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Thema: Systemsprenger

  1. #101
    Gast

    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Sylta Beitrag anzeigen
    was wollen wir denn?

    Volljährigkeit mit allen Vor- und Nachteilen oder das bis in alle Ewigkeit jemand für uns zuständig ist?

    Ich finde die Frage in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platz.
    Wir haben Möglichkeiten, formal Erwachsenen, die ihren Kram nicht alleine geregelt bekommen, professionelle Betreuer an die Seite zu stellen.
    Aber Jugendliche, dere Leben geprägt ist durch Krisen aller Art, für die ist dann mit Erreichen der Volljährigkeit keiner mehr zuständig? Die fallen durch alle Raster und Hilfesysteme? Das ist ein Armutszeugnis sondergleichen (und es ist schon mehr als zynisch, wenn die oberste Maxime, bevor irgendwer irgendwas macht, erstmal heißt "prüfe deine Zuständigkeit").

  2. #102
    Gast

    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Stulle Beitrag anzeigen
    Ich denke weil da eine enge Beziehung aufgebaut wird, die wieder zerstört wird.

    Also, die Maßnahme als solche fand ich auch fragwürdig, und mir ist vergleichbares auch noch nicht begegnet (ich bin ja aber in der Verwaltung, und noch nicht so wahnsinnig lange dabei, das muß also gar nichts heißen).
    Sehr realistisch hingegen fand ich die vorangehende Helferrunde, in der niemand mehr eine Idee hatte, wie Benni noch zu helfen sein könnte. Und die Hilflosigkeit ebenjener Systemvertreter von allen Seiten. DAS hat der Film mEn sehr greifbar und eindrücklich rübergebracht.

    Am schlimmsten fand ich in dem Zusammenhang, wie die Kindesmutter aus der einen Konferenz, in der es um eine mögliche Rückführung ging, abgehauen ist und der Sozialarbeiterin gesagt hat, sie solle Benni beibringen, dass sie doch nicht nach Hause kommt.

  3. #103
    Gast

    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Inmantias Beitrag anzeigen
    Weil für diese Maßnahme kein klares Ziel formuliert wurde und es vorhersehbar ist, dass in 3 Wochen eine sehr enge personelle Bindung aufgebaut wird, von der aber schon vorherbestimmt ist, dass sie wieder abgebrochen wird bzw. nicht in Einzelbetreuung fortgeführt werden kann. Dieser erneute Beziehungsabbruch führt unweigerlich zur (vermeidbaren) Krise.

    Einfach mal ein Kind mit Sozpäd. für 3 Wochen Einzelbetreuung in den Wald schicken, weil einem halt nix Besseres mehr einfällt oder der Kollege da grad mal Bock drauf hat, ist nicht zielführend und sinnvoll.

    Es ist zudem relativ klar, dass ein einzelner Kollege in so einer anspruchsvollen Situation mit einem sehr herausfordernden Klienten und ohne Pausenzeiten, ohne Austausch mit Kollegen, ohne Supervision etc. schnell "falsche" Entscheidugnen treffen wird bzw. selbst mit der Situation überfordert sein könnte.

    Sinnvoll wäre es gewesen, für das Kind eine möglichst dauerhafte Unterbringung bei einer sehr erfahrenen Pflegemutter/vater zu finden oder eine therapeutische Wohngruppe, wo es auch mit seinen Ausrastern angenommen werden kann. Nur weil diese gerade nicht verfügbar ist, mal "ins Blaue hinein" irgendeine Maßnahme (egal ob Wald oder Kamelreiten in der Sahara) halte ich für unfachlich und rein aus der Not heraus geboren.
    Ehrlich gesagt, ich vermute, dass nicht so wenige Maßnahmen aus der Not heraus geboren werden.

  4. #104
    Ellaha ist offline Legende
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    18.06.2013
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    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Also, die Maßnahme als solche fand ich auch fragwürdig, und mir ist vergleichbares auch noch nicht begegnet (ich bin ja aber in der Verwaltung, und noch nicht so wahnsinnig lange dabei, das muß also gar nichts heißen).
    Sehr realistisch hingegen fand ich die vorangehende Helferrunde, in der niemand mehr eine Idee hatte, wie Benni noch zu helfen sein könnte. Und die Hilflosigkeit ebenjener Systemvertreter von allen Seiten. DAS hat der Film mEn sehr greifbar und eindrücklich rübergebracht.

    Am schlimmsten fand ich in dem Zusammenhang, wie die Kindesmutter aus der einen Konferenz, in der es um eine mögliche Rückführung ging, abgehauen ist und der Sozialarbeiterin gesagt hat, sie solle Benni beibringen, dass sie doch nicht nach Hause kommt.
    Die Szene fand ich auch kaum erträglich.

  5. #105
    Ellaha ist offline Legende
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    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich finde die Frage in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platz.
    Wir haben Möglichkeiten, formal Erwachsenen, die ihren Kram nicht alleine geregelt bekommen, professionelle Betreuer an die Seite zu stellen.
    Aber Jugendliche, dere Leben geprägt ist durch Krisen aller Art, für die ist dann mit Erreichen der Volljährigkeit keiner mehr zuständig? Die fallen durch alle Raster und Hilfesysteme? Das ist ein Armutszeugnis sondergleichen (und es ist schon mehr als zynisch, wenn die oberste Maxime, bevor irgendwer irgendwas macht, erstmal heißt "prüfe deine Zuständigkeit").
    Außerdem endet die Zuständigkeit des Jugendamts nicht zwangsläufig mit dem 18. Geburtstag.
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  6. #106
    Valrhona ist gerade online Poweruser
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    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich finde die Frage in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platz.
    Wir haben Möglichkeiten, formal Erwachsenen, die ihren Kram nicht alleine geregelt bekommen, professionelle Betreuer an die Seite zu stellen.
    Aber Jugendliche, dere Leben geprägt ist durch Krisen aller Art, für die ist dann mit Erreichen der Volljährigkeit keiner mehr zuständig? Die fallen durch alle Raster und Hilfesysteme? Das ist ein Armutszeugnis sondergleichen (und es ist schon mehr als zynisch, wenn die oberste Maxime, bevor irgendwer irgendwas macht, erstmal heißt "prüfe deine Zuständigkeit").
    Man kann die Maßnahmen bei begründetem Bedarf bis zum 21. Geburtstag verlängern.

  7. #107
    Avatar von Stulle
    Stulle ist offline Legende
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    18.540

    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Valrhona Beitrag anzeigen
    Man kann die Maßnahmen bei begründetem Bedarf bis zum 21. Geburtstag verlängern.
    Und in einigen sogar bis 27.

  8. #108
    Gast

    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Valrhona Beitrag anzeigen
    Man kann die Maßnahmen bei begründetem Bedarf bis zum 21. Geburtstag verlängern.
    Ich weiß schon, dass mit 18 nicht zwangsläufig Ende sein muss. Die Frage war eher rhetorisch gemeint, weil ich das so widersinnig finde, zu erwarten, dass mit erreichen der formalen Volljährigkeit keine Hilfen mehr angezeigt wären.

  9. #109
    Avatar von katha333
    katha333 ist offline Pooh-Bah
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    05.03.2013
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    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich weiß schon, dass mit 18 nicht zwangsläufig Ende sein muss. Die Frage war eher rhetorisch gemeint, weil ich das so widersinnig finde, zu erwarten, dass mit erreichen der formalen Volljährigkeit keine Hilfen mehr angezeigt wären.
    Aber so ist es doch gar nciht. Es gibt ansschließend Hilfen für junge Volljährige. Und dann sind sie halt nunmal Erwachsen und es gibt die Hilfen die es fürErwachsene gibt. hier gibt es auch Wohnformen, therapeutische Unterstützung und Behandlung usw.

    Ich denke ein großer Unterschied ist die Beantragung. Nämlich, dass (meist) nicht mehr die Eltern, sondern eben der Betroffene beantragen müssen. Und ich glaube ein manches "die ist eh bald 18 und dann weg" bedeutet nicht. "der brauchen wir gar nicht mehr helfen, das sitzen wir aus" sondern "sobald sie in 4 monaten volljährig ist, wird sie eh jegliche Hilfe abbrechen/ablehnen".

    Bei Jugendlichen oder Kindern muss zwar auch Mirwirkung, Zustimmung gegeben sein, aber das ist schon nochmal anders, wenn sie die Hilfe beantragen müssen/sollen. Und gegen den Willen etwas zu tun ist eine hohe Hürde
    Wer morgens zerknittert aufwacht, hat tagsüber die besten Entfaltungsmöglichkeiten!

    Liebe Grüße,
    Katha

  10. #110
    Gast

    Standard Re: Systemsprenger

    Zitat Zitat von katha333 Beitrag anzeigen
    Aber so ist es doch gar nciht. Es gibt ansschließend Hilfen für junge Volljährige. Und dann sind sie halt nunmal Erwachsen und es gibt die Hilfen die es fürErwachsene gibt. hier gibt es auch Wohnformen, therapeutische Unterstützung und Behandlung usw.

    Ich denke ein großer Unterschied ist die Beantragung. Nämlich, dass (meist) nicht mehr die Eltern, sondern eben der Betroffene beantragen müssen. Und ich glaube ein manches "die ist eh bald 18 und dann weg" bedeutet nicht. "der brauchen wir gar nicht mehr helfen, das sitzen wir aus" sondern "sobald sie in 4 monaten volljährig ist, wird sie eh jegliche Hilfe abbrechen/ablehnen".

    Bei Jugendlichen oder Kindern muss zwar auch Mirwirkung, Zustimmung gegeben sein, aber das ist schon nochmal anders, wenn sie die Hilfe beantragen müssen/sollen. Und gegen den Willen etwas zu tun ist eine hohe Hürde
    Das weiß ich doch alles.
    Offenbar drücke ich mich total mißverständlich aus.
    Ich bezog mich auf das Posting von sylta, die fragte, was wir wollen - sinngemäß, Eigenverantwortung mit erreichen der Volljährigkeit oder ewig helfen (nagel mich nicht auf den Wortlaut fest). Ich weiß, dass es Hilfen über den 18. hinaus gibt, und auch, dass die jungen Volljährigen sich dann selber kümmern müssen.
    Und ich finde gut, dass es diese Hilfen gibt, denn in unserem Sozialsystem sind ja auch Hilfen möglich für längst Erwahsene, die ihre Angelegenheiten nicht regeln können - also warum sollten keine Hilfen möglich sein für Jugendliche, die es eh schon schwer genug haben, aus welchen Gründen auch immer.
    Dass die nur greifen können, wenn die Jugendlichen wollen (und können), und dass das oft der Knackpunkt ist, ja, das ist so.

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