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Thema: Organspende - Bundestag

  1. #31
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von charleston Beitrag anzeigen
    Bedauerliche Entscheidung.

    Die meisten werden erst dann Umdenken, wenn sie selbst oder Partner oder Kinder ein Organ brauchen - wenn es also richtig nah ist und man nicht verstehen kann, dass andere sich nicht dafür oder dagegen (also überhaupt für irgendetwas) entscheiden wollen.
    Aber solange das Ausland noch Organe liefert, gibt es ja noch die Chance auf Organe... (okay, der letzte Satz war jetzt böse)
    Ist es nicht so, dass derjenige, der sich (also nach dem jetzt geltenden Recht) nicht als Spender zur Verfügung stellt, durchaus eine Entscheidung getroffen hat?

    Ich meine nur, weil ich den Ansatz, dass man nicht verstehen kann, dass andere sich nicht "überhaupt für irgendwas entscheiden wollen", nicht verstehe.

  2. #32
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von maigloeckchen Beitrag anzeigen
    und morgen ist alles vergessen und alles bleibt beim alten. nur damit alle weiterhin auf ihrem faulen hintern sitzen bleiben können, anstatt sich gedanken zu machen und aktiv nein zu sagen.
    Sollen halt die, die ja sagen wollen, nicht auf ihrem faulen Hintern sitzen bleiben.

    Ich lebe übrigens in einem Land, wo man ausgenommen wird, wenn man nicht aktiv widersprochen hat (mit Pech erfahren die Angehörigen das dann erst nach der Entnahme). Keine angenehme Vorstellung. Und, ja, auch da kann man klarerweise was tun, wenn man es nicht möchte. Mir wäre eine andere Lösung aber durchaus recht.

  3. #33
    charleston ist offline Veteran

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Ist es nicht so, dass derjenige, der sich (also nach dem jetzt geltenden Recht) nicht als Spender zur Verfügung stellt, durchaus eine Entscheidung getroffen hat?

    Ich meine nur, weil ich den Ansatz, dass man nicht verstehen kann, dass andere sich nicht "überhaupt für irgendwas entscheiden wollen", nicht verstehe.
    Nein, die haben keine Entscheidung getroffen.
    Man versucht dann bei Hirntod herauszufinden, was derjenige denn in so einem Fall gewollt hätte. Wenn er mit niemand darüber geredet hat, ob er explantiert werden darf oder nicht, wird der nächste Angehörige befragt, was er denn denkt, das der Hirntote gewollt hätte. Wenn der sagt, ja, könne er sich vorstellen, dass der Betroffene dem vielleicht schon zu gestimmt hätte, wird explantiert. Kann also auch passieren, das einer explantiert wird, weil er nie was gesagt hat und die Familie ihn falsch einschätzt.

    Und wenn ich dann die Kommentare in diversen Medien lese: man habe Angst, wenn man als Unfall in die Klinik kommt, dass man dann nicht richtig versorgt wird, damit man Organspender wird... da werden irrationale Ängste zur Entscheidungsgrundlage, weil man sich nicht genauer informiert, was denn Hirntod bedeutet und in welchen Fällen ein solcher überhaupt eintritt.
    Und klar, die Klinik will unbedingt Organspender statt Überlebender Patienten - ernsthaft: finanziell lohnt sich Organspende für eine Klinik nicht. Überhaupt nicht.
    Und von den Organen hat man in einer explantierenden Klinik auch nichts, man kennt ja noch nicht mal die Empfänger. Und erfährt auch nichts darüber, außer, ob die OP erfolgreich durchgeführt wurde.
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  4. #34
    Seebär05 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von charleston Beitrag anzeigen
    Nein, die haben keine Entscheidung getroffen.
    Man versucht dann bei Hirntod herauszufinden, was derjenige denn in so einem Fall gewollt hätte. Wenn er mit niemand darüber geredet hat, ob er explantiert werden darf oder nicht, wird der nächste Angehörige befragt, was er denn denkt, das der Hirntote gewollt hätte. Wenn der sagt, ja, könne er sich vorstellen, dass der Betroffene dem vielleicht schon zu gestimmt hätte, wird explantiert. Kann also auch passieren, das einer explantiert wird, weil er nie was gesagt hat und die Familie ihn falsch einschätzt.

    Und wenn ich dann die Kommentare in diversen Medien lese: man habe Angst, wenn man als Unfall in die Klinik kommt, dass man dann nicht richtig versorgt wird, damit man Organspender wird... da werden irrationale Ängste zur Entscheidungsgrundlage, weil man sich nicht genauer informiert, was denn Hirntod bedeutet und in welchen Fällen ein solcher überhaupt eintritt.
    Und klar, die Klinik will unbedingt Organspender statt Überlebender Patienten - ernsthaft: finanziell lohnt sich Organspende für eine Klinik nicht. Überhaupt nicht.
    Und von den Organen hat man in einer explantierenden Klinik auch nichts, man kennt ja noch nicht mal die Empfänger. Und erfährt auch nichts darüber, außer, ob die OP erfolgreich durchgeführt wurde.
    Dann hat ein Angehöriger nach bestem Wissen entschieden und nicht der Staat weil derjenige nicht widersprochen hatte. Ein kleiner feiner Unterschied wie ich empfinde. Und besser mit den Grundrechten vereinbar.

    Das sich Transplantation für Kliniken nicht lohnen soll doch geändert werden, ja das ist ein Skandal. Und führte auch dazu das Spender nicht gemeldet wurden.

    Ich verstehe nicht warum das mit den Grundrechten nicht verständlich ist, gerade wenn man die Debatte gehört hat war es logisch, daß es so ausgeht. Abwarten ob die anderen Maßnahmen greifen kann man doch erst einmal.

  5. #35
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von charleston Beitrag anzeigen
    Nein, die haben keine Entscheidung getroffen.
    Man versucht dann bei Hirntod herauszufinden, was derjenige denn in so einem Fall gewollt hätte. Wenn er mit niemand darüber geredet hat, ob er explantiert werden darf oder nicht, wird der nächste Angehörige befragt, was er denn denkt, das der Hirntote gewollt hätte. Wenn der sagt, ja, könne er sich vorstellen, dass der Betroffene dem vielleicht schon zu gestimmt hätte, wird explantiert. Kann also auch passieren, das einer explantiert wird, weil er nie was gesagt hat und die Familie ihn falsch einschätzt.

    Und wenn ich dann die Kommentare in diversen Medien lese: man habe Angst, wenn man als Unfall in die Klinik kommt, dass man dann nicht richtig versorgt wird, damit man Organspender wird... da werden irrationale Ängste zur Entscheidungsgrundlage, weil man sich nicht genauer informiert, was denn Hirntod bedeutet und in welchen Fällen ein solcher überhaupt eintritt.
    Und klar, die Klinik will unbedingt Organspender statt Überlebender Patienten - ernsthaft: finanziell lohnt sich Organspende für eine Klinik nicht. Überhaupt nicht.
    Und von den Organen hat man in einer explantierenden Klinik auch nichts, man kennt ja noch nicht mal die Empfänger. Und erfährt auch nichts darüber, außer, ob die OP erfolgreich durchgeführt wurde.
    Aber sicher haben sie eine Entscheidung getroffen, sie möchten nicht spenden, sonst würden sie sich ja als Spender registrieren lassen.

    Dass man dann beim Hirntod versucht, Gegenteiliges nachzuweisen, dass das überhaupt möglich ist, ist im Grund ein Versagen des Gesetzgebers (dass das möglich ist, war mir übrigens nicht klar, ich dachte, das wäre bei euch so geregelt, dass eben nur Spendewillige auch spenden dürfen/müssen).

    Und, mal ehrlich, die Angst vor dem Tod an sich ist nichts Rationales, die Angst vor dem Hirntod auch nicht, die Angst vor dem Organspenden natürlich genausoweng. Bloß, der Wille, mit seinen eigenen Organen im Fall des Hirntodes andere Menschen zu rettten, ist so wenig rational wie der Wunsch dieser Menschen zu überleben. Die ganze Sache ist nicht besonders rational. Ich finde es nicht richtig, der einen Seite vorzuwerfen, sie würde nicht rational entscheiden.

  6. #36
    charleston ist offline Veteran

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von Seebär05 Beitrag anzeigen
    Dann hat ein Angehöriger nach bestem Wissen entschieden und nicht der Staat weil derjenige nicht widersprochen hatte. Ein kleiner feiner Unterschied wie ich empfinde. Und besser mit den Grundrechten vereinbar.

    Das sich Transplantation für Kliniken nicht lohnen soll doch geändert werden, ja das ist ein Skandal. Und führte auch dazu das Spender nicht gemeldet wurden.

    Ich verstehe nicht warum das mit den Grundrechten nicht verständlich ist, gerade wenn man die Debatte gehört hat war es logisch, daß es so ausgeht. Abwarten ob die anderen Maßnahmen greifen kann man doch erst einmal.
    Werden sie nicht, die Maßnahmen.
    wir sollten einfach bei eurotransplant aussteigen. Weil da nehmen wir ja auch Organe die ggfs nicht mit Zustimmung entnommen worden sind - ethisch gesehen sollten die dann bei uns auch nicht transplantiert werden.
    Stormtrooperin gefällt dies

  7. #37
    charleston ist offline Veteran

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Aber sicher haben sie eine Entscheidung getroffen, sie möchten nicht spenden, sonst würden sie sich ja als Spender registrieren lassen.
    .
    Woher willst du das wissen? Sie könnten ja just heute einen Ausweis oder Registierung haben machen wollen. Blöderweise sind sie aber jetzt hirntot. Oder sie haben es zeitlich ja nich geschafft, oder . . .

    Kann ich genauso mitm ner Widerspruchslösung argumentieren: sie haben ja ne Entscheidung getroffen, zu spenden. Ansonsten hätten sie ja widersprochen.

    Mir ist vollkommen egal ob jemand spenden will oder nicht. Aber ich muss das fragen. Und das Leid der Angehörigen, sich auch noch mit dieser Frage beschäftigen zu müssen, wenn sie doch trauern, ist immens.

    Aber egal, Entscheidung ist durch, Chance vertan.
    Und die, die irgendwann mal in die Situation kommen, dringend ein Organ zu brauchen, werden vermutlich dann umdenken. Aber dann eben auf HU gelistet versterben.

    Und Tschüss.
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  8. #38
    Avatar von Lui
    Lui
    Lui ist offline Regels sind Regels

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von NotLaughlin Beitrag anzeigen
    Bleibt nur zu hoffen, dass sich genügend freiwillige Spender finden lassen, die im Notfall denen die Chance auf ein Weiterleben ermöglichen, die nicht selbst spenden möchten
    Hätten die denn bei der Widerspruchslösung nix bekommen?
    Danke für den Fisch.

  9. #39
    Avatar von sojus
    sojus ist gerade online Poweruser

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Ich habe keinen direkten Einblick, aber aus dem, was ich weiß, glaube ich schon, dass andere Maßnahmen da erstmal relativ viel bringen können. Es lag ja viel mehr im Argen als nur die Spendenbereitschaft.

    Ich habe lange nicht gewusst, wofür ich stimmen würde, wenn ich müsste. Inzwischen habe ich relativ viel gelesen zu dem Thema und bin froh über die Entscheidung. Ich glaube, dass Spahns Argumentation zu stark von informierten, rational handelnden Menschen ausgeht. Und ich denke, dieser Gesetzentwurf übersieht die vielen Menschen, die nur deswegen nicht widersprechen, weil sie das Gesetz nicht kennen, nicht wissen, wo und wie, weil sie sich mit dem Thema nicht genauer auseinandersetzen wollen oder einfach gerade andere Sorgen haben. Diese Menschen müssen aber trotzdem in der Gesetzgebung mitbedacht werden. Gerade weil es um Leben und Tod und die Art des Sterbens geht.

    Ziemlich gut finde ich diese Gegenüberstellung:

    https://www.zeit.de/wissen/gesundhei...istiane-woopen

  10. #40
    Avatar von silm
    silm ist offline Huhn

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von sojus Beitrag anzeigen
    Ich habe keinen direkten Einblick, aber aus dem, was ich weiß, glaube ich schon, dass andere Maßnahmen da erstmal relativ viel bringen können. Es lag ja viel mehr im Argen als nur die Spendenbereitschaft.

    Ich habe lange nicht gewusst, wofür ich stimmen würde, wenn ich müsste. Inzwischen habe ich relativ viel gelesen zu dem Thema und bin froh über die Entscheidung. Ich glaube, dass Spahns Argumentation zu stark von informierten, rational handelnden Menschen ausgeht. Und ich denke, dieser Gesetzentwurf übersieht die vielen Menschen, die nur deswegen nicht widersprechen, weil sie das Gesetz nicht kennen, nicht wissen, wo und wie, weil sie sich mit dem Thema nicht genauer auseinandersetzen wollen oder einfach gerade andere Sorgen haben. Diese Menschen müssen aber trotzdem in der Gesetzgebung mitbedacht werden. Gerade weil es um Leben und Tod und die Art des Sterbens geht.

    Ziemlich gut finde ich diese Gegenüberstellung:

    https://www.zeit.de/wissen/gesundhei...istiane-woopen
    Genau darüber bin auch auch gerade gestolpert.
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    Silm

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