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Thema: Kind wird in der Schule "gebrochen"

  1. #81
    rastamamma ist offline Urgestein

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Marvin31 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    ich habe eine 7-jährige Tochter, in der ersten Klasse, die meist ungern zur Schule geht - deshalb bieten die Lehrer Unterstützung an. Mein Problem ist jedoch, dass ich nicht finde, dass meine Tochter ein Problem hat, eher passt der Unterricht so nicht zu ihr. SIe ist eher verträmt, fantasievoll, erfindet gerne Geschichten und malt. Ihre Klassenlehrerin ist alt und entsprechend von der "alten Schule". Die Kinder sollen nach Vorgaben arbeiten, Bastelanleitungen richtig umsetzen und der Deutschunterricht wird richtig langweilig gestaltet: Seitenweise Aufgaben mit Silbenbögen, die beim Lesen eh nicht viel bringen. Auf so einen Unterricht hätte ich als Kind auch keine Lust gehabt. Ich sage nicht, dass man nicht ab und zu mal streng nach Vorgaben arbeiten muss oder Bastelanleitungen genau umsetzt - aber das allein ist doch kein Kunstunterricht für Kinder.
    Die Klassenlehrerin zeigte uns sogar ein Bild, das meine TOchter gemalt hat - sie habe anstelle der vorgegebenen Motive "einfach so" was anderes dazugemalt, die Aufgabe daher verfehlt und solle sich besser auf die Aufgabe konzentrieren. Ich war auf einem Kunstgymnasium - dieses Bild wäre mit sehr gut bewertet worden, da bin ich mir sicher. Es spricht für Fantasie und Kreativität.
    Diese Fähigkeiten werden aber eher als "Schwäche" und "zu wenig Themenbezug" gesehen. Ich frage mich, warum man nicht im Unterricht zumindest ab und zu mal Phasen einbauen kann, in denen meine Tochter ihre Fähigkeiten zeigen kann.
    Ich möchte mich auch ungern mit den Lehrern anlegen. Aber zu sehen, wie meine Tochter leidet, obwohl sie aus meiner Sicht gute Leistungen erbringt, fällt mir schwer. Auch wird kaum mit Lob gearbeitet - das kann ich alles so nicht verstehen. Sie ist doch erst eine Erstklässlerin - da so viel Disziplin und Anpassung zu erwarten finde ich unmöglich.
    Ich freue mich über Tipps, Erfahrungen und Austasch.
    Danke
    Marvin
    Ich würde überlegen, ob ich was reininterpretiere ins Kind (also, dass es künstlerisch begabt ist und sich daher unverstanden fühlt etc.). Wenn nicht, würde ich aus heutiger Sicht eine Schule suchen, die dem Kind besser entspricht.

    Mein Sohn hat die ersten beiden Jahre in der Volkschule nicht das "bekommen", was er gebraucht hätte. Erst das freiwillige Wiederholen in einer Klasse, wo es (nicht wegen ihm, sondern wegen anderer Schüler, aber das war egal) Lehrerinnen gab, von denen eine eine Quereinsteigerin war (die mit 37 oder so noch mal Lehrer studiert hat) und einen sehr alternativen Zugang zu den Kindern pflegte, hat ihn mit dem Schulegehen halbwegs versöhnt. Da durfte er zum Beispiel auch mal aufstehen und in der Klasse eine Runde gehen, bekam Mathematik-Aufgaben aus dem Jahrgang drüber, durfte, wenn es ihm nicht gut ging, einfach sagen "mir geht es nicht gut, ich gehe mal zur Frau Direktor" und sich dort dann auf die Couch legen und lesen oder was auch immer ..... Hat er so gebraucht.

  2. #82
    Avatar von Schiri
    Schiri ist offline Urgestein

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Karla... Beitrag anzeigen
    Meiner Erfahrung nach ja.
    Da bleibt mehr Akzeptanz für Individualität. Und es ist klar, dass sich nicht jeder gleich einnorden lässt.
    Ich bin ja keine Waldorflerin, aber beruflich hatte ich schon mit Kindern zu tun, die auch in das Konzept nicht gepasst haben und dass da genau so nach Leistung verlangt wurde, wie in anderen Schulen. Sogar mehr, als ich es von einer Gesamtschule erwartet hätte, denn die Kinder sollen da alle die mittlere Reife erreichen, möglichst qualifiziert. Zumindest die hiesige Waldorschule ist ein verkapptes Gymnasium.

  3. #83
    rastamamma ist offline Urgestein

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Falconheart Beitrag anzeigen
    Ich war ein Träumer und ein Schussel - und gerade da war die Vermittlung von etwas Fokus und zielgerichtetem Arbeiten wichtig. Übrigens: ich bin dreimal lieber ein "Leistungstier" als eine verkrachte Existenz. Deine Weltsicht ist wiedermal atemberaubend schräg.
    Und andere sind halt lieber keine "Leistungstiere", sondern schieben eine ruhige Kugel in einem stinknormalen Job oder arbeiten nur so viel, wie sie zum Leben brauchen oder ....

    Ich finde es schon wichtig, dass die Lehrkraft und das Kind - in der Grundschule! - halbwegs harmonieren. Nicht jedes Kind ist so pflegeleicht wie Nummer vier (mein "Leistungstier"), die hat halt einfach alles gemacht, damit die Lehrkraft sich freut. Der Sohn dagegen hat einfach der Lehrkraft gesagt, dass er den Ansatz jetzt doch ziemlich doof findet (seine zweite Lehrkraft konnte damit umgehen, die erste wäre um ein Haar verzweifelt, weil der Bub halt ein "Ich weiß, dass das Silbenlesen jetzt keinen Sinn hat, aber wir müssen das am Anfang so machen" irgendwie nicht ganz so ernst nahm, ich habe ihm das Lesen dann selbst beigebracht, nach der Buchstabenmethode von Anno Schnee, da war sie zufrieden, denn er konnte dann ja lesen).

    Jetzt könnte man sagen, der Sohn ist kein "Leistungstier" und würde richtig liegen - aber eventuell gibt es Gründe dafür, dass er keines sein wollte, und ob er mal schlechter durchs Leben kommt als andere, wird sich zeigen.
    Karla... gefällt dies

  4. #84
    Avatar von Sarah29
    Sarah29 ist offline Legende

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Karla... Beitrag anzeigen
    Schön, dass du dich selbst als Beispiel für das ideale Mittelmaß aufführst. Ein bisschen schmunzeln muss ich schon. Das nenne ich ein gesundes Selbstbewusstsein.

    Und nein, so extrem meine ich das alles überhaupt nicht. Ich bekomme nur nervöse Zuckungen, wenn man gleich totale Konformität und Funktionalität von einer Erstklässlerin erwartet.

    Ich habe selbst hier geschrieben, dass ich es etwas dramatisch finde, da von „mein Kind wird gebrochen“ zu sprechen. Allerdings gibt es natürlich tatsächlich Kinder, die eben gut auf einem etwas unkonventionelleren Weg aufgehoben sind.
    Wo schrieb ich etwas von idealem Mittelmaß? Ist schon richtig, dass es mir nicht an Selbstbewusstsein mangelt, dennoch schrieb ich nichts von "ideal". Ich denke, auch Mittelmaß trifft es nicht ganz.

    Nur sind die Dinge halt selten schwarz oder weiß. Bei dir klingt es aber oft so. Mag der Schriftlichlichkeit hier geschuldet sein, die einiges an Zwischentönen nicht abbildet, aber bei dir klingt vieles oft ziemlich kategorisch. Wie eben auch hier: Wer aneckt, gehört zu den (sympathischen) Freigeistern und Querdenkern, wer zurechtkommt, kann nur ein spießiger, langweiliger Komformist sein. Als würde das eine grundsätzlich das andere ausschließen und als hätte jeder, der
    in einem System nicht klarkommt, hehre Gründe für sein unangepasstes Verhalten.
    Sonnennebel und Foxlady_ gefällt dies.

  5. #85
    Gast Gast

    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Schiri Beitrag anzeigen
    Ich bin ja keine Waldorflerin, aber beruflich hatte ich schon mit Kindern zu tun, die auch in das Konzept nicht gepasst haben und dass da genau so nach Leistung verlangt wurde, wie in anderen Schulen. Sogar mehr, als ich es von einer Gesamtschule erwartet hätte, denn die Kinder sollen da alle die mittlere Reife erreichen, möglichst qualifiziert. Zumindest die hiesige Waldorschule ist ein verkapptes Gymnasium.
    Ja, dass auf der Waldorfschule nichts verlangt würde ist ein Irrglaube. Das Lernpensum ist hoch. In den höheren Klassen sogar sehr hoch. Höher als auf ‚normalen‘ Schulen.
    Der Unterschied ist, dass nicht (fast) ausschließlich kognitives Lernen stattfindet, sondern „Kopf, Hand und Geist“ gleichwertig angesprochen werden sollen. Wegen diesem vielseitigen Fördern und Fordern, das in den Regelschulen so nicht stattfindet, profitieren die „kreativen“ Kinder vermutlich besonders von dieser Schulform.
    Zudem wird von Außenstehenden „Individualität zulassen“ gerne mit „individueller Einzelförderung“ verwechselt und dann ist die Enttäuschung groß, wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird.
    nykaenen88, Schiri, Sonnennebel und 2 anderen gefällt dies.

  6. #86
    Fimbrethil ist gerade online Baumhuhn

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Falconheart Beitrag anzeigen
    du schreibst wie ein ehemaliges Indigo-Kind.
    You made my Day!
    bunteQ gefällt dies

  7. #87
    Avatar von Womatz
    Womatz ist offline Legende

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Karla... Beitrag anzeigen
    Waldorf übergegangen. Denn da dürfen Kinder sein, was sie sind.
    Ganz und gar nicht. Waldorf hat feste Vorstellungen, wann ein Kind welchen Entwicklungsschritt gehen darf und wie sich das auf die Schule auswirkt.
    Sonnennebel gefällt dies

  8. #88
    Avatar von Lui
    Lui
    Lui ist offline Regels sind Regels

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Fimbrethil Beitrag anzeigen
    You made my Day!
    Nach dem Bemühen der Tante Google.

    was es nicht alles gibt!
    Kara^^ gefällt dies
    Danke für den Fisch.

  9. #89
    Soraya78 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Das Lernpensum ist hoch. In den höheren Klassen sogar sehr hoch. Höher als auf ‚normalen‘ Schulen.
    Das Lernpensum auf der Waldorfschule soll höher sein, als an einem humanistischen Gymnasium mit Abi nach der 12. Klasse? Das glaube ich ja im Leben nicht.

  10. #90
    Gast Gast

    Standard Re: Kind wird in der Schule "gebrochen"

    Zitat Zitat von Soraya78 Beitrag anzeigen
    Das Lernpensum auf der Waldorfschule soll höher sein, als an einem humanistischen Gymnasium mit Abi nach der 12. Klasse? Das glaube ich ja im Leben nicht.
    Dabei ist das eigentlich ganz logisch, wenn man bedenkt, wie viele Extrafächer die Waldorfschule (abgesehen vom künstlerischen Abschluss, diversen Schulaufführungen und Klassenfahrten!, die gerne Sprachreisen sind oder Praktika) kennt und dass am Ende nun mal das Zentalabi steht. Irgendwann, müssen die Inhalte dafür ja auch gelernt worden sein und der Tag eines Waldofschülers (genaus wie der Umfang seines Stundenplanes) ist endlich - wie bei jedem Regelschüler ebenfalls.
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