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Thema: Verzicht auf Gottesdienste

  1. #51
    Avatar von Falconheart
    Falconheart ist gerade online Legende

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    Standard Re: Verzicht auf Gottesdienste

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Nur dass gerade an Weihnachten die Kirchen überquellen von Besucher*innen.

    Ich habe es im anderen Thread geschrieben:
    Da gehen sie dann einmal im Jahr in einen überfüllten Raum, sitzen auf unbequemen Stühlen oder stehen gar, das ganze mit Winterklamottten eng an eng, hören die immer gleiche Geschichte, singen die immergleichen Lieder und die meisten Kirchen sind auch immer gleich geschmückt.
    Ich würde es ja nicht machen, wenn ich mit Kirche nichts am Hut hätte, das wäre mir zu blöde.



    .
    Du siehst das aus der Perspektive des Innerkirchlichen. Kenne ich, ich bin so aufgewachsen. Man kennt die Arbeit die da drin steckt, die Planung, den Krach zwischen Kantor und Pfarrer wegen irgendwas und man hat meist mit den Gottesdiensten mehr Arbeit als Erbauung. Die Leute, die da kommen gehen einmal im Jahr, zum Weihnachtsstimmung abholen und noch nicht mal immer in die selbe Kirche und sagen: wie schön. [

    Sein Schloss von Eis liegt ganz hinaus
    Beim Nordpol an dem Strande.
    Doch hat er auch ein Sommerhaus
    Im lieben Schweizerlande.

    Da ist er denn bald dort, bald hier,
    Gut Regiment zu führen.
    Und wenn er durchzieht, stehen wir
    Und seh'n ihn an und frieren.

    (Matthias Claudius)

  2. #52
    Avatar von WhiseWoman
    WhiseWoman ist offline Es werde Licht.

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    Standard Re: Verzicht auf Gottesdienste

    Zitat Zitat von Falconheart Beitrag anzeigen
    Nenn mich zynisch, aber die Zahl derer, die wirklich aus innerer Einkehr zum Gottesdienst gehen, ist besonders Weihnachten viel kleiner als die derer, die sich Weihnachtsstimmung abholen wollen. Ich staune noch immer, das niemand auf die idee gekommen ist, so einen Gottesdienst a la Urgemeinde auf freiem Feld mit genügend Platz zu halten. Viel kälter ist es in ner alten Hallenkirche auch nicht.
    Meine Freundin würde auch nicht zu einem Freiluftgottesdienst gehen, wirklich aus Risikogründen.
    Нет худа без добра.

  3. #53
    Caprera ist offline Stilles Wasser

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    Standard Re: Verzicht auf Gottesdienste

    Zitat Zitat von JohnnyTrotz Beitrag anzeigen
    Bei uns war das geplant.
    Aber er wurde trotzdem abgesagt, weil die Pfarrerin sagte, dass ihr das Risiko zu hoch sei: Sollte sich danach in einer Familie ein Corona-Cluster bilden, wäre es schwierig auszuschließen, dass es nicht beim Freiluftgottesdienst passiert ist.

    Das gäbe schlechte Presse, daher lässt es die Gemeinde ganz bzw. es gibt eine Aufzeichnung eines Gottesdienstes (immer brav in Kleingruppen, es wird dann geschnitten), die an die Leute gemailt wird.
    Same here. Es waren zwei Gottesdienste draußen auf freiem Feld geplant und Kurzandachten vor der Kirche. Alles mit Voranmeldung, MNS und ohne Gesang. Gestern hat das Presbyterium sich entschieden, alles abzusagen.

    Wir wollten uns eigentlich mit einer Kleingruppe aus dem Chor treffen, um ein paar Lieder für eine Online-Andacht aufzunehmen, auch das Vorhaben haben wir aufgegeben.

    Jetzt singt jeder seine Stimme zu Hause ein, und ein entsprechend versierter Mitsänger schneidet das alles zusammen. Ich hin gespannt...
    LG, Caprera
    mit Tochter (*03/00) und Sohn (*01/03)

    ------------------------------------------------

  4. #54
    advena ist gerade online Legende

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    Standard Re: Verzicht auf Gottesdienste

    Zitat Zitat von Beerenjoghurt Beitrag anzeigen
    War die Entwicklung nach der OP denn vorhersehbar oder hat dein Vater die schlechteren paar % des möglichen Ausgangs erwischt?
    Ich glaube das war vorhersehbar. Aber das wurde so nicht in der Deutlichkeit kommuniziert. Ich glaube das war den Ärzten auch nicht klar, wie dramatisch das für meinen Vater war. Ein Hans Dampf in allen Gassen, Musiker, immer voller Energie. Und dann von einem Tag auf den Andern auf den Sessel zurückgeworfen. Das hat er psychisch nicht gepackt.
    Meinem Vater ging es ja vor der OP sehr, sehr schlecht. Und er hatte natürlich die Hoffnung, dass es ihm danach wieder besser geht, ncht so wie vorher, aber eben deutlich besser. Es ging ihm besser. Aber es reichte nicht mehr für ein auch nur annähernd erfülltes Leben.
    Der Kardiologe hat das Problem nie verstanden. Er meinte, mein Vater hätte eine so schlechte Prognose sogar nach der OP gehabt, andere Patienten wären da nach 1-2 Jahren oft schon verstorben. Für ihn zählte nur, dass der Patient überlebt, Lebensqualität war völlig bedeutungslos.

    Ich glaube ja, dass dies bei den Ärzten kein Einzelfall ist. Wenn ich mal irgendwie erkranken sollte, werde ich mir das sehr genau überlegen, was da noch geht und was nicht. Ich bin mental ähnlich drauf wie mein Vater. Ein Siechtum würde ich psychisch nicht aushalten.
    Alle meine Beiträge in diesem Forum bilden meine persönliche Meinung ab. Sie sind nicht verallgemeinernd und meine Ansichten müssen nicht mit denen anderer übereinstimmen. Dieser Grundsatz gilt immer, sofern nicht im Beitrag explizit anders gekennzeichnet.

  5. #55
    Beerenjoghurt ist offline Fisch von gestern

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    Standard Re: Verzicht auf Gottesdienste

    Zitat Zitat von advena Beitrag anzeigen
    Ich glaube das war vorhersehbar. Aber das wurde so nicht in der Deutlichkeit kommuniziert. Ich glaube das war den Ärzten auch nicht klar, wie dramatisch das für meinen Vater war. Ein Hans Dampf in allen Gassen, Musiker, immer voller Energie. Und dann von einem Tag auf den Andern auf den Sessel zurückgeworfen. Das hat er psychisch nicht gepackt.
    Meinem Vater ging es ja vor der OP sehr, sehr schlecht. Und er hatte natürlich die Hoffnung, dass es ihm danach wieder besser geht, ncht so wie vorher, aber eben deutlich besser. Es ging ihm besser. Aber es reichte nicht mehr für ein auch nur annähernd erfülltes Leben.
    Der Kardiologe hat das Problem nie verstanden. Er meinte, mein Vater hätte eine so schlechte Prognose sogar nach der OP gehabt, andere Patienten wären da nach 1-2 Jahren oft schon verstorben. Für ihn zählte nur, dass der Patient überlebt, Lebensqualität war völlig bedeutungslos.

    Ich glaube ja, dass dies bei den Ärzten kein Einzelfall ist. Wenn ich mal irgendwie erkranken sollte, werde ich mir das sehr genau überlegen, was da noch geht und was nicht. Ich bin mental ähnlich drauf wie mein Vater. Ein Siechtum würde ich psychisch nicht aushalten.
    Ich glaube auch, dass es für Ärzte schwierig ist zu lernen, dass nicht alles was möglich ist, gemacht werden kann und soll. Es hilft auch nicht immer die Frage, ob der Arzt oder die Ärztin persönlich diese Behandlung bei sich selbst oder ihren Angehörigen durchführen würden mit den gegebenen Voraussetzungen. Weil, wie du schreibst, die Folgen für jeden was anderes bedeuten.

    Ich schiebe das Thema Patientenverfügung stetig vor mir her. Ich habe zu wenig medizinische Kenntnisse, um beurteilen zu können, was ich möchte oder nicht. Siechtum wünscht sich wohl niemand, was Siechtum genau bedeutet, weiß man wahrscheinlich erst wenn man drin steckt. Ich habe aber auch Angst, mir zu früh was auszuknipsen, obwohl der Weg nur noch ein Stückerl gewesen wäre. Wie beim verirrten Wanderer in der Nacht, der 100 m vor der rettenden Hütte erfriert.

    Aber da gibt es keinen Kardinalsweg.

  6. #56
    advena ist gerade online Legende

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    Standard Re: Verzicht auf Gottesdienste

    Zitat Zitat von Beerenjoghurt Beitrag anzeigen
    Ich glaube auch, dass es für Ärzte schwierig ist zu lernen, dass nicht alles was möglich ist, gemacht werden kann und soll. Es hilft auch nicht immer die Frage, ob der Arzt oder die Ärztin persönlich diese Behandlung bei sich selbst oder ihren Angehörigen durchführen würden mit den gegebenen Voraussetzungen. Weil, wie du schreibst, die Folgen für jeden was anderes bedeuten.

    Ich schiebe das Thema Patientenverfügung stetig vor mir her. Ich habe zu wenig medizinische Kenntnisse, um beurteilen zu können, was ich möchte oder nicht. Siechtum wünscht sich wohl niemand, was Siechtum genau bedeutet, weiß man wahrscheinlich erst wenn man drin steckt. Ich habe aber auch Angst, mir zu früh was auszuknipsen, obwohl der Weg nur noch ein Stückerl gewesen wäre. Wie beim verirrten Wanderer in der Nacht, der 100 m vor der rettenden Hütte erfriert.

    Aber da gibt es keinen Kardinalsweg.
    Das muss auch jeder für sich selber entscheiden. Hängt entscheidend von der Lebenseinstellung ab. Meine Eltern waren sicher auch schlecht aufgestellt. Niemals wagten sie es gegen einen Arzt aufzumucken. Meine Schwester war mal dabei beim Kardiologen und hat versucht mit ihm zu reden. Daraufhin hat er bei meine Mutter angerufen und meine Mutter gewaltig unter Druck gesetzt. Wenn wir als Familie eine andere Medikamentierung verlangen würden, dann wäre das wie Mord an meinem Vater

    Auch die Krampfanfälle meines Vaters konnten nicht untersucht werden, weil meine Eltern sich weigerten ein Kernspin machen zu lassen. Sie waren nur noch misstrauisch gegenüber Ärzte. Denn die wollen derer Meinung nach nur an den alten Menschen Geld verdienen, sie so lange wie möglich hinhalten und wenn die nicht spuren, dann wird mit möglichen Straftaten gedroht.
    Ich muss ehrlich sagen, die lange Erkrankung meiens Vaters und die doch sehr üblen Erfahrungen mit einigen Ärzten, haben mich auch nachhaltig beeinflusst.
    Ich für mein Teil sag mir, ich habe alles erreicht, was in meinem Leben möglich ist. Ich bin realistisch und weiß, dass da keine Steigerungen mehr zu erwarten sind. Ich bin auch kein Schriftsteller, der noch ein tolles Spätwerk veröffentlicht oder so. Ich habe für mich entschieden, ich nehme es so wie es kommt - und schaue ganz genau hin.

    Ach so Kardiologe wechseln kam auch nicht in Frage, zum einen war der der am Nächsten erreichbare, zum andern hatte meine Mutter Angst, dass er dann wieder sie anruft. Meine Mutter gehörte halt auch noch zu einer Generation, die sich nicht traute, gegen einen Arzt den Mund aufzumachen.
    Alle meine Beiträge in diesem Forum bilden meine persönliche Meinung ab. Sie sind nicht verallgemeinernd und meine Ansichten müssen nicht mit denen anderer übereinstimmen. Dieser Grundsatz gilt immer, sofern nicht im Beitrag explizit anders gekennzeichnet.

  7. #57
    Beerenjoghurt ist offline Fisch von gestern

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    Standard Re: Verzicht auf Gottesdienste

    Zitat Zitat von advena Beitrag anzeigen
    Das muss auch jeder für sich selber entscheiden. Hängt entscheidend von der Lebenseinstellung ab. Meine Eltern waren sicher auch schlecht aufgestellt. Niemals wagten sie es gegen einen Arzt aufzumucken. Meine Schwester war mal dabei beim Kardiologen und hat versucht mit ihm zu reden. Daraufhin hat er bei meine Mutter angerufen und meine Mutter gewaltig unter Druck gesetzt. Wenn wir als Familie eine andere Medikamentierung verlangen würden, dann wäre das wie Mord an meinem Vater

    Auch die Krampfanfälle meines Vaters konnten nicht untersucht werden, weil meine Eltern sich weigerten ein Kernspin machen zu lassen. Sie waren nur noch misstrauisch gegenüber Ärzte. Denn die wollen derer Meinung nach nur an den alten Menschen Geld verdienen, sie so lange wie möglich hinhalten und wenn die nicht spuren, dann wird mit möglichen Straftaten gedroht.
    Ich muss ehrlich sagen, die lange Erkrankung meiens Vaters und die doch sehr üblen Erfahrungen mit einigen Ärzten, haben mich auch nachhaltig beeinflusst.
    Ich für mein Teil sag mir, ich habe alles erreicht, was in meinem Leben möglich ist. Ich bin realistisch und weiß, dass da keine Steigerungen mehr zu erwarten sind. Ich bin auch kein Schriftsteller, der noch ein tolles Spätwerk veröffentlicht oder so. Ich habe für mich entschieden, ich nehme es so wie es kommt - und schaue ganz genau hin.

    Ach so Kardiologe wechseln kam auch nicht in Frage, zum einen war der der am Nächsten erreichbare, zum andern hatte meine Mutter Angst, dass er dann wieder sie anruft. Meine Mutter gehörte halt auch noch zu einer Generation, die sich nicht traute, gegen einen Arzt den Mund aufzumachen.
    ich kann das Verhalten deiner Eltern zwar nicht verstehen, aber aus eigenem Erleben im Umfeld schon nachvollziehen. "Wir" (ohne zu wissen, wie alt du genau bist) sind die Generation dazwischen, das andere Extrem, Diagnostik by Dr. Google, ist noch relativ neu.

    Edit: ich habe bei meiner älteren Verwandtschaft, um den Bogen zum Ausgangsthema wieder zu schlagen, so gestaunt, dass die tatsächlich erst vom Kirchgang absagen, als von bischöflicher Seite das Aussetzen der Sonntagspflicht ausgesprochen wurde. Da war mir mal wieder bewusst, wie unterschiedlich wir den Glauben auslegen und dass ich mehr Taufscheinchristin bin als gedacht.

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