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Thema: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

  1. #151
    Avatar von sojus
    sojus ist gerade online Carpal Tunnel

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Das hab ich schon verstanden. Aber die Klavierlehrerin oder der Bergführer sind ja eben nicht langfristig weg vom Markt, die machen nach Corona wieder weiter.
    Schon, aber Saxony fand es gut, dass Soloselbstständige vom Markt verschwinden. Und das kann natürlich auch dem Bergführer oder dem Foodtruck-Inhaber passieren, der jetzt insolvent wird. Einige davon werden wieder auf die Beine kommen, vermutlich nicht alle. Mal sehen, wie die wirtschaftliche Realität sein wird; ich gehe davon aus, dass über Jahre nicht mehr so viel Geld in bestimmten Branchen zirkulieren wird wie vor Corona.

    Dein Argument ist jetzt quasi, dass Saxony niemals dieselben Menschen meinte wie ich - ja, kann man so sehen und dann hätte ich es mir sparen können, auf diese Menschen nochmals gezielt hinzuweisen. Ich hatte aber den Eindruck, sie argumentiert sehr pauschal und hat nicht so weit gedacht wie du, und das wollte ich nicht stehenlassen. Vielleicht tue ich ihr Unrecht.

  2. #152
    Avatar von sojus
    sojus ist gerade online Carpal Tunnel

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von stpaula_75 Beitrag anzeigen
    Ja.
    Und dann gibt es sackviele Eltern, in diesem Land, die dieser Pflicht nicht nachkommen können, und einige, die das nicht wollen.

    Das kann man na klar unter Kollateralschaden abheften, die Achseln zucken und weiter über die Kaffeepause schwatzen (nicht du).
    Oder man kann anerkennen, dass das echt bescheiden ist, dass es die soziale Ungleichheit weiter verschärfen wird, und das das natürlich auch Auswirkungen auf das gesamtgesellschaftliche Klima haben kann.

    Der Cousin einer Freundin von mir hat eine echte Erfolgsgeschichte begonnen: Studium (Ingenieurwissenschaften) nach Krieg, Flucht und Mittellosigkeit, nach intensivem Bemühen, Deutsch zu lernen und dank zweier Nebenjobs. Er hat es aufgeben müssen. Klar, vielleicht kann er es irgendwann fortsetzen, aber das steht gerade mehr als in den Sternen.

    Und klar ist das für ihn keine existenzielle Katastrophe. Er hat ganz andere Katastrophen erlebt. Aber er leidet trotzdem darunter. Und ich glaube, es ist wichtig, solche Erfahrungen des Verlusts einfach anzuerkennen und einen Plan für das Danach zu haben.

  3. #153
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von stpaula_75 Beitrag anzeigen
    Ja.
    Und dann gibt es sackviele Eltern, in diesem Land, die dieser Pflicht nicht nachkommen können, und einige, die das nicht wollen.

    Das kann man na klar unter Kollateralschaden abheften, die Achseln zucken und weiter über die Kaffeepause schwatzen (nicht du).
    Oder man kann anerkennen, dass das echt bescheiden ist, dass es die soziale Ungleichheit weiter verschärfen wird, und das das natürlich auch Auswirkungen auf das gesamtgesellschaftliche Klima haben kann.
    Ja. Die jungen Menschen, die von den Eltern nicht ausreichend unterstützt werden, die sind überproportional betroffen.
    Die Krise trifft arme und marginalisiert Menschen überproportional, das gilt für fast alle Krisen.
    Das würde ich ganz sicher nicht bestreiten.
    Was ich sagen will ist eigentlich nur Folgendes:
    Ich glaube, dass uns diese Krise im Gesamten nicht so hart trifft, dass wir das nicht abfedern könnten.
    (Inwieweit wir das tun werden, steht auf einem anderen Blatt, aber ich sehe viele politische Ansätze, es zumindest zu versuchen).

  4. #154
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist gerade online Altlast

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Ja. Die jungen Menschen, die von den Eltern nicht ausreichend unterstützt werden, die sind überproportional betroffen.
    Die Krise trifft arme und marginalisiert Menschen überproportional, das gilt für fast alle Krisen.
    Das würde ich ganz sicher nicht bestreiten.
    Was ich sagen will ist eigentlich nur Folgendes:
    Ich glaube, dass uns diese Krise im Gesamten nicht so hart trifft, dass wir das nicht abfedern könnten.
    (Inwieweit wir das tun werden, steht auf einem anderen Blatt, aber ich sehe viele politische Ansätze, es zumindest zu versuchen)
    .
    und ich glaube, daß wir das noch nicht mal im Ansatz absehen können.
    Wir leben noch in der Krise, mit vielen Maßnahmen, die die gröbsten Auswirkungen verschleiern.

  5. #155
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von event_horizon Beitrag anzeigen
    Habt ihr darüber schon nachgedacht?
    Also, wie ihr euer Leben langfristig umgestalten würdet bzw. das gesellschaftliche Leben umgestaltet werden müsste, wenn Corona oder ein anderes Virus ein langfristiger Begleiter wird?

    Ich brauche soziales Leben.
    Wenn ein Ende der Beschränkungen auch längerfristig nicht in Sicht ist, könnte ich mir vorstellen, dass ich mich mit anderen Familien zusammenschließen und eine Bedarfsgemeinschaft bilden würde. Das würden bestimmt viele so machen - vielleicht gäbe es dann viele solcher "Inseln" (früher auch "Dorf" genannt...), die im Großen und Ganzen versuchen, sich selbst zu unterhalten und nach außen recht abgeschottet zu sein.
    Das würde auch (für mich zumindest) eine Änderung in meinem Konsumverhalten bedeuten, da ja "Lieferungen" von außen stark erschwert wären.
    Schule und Arbeit müssten neu gedacht werden.
    Kultureller und wissenschaftlicher Austausch würden vorwiegend digital stattfinden (in der Wissenschaft vielleicht kein großes Problem, aber Kultur am Bildschirm ist doch etwas anderes als in echt).

    Ich sehe Corona außerdem als eine Art Zeitraffer dessen, was uns blüht, wenn wir unser kapitalistisch und globalisiert ausgerichtetes Leben so weiterführen. Der Klimawandel wird weit mehr Opfer fordern als es ein Virus je könnte - direkt und indirekt (durch Migration, Kriege...).
    Insofern setze ich mich ohnehin damit auseinander, dass das Leben sich stark ändern wird und wie ich meine Werte und Ziele neu definieren sollte, um mich auch in Zukunft nicht "beschränkt" zu fühlen, sondern meine Zufriedenheit auch anders finden kann.
    Finde ich aber ganz schön schwer - ich bin, wie ich immer öfter merke, ein kapitalistisch und globalisiert geprägter Mensch.
    Mein Leben würde sich vermutlich - ohne Eingriffe von außen - gar nicht verändern, wenn irgendein Virus unser ständiger Begleiter wird (weil im Grund Viren sowieso unsere ständigen Begleiter sind). Ich würde es eventuell an das veränderte Verhalten anderer anpassen müssen, wenn sich denn das Verhalten der Leute, auf die es mir ankommt, dadurch verändern würde.

    Vermutlich habe ich die Frage falsch verstanden.

    Bedarfsgemeinschaft im Sinn von "Zusammen wohnen" oder so - bitte nicht, lieber hole ich das Gewehr meines Großvaters .... Selbstversorgung - ja, wird wohl eher nichts in der Stadt (und da wohne ich nun mal), mal davon abgesehen, dass ich körperlich gar nicht mehr in der Lage wäre, einen echten Selbstversorgerhof zu führen und auch nicht mehr auf dem Land leben möchte. Aber vielleicht baue ich dann noch mehr Kräuter und Topfgemüse an - das mache ich derzeit nicht so umfangreich, weil der Sohn das Zimmer mit Balkon bewohnt (und da hätte ich halt meine Töpfe hingestellt, bzw. in diesem Zimmer, das ein Ostfenster hat, auch sonst ein paar Pflanzen im Innenraum ziehen können). Ich habe früher auf meinem (damals größeren) Balkon Tomaten, Zucchini, Gurken, Bohnen und Kräuter angebaut - war für sieben Personen nicht wirklich ausreichend, würde aber für mich alleine vielleicht durchaus einen Unterschied machen, wenn ich da schon mal nicht so viel kaufen müsste.

    Ich mache schon immer - und je mehr freie Zeit ich wieder habe (Kinder groß = viel Freizeit, sogar wenn ich jobtechnisch aufstocken sollte) noch mehr - gerne einiges selbst, lebe vermutlich auch "nachhaltiger" als so mancher andere (ich habe kein Auto, keinen Wäschetrockner, keinen Geschirrspüler, keinen Mixer etc. ich habe auch kein Problem, meine Wäsche mit der Hand zu waschen) - aber das hat halt rein gar nichts mit einem Virus zu tun oder mit Angst vor einer Krankheit oder ....

    Als Gesellschaft würde ich sagen, wir müssten uns einfach dran gewöhnen, dass es Viren gibt, dass Menschen krank werden, dass Menschen tatsächlich nicht alle bei bester Gesundheit steinalt werden ... ich glaube, es krankt vor allem an der Akzeptanz, dass die Medizin eben NICHT immer weiß, wie man ein Problem löst. Mir kommt vor, wir verhindern heute so viele Erkrankungen, Risiken etc. , dass es uns als Gesellschaft umso härter trifft, wenn wir draufkommen, dass es einiges gibt, wo wir schlicht nicht wissen, wie wir es verhindern sollten. Und wir halten uns für den Nabel der Welt - anders ist es nicht zu erklären, dass wir jeden einzelnen Corona-Infizierten zählen, während "ums Eck" Leute in Flüchtlingslagern vegetieren, in anderen Weltgegenden verhungern, ....

  6. #156
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist gerade online Altlast

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Saxony Beitrag anzeigen
    Danke, Du kannst es einfach besser ausdrücken.
    ich halte das aber für einen Trugschluss. Da entsteht kein Druck.
    Auf Nachbars Baustelle wird fleißig weiter russisch gesprochen.....

    Druck entsteht auch hier (mal wieder einseitig) auf die deutschen Handerksbetriebe, die jetzt u.U. noch coronabedingte Ausfälle und Mehrinvestitionen auffangen müssen.

  7. #157
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von stpaula_75 Beitrag anzeigen
    Genau, wie seine vielen Kolleg*innen in einer Branche, die noch sehr lange nicht mehr das sein wird, was sie mal war.
    Ich glaube tatsächlich, dass wir von einer sehr verschieden großen Gruppe Menschen ausgehen, für die das nicht nur eine "Kaffeepause mit Hausarrest ist".
    Ja, tun wir.
    Vermutlich, weil ich Job- und Branchenwechsel und ein sich rapide änderndes Arbeitsumfeld nicht per se als große Belastung sehe.
    Es gibt Menschen, die sich damit aus unterschiedlichen Gründen schwer tun, es gibt auch die, die langfristig berufliche Abstriche hinnehmen werden müssen, aber ich glaube, dass Veränderung mittelfristig oft auch Chancen bietet.

  8. #158
    Mumpitz ist offline Legende

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Stadtmusikantin Beitrag anzeigen
    Es gibt sehr viele Studenten, deren Eltern über der Grenze liegen, aber trotzdem zu wenig verdienen, um einen Studenten angemessen unterstützen zu können. Die Grenzen sind skandalös niedrig. Bisher funktionierte das, weil Studenten dann arbeiten konnten. Jetzt aber nicht mehr. Diese Leute lässt man komplett im Regen stehen.
    Für diese Studenten gibt es doch die Coronaüberbrückungshilfe. Außerdem gibt es auch jetzt noch viele Studenten, die arbeiten. Meine beiden Studenten arbeiten jedenfalls.
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  9. #159
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Klopferline Beitrag anzeigen
    und ich glaube, daß wir das noch nicht mal im Ansatz absehen können.
    Wir leben noch in der Krise, mit vielen Maßnahmen, die die gröbsten Auswirkungen verschleiern.
    Dann glaubst du was anderes als ich.
    Wir haben ja zum Glück Religionsfreiheit.
    Beurteilen lässt sich das erst in ein paar Jahren. Und auch dann nicht abschließend. Das ist einfach zu komplex.
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  10. #160
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von event_horizon Beitrag anzeigen
    Die Spanische Grippe war aber VOR der Massen-Globalisierung.
    Ja, erster Weltkrieg.... aber das war etwas anderes als das tägliche Herumgereise heute, der permanente Warenaustausch etc.

    Eine Pandemie heute ist etwas anders als eine Pandemie früher.

    Aber kann sein, dass ich gerade zu schwarz sehe.
    Ich sage auch nicht, dass es so kommen muss, aber es ist eine Möglichkeit, und ich frage nach euren Gedankenspielen dazu.
    Eine Pandemie war früher eine Krankheit, die sich über viele Länder ausbreitete, die gewaltig gefährlich war und eine Menge Todesopfer forderte. Eine Pandemie ist heute eine Krankheit, die sich weltweit ausbreitet.

    Ja, eine Pandemie heute ist etwas anderes als eine Pandemie früher. Was nicht heißt, dass die heutigen gefährlicher wären.

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