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Thema: Kind wird in der Schule "gebrochen"

  1. #171
    Strickli ist offline Legende

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Aber das liegt ja dann nicht vorrangig daran, dass die Schüler in der Waldorfschule nichts gelernt haben.
    Jepp. Meine Mutter musste vor vielen, vielen Jahren, als sie von der Waldorfschule zum Gymnasium wechselte, die siebte Klasse wiederholen, weil das damals quasi automatisch so war. Wenige Wochen später bot man ihr an, in die achte Klasse zu springen, weil sie auf der Waldorfschule wohl doch nicht so wenig gelernt hatte (sie hat den Sprung dann aber abgelehnt).

  2. #172
    Gast Gast

    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Schiri Beitrag anzeigen
    Das zwar nicht, aber es hätte nicht viel gefehlt

    Nee, ich habe sie in einem beruflichen Kontext kennengelernt und ich fand die Art, das Kind scheinbar in all seinen Facetten anschauen zu wollen und dabei eigentlich nur Kritik zu äußern mehr als schwierig. Sie schien so sanft und freundich und schlug eigentlich nur mit Worten zu. Ich gehe aber davon aus, dass es auch sehr gute Eurythmielehrer gibt und die nicht alle so drauf sind.

    An die Waldorfler: Wie ist denn üblicherweise der Umgang mit Kindern, die nicht perfekt ins Konzept passen, vielleicht auch manchmal verweigern?
    Was meinst du damit genau?
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  3. #173
    Gast Gast

    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Womatz Beitrag anzeigen
    Ich finde es schade, dass ich die Zitate nicht nachlesen kann. Ein Link zu einem der zitierten Texte wäre schön. Hat das alles Steiner gesagt oder hat das einer seiner Schüler gesagt?
    Achso... sorry, stand auf der Leitung.

    http://anthroposophie.byu.edu/vortraege/307a.pdf

    Das sind, wenn ich es richtig erfasst habe, Mitschriften seiner Reden. Teilweise lückenhaft (ist gekennzeichnet) wenn Zwischenfragen und die Antworten dazu mitstenografiert wurden.

  4. #174
    Avatar von Womatz
    Womatz ist offline Legende

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Achso... sorry, stand auf der Leitung.

    http://anthroposophie.byu.edu/vortraege/307a.pdf

    Das sind, wenn ich es richtig erfasst habe, Mitschriften seiner Reden. Teilweise lückenhaft (ist gekennzeichnet) wenn Zwischenfragen und die Antworten dazu mitstenografiert wurden.
    Dankschee!

  5. #175
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Aber das liegt ja dann nicht vorrangig daran, dass die Schüler in der Waldorfschule nichts gelernt haben.
    Es sagt ja auch niemand, dass sie "nichts" lernen. Dennoch sind die Inhalte nicht zwingend kompatibel mit denen der Regelschule. Soweit ich weiß gibt es den Mittleren Schulabschluss erst nach Klasse 11 und nach Klasse 12 ist man halt auch nicht auf dem Stand von Klasse 12 Gymnasium (sonst könnte man ja Abi machen).
    Es ist auch schwer vorstellbar, dass bei sovielen "Fremdfächern" gebauso viel Zeit zum Lernen der Regelschulinhalte bleibt, wie auf der Regelschule.
    Nichtsdestotrotz wird das für manche Kinder die perfekte Schulform sein, wie für andere Montessori oder Peter-Petersen, und wie andere vermutlich auf jeder Schulart gut zurecht kommen (meist kommen die aus fördernden Elternhäusern).
    Liebe Grüße

    Sofie

  6. #176
    Avatar von WhiseWoman
    WhiseWoman ist offline Es werde Licht.

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Strickli Beitrag anzeigen
    Jepp. Meine Mutter musste vor vielen, vielen Jahren, als sie von der Waldorfschule zum Gymnasium wechselte, die siebte Klasse wiederholen, weil das damals quasi automatisch so war. Wenige Wochen später bot man ihr an, in die achte Klasse zu springen, weil sie auf der Waldorfschule wohl doch nicht so wenig gelernt hatte (sie hat den Sprung dann aber abgelehnt).
    Könnt Ihr Euch an den Sohn von robicon erinnern, der die Waldorfschule zwar das Blaue vom Himmel versprochen, aber nicht gehalten hat? DAS gibt es eben auch.

    ES ist wie in einer normalen Schule auch ... es gibt überall so'ne, solche und gesprenkelte.
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    Нет худа без добра.

  7. #177
    Strickli ist offline Legende

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von WhiseWoman Beitrag anzeigen
    Könnt Ihr Euch an den Sohn von robicon erinnern, der die Waldorfschule zwar das Blaue vom Himmel versprochen, aber nicht gehalten hat? DAS gibt es eben auch.

    ES ist wie in einer normalen Schule auch ... es gibt überall so'ne, solche und gesprenkelte.
    Genau so ist es so.

    Allein der Ruf der Waldorfschulen in Hamburg ist sehr unterschiedlich - da ist von extrem streng bis sehr liberal alles dabei.
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  8. #178
    Gast Gast

    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Schiri Beitrag anzeigen
    Das zwar nicht, aber es hätte nicht viel gefehlt

    Nee, ich habe sie in einem beruflichen Kontext kennengelernt und ich fand die Art, das Kind scheinbar in all seinen Facetten anschauen zu wollen und dabei eigentlich nur Kritik zu äußern mehr als schwierig. Sie schien so sanft und freundich und schlug eigentlich nur mit Worten zu. Ich gehe aber davon aus, dass es auch sehr gute Eurythmielehrer gibt und die nicht alle so drauf sind.

    An die Waldorfler: Wie ist denn üblicherweise der Umgang mit Kindern, die nicht perfekt ins Konzept passen, vielleicht auch manchmal verweigern?
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Ich antworte später, muss kurz weg.
    So. Jetzt bin ich wieder da.

    Und hatte ja jetzt etwas Zeit, darüber nachzudenken und muss sagen - eigentlich weiß ich keine Antwort .

    Es gibt kein Waldorf-Standardschema. Auch dort wird halt geschaut, was das Kind braucht und was man davon wie umsetzen kann.

    Dass versucht wird, eng mit den Eltern zusammenzuarbeiten ergibt sich aus dem Konzept der Schule.

    Insgesamt erlebe ich sehr viel Gelassenheit. Und gehe sogar soweit, dass es genau durch diese Gelassenheit - insbesondere in den ersten Jahren - gar nicht so viele ‚Verweigerer‘ gibt.
    Die Kinder wollen üblicherweise mitmachen, mitarbeiten, mitwirken. Und wenn mal etwas ‚doof‘ ist gibt es genügend anderes, das Freude macht. Dass ein Kind an einem Waldorfschultag gar nichts positives findet ist glaube ich selten.

    Kinder, die besonderen Förderbedarf mitbringen, fallen sicher manchmal durchs Raster - wobei es sehr auf die Art des „Defizits“ ankommt.

    LRS-Kinder profitieren natürlich davon, dass Lesen und Schreiben Buchstabe für Buchstabe eingeführt wird, „mit allen Sinnen“ gelernt wird und Rechtschreibung lange zwar konsequent korrigiert, aber nie bewertet wird.

    Kinder mit motorischen Schwierigkeiten sind auf der Waldorfschule sicher gut aufgehoben.

    Kinder mit Schwierigkeiten im sozial-emotionalen Bereich oder mit anderweitigem Bedarf an enger Begleitung - also die, von denen so gerne die Geschichten mit „hat die Schule abgelehnt“ erzählt werden - werden eher nicht glücklich werden.
    Das liegt aber nicht daran, dass man sie dort nicht will, oder gar an „Steiners Menschenbild“. Das liegt vielmehr daran, dass das Konzept zwar viel Struktur und auch einen engen Bezug zu den Lehrern vorsieht, aber dabei sehr viel Selbständigkeit und Selbstorganisation erfordert. In einer Klasse mit plus minus 30 Kindern kann sich ein Lehrer nicht regelmäßig intensiv um ein und dasselbe Kind kümmern.
    Der sogenannte Hauptunterricht geht 100 Minuten. Bei 30 Kindern sind das rein theoretisch 3,3 Minuten pro Kind. Im Sprachunterricht sitzen zwar dann nur 15 Kinder, aber auch da ist keine Kapazität, ein einzelnes Kind engmaschig zu fördern.

    Jetzt nochmal zu Deiner Frage. Es gibt m.E. keine pauschale Antwort. Insgesamt ist der Umgang nach meiner Erfahrung von viel Gelassenheit geprägt.
    Dass die Kinder in irgendwelche starren Formen gepresst würden, wie der Waldorfschule auch gerne vorgeworfen wird, begegnet mir an Regelschulen wesentlich ausgeprägter.

    Dass man besonders gut mit „Problemkindern“ umgehen können müsste, gibt der Alltag genauso wenig her, wie der an staatlichen Schulen auch.
    Schiri und Gast gefällt dies.

  9. #179
    Gast Gast

    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von SofieAmundsen Beitrag anzeigen
    Meine Kusine (gut, das ist 30 Jahre her) musste zwei Jahre wiederholen und die Nichte meines Mannes (10 Jahre her). Grundsätzlich kommt es natürlich darauf an, wann man wohin wechselt: nach Klasse 12 auf ein Gymnasium muss man zwingend zwei Jahre zurück (sprich in die 11), weil ja die Punkte fürs Abi zählen.
    In NRW wird der Abschluss extern abgelegt - grundsätzlich ist er dann natürlich vergleichbar, aber halt auch nicht so leicht zu schaffen.
    Es kommt drauf an, denke ich.
    Einerseits ja, denn sämtliche Noten müssen in Klasse 13 erbracht und dementsprechend viel Wissen angeeignet werden. Andererseits ist es vielleicht auch Typsache, ob man ein krasses Jahr oder zwei krasse Jahre besser ab kann. (also viel gute Leistung über einen kürzeren oder längeren Zeitraum erbringen). Wieder als Pro empfinde ich auch, dass die Jugendlichen sich bewusst für oder gegen das Abi entscheiden. Ich habe eine Regelschule besucht und da war klar, dass das Abi am Ende stehen würde bzw. auch von mir erwartet wird. Meine Kinder entscheiden sich selbst zu dem Zeitpunkt, wo es dann los geht, spätestens noch einmal ganz bewusst dafür (oder dagegen).

    Zum Wechsel: Wer sich hier für ein Abi an einer Regelschule entscheidet, verlässt die Schule üblicherweise nicht nach dem Waldorfabschluss sondern bereit zu Beginn der Qualiphase und da kenne ich nur Jugendliche, bei denen das ohne Rückstufung funktioniert hat. Der Grund war, soweit mir bekannt ist, allerdings hier nicht der andere Unterricht, sondern eher die größere Wahlmöglichkeit bei den Abifächern. Wir sind eine sehr kleine Schule und da stehen die Abifächer quasi von Beginn an fest, weil die Schule nichts anderes anbieten kann. Das weiß man aber vorher und kann dann überlegen, ob man es so oder anders möchte.
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  10. #180
    Gast Gast

    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Strickli Beitrag anzeigen
    Jepp. Meine Mutter musste vor vielen, vielen Jahren, als sie von der Waldorfschule zum Gymnasium wechselte, die siebte Klasse wiederholen, weil das damals quasi automatisch so war. Wenige Wochen später bot man ihr an, in die achte Klasse zu springen, weil sie auf der Waldorfschule wohl doch nicht so wenig gelernt hatte (sie hat den Sprung dann aber abgelehnt).
    Als ich wechseln wollte (nach der 8. Klasse) hätte mich das eine in Frage kommende Gymnasium nur mit Wiederholen genommen, obwohl ich die erste Waldorfschülerin gewesen wäre, die sie jemals aufgenommen hätten. Diskussion zwecklos.

    Dort, wo ich schließlich hinging wurde ich nach Aufnahmeprüfung auf Probe in die 9. aufgenommen. Im Halbjahreszeugnis hatte ich einen Schnitt von 1,75. Von Wiederholen war keine Rede mehr.

    Wobei es schon stimmt, dass nach Klasse 5 die meisten ein Jahr wiederholen. Von zwei Jahren habe ich aber wirklich noch nie gehört.

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