Like Tree13gefällt dies

Thema: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

  1. #21
    Avatar von anne_kaffeekanne
    anne_kaffeekanne ist offline und da flog sie...
    Registriert seit
    01.11.2006
    Beiträge
    3.304

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Das bringt mich zum Nachdenken. Vielleicht ist tatsächlich das der Punkt. Den Kindern zu erklären, dass es diese Liebe (zumindest auf der einen seite) nicht gab. Mein Vater hat uns nicht geliebt, da bin ich mir sehr sicher. Meine Eltern haben sich auch nicht geliebt, zumindest nicht mehr als wir auf der Welt waren. Das sind Verhältnisse, die für meine Kinder hoffentlich unvorstellbar sein werden. Und da Frage ich mich eben, ob so etwas sinnvoll ist irgendwann zu erzählen, oder ob man es einfach auf sich beruhen lässt.
    Die Frage ist, wie du heute dazu stehst, finde ich. Mit einem gewissen Abstand kann man fast alles erzählen in meinen Augen. Aber ich spreche z. B. noch heute sehr ungern mit meinen älteren Schwestern über Themen, die sie belasten. Weil ich es nur schwer aushalte, sie 'so' zu sehen.

    Über meine eigenen Themen mit meiner Mutter, kann ich ganz gut mit meinen Kindern (kindgerecht)sprechen. Also "wie war das damals als du im Krankenhaus warst?" "Puh, das fand ich ziemlich schrecklich damals, ich hab mich sehr einsam gefühlt, der Opa Georg kam zwar alle zwei Tage, aber der Oma Gerda ist das ziemlich schwer gefallen und sie kam nicht so oft..." "Warum?" "Ach weißt du, ich denke....".

    Meine Eltern leben allerdings beide nicht mehr, vielleicht vereinfacht das die Situation sogar? Ich habe mich schon oft gefragt was passiert wäre, wenn ich früher Kinder bekommen hätte. So waren meine ganzen Themen schon ganz gut bewältigt.

  2. #22
    Kicki ist offline Gesperrt
    Registriert seit
    27.06.2002
    Beiträge
    72.687

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Mein Mann und mein Vater haben keinen Kontakt mehr seit ca 2 Jahre vor der geburt meines Sohnes.
    Also keinen Kontakt mehr mit dem Opa, der Stiefoma und dem Papa zusammen für die Grosse, noch nie für den Kleinen.
    Von Anfang an haben wir da kein Geheimnis gemacht und es altersabhängig erklärt, warum es so ist.

    Mann und ich erzählen sonst viel von der Kindheit aber von meiner Jugend, Jungerwachsenenzeit, hmmm, da erzähle ich stückchenweise meiner Tochter (bald 20)
    ich hab wirklich Sachen gemacht, wenn die meine Kinder machen würden, das ginge GAR NICHT und das zu erzählen....
    weiss nicht so recht
    vielleicht später mal....
    oder nie...

  3. #23
    Avatar von shioril
    shioril ist offline träumende Sturmjägerin
    Registriert seit
    06.09.2010
    Beiträge
    5.094

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Meine Kinder bekommen durchaus einiges mit, was mich beschäftigt, auch jetzt noch. Der Große mehr, die kleine weniger.

    Ich versuche aktuell die normalen Dinge hervorzuheben und die, die mich sehr beschäftigen und was so viel schief gelaufen ist, bei meinem Mann und mir zu lassen. Aber ich werde diese Dinge nicht verschweigen, wenn meine Kinder mich eines Tages nach meiner Kindheit fragen sollten.
    Das gehört zu mir dazu, wie ihre Kindheit mit mir zu ihnen.
    shioril
    mit Duracell-Hase 2010
    und Maus 2014

  4. #24
    Avatar von st.paula75
    st.paula75 ist offline komplett unvollständig
    Registriert seit
    12.10.2009
    Beiträge
    38.464

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Ich glaube, Kinder können sehr gut trennen zwischen dem, was ihre Eltern in ihrer Kindheit erlebt haben, und dem, was Oma/Opa heute für sie bedeuten und sind.

    Mein Großvater mütterlicherseits war ein Patriarch, autoritär und streng. Meine Mutter hatte über lange Jahre ein sehr schwieriges Verhältnis zu ihm, und das habe ich auch als junges Kind schon gewußt. Trotzdem war immer klar, für mich ist er der Opa, und unser Verhältnis ist anders.

    Heute rede ich mit meinen Kindern alterentsprechend über alles, was sie wissen wollen. Die wissen um die Brüche und Fallstricke, die meine Kindheit schwierig haben sein lassen, und auch, an welchen Stellen ihre Oma oder ihr Opa und ich Probeme miteinander hatten oder haben. Das beeinträchtigt sie aber nicht. Ich glaube schon, dass es möglich ist, Kindern zu vermitteln, dass ihr eigenes Verhältnis zu Oma/Opa unabhängig ist von dem der Eltern zu ihren Eltern.

    Ungut finde ich so wabernde Familiengeheimnisse, über die keiner redet, die aber spürbar sind. Das führt in meienn Augen für Kinder eher dazu, dass sie grübeln und die Ursache für Spannungen und Probleme eher bei sich suchen. Für uns bewährt sich, offen mit unseren eigenen Biographien umzugehen unseren Kindern gegenüber.
    mit dem Kleeblatt 2009 - 2011 - 2013 - 2015
    Wingst und Lilofee


  5. #25
    Gast

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    D.h. du musstest dabei auch persönliche Probleme anderer preisgeben (alkoholproblematik von familienmitgliedern). Da Frage ich mich auch immer, inwieweit das ok ist, weil man ja die Privatsphäre der familienmitglieder verletzt. Aber klar, in dem Zusammenhang hilft es deinen Kindern, dich zu verstehen.
    Ich finde, da gibt es Unterschiede. Wenn man auf Grund des Alkoholmissbrauchs eines Elternteils selbst eine sehr gespannte Haltung zum Alkohol hat, ist es für mich sogar sehr wichtig, dass ein Kind weiß, woher diese Haltung bei mir kommt.

    Bei mir war es vorrangig das starke Rauchen meines Vaters, der trotz starker Vorerkrankung nie aufgehört hat zu rauchen. Ich gebe zu, ich bin dadurch irgendwie übersensibel was das betrifft (nein, motze keinen an der raucht, aber ich wäre echt entsetzt wenn mein Filius anfangen würde zu rauchen. Immerhin bin ich wegen dieses Zeugs mit 13 Halbwaise gewordeb)

    Soll heißen: ob die Nachbarn mal getrunken haben würde ich nicht erzählen. Aber warum ich wie geprägt bin *muss* mein Kind wissen, da geht das Recht des Kindes darauf, informiert zu werden (damit es sich nicht irgendwelchen Quatsch zusammenspinnt) deutlich vor der Privatssphäre der anderen)

    Geheimnisse dieser Art schaden über Generationen und sie verschwinden nicht mit Totschweigen.

  6. #26
    Avatar von RosaFlieder
    RosaFlieder ist offline mittendrin
    Registriert seit
    03.12.2013
    Beiträge
    14.057

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Wir erzählen das Meiste, was so passiert ist, würde ich sagen. Auch die nicht so schönen Sachen. Ich würde unsere Erziehung allgemein als eher ungewöhnlich bezeichen. Also das, was wir mit der Brut so veranstalten Da wird schon mal gelegentlich nachgefragt seitens der Kinder, warum wir eigentlich so und nicht anders reagieren. Die Eltern der Freunde würden sicherlich so nicht reagieren, wie wir es tun.

    Tja, und der Grund ist einfach, dass wir beide es komplett anders halten wollen, als wir es als Kinder erlebt haben. Und solche Themen kommen immer wieder mal auf und dann benennen wir das auch so. Warum auch nicht? Das war unser Erleben und wir sind letztendlich heute die, die wir sind, weil wir diese Vergangenheit hatten. Deshalb haben wir bestimmte strikte Regeln und sehen viele andere Sachen total entspannt.

    Man merkt manchmal, dass es unangenehm ist, solche Dinge über die Großeltern zu hören. Klar. Wir sagen dann meist, dass man gute Großeltern sein kann auch wenn man als Eltern ziemlich versagt hat und dass es für uns vollkommen ok ist, wenn sie die GE lieb haben. Ihnen haben sie nichts getan und vielleicht wäre heute auch alles ganz anders. Auch Großeltern haben sich ja im Leben mal irgendwie weiter entwickelt.

    Meine Kleine ist ziemlich gerne klein, wäre gelegentlich gerne manchmal nochmal noch kleiner und fragt mich dann oft, als müsse sie es immer wieder hören, ob ich auch gerne noch einmal Kind wäre. Meine Standardantwort ist da eigentlich: Wenn ich mich selbst als Mutter haben könnte, vermutlich schon. Meine eigene Kindheit möchte ich nicht noch einmal zurück haben.

    Es passieren auf der Welt einfach manchmal Dinge, die nicht schön sind. Und manche davon hat man selbst erlebt. Das gehört zum Leben dazu und ich finde, dass es auch zum Großwerden dazu gehört, zu hören, dass es solche Dinge gibt und - in dem konkreten Fall - wie es einem damit ging, warum man sich entschieden hat, Sachen anders zu machen und wie man letztendlich mit solchen Problemen umgegangen ist. Doch, ich finde, das ist für Kinder auszuhalten. Jedenfalls wenn man gut darüber sprechen kann, ohne sich selbst in alten Gefühlen zu verlieren oder die Kinder in Bezug auf Dritte (in dem Fall die GE) irgendwie beeinflussen zu wollen.

  7. #27
    Registriert seit
    19.09.2018
    Beiträge
    108

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Ich erzähle den Kindern nicht alles aus meiner Kindheit und Jugend. Manches werden sie evl. erfahren, wenn sie älter sind. Dass unsere Eltern uns regelmäßig geschlagen haben, wissen sie z.B. jetzt noch nicht.

    Auch werde ich meinen Kindern jetzt ganz sicher nicht erzählen, dass ich Schule ab der ersten Schulwoche zum Kotzen fand, fast nie Hausaufgaben gemacht habe, ab der 6./7. Klasse regelmäßig geschwänzt habe - und es trotzdem geschafft habe, ein halbwegs passables Abi zu bekommen. Das können sie erfahren, wenn sie selbst ihren Schulabschluss in der Tasche haben. Sonst fehlen mir die Argumente, wenn sie mal wieder keinen Bock auf Schule oder Hausaufgaben haben .

    Die Trennung der Großeltern war mal Thema als die Kids sich wunderten, warum meine Eltern nicht zusammenleben bzw. feststellten, dass der Mann meiner Mutter nicht mein leiblicher Vater ist. Den wirklichen Grund für die Trennung (Alkohlproblem eines Partners) werden sie möglicherweise später erfahren. Bisher wissen sie nur, dass Oma und Opa sich nicht mehr verstanden haben und deswegen getrennte Wege gingen. Da der Kontakt zu beiden Großeltern aber gut ist bzw. war (der Opa ist inzwischen verstorben) und keine weiteren Nachfragen kamen, haben wir es bislang dabei belassen.

    Ansonsten erzählen wir halt viel darüber wie unsere Kindheit allgemein war - so ohne Telefon, Handy, Auto, PC usw. und dass man so tatsächlich überleben konnte, Spaß hatte und nicht vor Langeweile gestorben ist Die Kinder lieben diese Geschichten :) Wir schauen auch gern gemeinsam alte Fotoalben (aus unserer Kindheit) an und erzählen dann die Geschichten zu den Bildern.

  8. #28
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
    Registriert seit
    19.08.2004
    Beiträge
    65.149

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Ich habe eigentlich immer ungefähr das erzählt, was zur jeweiligen Altersspanne passte. Nach dem Motto "Als ich so alt war wie du..." Das waren allerdings zumutbare Sachen (Trennung meiner Eltern mit 9, schlechtes Verhältnis zu meiner Stiefmutter...).

    Dass meine Eltern mich adoptiert haben, habe ich z.B: erst später erzählt, als sie so ca. 14 (?) waren. Mein Jüngster weiß das z.B. noch nichtt, ist aber auch kein wirkliches Thema in der Familie.

    Schlimme Dinge wie Missbrauch, Gewalt Selbstmord eines Elternteils..., würde ich glaube ich auch erst so ab Pubertät erzählen, wenn es mir wichtig wäre, dass meine Kinder das wissen.

    (Nicht um die Großeltern zu schützen übrigens, sondern die Kinder.)
    Liebe Grüße

    Sofie

  9. #29
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
    Registriert seit
    19.08.2004
    Beiträge
    65.149

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Zickzackkind Beitrag anzeigen
    Das hat im Nachhinein sehr verletzt und die Ambivalenz zwischen Trauer und der Wut und sich betrogen zu fühlen war sehr schwer auszuhalten.
    Das Gefühl kenne ich. Wenn auch aus anderen Gründen.
    Liebe Grüße

    Sofie

  10. #30
    Avatar von Sylta
    Sylta ist offline sturmerprobt
    Registriert seit
    03.11.2007
    Beiträge
    38.857

    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    von den Problemen habe ich weniger gesprochen, Geschichte können sie einiges nachlesen, weil vieles recherchiert und dokumentiert wurde
    vom Verhältnis zu meinen Eltern früher habe ich ihnen nicht erzählt
    Wind in den Haaren, Sonne im Blick. Ein echtes Inselmädchen!

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •