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Thema: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

  1. #171
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist offline Altlast

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Ja, tun wir.
    Vermutlich, weil ich Job- und Branchenwechsel und ein sich rapide änderndes Arbeitsumfeld nicht per se als große Belastung sehe.
    Es gibt Menschen, die sich damit aus unterschiedlichen Gründen schwer tun, es gibt auch die, die langfristig berufliche Abstriche hinnehmen werden müssen, aber ich glaube, dass Veränderung mittelfristig oft auch Chancen bietet.
    ganz sicher bieten sich da auch Chancen aber ich weiß nicht, wie hoch der Anteil derer ist, die auch nur annähernd eine mit Dir vergleichbare Qualifikation haben.

    Der Selbständige im Einzelhandel arbeitet dann als Teilzeitkraft? Ich meine gerade gelesen zu haben, im Einzelhandel nimmt der Trend zur Teilzeit massiv an Fahrt auf, derzeit wohl schon über 60 % der Jobs. Ich meine, das sind gut gemeinte Ratschläge aber doch nicht wirklich Perspektiven. Der Restaurantbesitzer wird dann Kellner? Der selbständige Friseur? Abgesehen davon, daß das Gros der Bangenden und Gefährdeten eher nicht U30 ist.

    Das wirklich große Problem in diesen Bereichen wird sowieso erstmal "verschoben". Offensichtlich brauchen immer mehr ihre Altersvorsorge auf. Nachvollziehbar, wenn ich meinen Friseursalon erhalten und nicht zukünftig für Mindestlohn den Rest des Arbeitslebens verbringen will. (Die Bonität für eine zukünftige Selbständigkeit dürfte ja eher dahin sein)

    Ich weiß auch nicht, in wieweit jetzige Selbständige noch in ihrem ursprünglichen Beruf gefragt wären, wenn das Studium 20 Jahre zurückliegt und die Berufserfahrung gen Null tendiert.

    Aber, keine Frage, es wird sich wandeln und die Läden werden, wenn unter anderem Besitzer, mit anderem Konzept wohl auch wieder öffnen. Jede Krise ist auch eine Chance.

    Was den Mittelstand angeht, da werden wir abwarten müssen. Ich hoffe, daß es keine weiteren Verschiebungen hin zu Großkonzernen geben wird, die sicher mit einem kräftigen Schluck aus der Euro-Corona-Rettungs-Fonds-Pulle profitieren werden und bezüglich ihrer Marktbeherrschung einen Schritt voran gehen. Wird uns allen in der Konsequenz nicht so gut tun.

    Womit wir bei den Insolvenzen wären, die nicht beantragt werden. Bei Arbeitslosenzahlen, die noch nicht absehbar sind. Bei Kreditausfällen, einer Bankenkrise und Minuszinspolitik.

    Für Köln veröffentlichte die Agentur für Arbeit Freitag Zahlen:
    komplett 2019 85 Betriebe Kurzarbeit angemeldet
    April 2020 12.000 Betriebe, "aktuell'" 16.000 Betriebe (wobei das nicht aktuell ist, die Meldungen hinken hinterher) Arbeitslosigkeit stieg 2020 im Schnitt um 19 % gegenüber 2019.

  2. #172
    cosima ist offline Urgestein

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Ich tue das nicht mit "ach egal" ab, finde aber dass zumindest für deine Tochter (oder auch meine Kinder) zu schwarz siehst. Wie gesagt, der finanzielle Punkt stimmt (und ich hoffe, dass Bafög entsprechend angepasst und verlängert wird, für diejenigen, die's betrifft). Aber dass sich ein Jahr länger im Studium wahnsinnig negativ im Lebenslauf auswirkt, denke ich nicht. Und wer fragt beim ersten Jobwechsel noch nach, wie lange jemand studiert hat?

    Klar, ist alles nicht optimal und auch nicht wünschenswert, aber für die meisten (so wie deine Tochter oder meine Kinder) kein dauerhafter beruflicher Schaden.
    wenn meine Tochter Gefahr läuft in eine Depression zu rutschen finde ich das nicht schwarz sehen

    Und ich meine das auch nicht auf den Lebenslauf für einen Personaler bezogen, sondern erst mal auf ihren eigenen. SIE verliert jetzt Zeit. Und ja, das macht ihr was aus.

    Ganz abgesehen davon und ganz banal: Das kostet was.
    Ich kann das stemmen, andere nicht.
    Und: Sie verliert Zeit in der sie schon in ihrem Job starten könnte, möchte, sie verliert Rentenzeit usw.

    So ganz ohne ist das nicht.
    +
    Stadtmusikantin, Makaria. und stpaula_75 gefällt dies.

  3. #173
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist offline Altlast

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Ja, tun wir.
    Vermutlich, weil ich Job- und Branchenwechsel und ein sich rapide änderndes Arbeitsumfeld nicht per se als große Belastung sehe.
    Es gibt Menschen, die sich damit aus unterschiedlichen Gründen schwer tun, es gibt auch die, die langfristig berufliche Abstriche hinnehmen werden müssen, aber ich glaube, dass Veränderung mittelfristig oft auch Chancen bietet.
    Du meinst, wenn der bisherige Geschäftsinhaber im Einzelhandel zukünftig wieder als Verkäufer (höchst wahrscheinlich in Teilzeit) arbeitet, bieten sich da Chancen?
    Einem anderen, der seinen Laden übernimmt, vielleicht.
    Gesamtgesellschaftlich bleibt sich das maximal gleich.

    Leider gehst Du sehr von Deinem Quallifikations- und Berufserfahrungsstand aus.

  4. #174
    Gast Gast

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Da muss man jetzt aber auch mal ein wenig ehrlich sein:
    das ist die Aufgabe der zukünftigen Bundesregierung.
    Und die wird im Herbst gewählt und da hat jeder Bürger selbst in der Hand für das Programm zu stimmen, was ihm am meisten zusagt.

    Zusagen darüber jetzt aus der bequemen Regierungsbank heraus wäre reines Wahlkampfgetöse und wäre auch ungerecht gegenüber der Opposition, die diese mediale Bühne nicht haben.
    Es wird schon genug in die Mikrofone gequakt.

    Zitat Zitat von sojus Beitrag anzeigen
    Abfedern ja (zumindest wirtschaftlich). Da ist Deutschland sicher ganz gut aufgestellt, auch wenn nur ein kleiner Teil der zur Verfügung gestellten Hilfen ausgezahlt worden ist.

    Was mir fehlt, sind Konzepte für danach. Konzepte für Bildungsverlierer, für Kinder, die Risikofaktoren für chronische Krankheiten ansammeln (Übergewicht etc.), für Menschen, die diese Krise seelisch mitnimmt (das geht ja auch nicht einfach schnell wieder weg) oder sie langfristig ihre Existenz kostet.

    Ich hoffe, da kommt noch was.

  5. #175
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von cosima Beitrag anzeigen
    ich halte es für nicht sinnvoll und nicht in Ordnung alles nur an "existenziellen" Katastrophen zu messen
    Wenn du mal im Zusammenhang lesen würdest, wüsstest du, dass ich das nicht tue.

    Und auch ehrlich für Geschwafel das abzutun mit "das bietet aber auch Chancen"
    Ich bin vor einem Jahr gekündigt worden. Ich war da echt glücklich, freiwillig wäre ich da nicht weg.
    Trotzdem bot die Situation auch Chancen und ich hab die genutzt.

    Vor 10 Jahren musste ich mich beruflich völlig neu orientieren und meinen beruflichen Traum begraben. Auch das hat im Rückblick eine Menge Chancen eröffnet.

    Leben ist immer Veränderung, erzwungene und freiwillige.
    Wer die Chancen von Veränderungen als Geschwafel abtut, der beschränkt sich.
    viola5 gefällt dies

  6. #176
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Stadtmusikantin Beitrag anzeigen
    Die Katastrophenskala ist für jemanden in Somalia sicher eine andere als für den durchschnittlichen Europäer.
    Wir können uns in diesem Zusammenhang auf die durchschnittliche europäische Perspektive einigen.

  7. #177
    Sascha ist offline Urgestein

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Mumpitz Beitrag anzeigen
    Für diese Studenten gibt es doch die Coronaüberbrückungshilfe. Außerdem gibt es auch jetzt noch viele Studenten, die arbeiten. Meine beiden Studenten arbeiten jedenfalls.
    Natürlich gibts auch die, denen der Job nicht weggebrochen ist.
    Gastronomie ist ja so ein Klassiker für Studenten - logisch, da läuft nix.
    Sascha
    Most important decisions in life are made between two people in bed
    Billy Bragg

    https://ibb.co/mJ4NTL4

  8. #178
    Avatar von event_horizon
    event_horizon ist offline Graph v. Ortho undercover

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Im Gegenteil, ich würde mir natürlich Leute suchen, die ich mag!
    Dass es eine Zwangsgemeinschaft wäre, sage und meine ich nirgends.

    "Abgeschottet", "Selbstversorger" etc. wäre schon ein Extremfall, und die Notwendigkeit sehr unwahrscheinlich.
    Ich habe aber auch nirgends gesagt, dass das ein unausweichliches Szenario ist - ich habe halt den Gedanken, was ist, wenn wir mit einem Virus dauerhaft leben müssten, ins Extreme weitergesponnen.

    ICH würde mich halt auf Dauer lieber in kleineren Gemeinschaften (Hausgemeinschaft, mit Freunden zusammen wohnen etc.) organisieren als in Dauer-Kontaktbeschränkung alleine oder nur mit meiner Familie zu leben.





    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Bevor ich so lebe, wie du das beschreibst (abgeschiedene Zwangsgemeinschaft mit Leuten, die ich eigentlich gar nicht mag, nur damit ich überhaupt Sozialkontakte habe), bleibe ich beim jetzigen Zustand in der Hoffnung, dass es irgendwann vorbei sein wird. Solche Gedankenspiele mag ich eh nicht und halte ich für völlig überflüssig für meine geistige Gesundheit.
    Mit dem Achten- Zwerg (10/2014), Schneeweißchen (06/2017), dem doppelten Lottchen (ET 26.01.2020) und einem * (11/2018)

  9. #179
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Urgestein

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Wenn du mal im Zusammenhang lesen würdest, wüsstest du, dass ich das nicht tue.



    Ich bin vor einem Jahr gekündigt worden. Ich war da echt glücklich, freiwillig wäre ich da nicht weg.
    Trotzdem bot die Situation auch Chancen und ich hab die genutzt.

    Vor 10 Jahren musste ich mich beruflich völlig neu orientieren und meinen beruflichen Traum begraben. Auch das hat im Rückblick eine Menge Chancen eröffnet.

    Leben ist immer Veränderung, erzwungene und freiwillige.
    Wer die Chancen von Veränderungen als Geschwafel abtut, der beschränkt sich.
    Und welche Chancen hat eine gekündigte Verkäuferin?

  10. #180
    Gast Gast

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Um es mal aus meiner Sicht einzuordnen.
    Den zweiten Weltkrieg würde ich noch nicht bemühen.

    In 2020 hatten wir den gleichen Wirtschaftseinbruch wie 2009 (5% BIP).
    Und die Zeit danach dürfte niemand als allgemeine anhaltende Katastrophenlage im Kopf haben.

    Was in dieser Krise anders ist, es betrifft nur einige spezielle Sektoren der Wirtschaft.
    Und zwar welche, mit denen jeder Bürger gefühlt täglich zu tun hat.
    Dadurch ist es viel näher als damals und man kann es besser nachvollziehen, es bekommt mehr Gesicht- auch weil jeder die Krise persönlich körperlich mitmacht und es nicht nur Meldungen im Handelsblatt sind.
    Weil jeder in die Pizzeria geht, aber wenige Investmentbanker im Freundeskreis haben.

    Es haben aber auch viele Teile der Wirtschaft weiter solide Geschäfte und manche Branchen das Geschäft ihres Lebens (die Lebensmittel Discounter zum Beispiel und die Logistikbranche ) gemacht.

    Damals hat es sich in der Gesamtwirtschaft stärker verteilt, weil der gesamte Wirtschaftssektor betroffen war. Da waren aber auch die Wirtschaftshilfen viel knausriger, was sich in einer großen Insolvenzwelle in den Folgejahren bemerkbar machte.
    Damals sind auch viele Jobs verloren gegangen. Aber die Wirtschaft hat sie durch einsetzendes Wachstum aufnehmen können (wir sind mit praktisch Vollbeschäftigung in die CoronaKrise gegangen).

    Einen guten Eindruck bekommt man, wenn man sich die Insolvenzquote der letzten 10 Jahre vor 2020 anschaut
    (Letzte Spalte der Übersicht)
    https://www.destatis.de/DE/Themen/Br...n/lrins01.html
    Da ist echt noch viel Luft bis die Welt untergeht.

    Es wird den Strukturwandel beschleunigen, es wird für viele Menschen hart werden, aber gesamtwirtschaftlich sehe ich tatsächlich nicht so schwarz wie einige hier.

    Zitat Zitat von Klopferline Beitrag anzeigen
    und ich glaube, daß wir das noch nicht mal im Ansatz absehen können.
    Wir leben noch in der Krise, mit vielen Maßnahmen, die die gröbsten Auswirkungen verschleiern.

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