aber, dass die Liebe untereinander bei allen Problemen nie in Frage gestellt wurde. Ich weiß, dass meine Eltern uns lieben und ihr bestes gegeben haben und schon vieles anders als ihre Eltern gemacht haben und bin mir sicher, dass meine Kinder mich lieben und ich sie und meine Eltern natürlich auch
    Das bringt mich zum Nachdenken. Vielleicht ist tatsächlich das der Punkt. Den Kindern zu erklären, dass es diese Liebe (zumindest auf der einen seite) nicht gab. Mein Vater hat uns nicht geliebt, da bin ich mir sehr sicher. Meine Eltern haben sich auch nicht geliebt, zumindest nicht mehr als wir auf der Welt waren. Das sind Verhältnisse, die für meine Kinder hoffentlich unvorstellbar sein werden. Und da Frage ich mich eben, ob so etwas sinnvoll ist irgendwann zu erzählen, oder ob man es einfach auf sich beruhen lässt.

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