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Thema: Studium, Arbeiterkinder usw.

  1. #1
    Beerenfisch Gast

    Standard Studium, Arbeiterkinder usw.

    Ich habe in den Studienfrust-Thread nur reingelesen und muss mal was loswerden, was mich immer wieder mal beschäftigt.

    Ich habe eine BHS besucht, also Matura mit Berufsausbildung und gleich nach der Matura zu arbeiten begonnen. Studium war aus diversen persönlichen Gründen nicht drin. Mein Mann ist Facharbeiter. Im weiteren Sinne gesehen sind unsere Kinder sog. "Arbeiterkinder", wie ich neulich in einem podcast hörte. Tochter wird vermutlich, eventuell, die erste in der Familie sein, die studiert. Dazu muss ich sagen, dass die Entscheidung, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen, in der weiteren Familie und im Umfeld sehr kritisch gesehen wurde, eine BHS wird da sehr viel mehr befürwortet, zumindest da ihre Interessen nicht eindeutig in die klassischen Studienrichtungen Medizin, Jus, Lehramt gehen. Sie hat auch noch keinen großen Plan, was genau sie machen möchte, die AHS war eigentlich mehr Verlegenheitslösung, Entscheidung vertagt. Lernen kann sie, macht sich selber auch viel Druck.

    Wenn ich solche Threads wie den betreffend Studienfrust lese, dann wird mir ganz anders, wie unsere Unterstützung als Eltern aussehen könnte. Natürlich müssen unsere Kinder ein Studium, so sie denn eines anstreben, selbst durchziehen. Aber die vielen Feinheiten, die so nebenbei zu wissen sind, wo andere Eltern mit Erfahrung an den Universitäten, Tipps geben können, die fehlen uns halt komplett.

    Was Deutschland betrifft, so habe ich von Arbeiterkind.de mal gelesen, ob es etwas vergleichbares in Österreich gibt, konnte ich noch nicht herausfinden und ob das überhaupt was bringt. Oder sind das sowieso zu viele Sorgen über ungelegte Eier?

    Natürlich sitze ich nicht ständig da und denke voller Sorgen an die Zukunft, aber der eine oder andere Gedanke kommt schon in mein Hirn.

    Hier sind wie mir scheint viele Akademikerinnen und Akademiker, aber vielleicht doch auch die/der eine oder andere ohne Studium und mit Kindern, die ein solches anstreben oder absolvieren, absolviert haben. Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich sagen oder fragen möchte, nur mal festhalten, was so im Kopf herumschwirrt.
    Duplo72 gefällt dies

  2. #2

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    Standard Re: Studium, Arbeiterkinder usw.

    Ich glaube ich verstehe, was dich beschäftigt. Ist es die Frage, ob du dein Kind so unterstützen kannst, wie sie es bräuchte?

    Hier ist es so, dass ich eine Ausbildung nach dem Realschulabschluss gemacht habe und mein Ex hat mit Realschulabschluss Musik studiert (weiß nicht, wie das möglich war, aber so war es).
    Kind ist auf dem Gymnasium und ich weiß nicht, ob sie das mit Abi beendet und was dann kommt. Ich lass mich mal überraschen, das nötige Zeug dazu hätte sie.

    Ich sehe ein Studium wie eine schulische Ausbildung. Bei beidem müsste sie sich selbst durchbeißen. Ich kann unterstützen in dem ich den „Rahmen sichere“ aber weder bei Ausbildung, noch bei Studium bin ich „Fachmann“. Wahrscheinlich werde ich da reinwachsen, wie sie auch... spannend...
    Schradler gefällt dies

  3. #3
    Spanierin ist gerade online Legende

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    Standard Re: Studium, Arbeiterkinder usw.

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich habe in den Studienfrust-Thread nur reingelesen und muss mal was loswerden, was mich immer wieder mal beschäftigt.

    Ich habe eine BHS besucht, also Matura mit Berufsausbildung und gleich nach der Matura zu arbeiten begonnen. Studium war aus diversen persönlichen Gründen nicht drin. Mein Mann ist Facharbeiter. Im weiteren Sinne gesehen sind unsere Kinder sog. "Arbeiterkinder", wie ich neulich in einem podcast hörte. Tochter wird vermutlich, eventuell, die erste in der Familie sein, die studiert. Dazu muss ich sagen, dass die Entscheidung, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen, in der weiteren Familie und im Umfeld sehr kritisch gesehen wurde, eine BHS wird da sehr viel mehr befürwortet, zumindest da ihre Interessen nicht eindeutig in die klassischen Studienrichtungen Medizin, Jus, Lehramt gehen. Sie hat auch noch keinen großen Plan, was genau sie machen möchte, die AHS war eigentlich mehr Verlegenheitslösung, Entscheidung vertagt. Lernen kann sie, macht sich selber auch viel Druck.

    Wenn ich solche Threads wie den betreffend Studienfrust lese, dann wird mir ganz anders, wie unsere Unterstützung als Eltern aussehen könnte. Natürlich müssen unsere Kinder ein Studium, so sie denn eines anstreben, selbst durchziehen. Aber die vielen Feinheiten, die so nebenbei zu wissen sind, wo andere Eltern mit Erfahrung an den Universitäten, Tipps geben können, die fehlen uns halt komplett.

    Was Deutschland betrifft, so habe ich von Arbeiterkind.de mal gelesen, ob es etwas vergleichbares in Österreich gibt, konnte ich noch nicht herausfinden und ob das überhaupt was bringt. Oder sind das sowieso zu viele Sorgen über ungelegte Eier?

    Natürlich sitze ich nicht ständig da und denke voller Sorgen an die Zukunft, aber der eine oder andere Gedanke kommt schon in mein Hirn.

    Hier sind wie mir scheint viele Akademikerinnen und Akademiker, aber vielleicht doch auch die/der eine oder andere ohne Studium und mit Kindern, die ein solches anstreben oder absolvieren, absolviert haben. Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich sagen oder fragen möchte, nur mal festhalten, was so im Kopf herumschwirrt.
    Wir sind beide Akademiker. Mein Mann war der erste in seiner Familie, d er studiert hat (gegen den Willen seiner Familie) und er hatte NULL Unterstützung von seinen Eltern. Die konnten das gar nicht leisten. Ich habe in Spanien studiert, weit weg von meinen Eltern, die haben mich zwar moralisch und finanziell unterstützt, aber ansonsten hatten die überhaupt keinen Durchblick, war auch gerade der Umbruch zu Bolonia usw. Die konnten gar nix diesbezüglich für mich tun.
    Der schöne Sohn studiert und obwohl sowohl der Mann als auch ich in Spanien studiert haben, haben wir KEINEN Schimmer von Einschreibungen per Internet, Fächerwahl usw. Wir können eigentlich auch nur die Studiengebühren zahlen und ihm auf die Schulter klopfen :).
    Will sagen: Auch Akademiker können da nicht unbedingt viel für ihre studierenden Kinder tun.
    Mumpitz, Gast, Francie und 3 anderen gefällt dies.

  4. #4
    PerditaX. ist offline elferant

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    Standard Re: Studium, Arbeiterkinder usw.

    Ich bin zwar Akademikerin, war aber ein "Arbeiterkind". Ich war die erste in meiner Familie, die ein Studium abgeschlossen hat - es sind mir dann aber fast alle meiner Cousins und Cousinen nachgefolgt. Meine Geschwister haben ebenfalls ein oder zwei Studien abgeschlossen. Mein Vater war LKW-Fahrer, meine Mutter Pflegerin/Hausfrau. Und ich kann dich beruhigen: Dein Kind braucht deine Unterstützung nicht. Klar ist es fein, wenn einem von Seiten der Eltern der Rücken gestärkt oder Tipps gegeben werden. Aber es geht ganz, ganz bestimmt auch ohne. Mir hat damals zum Beispiel sehr das Studentenwohnheim geholfen. Da waren junge Leute aus allen Bundesländern, wo die Eltern in der Regel nicht das ganz große Geld hatten und oft auch keine Akademiker/innen waren. Wir haben uns da sehr gegenseitig geholfen. Dann gibt es noch die ÖH, die diversen Fachschaften und so weiter. Dein Kind wird das bestimmt schaffen. Und wenn sich herausstellt, dass ihr ein Studium nicht so liegt - dann kann man auch noch wechseln. Kein Weltuntergang.

    Ich hab ein Orchideenfach und schreckliche BWL studiert, mein Bruder ist Naturwissenschaftler, meine Schwester Pädagogin. Drei ganz unterschiedliche Studiengänge, trotzdem gut bewältigbar. Das Studium sollte gut zur Person und den INteressen passen. Wenn man sich mit Selbstorganisation schwer tut, ist eine FH vielleicht die bessere Option.
    Gast, Gast, JohnnyTrotz und 1 anderen gefällt dies.

  5. #5
    Avatar von Mamma.Mia
    Mamma.Mia ist offline Queen Mum

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    Standard Re: Studium, Arbeiterkinder usw.

    Mein Mann und ich haben, so wie Du, beide BHS-Matura, gleich gearbeitet, jeder ein Studium begonnen aber nicht konsequent weiterverfolgt, da ja schon berufstätig.

    Unsere Kinder haben beide AHS-Matura, eine ist gerade im letzten Semester zum Bachelor, die andere hat gerade zu studieren begonnen.

    Beide finden sich total gut zurecht. Ich denke, wenn man nicht gerade das gleiche studiert hat wie die Kinder, kann man fachlich auch nicht viel mehr helfen als wir. Wir unterstützen halt eher mit zuhören, sie mal mit dem Auto kutschieren, um Zeit zu sparen, Lieblingsessen einkaufen/kochen. Das geht auch ohne Studium der Eltern.

    Als Arbeiterkinder hätte ich unsere allerdings jetzt nicht gesehen, kenne aber die offizielle Definition nicht.

  6. #6
    Gast Gast

    Standard Re: Studium, Arbeiterkinder usw.

    Das ist zwar lange her, aber als ich Abi gemacht habe, waren die Akademikerkinder absolute Exoten. Im Pott in meiner Gegend gab es nicht so viele und die, die was auf sich hielten, schickten ihre Kinder aufs Internat.
    WAs ich damit sagen will: ich kenne keinen, der von zu Hause Unterstützung bekommen hätte.
    Ich glaube auch nicht, dass sich von deren Eltern jemals jemand darüber Gedanken gemacht hat, ob sie als Eltern dem gerecht werden können. Wäre auch müßig gewesen, da die einzige Alternative gewesen wäre, die Kinder nicht zum Gym zu schicken.

  7. #7
    Gast Gast

    Standard Re: Studium, Arbeiterkinder usw.

    Zitat Zitat von PerditaX. Beitrag anzeigen
    Ich bin zwar Akademikerin, war aber ein "Arbeiterkind". Ich war die erste in meiner Familie, die ein Studium abgeschlossen hat - es sind mir dann aber fast alle meiner Cousins und Cousinen nachgefolgt. Meine Geschwister haben ebenfalls ein oder zwei Studien abgeschlossen. Mein Vater war LKW-Fahrer, meine Mutter Pflegerin/Hausfrau. Und ich kann dich beruhigen: Dein Kind braucht deine Unterstützung nicht. Klar ist es fein, wenn einem von Seiten der Eltern der Rücken gestärkt oder Tipps gegeben werden. Aber es geht ganz, ganz bestimmt auch ohne. Mir hat damals zum Beispiel sehr das Studentenwohnheim geholfen. Da waren junge Leute aus allen Bundesländern, wo die Eltern in der Regel nicht das ganz große Geld hatten und oft auch keine Akademiker/innen waren. Wir haben uns da sehr gegenseitig geholfen. Dann gibt es noch die ÖH, die diversen Fachschaften und so weiter. Dein Kind wird das bestimmt schaffen. Und wenn sich herausstellt, dass ihr ein Studium nicht so liegt - dann kann man auch noch wechseln. Kein Weltuntergang.

    Ich hab ein Orchideenfach und schreckliche BWL studiert, mein Bruder ist Naturwissenschaftler, meine Schwester Pädagogin. Drei ganz unterschiedliche Studiengänge, trotzdem gut bewältigbar. Das Studium sollte gut zur Person und den INteressen passen. Wenn man sich mit Selbstorganisation schwer tut, ist eine FH vielleicht die bessere Option.
    das hört sich sehr nett an, was ist das ?

  8. #8
    PerditaX. ist offline elferant

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    Standard Re: Studium, Arbeiterkinder usw.

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    das hört sich sehr nett an, was ist das ?
    Ein seltenes Fach, das nur wenige Menschen im Jahr abschließen.
    Gast gefällt dies

  9. #9
    jellybean73 ist offline Urgestein

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    Standard Re: Studium, Arbeiterkinder usw.

    Zitat Zitat von PerditaX. Beitrag anzeigen
    Ein seltenes Fach, das nur wenige Menschen im Jahr abschließen.
    Was denn?

  10. #10
    Gast Gast

    Standard Re: Studium, Arbeiterkinder usw.

    Zitat Zitat von PerditaX. Beitrag anzeigen
    Ein seltenes Fach, das nur wenige Menschen im Jahr abschließen.
    danke, diesen Ausdruck hab ich noch nie gehört :)

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