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Thema: Frage an Jobcenterexperten

  1. #1
    Skylla ist gerade online Carpal Tunnel

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    Standard Frage an Jobcenterexperten

    @pippi und andere:

    Minderjähriges Kind lebt mit Eltern in einer Hartz IV Bedarfsgemeinschaft. Kind beginnt jetzt eine Ausbildung, Ausbildungsvergütung voraussichtlich 800 Euro brutto.

    Ich suche und finde widersprüchliche Angaben über persönliche Freibeträge des Kindes, Kindergeld etc.
    Leider finde ich keine offizielle Seite mit allen Informationen.

    Mir scheint logisch, dass das Kind aus der Bedarfsgemeinschaft fällt und damit 1/3 der Wohnkosten sowie des Lebensunterhaltes der Familie an die Eltern zahlen muss.

    Kann man einfach die bisherig aufgeführten Bedarfe des Kindes annehmen? Oder erhält jetzt das Kind das Kindergeld?

    Klischee erfüllt: Eltern sagen, Ausbildung lohnt sich nicht fürs Kind, weil ihm nix bleibt. Ich behaupte das Gegenteil, kann es nur nicht belegen.

    Kann jemand helfen?

  2. #2
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

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    Standard Re: Frage an Jobcenterexperten

    Zitat Zitat von Skylla Beitrag anzeigen
    @pippi und andere:

    Minderjähriges Kind lebt mit Eltern in einer Hartz IV Bedarfsgemeinschaft. Kind beginnt jetzt eine Ausbildung, Ausbildungsvergütung voraussichtlich 800 Euro brutto.

    Ich suche und finde widersprüchliche Angaben über persönliche Freibeträge des Kindes, Kindergeld etc.
    Leider finde ich keine offizielle Seite mit allen Informationen.

    Mir scheint logisch, dass das Kind aus der Bedarfsgemeinschaft fällt und damit 1/3 der Wohnkosten sowie des Lebensunterhaltes der Familie an die Eltern zahlen muss.

    Kann man einfach die bisherig aufgeführten Bedarfe des Kindes annehmen? Oder erhält jetzt das Kind das Kindergeld?

    Klischee erfüllt: Eltern sagen, Ausbildung lohnt sich nicht fürs Kind, weil ihm nix bleibt. Ich behaupte das Gegenteil, kann es nur nicht belegen.

    Kann jemand helfen?
    Sagen sie das tatsächlich? Ich kenne mich nicht im Detail aus, aber selbst wenn erstmal nicht viel mehr üBrig bliebe als mit Hartz4 (gar nicht mehr kann ich mir nicht vorstellen), würde ich die Eltern auffordern mal ein paar Jahre weiter zu denken.
    Lleanora, nykaenen88, Schiri und 4 anderen gefällt dies.
    Never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity.

  3. #3
    Avatar von Leona68
    Leona68 ist gerade online Legende

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    Standard Re: Frage an Jobcenterexperten

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Sagen sie das tatsächlich? Ich kenne mich nicht im Detail aus, aber selbst wenn erstmal nicht viel mehr üBrig bliebe als mit Hartz4 (gar nicht mehr kann ich mir nicht vorstellen), würde ich die Eltern auffordern mal ein paar Jahre weiter zu denken.
    Allerdings, es soll ja Menschen geben, die sogar für die Ausbildung zahlen, statt Geld dafür zu bekommen.
    Schiri, Zwutschgal und stpaula_75 gefällt dies.
    Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben
    - Alexander von Humboldt -

  4. #4
    Pinky-Haut ist offline Member

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    Standard Re: Frage an Jobcenterexperten

    Kinder müssen NICHT für die Eltern aufkommen. Kindergeld wird beim Kind angerechnet, wenn es mit der Ausbildungsvergütung seinen Bedarf nicht decken kann.

    Wenn das Kind mit seinem Einkommen (Ausbildungsvergütung, Kindergeld) seinen Bedarf decken kann, fällt es aus der Bedarfsgemeinschaft. Kind muss seinen Anteil an Unterkunft und Heizung tragen, wird ansonsten finanziell aber gesondert betrachtet.

    Sollte das Kind aber seinen Bedarf nicht decken können, ist es in der Bedarfsgemeinschaft, das Einkommen müsste berücksichtigt werden bei der Höhe des ALG II.

    (SGB II, diverse Paragraphen. Vielleicht gibt es beim zuständigen Jobcenter auch eine übersichtliche Broschüre.)
    Zwutschgal gefällt dies

  5. #5
    Skylla ist gerade online Carpal Tunnel

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    Standard Re: Frage an Jobcenterexperten

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Sagen sie das tatsächlich? Ich kenne mich nicht im Detail aus, aber selbst wenn erstmal nicht viel mehr üBrig bliebe als mit Hartz4 (gar nicht mehr kann ich mir nicht vorstellen), würde ich die Eltern auffordern mal ein paar Jahre weiter zu denken.
    Ja klar, das Denken ist doch weit verbreitet. Jobcenter böse, Staat böse.

    Die Eltern denken vermutlich seit 30 Jahren nicht weiter als von der Wand bis zur Tapete. Kann ja jeder machen, aber das weiterzugeben an die Kinder ist echt mies.

    Kind würde mir gerne glauben, aber ein Beleg wäre schön gewesen. Es gibt für alles mögliche Rechner im Internet, aber dafür hab ich nix gefunden. Und den einfachsten Weg, einfach selbst mal zum Jobcenter zu gehen und sich beraten lassen, macht das Kind nicht. Denn, siehe oben, Jobcenter böse.

    Es ist so schwer, diesen Kreislauf zu durchbrechen

  6. #6
    Avatar von Zwutschgal
    Zwutschgal ist gerade online Hubsiversteher

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    Standard Re: Frage an Jobcenterexperten

    boff. Zu der Thematik kann ich dir leider nix sagen.
    Allerdings find ich den Standpunkt "bringt nix" schon mehr als kurzsichtig.
    Ich mein, da gehts um locker 50 Jahre, die sitzen sich auch nicht auf einer Backe ab..

  7. #7
    Skylla ist gerade online Carpal Tunnel

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    Standard Re: Frage an Jobcenterexperten

    Zitat Zitat von Pinky-Haut Beitrag anzeigen
    Kinder müssen NICHT für die Eltern aufkommen. Kindergeld wird beim Kind angerechnet, wenn es mit der Ausbildungsvergütung seinen Bedarf nicht decken kann.

    Wenn das Kind mit seinem Einkommen (Ausbildungsvergütung, Kindergeld) seinen Bedarf decken kann, fällt es aus der Bedarfsgemeinschaft. Kind muss seinen Anteil an Unterkunft und Heizung tragen, wird ansonsten finanziell aber gesondert betrachtet.

    Sollte das Kind aber seinen Bedarf nicht decken können, ist es in der Bedarfsgemeinschaft, das Einkommen müsste berücksichtigt werden bei der Höhe des ALG II.

    (SGB II, diverse Paragraphen. Vielleicht gibt es beim zuständigen Jobcenter auch eine übersichtliche Broschüre.)
    Dass Kinder nicht für ihre Eltern aufkommen müssen, ist klar. Das konnte ich auch schon hinreichend belegen.

    Seinen Bedarf wird es mit 800 Euro Ausbildungsvergütung ziemlich sicher decken können. Den Faktor Kindergeld verstehe ich aber nicht wirklich.

    Bisher erschien das Kindergeld bei den Einkommen der Eltern und wurde dann auf den Regelsatz angerechnet.

    Aber wie geht die Rechnung jetzt?

    Bisher:
    Eltern: Regelsatz - Kindergeld + Wohnkosten
    Kind: Regelsatz + Wohnkosten.

    Wenn das Kindergeld bei den Eltern bleibt, ändert sich für das Kind nichts.
    Ausbildungsvergütung - Wohnkostenanteil - Lebenshaltungskostenanteil

    Falls das Kindergeld dem Kind zugeteilt wird:
    Ausbildungsvergütung + Kindergeld - Wohnkosten - Lebensunterhalt

    Mit der 2. Variante hätte das Kind mehr Geld, der Staat weniger, weil er dann ja den vollen Regelsatz für die Eltern auszahlen muss.

    Oder bin ich auf einem völlig falschen Dampfer?

  8. #8
    Avatar von Lolaluna
    Lolaluna ist offline Legende

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    Standard Re: Frage an Jobcenterexperten

    Zitat Zitat von Skylla Beitrag anzeigen
    @pippi und andere:

    Minderjähriges Kind lebt mit Eltern in einer Hartz IV Bedarfsgemeinschaft. Kind beginnt jetzt eine Ausbildung, Ausbildungsvergütung voraussichtlich 800 Euro brutto.

    Ich suche und finde widersprüchliche Angaben über persönliche Freibeträge des Kindes, Kindergeld etc.
    Leider finde ich keine offizielle Seite mit allen Informationen.

    Mir scheint logisch, dass das Kind aus der Bedarfsgemeinschaft fällt und damit 1/3 der Wohnkosten sowie des Lebensunterhaltes der Familie an die Eltern zahlen muss.

    Kann man einfach die bisherig aufgeführten Bedarfe des Kindes annehmen? Oder erhält jetzt das Kind das Kindergeld?

    Klischee erfüllt: Eltern sagen, Ausbildung lohnt sich nicht fürs Kind, weil ihm nix bleibt. Ich behaupte das Gegenteil, kann es nur nicht belegen.

    Kann jemand helfen?
    https://hartz4widerspruch.de/news/da...echnet-werden/

    Die Lösung ergibt sich aus den §§ 7, 9 und 11 des SGB II. Denn § 7 Abs. 4 legt fest, dass Kinder, die genug Geld verdienen, um ihren Bedarf selber zu decken, nicht Teil der Bedarfsgemeinschaft sind. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass die Bedarfsgemeinschaft weniger Leistung erhält – die Zahlungen für das Kind entfallen.

    „Dadurch gewährleistet das SGB II, dass durch den Ausschluss des Kindes aus der Bedarfsgemeinschaft eben auch kein Einkommen des Kindes für die Eltern zur Verfügung steht. Deutlicher wird es nochmal in § 9 Abs. 2, der klar stellt, dass das Einkommen der Eltern auch für die Kinder zur Verfügung stehen muss. Kein Wort vom umgekehrten Fall.„

  9. #9
    Skylla ist gerade online Carpal Tunnel

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    Standard Re: Frage an Jobcenterexperten

    Zitat Zitat von Zwutschgal Beitrag anzeigen
    boff. Zu der Thematik kann ich dir leider nix sagen.
    Allerdings find ich den Standpunkt "bringt nix" schon mehr als kurzsichtig.
    Ich mein, da gehts um locker 50 Jahre, die sitzen sich auch nicht auf einer Backe ab..
    Aber genau wegen dieser Denke haben wir doch dieses Generationenproblem bei Hartz IV. Die Eltern haben das schon lange abgesessen (also jetzt die jahrzehntelangen Empfänger, ich meine ausdrücklich NUR die) und haben sich so eingerichtet.
    Alina73 und JohnnyTrotz gefällt dies.

  10. #10
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

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    Standard Re: Frage an Jobcenterexperten

    Zitat Zitat von Skylla Beitrag anzeigen
    Ja klar, das Denken ist doch weit verbreitet. Jobcenter böse, Staat böse.

    Die Eltern denken vermutlich seit 30 Jahren nicht weiter als von der Wand bis zur Tapete. Kann ja jeder machen, aber das weiterzugeben an die Kinder ist echt mies.

    Kind würde mir gerne glauben, aber ein Beleg wäre schön gewesen. Es gibt für alles mögliche Rechner im Internet, aber dafür hab ich nix gefunden. Und den einfachsten Weg, einfach selbst mal zum Jobcenter zu gehen und sich beraten lassen, macht das Kind nicht. Denn, siehe oben, Jobcenter böse.

    Es ist so schwer, diesen Kreislauf zu durchbrechen
    Das glaube ich. Ich finde das ist ein tolles Engagement von deiner Seite.
    stpaula_75 gefällt dies
    Never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity.

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