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Thema: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

  1. #31
    Avatar von schokolina
    schokolina ist offline Zauberhaft

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Mein Mann und ich erzählen bei Gelegenheiten natürlich schon mal, wie es bei uns früher war. Also z. B. dass man auch mal so einen doofen Sportlehrer hatte oder wohin wir als Kinder in den Urlaub gefahren sind oder die ein oder andere Begebenheit. Beide (8 + 11) fragen von sich aus allerdings eher weniger nach unserer Kindheit. Auch wie bestimmte Familienstrukturen sind, kam bisher noch nicht so richtig zur Sprache. Wundert mich, denn ich habe es als Kind geliebt, wenn Erwachsene alte Geschichten erzählt haben und war immer sehr interessiert, wie und was meine Vorfahren gemacht haben. Aber bei Gelegenheit werde ich Ihnen vielleicht mal die Stammbäume zeigen, die sowohl mein Vater als auch mein Schwiegervater erstellt haben. Die reichen relativ weit zurück. Tiefgründige Familiengeheimnisse gibt es bei uns nicht.

  2. #32
    Avatar von Sonnennebel
    Sonnennebel ist offline Legende

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Das bringt mich zum Nachdenken. Vielleicht ist tatsächlich das der Punkt. Den Kindern zu erklären, dass es diese Liebe (zumindest auf der einen seite) nicht gab. Mein Vater hat uns nicht geliebt, da bin ich mir sehr sicher. Meine Eltern haben sich auch nicht geliebt, zumindest nicht mehr als wir auf der Welt waren. Das sind Verhältnisse, die für meine Kinder hoffentlich unvorstellbar sein werden. Und da Frage ich mich eben, ob so etwas sinnvoll ist irgendwann zu erzählen, oder ob man es einfach auf sich beruhen lässt.
    Ich glaube, ich würde es auf sich beruhen lassen und nur bei Fragen etwas erzählen. In eurem Fall vielleicht: "Warum besuchen wir eigentlich nie / so selten Oma Inge? Warum drückst / küsst du Opa Horst bei der Begrüßung nicht? Hat Oma Inge dir als Kind auch immer am Bett vorgelesen als du klein warst? Solche Fragen würde ich dann halt ehrlich, aber möglichst ohne Groll beantworten. Oma Inge und ich verstehen uns nicht so gut. Opa Horst mag das nicht so gern (und ich eigentlich auch nicht). Nein, sie hat mir nicht vorgelesen. Das finde ich schade / etc.

    Richtig heftige Dinge wie Gewalt gegen Kinder, Missbrauch oder Selbstmord würde ich nicht ohne Not erzählen. Wenn sie als ältere Jugendliche gezielt Fragen stellen dazu ("Woran ist Opa Leopold gestorben?", "Woher hast du diese Narbe?", " Warum hasst du Onkel Egon eigentlich?"), dann würde ich das erklären, vorher nicht.

    Die Kinder meiner Kollegin (13 und 16) haben den Tod des Großvater mit erlebt, wissen aber nur, dass er vorher schwer krank war. Dass er schlimmstens depressiv war und Selbstmord beging, wissen sie (noch) nicht. Bisher reichte ihnen die Erklärung, dass der Opa krank war und daran gestorben ist. Das ist nicht gelogen, aber eben auch nicht die grausame Wahrheit. Wenn die Kinder da mal genauer fragen und die Umstände genauer wissen wollen, wird wohl auch keiner lügen. Aber vor drei Jahren als es passierte, hätte es die Kinder zusätzlich belastet. Der Verlust des geliebten Opas war schon schlimm genug.

  3. #33
    Valrhona ist offline Poweruser

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Meine Kindheit war nicht schön, aber das ist auch nicht einzeln an konkreten Punkten festzumachen. Mittlerweile ist mir bewusst, dass das, was gelaufen ist, psychische Gewalt und emotionaler Missbrauch waren. Meine Eltern haben mich ganz klar für ihre Zwecke benutzt.
    Das ist nichts, was ich Schwanette erzählen würde, bevor sie erwachsen ist und auch dann nur, wenn Fragen aufkommen. Meiner Meinung nach muss man als Kind gar nicht wissen, dass es sowas gibt und sie soll auch nicht dankbar sein müssen, dass ich drauf achte, es anders zu machen und hoffentlich eine ganz normale Kindheit zu haben.
    Von konkreten Erlebnissen werde ich ihr natürlich dann erzählen, wenn es passt.

  4. #34
    Strickli ist gerade online Legende

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Sonnennebel Beitrag anzeigen

    Richtig heftige Dinge wie Gewalt gegen Kinder, Missbrauch oder Selbstmord würde ich nicht ohne Not erzählen. Wenn sie als ältere Jugendliche gezielt Fragen stellen dazu ("Woran ist Opa Leopold gestorben?", "Woher hast du diese Narbe?", " Warum hasst du Onkel Egon eigentlich?"), dann würde ich das erklären, vorher nicht.

    Die Kinder meiner Kollegin (13 und 16) haben den Tod des Großvater mit erlebt, wissen aber nur, dass er vorher schwer krank war. Dass er schlimmstens depressiv war und Selbstmord beging, wissen sie (noch) nicht. Bisher reichte ihnen die Erklärung, dass der Opa krank war und daran gestorben ist. Das ist nicht gelogen, aber eben auch nicht die grausame Wahrheit. Wenn die Kinder da mal genauer fragen und die Umstände genauer wissen wollen, wird wohl auch keiner lügen. Aber vor drei Jahren als es passierte, hätte es die Kinder zusätzlich belastet. Der Verlust des geliebten Opas war schon schlimm genug.
    Ich wollte nicht, dass meine Kinder mit einem Familiengeheimnis rund um den Tod meines Vaters aufwachsen und habe ihnen deshalb früh erzählt, dass ihr Opa sich das Leben genommen hat. Das ging aber wahrscheinlich deshalb, weil ich damit im Reinen bin und weil es weit vor der Geburt der Kinder geschah. Das ist ja noch mal eine ganz andere Situation, als wenn sie den Menschen kennengelernt haben und seinen Tod betrauern.

  5. #35
    Avatar von Pippi27
    Pippi27 ist gerade online Bibbi siemazwanzich

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    in meiner Familie gibt es keine Geheimnisse.

    Die Erziehungsfehler, die meine Eltern machten, waren entweder zeitgemäß oder aus Überforderung. Insgesamt aber nie schlimm.

    Die einzige schlimme Geschichte ist, dass meine Schwester vor meinern Augen überfahren wurde.

    Das es sie gab, weiß er anhand von Bildern, dass sie überfahren wurde auch. Schon allein um ihm meine übergroße Angst um ihm im Straßenverkehr verständlich zu machen.

    Das ich danebenstand und welche Folgen ihr Tod in unserer Familie hat, weiß er noch nicht.

    Aus der Lebensgeschichte meines Mannes weiß er wenig, da ist er auch noch zu jung dafür. Dazu müsste man das politische Umfeld der letzten 80 Jahre mit erklären. Das kommt noch.

  6. #36
    Sina75 ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Ich hatte eine glückliche Kindheit, deshalb beeinflussen meine Geschichten die Jungs nicht negativ. Wäre das nicht so, weiß ich nicht, wieviel ich erzählen würde.
    "Everybody’s Darling, Everybody’s Depp"

    Franz Josef Strauß

  7. #37
    Die_Kroete ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Ok danke euch. Da sind einige gute Gedanken dabei, die ich mir mal durch den Kopf gehen lasse.
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  8. #38
    rastamamma ist offline Urgestein

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Über vieles habe ich mit den töchtern erst ab teenagerzeit gesprochen. Manches erzähle ixh gar niemandem, ich wüsste nicht, warum.

  9. #39

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Strickli Beitrag anzeigen
    Ich wollte nicht, dass meine Kinder mit einem Familiengeheimnis rund um den Tod meines Vaters aufwachsen und habe ihnen deshalb früh erzählt, dass ihr Opa sich das Leben genommen hat. Das ging aber wahrscheinlich deshalb, weil ich damit im Reinen bin und weil es weit vor der Geburt der Kinder geschah. Das ist ja noch mal eine ganz andere Situation, als wenn sie den Menschen kennengelernt haben und seinen Tod betrauern.
    Du sagst etwas ganz entscheidendes: Du bist mit dir im Reinen. Ich hatte lange die Einstellung, dass ich sicher einige Dinge aus meiner Kindheit NIE meinen Kindern erzähle. Inzwischen sehe ich das anders und habe den Kindern auch einige nicht so schöne Dinge erzählen können, weil ich selbst meinen Frieden damit gemacht habe.

    Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass Kinder selbstverständlich spüren, wenn irgendwo was nicht passt oder verheimlicht wird. Und meine Erfahrung ist durchaus positiv, was die Reaktion der Kinder angeht, wenn man ihnen (natürlich der Altersstufe entsprechend) erzählt, dass z. B. der Opa eine Zeit lang nicht gut mit seinem Leben zurecht gekommen ist und dass das auch für den Rest der Familie doof war. Wenn dann Fragen kommen, kann man sie entweder genauso neutral beantworten oder sich eben abgrenzen und sagen, dass man da aktuell nicht weiter drüber sprechen mag.

  10. #40
    Avatar von -AppErol-
    -AppErol- ist offline love & peace

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    Standard Re: Kindern von der eigenen Kindheit erzählen

    Zitat Zitat von Krötenmama Beitrag anzeigen
    Je größer meine Tochter wird, desto mehr beschäftigt mich diese Frage.
    Wieviel habt ihr euren Kindern aus der eigenen Kindheit erzählt? Wieviel wissen sie von Problemen in der Familie, von der Geschichte, vom Verhältnis zwischen euch und euren Eltern?
    Sollte man Dinge für sich behalten, um das Bild der Kinder von ihren Großeltern nicht negativ zu beeinflussen? Was ist ab welchem Alter zumutbar?
    Erzählt doch mal wenn ihr wollt.
    Ich finde solche Geschichten enorm wichtig. Aber ab welchem Alter man was erzählen kann hängt von mehr als dem kalendarischen Alter ab, nämlich welches Thema, Reife des Kindes, eigenes Interesse/Nachfragen des Kindes... Gesichert würde ich bei Nachfragen altersgerecht die Wahrheit sagen.
    Ob die Schilderungen das Verhältnis zB zu Großeltern negativ beeinflussen hängt auch von mehr ab als der Erzählung an sich, zB von der Art des Kindes, vom Verhältnis zwischen Großeltern und Enkel, von der Reaktion der Großeltern, davon ob ich sage dass ich es erzählt habe... Deshalb würde ich dafür nicht die alleinige Verantwortung übernehmen.

    Beispiel: Mein Mann hat unserem Sohn von seinem problematischen Verhältnis zu seinen Eltern erzählt als dieser nachfragte. Anlass war der Kontak des leiblichen Vaters meines Mannes, der bei unserem Sohn einige Gedanken ins Rollen brachte. Ich hatte den Eindruck, dass es wichtig für ihn war das zu wissen, um Reaktionen einordnen zu können. Und er hat deutlich signalisiert, wann es genug war.



    We can choose to see the best in one another.
    Barack Obama, 11/9/16
    Wenn ihr Großhirn mit der Amygdala eines Pubertisten diskutiert, kann das nur schief gehen!
    aus einem Vortrag der hiesigen Erziehungsberatung 11/13/19

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