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Thema: Organspende - Bundestag

  1. #41
    rastamamma ist offline Urgestein

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von charleston Beitrag anzeigen
    Woher willst du das wissen? Sie könnten ja just heute einen Ausweis oder Registierung haben machen wollen. Blöderweise sind sie aber jetzt hirntot. Oder sie haben es zeitlich ja nich geschafft, oder . . .

    Kann ich genauso mitm ner Widerspruchslösung argumentieren: sie haben ja ne Entscheidung getroffen, zu spenden. Ansonsten hätten sie ja widersprochen.

    Mir ist vollkommen egal ob jemand spenden will oder nicht. Aber ich muss das fragen. Und das Leid der Angehörigen, sich auch noch mit dieser Frage beschäftigen zu müssen, wenn sie doch trauern, ist immens.

    Aber egal, Entscheidung ist durch, Chance vertan.
    Und die, die irgendwann mal in die Situation kommen, dringend ein Organ zu brauchen, werden vermutlich dann umdenken. Aber dann eben auf HU gelistet versterben.

    Und Tschüss.
    Umgekehrt könnte auch jemand seinen Widerspruch eintragen lassen wollen und es zeitlich nicht mehr schaffen.

    Du denkst, das Leid der Angehörigen wird kleiner, wenn sie nicht möchten, dass jemand zum Organspender gemacht wird, von dem sie annehmen, dass er das nicht wollte - aber weil er nicht (rechtzeitig?) widersprochen hat ....?

    Okay. Und tschüss.

  2. #42
    Fratella ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von rosenma Beitrag anzeigen
    Der Bundestag hat gerade die Widerspruchslösung gegen die Organspende abgelehnt.
    Das Ergebnis hatte ich nicht erwartet.

    https://www.tagesschau.de/inland/org...mmung-101.html
    Ich habe schon sehr lange einen Organspendeausweis für alle Organe.
    Bestimmt seit 40 Jahren.

    Aber eigentlich finde ich das Prozedere widerlich. Ich mag die Vorstellung nicht, dass mir jemand meine Lunge raus nimmt oder mein Herz oder meine Augenhornhaut.
    Neulich las ich, dass man mir sogar meine Gebärmutter transplantieren könne oder Hautstücke und mein Gesicht oder die Füße.

    Wenn es irgendwie ginge, würde ich gern nicht darum diskutieren.

    Aber leider geht es nicht anders.
    Was ich mache? Ich frage mich, was mein Kind nach einem Unfall etc. "benötigt", um ein gutes Leben führen zu können.

    Dann fällt meine Antwort recht schnell.

    Für die Diskussions- und Meinungskultur in Deutschland halte ich das Abstimmungsergebnis für akzeptabel und haben auch damit gerechnet. Wir sind alle sehr individualistisch in allen Bereichen.
    Wir lassen uns halt nicht gern etwas vorschreiben.

  3. #43
    Avatar von maigloeckchen
    maigloeckchen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von sojus Beitrag anzeigen
    Ich habe keinen direkten Einblick, aber aus dem, was ich weiß, glaube ich schon, dass andere Maßnahmen da erstmal relativ viel bringen können. Es lag ja viel mehr im Argen als nur die Spendenbereitschaft.

    Ich habe lange nicht gewusst, wofür ich stimmen würde, wenn ich müsste. Inzwischen habe ich relativ viel gelesen zu dem Thema und bin froh über die Entscheidung. Ich glaube, dass Spahns Argumentation zu stark von informierten, rational handelnden Menschen ausgeht. Und ich denke, dieser Gesetzentwurf übersieht die vielen Menschen, die nur deswegen nicht widersprechen, weil sie das Gesetz nicht kennen, nicht wissen, wo und wie, weil sie sich mit dem Thema nicht genauer auseinandersetzen wollen oder einfach gerade andere Sorgen haben. Diese Menschen müssen aber trotzdem in der Gesetzgebung mitbedacht werden. Gerade weil es um Leben und Tod und die Art des Sterbens geht.

    Ziemlich gut finde ich diese Gegenüberstellung:

    https://www.zeit.de/wissen/gesundhei...istiane-woopen

    Peter Dabrock sagt: "Die Widerspruchslösung ist ineffektiv, unverhältnismäßig und übergriffig"
    ah ja. und deswegen gibt es in fast ganz europa die widerspruchslösung und deutschland mit seiner verhältnismäßigen und effektiven zustimmungsregelung ist absolutes schlußlicht, was transplantationen angeht. und an dem zustand wird sich auch jetzt nichts ändern. alle 10 jahre wird man dran erinnert, sich mal gedanken zu machen

    ein armutszeugnis.
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    ceterum autem censeo, die impfpflicht muß her

  4. #44
    Avatar von sojus
    sojus ist gerade online Poweruser

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von Fratella Beitrag anzeigen
    Ich habe schon sehr lange einen Organspendeausweis für alle Organe.
    Bestimmt seit 40 Jahren.

    Aber eigentlich finde ich das Prozedere widerlich. Ich mag die Vorstellung nicht, dass mir jemand meine Lunge raus nimmt oder mein Herz oder meine Augenhornhaut.
    Neulich las ich, dass man mir sogar meine Gebärmutter transplantieren könne oder Hautstücke und mein Gesicht oder die Füße.

    Wenn es irgendwie ginge, würde ich gern nicht darum diskutieren.

    Aber leider geht es nicht anders.
    Was ich mache? Ich frage mich, was mein Kind nach einem Unfall etc. "benötigt", um ein gutes Leben führen zu können.

    Dann fällt meine Antwort recht schnell.
    .
    So geht es mir auch. Ich habe allerdings einige Gewebe auf meinem Spendeausweis ausgeschlossen, genau aus dem Grund, dass ich die Vorstellung gruselig finde, dass jemand z.B. mit meinen Händen lebt.

  5. #45
    Gast Gast

    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von sojus Beitrag anzeigen
    So geht es mir auch. Ich habe allerdings einige Gewebe auf meinem Spendeausweis ausgeschlossen, genau aus dem Grund, dass ich die Vorstellung gruselig finde, dass jemand z.B. mit meinen Händen lebt.

    Hand ist Gewebe?
    Ich hab bisher nur die Augenhornhaut ausgeschlossen, da ich ein Blindfisch bin und das dann vermutlich jemandem wenig hülfe.

  6. #46
    Avatar von sojus
    sojus ist gerade online Poweruser

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Soweit ich weiß ja.
    Mit der Hornhaut habe ich emotional irgendwie kein Problem, aber bei dir sind es ja auch eher praktische Gründe.

  7. #47
    Gast Gast

    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von sojus Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiß ja.
    Mit der Hornhaut habe ich emotional irgendwie kein Problem, aber bei dir sind es ja auch eher praktische Gründe.
    Also ich versteh das jetzt richtig, ich liege dann handlos im Sarg?
    Das find ich ja gruseliger als das Wissen, dass dann jemand meine Hände angenäht bekommt.
    Dass Organe fehlen, sieht man wenigstens nicht (gleich).
    Ok, dann vielleicht doch einäschern.
    Dass Sterben so kompliziert werden kann

  8. #48
    Avatar von maigloeckchen
    maigloeckchen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von sojus Beitrag anzeigen
    Ich habe keinen direkten Einblick, aber aus dem, was ich weiß, glaube ich schon, dass andere Maßnahmen da erstmal relativ viel bringen können. Es lag ja viel mehr im Argen als nur die Spendenbereitschaft.

    Ich habe lange nicht gewusst, wofür ich stimmen würde, wenn ich müsste. Inzwischen habe ich relativ viel gelesen zu dem Thema und bin froh über die Entscheidung. Ich glaube, dass Spahns Argumentation zu stark von informierten, rational handelnden Menschen ausgeht. Und ich denke, dieser Gesetzentwurf übersieht die vielen Menschen, die nur deswegen nicht widersprechen, weil sie das Gesetz nicht kennen, nicht wissen, wo und wie, weil sie sich mit dem Thema nicht genauer auseinandersetzen wollen oder einfach gerade andere Sorgen haben. Diese Menschen müssen aber trotzdem in der Gesetzgebung mitbedacht werden. Gerade weil es um Leben und Tod und die Art des Sterbens geht.

    Ziemlich gut finde ich diese Gegenüberstellung:

    https://www.zeit.de/wissen/gesundhei...istiane-woopen
    ok, heute nach wurde meine antwort gefressen, also nochmal, ich wäre bei dem zitierten beinahe geplatzt.

    Peter Dabrock sagt: "Die Widerspruchslösung ist ineffektiv, unverhältnismäßig und übergriffig"
    und da frage ich mich schon, warum in praktisch ganz europa diese übergriffige widerspruchslösung gilt und warum dann deutschland ganz am ende der Liste steht, wenn die widerspruchslösung doch so ineffektiv ist. und ob der typ ernsthaft glaubt, daß es weniger übergriffig ist, wenn der organbedarf ind eutschland durch unverhältnismäßigen import aus anderen ländern gedeckt wird.

    echt, was hat der geraucht.
    ceterum autem censeo, die impfpflicht muß her

  9. #49
    Avatar von Lui
    Lui
    Lui ist offline Regels sind Regels

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Hand ist Gewebe?
    Ich hab bisher nur die Augenhornhaut ausgeschlossen, da ich ein Blindfisch bin und das dann vermutlich jemandem wenig hülfe.
    Fehlsichtigkeit hat aber selten ihren Grund in der Hornhaut.
    Danke für den Fisch.

  10. #50
    Fimbrethil ist offline Baumhuhn

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    Standard Re: Organspende - Bundestag

    Zitat Zitat von charleston Beitrag anzeigen
    Bedauerliche Entscheidung.

    Die meisten werden erst dann Umdenken, wenn sie selbst oder Partner oder Kinder ein Organ brauchen - wenn es also richtig nah ist und man nicht verstehen kann, dass andere sich nicht dafür oder dagegen (also überhaupt für irgendetwas) entscheiden wollen.
    Aber solange das Ausland noch Organe liefert, gibt es ja noch die Chance auf Organe... (okay, der letzte Satz war jetzt böse)
    Ich kann zwar nachvollziehen, dass man Leute, die nicht in der Lage sind, zu erfassen, was ihre Entscheidung bedeutet, schützen möchte, aber eigentlich sollte es so selbstverständlich sein, dass man, so man dazu in Frage kommt (irgendwie hat man in der öffentlichen Diskussion oft das Gefühl, dass bei jedem, der vorzeitig stirbt, schon ein Team von Organentnahmeärzten am Bett geiert, dabei sind es nur wenige, wo es überhaupt möglich ist), das weggibt, was man nicht mehr braucht, aber einem anderen Menschen das Leben rettet oder gravierende Erleichterungen ermöglicht.
    Ich akzeptiere, wenn jemand dagegen ist, aber verstehen tu ich es nicht.
    Ganz und gar nicht verstehe ich aber, wenn man nicht dagegen ist, aber nichts ausfüllen will. Also doch dagegen? Dann kann man ja ausfüllen.
    viola5, Gast und Sturmauge79 gefällt dies.

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