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Thema: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

  1. #1201
    paula9000 ist offline enthusiast

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von sojus Beitrag anzeigen
    Erst einmal: ganz grundsätzlich finde ich es sehr wichtig, dass auch planbare Ops (Herz-OPs, Tumor-OPs, Schmerz-OPs...) weiter stattfinden, da bin ich bei dir. Und ich sehe in einer Verschiebung dieser OPs auch keine sinnvolle Lösung im Kampf gegen Corona, es sei denn, es geht wirklich nicht anders.

    Aber in einem Punkt muss ich dir widersprechen, und das ist deine suggestive Frage zu Beginn, die impliziert, dass es keine nicht notwendigen OPs gäbe, die in öffentlichen Krankenhäusern gemacht werden.

    In Deutschland werden z.B. deutlich mehr Hüftgelenks- und andere Gelenkersatz-OPs gemacht als in fast allen anderen Ländern der Welt. Eine Verwandte von mir hat mit 90, Diabetes, Depressionen und beginnender Demenz eine neue Hüfte bekommen, mit der sie nie wieder so gut laufen konnte wie vor der OP. Sinnvoll ist etwas anderes.

    Dazu kommen in großer Zahl Eingriffe wie Knie-Arthroskopien, die Studien zufolge nicht wirksamer als Placebo sind, vgl. https://www.gesundheitsinformation.d...g-t7-igoq-y6ef

    Ich kenne Ärzte, die ganz offen sagen, dass manche Kollegen und Krankenhäuser an solchen OPs einfach gut verdienen und/oder darin eine unkomplizierte Problemlösung sehen. Beides ist aber nicht unbedingt ein Kriterium für medizinische Notwendigkeit.
    Ja, das stimmt natürlich, dass manche Indikationsstellungen insbesondere bei dieser Art OPs sicher fragwürdig sind und dass generell mit OPs auch eine Menge Geld verdient wird. Und es ändert sich ja auch der Wissensstand, wann eine OP ggfs. sinnvoll sein kann, ich glaube Bandscheibenvorfälle wurden früher viel häufiger operiert. Und es kann natürlich auch sein, dass es manchmal nicht so eindeutig ist, wann hat man tatsächlich einen Gewinn durch eine OP und man weiß es erst hinterher.

    Aber irgendwie finde ich das eher ein anderes Thema, jetzt bezogen auf die Frage der Verschiebung von OPs, weil man, wenn man jetzt z.B. alle Hüft-OPs absagt, das die genauso betrifft, die davon profitiert hätten wie die, die sich dadurch vielleicht sogar verschlechtern. Aber das war auch glaube ich gar nicht dein Punkt, wenn ich dich richtig verstanden hab?

  2. #1202

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von Ellaha Beitrag anzeigen
    Sicher ist das so. Ich würde mir momentan auch sehr genau überlegen, ob ich ins Krankenhaus gehe, wenn es vermeidbar ist.

    Aber für Patienten ist es ein erheblicher Unterschied, ob sie selbst eine OP verschieben möchten, oder ob sie müssen, weil es allgemeine Vorgabe ist.
    In meinem Umfeld ist es bisher so, dass die OPs verlegt werden, wo die Patienten das selbst wollen. In der Presse heißt es aber, dass es mit der Versorgung so eng ist, dass OPs verlegt werden müssen. Und das ist halt dann, jedenfalls in der breiten Masse, wie es beschrieben wird, nicht so und vermittelt ein falsches Bild.

  3. #1203
    paula9000 ist offline enthusiast

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von Junon Beitrag anzeigen
    Ja. Im Frühjahr wurde, glaube ich, ziemlich heftig reagiert. Jetzt läuft das nach meinem Eindruck differenzierter ab.
    Insgesamt vermutlich schon. Bei meiner Tochter ging es halt um eine OP wegen Paukenergüssen und vergrößerten Rachenmandeln, sie war ständig krank, konnte sehr schlecht hören, was es ihr im Kindergarten auch schwer gemacht hat, sie hat schlecht Luft gekriegt - sie meinte irgendwann mal, dass sie nie richtig atmen kann. Und das ging natürlich schon eine lange Zeit so, weil man bei sowas natürlich erstmal abwartet bevor man operiert. Aber natürlich ist das nichts, was so richtig dringend ist. Als die OP dann abgesagt wurde (zunächst auf unbestimmte Zeit) wurde uns gesagt, dass das genau die OPs sind, die die geringste Priorität haben und deshalb als erstes abgesagt werden. Ich denke schon, dass das jetzt bei Engpässen auch so wäre, bin aber sehr froh, dass es wohl jetzt erst dann dazu kommt, u.a. weil ich halt auch persönlich die Erfahrung gemacht hab, was das bedeutet und welche Art von planbaren OPs das betrifft.

  4. #1204
    paula9000 ist offline enthusiast

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von Schiri Beitrag anzeigen
    Hier wurde die Kinderpsychosomatik leergeräumt von einem Tag auf den anderen, das war wirklich schrecklich, um sie im Zweifel mit Coronapatienten zu belegen, warum man das nicht abwarten konnte, die Kinder besser vorbereiten und warten, ob der Patientensturm wirklich kommt, der kommt ja auch nicht von einem auf den anderen Tag, weiß ich nicht. Offenbar wird jetzt differenzierter vorgegangen und ich finde das gut, ich habe doch nie geschrieben, dass ich finde, man sollte wieder alles verschieben.
    Psychiatrische stationäre Behandlungen gehen auch unter Corona, klar, es ist anders, aber man kann die kranken Menschen nicht einfach auf die Straße setzen, mittlerweile hat sich das ganz gut eingespielt.
    Das hatte ich aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie hier auch so mitbekommen im Frühjahr, da ging es aber wohl eher darum, dass das Personal dann ggfs. in der Somatik eingesetzt werden sollte. Ich denke auch, dass sich das in der Form nicht wiederholen wird, zum Glück, es sei denn es wird wirklich richtig knapp.

    Was ich in dem Zusammenhang aber ganz interessant fand, war, dass die Zahl der Notfälle wohl auch sehr stark zurückgegangen war während des ersten Lockdowns und auch danach nur wieder auf das Normalmaß gestiegen ist, hatte der Chefarzt in einem Interview gesagt. Keine Ahnung, wie sich das erklären lässt.
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  5. #1205
    Avatar von Junon
    Junon ist offline ... war mal FiB

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von paula9000 Beitrag anzeigen
    Insgesamt vermutlich schon. Bei meiner Tochter ging es halt um eine OP wegen Paukenergüssen und vergrößerten Rachenmandeln, sie war ständig krank, konnte sehr schlecht hören, was es ihr im Kindergarten auch schwer gemacht hat, sie hat schlecht Luft gekriegt - sie meinte irgendwann mal, dass sie nie richtig atmen kann. Und das ging natürlich schon eine lange Zeit so, weil man bei sowas natürlich erstmal abwartet bevor man operiert. Aber natürlich ist das nichts, was so richtig dringend ist. Als die OP dann abgesagt wurde (zunächst auf unbestimmte Zeit) wurde uns gesagt, dass das genau die OPs sind, die die geringste Priorität haben und deshalb als erstes abgesagt werden. Ich denke schon, dass das jetzt bei Engpässen auch so wäre, bin aber sehr froh, dass es wohl jetzt erst dann dazu kommt, u.a. weil ich halt auch persönlich die Erfahrung gemacht hab, was das bedeutet und welche Art von planbaren OPs das betrifft.
    Sowas ist wirklich Mist und sehr einschränkend für ein Kind.
    Konnte sie inzwischen operiert werden?

  6. #1206
    Avatar von Junon
    Junon ist offline ... war mal FiB

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von paula9000 Beitrag anzeigen

    Was ich in dem Zusammenhang aber ganz interessant fand, war, dass die Zahl der Notfälle wohl auch sehr stark zurückgegangen war während des ersten Lockdowns und auch danach nur wieder auf das Normalmaß gestiegen ist, hatte der Chefarzt in einem Interview gesagt. Keine Ahnung, wie sich das erklären lässt.
    Es gab deutlich weniger Verkehrsunfälle, auch über den Lockdown hinaus.
    Und:

    Aus Sicht der Experten lassen sich verschiedene Arten von Ursachen für die Fallzahl-Rückgänge unterscheiden. Erstens haben natürlich die regulatorischen Vorgaben der Politik wie die Verschiebung von planbaren und weniger dringlichen Behandlungen eine zentrale Rolle gespielt, erläutert WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Zweitens können epidemiologische Ursachen Bedeutung haben: "So ist es beispielsweise möglich, dass es eine Reduktion der Herzinfarkt-Inzidenz infolge der Maßnahmen zu Eindämmung der Coronavirus-Pandemie gab. Denkbar ist beispielsweise ein Absinken des allgemeinen Stresslevels durch Homeoffice und Kurzarbeit oder die Reduzierung von Herzinfarkten durch extreme körperliche Belastung beim Sport", so Klauber. Drittens liegen mögliche Ursachen aber auch in individuellen Beweggründen wie der Furcht der Menschen vor einer Corona-virus-Infektion. Zudem sind auch ökonomische Anreize der 560-Euro-Tagespauschale für leer bleibende Krankenhausbetten nicht auszuschließen.
    Quelle: https://www.aok-bv.de/presse/pressem...dex_23739.html

  7. #1207
    paula9000 ist offline enthusiast

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von Junon Beitrag anzeigen
    Sowas ist wirklich Mist und sehr einschränkend für ein Kind.
    Konnte sie inzwischen operiert werden?
    Ja, zum Glück ging das dann im Sommer. Und trotz Corona-Schutzmaßnahmen auch so, dass jeweils einer von uns beim Einschlafen und Aufwachen dabei sein konnte, davor hatte sie große Angst.
    Seitdem hört sie richtig gut und hat auch nicht mehr die ganze Zeit den Mund auf, weil sie schlecht Luft bekommt. Keine Ahnung, ob es auch daran liegt, dass sie besser hört, dass sie jetzt im Kindergarten besser angekommen ist und ihre Gruppe von Freunden hat, aber da tritt sie auch anders auf, war die Rückmeldung. Wir sind jedenfalls total froh, dass das endlich möglich war und gut verlaufen ist.
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  8. #1208
    Avatar von sojus
    sojus ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von paula9000 Beitrag anzeigen
    Ja, das stimmt natürlich, dass manche Indikationsstellungen insbesondere bei dieser Art OPs sicher fragwürdig sind und dass generell mit OPs auch eine Menge Geld verdient wird. Und es ändert sich ja auch der Wissensstand, wann eine OP ggfs. sinnvoll sein kann, ich glaube Bandscheibenvorfälle wurden früher viel häufiger operiert. Und es kann natürlich auch sein, dass es manchmal nicht so eindeutig ist, wann hat man tatsächlich einen Gewinn durch eine OP und man weiß es erst hinterher.

    Aber irgendwie finde ich das eher ein anderes Thema, jetzt bezogen auf die Frage der Verschiebung von OPs, weil man, wenn man jetzt z.B. alle Hüft-OPs absagt, das die genauso betrifft, die davon profitiert hätten wie die, die sich dadurch vielleicht sogar verschlechtern. Aber das war auch glaube ich gar nicht dein Punkt, wenn ich dich richtig verstanden hab?

    Genau, ich wollte nur die Aussage nicht so stehen lassen, dass es in öffentlichen Kliniken keine unnötigen Eingriffe gebe. Das Thema ist mir wichtig, aus verschiedenen Gründen. Mit Corona hat es aber nur sehr lose zu tun.
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  9. #1209
    Avatar von Junon
    Junon ist offline ... war mal FiB

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von paula9000 Beitrag anzeigen
    Ja, zum Glück ging das dann im Sommer. Und trotz Corona-Schutzmaßnahmen auch so, dass jeweils einer von uns beim Einschlafen und Aufwachen dabei sein konnte, davor hatte sie große Angst.
    Seitdem hört sie richtig gut und hat auch nicht mehr die ganze Zeit den Mund auf, weil sie schlecht Luft bekommt. Keine Ahnung, ob es auch daran liegt, dass sie besser hört, dass sie jetzt im Kindergarten besser angekommen ist und ihre Gruppe von Freunden hat, aber da tritt sie auch anders auf, war die Rückmeldung. Wir sind jedenfalls total froh, dass das endlich möglich war und gut verlaufen ist.
    super!
    Ja, das macht einen Riesenunterschied, das war bei einer meiner Töchter auch so. Rückblickend haben wir damals viel zu lange mit der OP gewartet.
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  10. #1210
    paula9000 ist offline enthusiast

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    Standard Re: Wenn die aktuelle Empfehlung zur geltenden Regel wird ...

    Zitat Zitat von Junon Beitrag anzeigen
    super!
    Ja, das macht einen Riesenunterschied, das war bei einer meiner Töchter auch so. Rückblickend haben wir damals viel zu lange mit der OP gewartet.
    Ja, wahrscheinlich war das bei uns auch so, aber das ist ja auch keine so ganz leichte Entscheidung, auch wenn das eigentlich ein ganz unkomplizierter Eingriff ist. Und bei vielen Kindern bessert es sich ja auch von alleine.
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