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Thema: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

  1. #271
    Schnurrmiezia ist offline MiezMiez
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    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Hallo,

    Ich fühlte mich damals mit verantwortlich dafür, dass die Leute versorgt wurden. Heute bin ich da echt weiter und würde nur in Ausnahmen einspringen , bzw. springe nur in Ausnahmefällen ein, wenn es gar nicht anders geht. Dafür, dass die Personalpolitik nicht stimmt, kann ich als einfache Angestellte nämlich nichts.
    Ich helfe gerne, aber nur, soweit ich es gut für mich verantworten kann. Es hilft ja niemandem, wenn ich aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und der ständig fehlenden Regenerationszeit, dann auch länger oder sogar für immer ausfalle.

    Es ist auch nicht böse gemeint von mir. Ich suche mir gut aus, wann ich einspringe und wann nicht. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Arbeitsstelle und hoffe, dass das auch so bleibt. Ich würde lieber wieder kündigen, als mich nochmals so verheizen zu lassen.

    Lg von schnurrmiezia
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  2. #272
    Sina75 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Zitat Zitat von Schnurrmiezia Beitrag anzeigen
    Hallo,

    Ich habe Jahre lang in der Pflege gearbeitet. Stattionär und in der Hauspflege. Es hat seinen Grund, warum ich nicht mehr in der Pflege arbeite.

    Ich wurde nämlich ständig angerufen, sobald ich frei hatte. Ich konnte meine Freizeit gar nicht! mehr planen und hatte teilweise Monatelang nicht ein einziges freies Wochenende . Ein Monat ist mir da besonders in Erinnerung geblieben, weil ich statt der üblichen 170-190 Stunden auf über 250 Stunden gekommen bin. Ich konnte einfach nicht mehr. Ständig schwer Kranke und Pflegebedürftige gut zu versorgen, das ging nicht mehr. Ich habe gekündigt und hatte auch kein schlechtes Gewissen, weil mir dort niemand geholfen hat. Wenn ich unbedingt frei haben wollte, hieß es dann, nee, geht nicht...

    Heute arbeite ich im Verkauf. Ja, ich springe ab und zu auch mal ein, aber es ist die große Ausnahme. Und wenn ich frei habe, dann springe ich nur ein, wenn ich nichts geplant habe, oder sich meine Aktivität verschieben lässt.

    Lg Schnurrmiezia
    Im Krankenhaus war das bei mir auch so, wobei ich dann auch einfach gesagt habe, ich kann da nicht einspringen. Und für Tage, an denen ich unbedingt frei gebraucht habe hat sich immer ein Kollege gefunden, der mit mir getauscht hat, im Gegenzug hab ich immer getauscht, wenn ich konnte. Aber Praxis (auch wenn der Tarif niedriger ist) ist halt schon Entspannung. Mittwoch und Freitag Nachmittag sicher frei und Notdienst erwischt und auch selten, also auch die Wochenenden frei.

    Da verzichte ich echt gerne auf die Schichtzulage.
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    Franz Josef Strauß

  3. #273
    Sina75 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Zitat Zitat von Teilzeithippie Beitrag anzeigen
    Ich bin diese Woche auch an meinem freien Tag eingesprungen, weil jemand krank wurde. Wir sind ein kleines Team und da kann nicht „irgendwer“ einspringen. Der kann nichts wirklich machen. Das kommt sehr, sehr selten vor und ich habe es von selbst direkt angeboten. Alle schauen, dass der Laden auch in solchen Zeiten läuft und es werden gegenseitig auch Arbeiten von anderen Berufsgruppen übernommen (in alle Richtungen)
    Irgendwer würde uns auch nicht viel bringen, derjenige müsste unser Computerprogramm kennen, röntgen können und Gipsen. Einen sterilen Tisch herrichten.
    "Everybody’s Darling, Everybody’s Depp"

    Franz Josef Strauß

  4. #274
    Sina75 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Hm, ist "prinzipiell" nicht besser, als das permanent auszudiskutieren und sich emotionalem Druck zu beugen?
    Nach dem Motto "Ich lasse erst gar nicht zu, dass ihr meine wunden Punkte findet? Ich mache auch keine Unterschiede, ich behandel alle gleich?"

    Zumal ja eine Lösung gefunden wurde.
    Es scheint ja zu gehen, out of the box, in dem Fall über die Grenze der eigenen Praxis hinaus, zu denken und zu handeln.

    Wir haben ja auch noch gar nicht über die Krankheiten anderen drei Kolleginnen gesprochen ...
    Ja, aber die Lösung basiert darauf, das wir uns gegenseitig aushelfen. Unser Chef zahlt die Kollegin ja für den Tag und dafür hilft eine andere Kollegin von der Nebenpraxis dann auch wieder bei uns aus, wenn es brennt. Nur sie dann halt nicht, weil sie generell nicht einspringt. Würden alle so denken,würde es nicht funktionieren.
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    Franz Josef Strauß

  5. #275
    Avatar von WhiseWoman
    WhiseWoman ist offline Es werde Licht.
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    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Zitat Zitat von Sina75 Beitrag anzeigen
    Irgendwer würde uns auch nicht viel bringen, derjenige müsste unser Computerprogramm kennen, röntgen können und Gipsen. Einen sterilen Tisch herrichten.
    Darum ist "Ach, das kann man mit Zeitarbeit auffangen." in vielen Fällen, von den Kosten abgesehen, auch Augenwischerei.
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    Нет худа без добра.

  6. #276
    Gast

    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Zitat Zitat von Schnurrmiezia Beitrag anzeigen
    Hallo,

    Ich fühlte mich damals mit verantwortlich dafür, dass die Leute versorgt wurden. Heute bin ich da echt weiter und würde nur in Ausnahmen einspringen , bzw. springe nur in Ausnahmefällen ein, wenn es gar nicht anders geht. Dafür, dass die Personalpolitik nicht stimmt, kann ich als einfache Angestellte nämlich nichts.
    Ich helfe gerne, aber nur, soweit ich es gut für mich verantworten kann. Es hilft ja niemandem, wenn ich aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und der ständig fehlenden Regenerationszeit, dann auch länger oder sogar für immer ausfalle.

    Es ist auch nicht böse gemeint von mir. Ich suche mir gut aus, wann ich einspringe und wann nicht. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Arbeitsstelle und hoffe, dass das auch so bleibt. Ich würde lieber wieder kündigen, als mich nochmals so verheizen zu lassen.
    Finde den Unterschied zu "aus Prinzip nicht".

    Es macht doch keinen Sinn, dauernd mit Extremen zu argumentieren (nicht nur bei dir)
    Zwischen "verheizen lassen" und Ablehnung "aus Prinzip" liegen Spielräume, in denen in der realen Welt solche Fragen ganz gut gelöst werden können.

  7. #277
    WATERPROOF ist offline Renitent.
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    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Ich hab bei mir in der Arbeit ein gutes Team und gute Stimmung.

    Wir helfen uns gegenseitig aus. Und ich profitiere da natürlich auch: viele Freiheiten, kann auch mal spontan frei haben, großzügig auf Fortbildung bzw. Dienstreise fahren usw..

    Dafür macht es mir auch nichts aus, alle Jubeljahre erreichbar zu sein, wenn im Bereichschaftsdienst der Kollegen was passiert, wo mehrere Leute gebraucht werden. Klar, ich müsste nicht. Aber die kommen mir entgegen und ich komme dann gerne ihnen entgegen.

    Wenn ich kann, komm ich. Aber das passiert alle paar Jahre mal.

  8. #278
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Zitat Zitat von Sina75 Beitrag anzeigen
    Ja, aber die Lösung basiert darauf, das wir uns gegenseitig aushelfen. Unser Chef zahlt die Kollegin ja für den Tag und dafür hilft eine andere Kollegin von der Nebenpraxis dann auch wieder bei uns aus, wenn es brennt. Nur sie dann halt nicht, weil sie generell nicht einspringt. Würden alle so denken,würde es nicht funktionieren.
    Würden alle so denken, ja dann müsste eine andere Organisationsform her.
    Das gibt es auch in anderen Bereichen.

    Die Frage ist zum Beispiel, ob "Einzelarztpraxis" eine praktikable Organisationseinheit ist.
    Das Beispiel zeigt ja, dass vielleicht größer gedacht werden muss.

    Das Fachkräfteproblem wird nicht dadurch gelöst, dass die Verlässlichkeit von freien Tagen nicht mehr gegeben ist.
    Wenn die Dame jetzt an einem wichtigen Punkt nicht in die Praxis passt und das System damit nicht mehr funktioniert, dann muss sie halt gehen und sie holen jemanden, der sich an der Stelle anders aufstellt.

    Ich finde halt "mache ich prinzipiell nicht" verlässlicher als sich jedes Mal eine andere Begründung auszudenken.
    So ist klar "Da müssen wir gar nicht erst anrufen." Die Zeit und Kraft für das Telefonat ist also schon mal gespart.
    ___________________________________
    Das Böse sind falsche Entscheidungen.

  9. #279
    WATERPROOF ist offline Renitent.
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    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Würden alle so denken, ja dann müsste eine andere Organisationsform her.
    Das gibt es auch in anderen Bereichen.

    Die Frage ist zum Beispiel, ob "Einzelarztpraxis" eine praktikable Organisationseinheit ist.
    Das Beispiel zeigt ja, dass vielleicht größer gedacht werden muss.

    Das Fachkräfteproblem wird nicht dadurch gelöst, dass die Verlässlichkeit von freien Tagen nicht mehr gegeben ist.
    Wenn die Dame jetzt an einem wichtigen Punkt nicht in die Praxis passt und das System damit nicht mehr funktioniert, dann muss sie halt gehen und sie holen jemanden, der sich an der Stelle anders aufstellt.

    Ich finde halt "mache ich prinzipiell nicht" verlässlicher als sich jedes Mal eine andere Begründung auszudenken.
    So ist klar "Da müssen wir gar nicht erst anrufen." Die Zeit und Kraft für das Telefonat ist also schon mal gespart.
    Da, wo Sina wohnt und arbeitet, müssen sie froh sein, überhaupt einen Arzt zu bekommen.

    Für weitere Wünsche brauchst du die Wunschfee.


  10. #280
    Avatar von WhiseWoman
    WhiseWoman ist offline Es werde Licht.
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    Standard Re: Ich springe aus Prinzip nicht ein.

    Zitat Zitat von WATERPROOF Beitrag anzeigen
    Da, wo Sina wohnt und arbeitet, müssen sie froh sein, überhaupt einen Arzt zu bekommen.

    Für weitere Wünsche brauchst du die Wunschfee.

    Na ja, mit der Diskussion, ob die Einzelpraxis noch zeitgemäß ist, hat Andrea ja nicht unrecht. Sie wird mehr und mehr zum Auslaufmodell, aber dazu müssen erst noch ein paar von uns definitiv in Rente gehen.

    Auf der anderen Seite hast Du recht ... es gibt Ecken, da ist die Versorgung heute schon schwierig.
    Нет худа без добра.

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