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Thema: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

  1. #1
    Gast Gast

    Standard Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Wahrscheinlich eher eine Frage an die Lehrkräfte hier im Ere.

    Wir hatten gestern Elternrats- und Schulkonferenz und u.a. wurde das Thema "verhaltensauffällige Schüler" sehr angeregt diskutiert.
    In den neuen 5. Klassen gibt es 4 Schüler, die nicht nur durch permanentes Stören auffallen sondern auch körperlich Mitschüler (bis hin zur 10. Klasse!) und Lehrer angreifen. Die Schulleiterin rennt gegen bürokratische Hürden wo es nur geht und die Elternhäuser haben ihre Kinder bereits aufgegeben.
    Inzwischen ist es so, das diese Schüler zwar ständig suspendiert werden - was ja aber weder den Schülern hilft noch eine Endlösung sein kann. Eltern der betreffenden Klassen fühlen sich vollkommen hilflos, die Kinder wollen früh aus Angst nicht mehr in die Schule und der Krankenstand ist absolut unnormal. Mehrere Eltern streben einen Wechsel ans Gymnasium an, was aber derzeit wegen fehlender freier Plätze nicht möglich ist.
    Die Schulleiterin sowie ein Herr vom Landesamt für Bildung haben nun gestern Abend dazu Stellung genommen und ich war einfach nur entsetzt.
    O-Ton "Seien sie froh, das Sachsen noch so stark an seinen Förderschulen festhält. Zukünftig wird es so sein, das es keine Förderschulen mehr gibt sondern körperlich und geistig behinderte Kinder, verhaltensauffällig Kinder und auch psychisch kranke Kinder mit "normalen" Kindern gemeinsam unterrichtet werden. Das nennt sich dann vollständige Inklusion."

    Wie um alles in der Welt soll das denn funktionieren? Wir haben doch jetzt schon einen massiven Lehrermangel, so das kaum der Unterricht ohne Sonderbedarf geleistet werden kann. Wie soll denn dann eine ordentlich Bildung gewährleistet werden? Oder ist es die Absicht alle Kinder ohne Förderbedarf auf Gymnasien zu schicken?

    Bitte versteht das Post nicht als Angriff auf alle besonderen Kinder. Natürlich sollen sie auch das Recht auf Bildung haben. Aber ich frage mich einfach wie das in der heutigen Personalsituation zu leisten sein soll.
    Unsere Schule wartet z.B. seit 3 Jahren auf einen Sozialarbeiter. Von Schulbegleitern o.ä. träumen wir nur.
    agazie_ralf2 gefällt dies

  2. #2
    JimmyGold Gast

    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Ich bin froh, dass es mein Kind nicht mehr trifft.

    Und ja, ich halte Inklusion für falsch.
    Für alle, die damit zu tun haben.

  3. #3
    Gast Gast

    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Wenn es da auch nur an einer einzigen winzig kleinen Schraube hakt, fällt das ganze System zusammen. Es kann nicht funktionieren.
    nightwish gefällt dies

  4. #4
    Avatar von El-Rey
    El-Rey ist offline strenger

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich eher eine Frage an die Lehrkräfte hier im Ere.

    Wir hatten gestern Elternrats- und Schulkonferenz und u.a. wurde das Thema "verhaltensauffällige Schüler" sehr angeregt diskutiert.
    In den neuen 5. Klassen gibt es 4 Schüler, die nicht nur durch permanentes Stören auffallen sondern auch körperlich Mitschüler (bis hin zur 10. Klasse!) und Lehrer angreifen. Die Schulleiterin rennt gegen bürokratische Hürden wo es nur geht und die Elternhäuser haben ihre Kinder bereits aufgegeben. ..
    Ich verstehe nicht, wie sich eine ganze Schule von vier 5.Klässlern drangsalieren lassen kann?!? Da gibt es was vom Kollektiv an die Ohren und einen Fahrplan wie es weitergeht, wenn sich die Bübchen nicht ändern und fertig. Und das mit der Inklusion halte ich schon im Kleinen im Regelfall für ganz großen Unsinn.
    I have come here to chew bubblegum and kick ass... and I'm all out of bubblegumgum

    El Rey de Los Chingones

  5. #5
    Avatar von bizzie
    bizzie ist gerade online Pooh-Bah

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Ich habe den Eindruck, dass diese vollständige Inklusion nur angestrebt wird, um das Geld für die teuren Förderschulen zu sparen. Sicher gibt es Schüler in Förderschulen, die auch in Regelschulen gehen könnten. Aber im Freundeskreis habe ich mehrfach die Erfahrung gemacht, dass ein Kind, dass individuelle Förderung braucht, diese eher an einer Förderschule erhält als an einer Regelschule. Die Lehrer an den Regelschulen sind nicht dafür ausgebildet und es gibt viel zu wenig Unterstützung für sie, ein paar Stunden pro Woche eine zusätzliche Lehrkraft reißen da nichts raus. Und letztendlich "verlieren" alle.

  6. #6
    Avatar von Mairegen
    Mairegen ist offline Legende

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich bin froh, dass es mein Kind nicht mehr trifft.

    Und ja, ich halte Inklusion für falsch.
    Für alle, die damit zu tun haben.
    Mit entsprechenden finanziellen Mitteln ist da viel möglich, aber einfach mal alle in eine Klasse stecken und das war es dann, kann ja nicht funktionieren.

    Positives Beispiel aus der Grundschule meiner Kinder (Ausland, reicher Schulbezirk):
    Alle Kinder des Bezirks gingen in diese Schule - behinderte Kinder auch. Die behinderten Kinder waren je nach Fähigkeiten und dem gerade unterrichteten Fach mit in der regulären Klasse (mit 1:1 Begleitkraft) oder in einer speziellen Klasse, wenn es die Inhalte eben gerade nicht zugelassen haben.
    Das lief super, weil die Schule genug finanzielle Mittel für eine Armada an Begleitkräften, Sonderpädagogen, Therapeuten für welche Förderung auch immer, ... zur Verfügung hatte. Ich denke, nur dann kann Inklusion funktionieren.

  7. #7
    JimmyGold Gast

    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von El-Rey Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, wie sich eine ganze Schule von vier 5.Klässlern drangsalieren lassen kann?!? Da gibt es was vom Kollektiv an die Ohren und einen Fahrplan wie es weitergeht, wenn sich die Bübchen nicht ändern und fertig. Und das mit der Inklusion halte ich schon im Kleinen im Regelfall für ganz großen Unsinn.
    Unterhalte Dich mal mit Schulleitungen.

    Es reicht schon ein Schüler, der das Kollektiv schwer beschäftigt. Besonders dann, was oft typisch ist, wenn das Elternhaus hilflos, uninteressiert oder beides ist.

  8. #8
    JimmyGold Gast

    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Mairegen Beitrag anzeigen
    Mit entsprechenden finanziellen Mitteln ist da viel möglich, aber einfach mal alle in eine Klasse stecken und das war es dann, kann ja nicht funktionieren.

    Positives Beispiel aus der Grundschule meiner Kinder (Ausland, reicher Schulbezirk):
    Alle Kinder des Bezirks gingen in diese Schule - behinderte Kinder auch. Die behinderten Kinder waren je nach Fähigkeiten und dem gerade unterrichteten Fach mit in der regulären Klasse (mit 1:1 Begleitkraft) oder in einer speziellen Klasse, wenn es die Inhalte eben gerade nicht zugelassen haben.
    Das lief super, weil die Schule genug finanzielle Mittel für eine Armada an Begleitkräften, Sonderpädagogen, Therapeuten für welche Förderung auch immer, ... zur Verfügung hatte. Ich denke, nur dann kann Inklusion funktionieren.
    Aber all das haben wir hier nicht.
    Leider.

  9. #9
    Davina ist offline Legende

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Mein Bruder ist Förderschullehrer, es ist tatsächlich gerade so im kleinen Rahmen händelbar, in einer großen Klasse mit anderen Schülern im normalen Tempo nicht möglich. Und wird nicht möglich sein, weil die Rahmenbedingungen der Schulen sich nicht wesentlich ändern.
    Und die Kinder bekommen täglich vorgeführt, an welche Grenzen sie stoßen, während eine Förderschule vielleicht entwicklungsfördender wäre.
    Es ist gut, dass sich Gedanken Inklusion gemacht werden und viele die dadurch die Möglichkeit haben auf einen Regelschule zu gehen, die früher auf einer Förderschule gewesen wären - aber das betrifft nicht alle.
    Es muß die Möglichkeit geben, für jeden das passende zu finden. Ist aber mühsamer, als alle in eine Schule zu stecken

  10. #10
    Avatar von Mairegen
    Mairegen ist offline Legende

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    Standard Re: Vollständige Inklusion - das Aus für unsere Bildung?

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Aber all das haben wir hier nicht.
    Leider.
    Ich weiß. Aber es ist skandalös, dass die Idee bereits an mangelnder finanzieller Ausstattung zum Scheitern verurteilt ist.

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