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Thema: Entscheidungshilfe

  1. #1
    Vaterfreude ist offline Stranger

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    Standard Entscheidungshilfe

    Mein Sohn ist 12 Jahre alt, vor vier Jahren ist meine Frau (seine Mutter) gestorben. Aus Sorge, dass er davon Schaden nehmen könnte, habe ich ihn damals bei einer Psychologin vorgestellt. Nach einer umfassenden Diagnostik kam heraus, dass er kognitiv sehr fit ist (laut IQ hochbegabt), seine emotionale Entwicklung hingegen etwas verzögert wäre. Das war wohl nicht Therapie bedürftig. Nach ein paar Wochen Trauerarbeit empfahl sie eine Trauergruppe für Kinder.
    Seither haben wir mir Therapie nichts mehr am Hut gehabt.

    Während er in der Grundschule noch super Leistungen erbracht hat und nach einen Sprung wirklich gerne zur Schule ging, ändert sich das auf der weiterführenden Schule schnell. Seinen Noten sind so im 3er-4er Bereich. Täglich gibt es Einträge über nicht gemachte Hausis, Störungen im Unterricht, freche Antworten etc.
    Beim Thema Schule flippt er Zuhause völlig aus. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich so aus der Verantwortung ziehe. Trotzdem kommt es regelmäßig zu Wutausbrüchen. Auch in der Schule. Meistens lässt er seine Wut an Gegenstände aus, wobei er sich dabei im Affekt teilweise selbst verletzt. Auf einen Glastisch schlagen, Schnittverletzung und ähnliches.
    Die Schule hat eine super Sozialarbeiterin, die versucht zu helfen. Es wurden zich Pläne aufgestellt. Alles blockt er ab. Nachdem wir das letzte Mal im kh waren wegen einer Verletzung, die aus einem Wutanfall entstanden ist, habe ich ihn auf Wartelisten für Psychotherapie gesetzt. Da ist er auch ausgerastet. Er meint er braucht das alles nicht. Er wäre nicht bekloppt/wahnsinnig. Wenn er mit mir und der Sozialarbeiterin nicht reden kann, müssen andere Wege her. Soweit so gut. Letzte Woche gab es eine. Vorfall in der Schule, wo ein Mitschüler verletzt wurde. Laut einem anderen ist mein Sohn schuld. Er streitet es ab. Ich muss dazu sagen, dass ich glaube, dass er in der Schule massiv gemobbt wird. Er sagt natürlich nichts dazu. Gespräche blockt er ab. Es sind so Dinge die mitschwingen, wenn er dann doch mal etwas berichtet. Es gab ein Gespräch und uns wurde geraten ihn in der KJP vorzustellen. Gesagt, getan. Nachdem sich der Sohn so geweigert hat mit zu kommen ist die Sozialarbeiterin spontan mitgefahren.
    Der Psychiater war auch davon überzeugt, dass er dringend aufgenommen werden müsste. Das Problem die Psychiatrie selbst die Notfallstation ist komplett voll. Er fragte mich, ob ich meinen Sohn noch übers Wochenende als tragbar ansehen würde. Ansonsten müsste er ihn aufnehmen und er müsste ggf auf dem Flur schlafen.
    Am Montag wurden wir erneut vertröstet.

    Der Kinderarzt schrieb ihn erstmal krank. Seither ist er er deutlich entspannter.
    Er wirkt nicht mehr so angespannt und bettelt und betet ihm noch mal eine Chance zu geben.
    Mein Herz sagt ja sofort. Mein Verstand meint es ist wichtig ihn einweisen zu lassen.

  2. #2
    Pzt
    Pzt ist offline addict

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    Standard Re: Entscheidungshilfe

    Umgang mit der Wut:

    Eine Therapie zur Emotionsregulation wäre sicher gut.
    Wenn er so wütend wird und seine Wut an Gegenständen auslassen will, wie wäre es mit einem Boxsack zuhause? Würde ich jedoch nur in Absprache mit dem Therapeuten zur Emotionenregulation machen.

    Zwangseinweisung:

    Zur Zwangseinweisung in die KJP kann ich mich nicht äussern.
    Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, daß er hineinschlüpfen kann - nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen.
    Max Frisch

  3. #3
    Sommersprosse80 ist offline Ex kaddi80

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    Standard Re: Entscheidungshilfe

    Ist ein Schulwechsel eine Option? Parallel mit ambulanter Therapie?

  4. #4
    Vaterfreude ist offline Stranger

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    Standard Re: Entscheidungshilfe

    Zitat Zitat von Kutzle Beitrag anzeigen
    Umgang mit der Wut:

    Eine Therapie zur Emotionsregulation wäre sicher gut.
    Wenn er so wütend wird und seine Wut an Gegenständen auslassen will, wie wäre es mit einem Boxsack zuhause? Würde ich jedoch nur in Absprache mit dem Therapeuten zur Emotionenregulation machen.

    Zwangseinweisung:

    Zur Zwangseinweisung in die KJP kann ich mich nicht äussern.
    Danke für die Antwort. Wir haben einen Boxsack da die große Schwester Kickboxen macht. Wenn er so dermaßen wütend ist, habe ich manchmal das Gefühl, dass es ihn wirklich nur noch beruhigt, wenn etwas kaputt geht.

    Mit geh es allerdings wirklich nur um die Frage ihn jetzt wirklich aufnehmen zu lassen oder nicht.

  5. #5
    Vaterfreude ist offline Stranger

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    Standard Re: Entscheidungshilfe

    Zitat Zitat von Sommersprosse80 Beitrag anzeigen
    Ist ein Schulwechsel eine Option? Parallel mit ambulanter Therapie?
    Ein Schulwechsel wird nicht ganz so einfach. Mit seinen Noten wird ihn vermutlich kein Gymnasium hier mehr nehmen. Die Realschule, die in Frage käme ist nicht so dolle (häufig Unterrichtsausfall und ähnliches), bliebe noch eine Gesamtschule, die super wäre, aber ziemlich voll ist. Hinzu kommt, dass er gerne auf dem Gymnasium bleiben möchte.

  6. #6
    WATERPROOF ist offline Renitent.

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    Standard Re: Entscheidungshilfe

    Zitat Zitat von Vaterfreude Beitrag anzeigen
    Danke für die Antwort. Wir haben einen Boxsack da die große Schwester Kickboxen macht. Wenn er so dermaßen wütend ist, habe ich manchmal das Gefühl, dass es ihn wirklich nur noch beruhigt, wenn etwas kaputt geht.

    Mit geh es allerdings wirklich nur um die Frage ihn jetzt wirklich aufnehmen zu lassen oder nicht.
    Ich glaube, das ist eine Frage, mit der du uns hier total überforderst. Und deswegen ist fraglich, ob du da eine sinnvolle Antwort bekommst.

    Es sind hier zwar ein paar Profis unterwegs (ich zähl mich als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mal dazu), aber auch ich kann dir aus einem Forumsposting heraus die Frage nicht beantworten.

    Ihr habt bestimmt ganz viel durchgemacht in den letzten Jahren. Du bist der Sorgeberechtigte und du trägst die Verantwortung. Wenn er gegen seinen Willen dort bleibt, dann entscheidet ohnehin der Betreuungsrichter. Du muss da zustimmen.

    Ich wünsche euch alles Gute und eine sinnvolle Lösung.

    Klar, wenn er sich oder andere wirklich gefährdet, dann muss er in die Klinik. Aber so eindeutig ist das Fall für mich noch nicht.

  7. #7
    Vaterfreude ist offline Stranger

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    Standard Re: Entscheidungshilfe

    Zitat Zitat von WATERPROOF Beitrag anzeigen
    Ich glaube, das ist eine Frage, mit der du uns hier total überforderst. Und deswegen ist fraglich, ob du da eine sinnvolle Antwort bekommst.

    Es sind hier zwar ein paar Profis unterwegs (ich zähl mich als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mal dazu), aber auch ich kann dir aus einem Forumsposting heraus die Frage nicht beantworten.

    Ihr habt bestimmt ganz viel durchgemacht in den letzten Jahren. Du bist der Sorgeberechtigte und du trägst die Verantwortung. Wenn er gegen seinen Willen dort bleibt, dann entscheidet ohnehin der Betreuungsrichter. Du muss da zustimmen.

    Ich wünsche euch alles Gute und eine sinnvolle Lösung.

    Klar, wenn er sich oder andere wirklich gefährdet, dann muss er in die Klinik. Aber so eindeutig ist das Fall für mich noch nicht.

    Ich denke die Entscheidung kann mir auch niemand abnehmen. Auf der einen Seite denke ich an all das, was er schon angestellt hat und werde ängstlich. Ich frage mich oft, was wäre, wenn er sich ausversehen wirklich mehr antut. auf der anderen Seite sehe ich in den letzten Tagen ein Kind, dem ich niemals überhaupt einen Ausrster zu trauen könnte.

  8. #8
    Avatar von -AppErol-
    -AppErol- ist offline love & peace

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    Standard Re: Entscheidungshilfe

    War er schon fürher so schnell wütend oder ist das erst jetzt gekommen?
    Könntest du dir vorstellen ihn alleine zu hause zu lassen, wenn er krank geschrieben ist? Ich vermute du arbeitest tagsüber.



    We can choose to see the best in one another.
    Barack Obama, 11/9/16
    Wenn ihr Großhirn mit der Amygdala eines Pubertisten diskutiert, kann das nur schief gehen!
    aus einem Vortrag der hiesigen Erziehungsberatung 11/13/19

  9. #9
    Vaterfreude ist offline Stranger

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    Standard Re: Entscheidungshilfe

    Zitat Zitat von -AppErol- Beitrag anzeigen
    War er schon fürher so schnell wütend oder ist das erst jetzt gekommen?
    Könntest du dir vorstellen ihn alleine zu hause zu lassen, wenn er krank geschrieben ist? Ich vermute du arbeitest tagsüber.
    Impulsiv war er schon immer. Im Kindergarten fiel seine schlechte Frustrationstoleranz auf. Das hat sich allerdings für ein paar Jahre stabilisiert.

    Noch habe ich frei. Wenn er weiterhin so drauf ist, wie die letzten Tage kann er gut und gerne alleine daheim bleiben.

  10. #10
    Pzt
    Pzt ist offline addict

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    Standard Re: Entscheidungshilfe

    Ok verstanden, die Frage kann ich dir leider nicht beantworten.

    Wünsche euch alles Gute
    Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, daß er hineinschlüpfen kann - nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen.
    Max Frisch

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