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Thema: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

  1. #101
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist offline Altlast

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Tasha72 Beitrag anzeigen
    Ich schrieb bereits, dass sich eine Menge Kinder mit entsprechender Ausstattung und Personal an Regelschulen integrieren lassen, eine ganze Menge aber auch nicht. Und unter den jetzigen Bedingungen funktioniert es nicht gut, wobei es schon schlimmer war.
    Ein Kind mit Lernbehinderung kann derzeit meiner Meinung nach nur an einer Regelschule inkludiert werden, wenn die Eltern neben der Schule für die zusätzliche Förderung sorgen. Sonst bekommen die Kinder momentan zu wenig Förderung.
    ich habe drei Fälle unterschiedlich eingeschränkter Kinder (jetzt 21, 32 und 55 Jahre) im engen Freundeskreis und beobachte seit Jahren.

    Ich nehme mal den 21jährigen, 3 Schulen, Schulbegleiter, Eltern sehr gebildet und auf den Inklusionszug sehr engagiert aufgesprungen. Das Ende war, ein jahrelang gemobbtes Kind (redet natürlich niemand drüber, das Kind aus Angst auch nicht) und ein ganz erheblicher Wissensmangel. Das führte dazu, daß er viel zu spät auf eine Förderschule kam und keinen Schulabschluss mehr schaffte (aufgrund des Alters war eine Begrenzung der Schulzeit gegeben) und sich alle Förderschullehrer einig waren: hätte er früher gewechselt, wäre ein Hauptschulabschluss möglich/sicher gewesen (was sich mit den Ergebnissen des IQ-Tests decken würde). Was er überhaupt nicht gelernt hat, was aber durch dieses Elternhaus aufgefangen werden kann, sind sämtliche lebenspraktische und für ein selbstbestimmtes Leben notwendige Dinge.

    Sehr ähnlich lief es mit dem 32jährigen. Jahrelange miese, unterirdische Erfahrungen an der Regelschule, mit viel Aufwand den Hauptschulabschluss geschafft, dafür aber psychisch extrem angeschlagen. Normales Arbeiten oder Teilhabe nur mit gesetzlichem Betreuer mögich usw. Die Eltern bereuen bitter, nicht bereits nach der Grundschule anders entschieden zu haben.

  2. #102
    bernadette ist gerade online Legende

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    war das usa? das habe ich in meinem au-pair-jahr auch erlebt und hat mich schwer beeindruckt. ich kannte aus ba-wü nur die völlige trennung von förder- und regelschulen.
    wir haben im freundeskreis viele sonderschullehrer und keiner unterstützt die idee der vollständigen inklusion, die auf dem rücken von eltern und lehrern ausgetragen wird.
    ideelles ziel der inklusion sollte gemeinsames lernen sein, doch es scheint den bildungsministerien rein um finanzielle vorteile zu gehen.

    Zitat Zitat von Mairegen Beitrag anzeigen
    Mit entsprechenden finanziellen Mitteln ist da viel möglich, aber einfach mal alle in eine Klasse stecken und das war es dann, kann ja nicht funktionieren.

    Positives Beispiel aus der Grundschule meiner Kinder (Ausland, reicher Schulbezirk):
    Alle Kinder des Bezirks gingen in diese Schule - behinderte Kinder auch. Die behinderten Kinder waren je nach Fähigkeiten und dem gerade unterrichteten Fach mit in der regulären Klasse (mit 1:1 Begleitkraft) oder in einer speziellen Klasse, wenn es die Inhalte eben gerade nicht zugelassen haben.
    Das lief super, weil die Schule genug finanzielle Mittel für eine Armada an Begleitkräften, Sonderpädagogen, Therapeuten für welche Förderung auch immer, ... zur Verfügung hatte. Ich denke, nur dann kann Inklusion funktionieren.
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  3. #103
    Avatar von Wellholz
    Wellholz ist offline Nudelholz reloaded

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Klopferline Beitrag anzeigen
    mir ist das zu romantisch, sorry.

    Ich glaube da nicht dran bzw. müsste das gesamte Schulsystem in einer Art und Weise umgestrickt werden, die ein Traum bleiben dürfte, unbeachtet der Tatsache, ob inklusiv beschulte Kinder tatsächlich die für sie bestmögliche Bildung bekommen (was ich in vielen Fällen nicht sehe)

    Schulen (also das ganze System der Regelschulen) ohne inklusiv zu beschulende Kinder haben in weiten Teilen bereits Probleme ohne Ende, Personal ist nicht vorhanden - im Gegenteil und bei allen Unterstellungen, es solle gespart werden: woher soll das Personal kommen?
    Bei dir hat der Plan mit dem Aufhetzen bereits wunderbar geklappt. Q.e.d.
    Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.

    Joachim Ringelnatz
    (07.08.1883 - 17.11.1934)

  4. #104
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist offline Altlast

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Wellholz Beitrag anzeigen
    Bei dir hat der Plan mit dem Aufhetzen bereits wunderbar geklappt. Q.e.d.
    das ist eine Unverschämtheit, was Du unterstellst.

    Vielleicht erklärst Du ja, woher das Personal für "gute Inklusion" und Schulen überhaupt kommen soll.
    Zwangsstudium?

  5. #105
    Lleanora ist offline Legende

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Klopferline Beitrag anzeigen
    mir ist das zu romantisch, sorry.

    Ich glaube da nicht dran bzw. müsste das gesamte Schulsystem in einer Art und Weise umgestrickt werden, die ein Traum bleiben dürfte, unbeachtet der Tatsache, ob inklusiv beschulte Kinder tatsächlich die für sie bestmögliche Bildung bekommen (was ich in vielen Fällen nicht sehe)

    Schulen (also das ganze System der Regelschulen) ohne inklusiv zu beschulende Kinder haben in weiten Teilen bereits Probleme ohne Ende, Personal ist nicht vorhanden - im Gegenteil und bei allen Unterstellungen, es solle gespart werden: woher soll das Personal kommen?
    Und auf der Förderschule bekommen die Kinder unbedingt immer die für sie bestmögliche Bildung?


    Meine aktuelle Erfahrung ist leider eine andere, denn auch auf den Förderschulen sind viele Kinder mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Problemen und auch wenn die Klassen kleiner und sie 2 Lehrkräfte haben, kann man da nicht wirklich jedem Kind gerecht werden.
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  6. #106
    bernadette ist gerade online Legende

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    und das reicht dir nicht?
    anderen helfen. vorurteile abbauen.
    ich meine mich zu erinnern, dass vorurteile gegen eine bestimmte menschengruppe schon schlimme auswirkungen hatten...

    Zitat Zitat von Falconheart Beitrag anzeigen
    Und hier ist die Frage: inwiefern ist die Inklusion eine Bereicherung für das inkludierende Umfeld? Wo profitieren die "normalen" Kinder davon? Und jetzt nicht nur: sie lernen etwas mehr Empathie; sondern harte Fakten: wo profitieren sie messbar? Ich würde sagen: gar nicht.
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  7. #107
    Avatar von Junon
    Junon ist offline ... war mal FiB

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Wellholz Beitrag anzeigen
    Das ist sicherlich teilweise der Fall. "Der Wähler" mag sich nicht mit irgendwelchen lästigen Minderheitenproblemen herumärgern, Hauptsache, die eigene kleine Welt ist in schöner Ordnung.
    Dieser Gedanke stammt aus den 80er Jahren und früher. Heute ist der Zeitgeist wirklich völlig anders.

    Mit Inklusion ist es halt wie mit allem: Kommt sehr drauf an.
    Dich würde ich gerne fragen: Wäre deinen Kindern und euch Eltern nicht viel viel Kummer und Leid erspart geblieben, wären sie in einer Schule gewesen, deren Konzept und Aufgabe es gewesen wäre, deren Besonderheiten in den Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit zu stellen? Wo sie hätten sein dürfen, wie sie eben sind?

    Meine Tochter hätte niemals "inkludiert" werden können. Für Menschen wie sie ist das Thema total obsolet.

    Bei der kleinen Enkelin einer Freundin ist Inklusion super: die Kleine hat eine körperliche Behinderung und unterscheidet sich weder im Sozial- noch im Arbeitsverhalten von ihren Mitschülern. Dass ihre Lehrerin da noch ein bisschen weiterlernen muss und deswegen der Einsatz der Eltern wichtig ist, steht auf einen anderen Blatt.

    Inklusion hat für mich oft damit zu tun, die Realitäten nicht anerkennen zu wollen. Als Gegenbegriff zur Inklusion wird wissenschaftlich das Wort "Exklusion" verwendet. Allein diese Wertung auf der Sprachebene sollte einen skeptisch machen.

    Das viel gescholtene Bayern macht übrigens im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern diese ganze Inkusionswelle nur in begrenztem Umfang mit und hat vernünftigerweise seine Förderschulen/Förderzentren behalten.

  8. #108
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist offline Altlast

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Lleanora Beitrag anzeigen
    Und auf der Förderschule bekommen die Kinder unbedingt immer die für sie bestmögliche Bildung?

    Meine aktuelle Erfahrung ist leider eine andere, denn auch auf den Förderschulen sind viele Kinder mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Problemen und auch wenn die Klassen kleiner und sie 2 Lehrkräfte haben, kann man da nicht wirklich jedem Kind gerecht werden.
    ja das ist leider ein Problem und höchst unterschiedlich von Schule zu Schule.

    An einigen funktioniert es sehr gut, an anderen kaum.

  9. #109
    Avatar von Junon
    Junon ist offline ... war mal FiB

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Wellholz Beitrag anzeigen
    Bei dir hat der Plan mit dem Aufhetzen bereits wunderbar geklappt. Q.e.d.
    Echt, wenn man anderer Meinung ist als du, ist man planvoll aufgehetzt?
    Dein Ernst?

  10. #110
    Tasha72 ist gerade online old hand

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Klopferline Beitrag anzeigen
    ich habe drei Fälle unterschiedlich eingeschränkter Kinder (jetzt 21, 32 und 55 Jahre) im engen Freundeskreis und beobachte seit Jahren.

    Ich nehme mal den 21jährigen, 3 Schulen, Schulbegleiter, Eltern sehr gebildet und auf den Inklusionszug sehr engagiert aufgesprungen. Das Ende war, ein jahrelang gemobbtes Kind (redet natürlich niemand drüber, das Kind aus Angst auch nicht) und ein ganz erheblicher Wissensmangel. Das führte dazu, daß er viel zu spät auf eine Förderschule kam und keinen Schulabschluss mehr schaffte (aufgrund des Alters war eine Begrenzung der Schulzeit gegeben) und sich alle Förderschullehrer einig waren: hätte er früher gewechselt, wäre ein Hauptschulabschluss möglich/sicher gewesen (was sich mit den Ergebnissen des IQ-Tests decken würde). Was er überhaupt nicht gelernt hat, was aber durch dieses Elternhaus aufgefangen werden kann, sind sämtliche lebenspraktische und für ein selbstbestimmtes Leben notwendige Dinge.

    Sehr ähnlich lief es mit dem 32jährigen. Jahrelange miese, unterirdische Erfahrungen an der Regelschule, mit viel Aufwand den Hauptschulabschluss geschafft, dafür aber psychisch extrem angeschlagen. Normales Arbeiten oder Teilhabe nur mit gesetzlichem Betreuer mögich usw. Die Eltern bereuen bitter, nicht bereits nach der Grundschule anders entschieden zu haben.
    Dass das jetzige System nicht funktioniert, besonders für die I-Kinder bemängeln hier doch ALLE!
    Für eine gelungene Inklusion ist sowohl der Personalschlüssel als auch die Ausstattung VIEL zu schlecht.

    Bei den immer herangeholten Positivbeispiel Skandinavien wird auch gern immer unterm Tisch fallen gelassen, dass zieldifferent zu beschulende Kinder auch häufig in Kleingruppen in den Hauptfächern unterrichtet werden. Die haben die Förderschulen nicht separat, sondern Klassen im gleichen Gebäude. Manche Fächer werden auch für alle gegeben.
    Was nämlich die zieldifferente Beschulung an den weiterführenden Schulen für Vorteile haben könne (für ALLE versteht sich), konnte mir nämlich noch keiner schlüssig erklären.
    Fimbrethil und Klopferline gefällt dies.

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