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Thema: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

  1. #41

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    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht ob man das so pauschal sagen kann. Ich glaube es gibt weitaus mehr Studierte, die nicht mehr in ihrem Fachgebiet arbeiten bzw. "niedrigere" Jobs machen. Und von den Studierten in unserem Umfeld hat nicht einer einen unbefristeten Vertrag und man muss immer auf eine Verlängerung hoffen.
    Ja, das sind dann halt die Nachteile und, dass es mittlerweile viele Akademiker gibt, die nach dem Studium mit weniger Lohn anfangen, als ein Facharbeiter nach der Ausbildung bekommt.

    Aber das sind Dinge, die man weiß, wenn Kinder sich entscheiden trotzdem zu studieren und dann ein Fach studieren, wo die Einkommensaussichten nicht so rosig sind, dann ist das eben so.

    Was mich im Moment irritiert, ist, dass es auch Betriebe gibt, die nicht mal ungelernte Hilfsarbeiter finden.

  2. #42
    cosima ist offline Urgestein

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    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von WhiseWoman Beitrag anzeigen
    ... und ich kenne keine, höchstens die eine oder andere, die lange Teilzeit gearbeitet hat.
    ich schon und ich finde jeden einzelnen Fall bedauerlich, aber das sind individuelle Entscheidungen, die keinesfalls nur bei Geisteswissenschaftlerinnen gefällt werden

  3. #43
    Avatar von Lui
    Lui
    Lui ist offline Regels sind Regels

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    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Gerade als ich den Studienthread gelesen habe und ja doch der Großteil für seine Kinder scheinbar eine akademische Ausbildung anstrebt frage ich mich wo diese Entwicklung hinführen wird.

    Ich stamme selbst aus einer Arbeiterfamilie und habe nicht studiert.
    Mein Mann und ich arbeiten im Handwerk, was leider noch immer sehr stiefmütterlich angesehen und auch bezahlt wird. In meiner Firma suche ich seit 4 Jahren einen Auszubildenden - bisher gab es 3 Bewerbungen. Fachkräfte suchen wir seit 7 Jahren erfolglos.
    Egal ob man sich mit Vertretern, anderen Unternehmern oder Freunden, die in anderen (nicht industriellen oder akademischen) Bereichen arbeiten, unterhält, jede Firma sucht vergeblich Fachkräfte.

    Wir wohnen in einer touristischen Gegend. Wenn ich allein in die Gastronomie schaue ist es nur noch traurig. Entweder die Gasthäuser schließen komplett, öffnen nur noch stundenweise oder nur für eigene Hausgäste. Und selbst dann ist das Personal fast nur ausländisch. Selbst die Schüler haben keine Lust mehr in der Gastronomie zu arbeiten.

    Diese Entwicklung kann sich doch unmöglich in den nächsten Jahren selbst regulieren sondern eigentlich nur schlimmer werden. Auf der anderen Seite fragt man sich was denn die Schüler von heute alle machen. Wir haben doch bei den Schulabgängern jetzt bereits wieder die geburtenstärkeren Jahrgänge. Aber wenn man allein auf die Zahlen der unbesetzten Lehrstellen schaut fragt man sich was eigentlich alle nach der Schule anstreben. Es hat doch nicht jeder das Zeug für ein Studium.

    So wie es derzeit aussieht werden wir bald ein Land voller studierter Menschen sein, aber keiner macht mehr die alltäglichen Arbeiten. Sorry für das Sinnieren, aber mir macht diese Entwicklung tatsächlich Angst.
    Es wird sich dahin entwickeln, dass Handwerker nicht mehr stiefmütterlich bezahlt werden - was gleichzeitig dazu führt, dass Umgehungen DIY Schwarzarbeit Billigheimer etc blühen werden.

    Ich habe einen Onkel in den USA - sehr sehr sehr erfolgreich und reich mit seiner IT-Firma.
    Es hätschelt und pflegt seinen "Handyman" - einen Allroudhandwerker mit ostdeutschen Wurzeln, ohne Ausbildung, aber er bringt es einfach. Solche Leute werden immer gesuchter werden und als "Geheimtip" rumgereicht. Der "Handyman" verdient sich eine goldene Nase.

    Die Normalos, bei denen das Klo verstopft ist, schauen in die Röhre oder müssen YT-Videos gucken.
    0815 Gaststätten mit guter bodenständiger Küche wirst du kaum mehr finden, es wird halt Franchise Ketten geben mit angelerntem Personal oder Self Service.
    Job-Hopping wird normal.
    Im Bürobereich wird viel von Programmen erledigt wofür man vorher Fachangestellte gebraucht hat.

    Letztlich wird "Handarbeit" immer teurer werden - was aber dazu führen wird, dass perspektivisch wieder mehr in diese Berufe drängen, weil es sich im Akademikerpräkariat auch nicht so toll leben lässt.

    Schweinezyklus klassischer Art.

    Im Osten wird es noch besser gehen, weil der "gelernte Ossi" oft handwerklicher ist.
    Wenn ich mir den schwäbischen Speckgürtel meiner Eltern ansehe - da findest du jetzt schon keinen mehr der baut.

    Ich gaube, du musst keine Angst haben - ihr werdet gesucht.
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  4. #44
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Urgestein

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    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von --Christine-- Beitrag anzeigen
    Was mich im Moment irritiert, ist, dass es auch Betriebe gibt, die nicht mal ungelernte Hilfsarbeiter finden.
    Wenn Leute Mindestlohn bekommen, wählen sie vermutlich lieber H4. In meinen Augen eine Lücke im System.
    Sascha, Leona68 und Keep Smiling gefällt dies.

  5. #45
    cosima ist offline Urgestein

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    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von Stadtmusikantin Beitrag anzeigen
    Wenn Leute Mindestlohn bekommen, wählen sie vermutlich lieber H4. In meinen Augen eine Lücke im System.
    oder sie wählen eben Schwarzarbeit - oder beides.
    Oder dann den schlecht bezahlten Job der noch am angenehmsten ist bzw. doch ein bisschen mehr bietet
    Klopferline gefällt dies

  6. #46
    Avatar von silm
    silm ist offline Huhn

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    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von Leona68 Beitrag anzeigen
    Nein, sicher nicht, aber werden bis auf Ausnahmen besser bezahlt als Tätigkeiten im Handwerk.
    Sozialarbeiter, Gehaltsempfänger auf mittlerer Führungsebene usw. verdienen oft nicht mehr als gute Handwerker.
    Silm

  7. #47
    Frau_in_Blau Gast

    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von WhiseWoman Beitrag anzeigen
    ... und ich kenne keine, höchstens die eine oder andere, die lange Teilzeit gearbeitet hat.
    Dann musst du dich besser umschauen : Jede zweite erwerbstätige Frau zwischen 20 und 64 arbeitete 2018 Teilzeit.
    https://www.destatis.de/DE/Themen/Ar...ublicationFile
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  8. #48
    Avatar von Leona68
    Leona68 ist offline Legende

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    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von silm Beitrag anzeigen
    Sozialarbeiter, Gehaltsempfänger auf mittlerer Führungsebene usw. verdienen oft nicht mehr als gute Handwerker.
    Nehmen wir den Sozialarbeiter oder auch nur Erzieher ohne Leitungsfunktion und daneben einen normalen Handwerker. Selbstverständlich verdient der Erzieher wesentlich mehr Geld als ein Maurer, Elektriker, Mechatroniker oder gar ein Maler-Lackierer. Schau Dir die Tarife doch an.

    Der Maurer hat ein Durchschnittsbrutto von 26.646,35€
    Der Erzieher hat ein Durchschnittsbrutto von ca. 35.000 Euro.
    Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben
    - Alexander von Humboldt -

  9. #49
    Avatar von Lui
    Lui
    Lui ist offline Regels sind Regels

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    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von WhiseWoman Beitrag anzeigen
    Was mich stört, ist, dass bei Vergleichen mit anderen Ländern ("Die haben viel mehr Abiturienten." "Die haben viel mehr Akademiker.") immer ausgeblendet wird, dass Systeme nicht 1:1 vergleichbar sind und so manches, was in Deutschland eine duale oder auch schulische Ausbildung ist, woanders als Studium firmiert. Das verzerrt ganz erheblich die Wahrnehmung.
    Das nervt mich auch massiv. Wohin man geht wird das deutsche System der Dualen Ausbildung bewundert.
    Nur hier jammert man rum, dass in anderen Ländern viel mehr studieren.

    Ja - super. Wenn die Krankenschwester / der Automechaniker 2 Jahre nach dem vergleichbaren Realschulabschluss ein College besuchen, dann sind die "studiert". Aber um Längen von unseren hervorragend ausgebildeten Krankenschwestern und Mechanikern entfernt.

    Ich hatte da so ein Erlebnis in den USA. Mein Auto war eher günstig *hust* und ich musste die Kupplung reparieren lassen. Da sagt mir der Mechaniker, es würde irgendwie irgendwie am Motor komisch Öl rumschmieren. Das müsse man anschauen.
    Auf meine Frage, ob der das bitte gleich mitmacht sagte er "Das geht nicht, ich kann nur Kupplungen tauschen. Für Motor müssen Sie in eine darauf spezialisierte Werkstatt."

  10. #50
    JimmyGold Gast

    Standard Re: Fachkräftemangel - wo wird das hinführen ?

    Zitat Zitat von Leona68 Beitrag anzeigen
    Nehmen wir den Sozialarbeiter oder auch nur Erzieher ohne Leitungsfunktion und daneben einen normalen Handwerker. Selbstverständlich verdient der Erzieher wesentlich mehr Geld als ein Maurer, Elektriker, Mechatroniker oder gar ein Maler-Lackierer. Schau Dir die Tarife doch an.
    Wir haben recht viele Handwerker im Bekanntenkreis.
    Keiner (!) davon arbeitet nicht noch nebenbei in seinem Beruf. Die machen am Wochenende und nach Feierabend noch richtig viel Geld. Eben an der Steuer vorbei.
    Das normale Einkommen ist meist, obwohl der Betrieb sehr gut läuft, echt niedrig.
    Klopferline gefällt dies

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