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Thema: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

  1. #181
    Temporär ist offline Poweruser

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Um es mal aus meiner Sicht einzuordnen.
    Den zweiten Weltkrieg würde ich noch nicht bemühen.

    In 2020 hatten wir den gleichen Wirtschaftseinbruch wie 2009 (5% BIP).
    Und die Zeit danach dürfte niemand als allgemeine anhaltende Katastrophenlage im Kopf haben.

    Was in dieser Krise anders ist, es betrifft nur einige spezielle Sektoren der Wirtschaft.
    Und zwar welche, mit denen jeder Bürger gefühlt täglich zu tun hat.
    Dadurch ist es viel näher als damals und man kann es besser nachvollziehen, es bekommt mehr Gesicht- auch weil jeder die Krise persönlich körperlich mitmacht und es nicht nur Meldungen im Handelsblatt sind.
    Weil jeder in die Pizzeria geht, aber wenige Investmentbanker im Freundeskreis haben.

    Es haben aber auch viele Teile der Wirtschaft weiter solide Geschäfte und manche Branchen das Geschäft ihres Lebens (die Lebensmittel Discounter zum Beispiel und die Logistikbranche ) gemacht.

    Damals hat es sich in der Gesamtwirtschaft stärker verteilt, weil der gesamte Wirtschaftssektor betroffen war. Da waren aber auch die Wirtschaftshilfen viel knausriger, was sich in einer großen Insolvenzwelle in den Folgejahren bemerkbar machte.
    Damals sind auch viele Jobs verloren gegangen. Aber die Wirtschaft hat sie durch einsetzendes Wachstum aufnehmen können (wir sind mit praktisch Vollbeschäftigung in die CoronaKrise gegangen).

    Einen guten Eindruck bekommt man, wenn man sich die Insolvenzquote der letzten 10 Jahre vor 2020 anschaut
    (Letzte Spalte der Übersicht)
    https://www.destatis.de/DE/Themen/Br...n/lrins01.html
    Da ist echt noch viel Luft bis die Welt untergeht.

    Es wird den Strukturwandel beschleunigen, es wird für viele Menschen hart werden, aber gesamtwirtschaftlich sehe ich tatsächlich nicht so schwarz wie einige hier.

    Zitat Zitat von Klopferline Beitrag anzeigen
    und ich glaube, daß wir das noch nicht mal im Ansatz absehen können.
    Wir leben noch in der Krise, mit vielen Maßnahmen, die die gröbsten Auswirkungen verschleiern.

  2. #182
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von event_horizon Beitrag anzeigen
    Im Gegenteil, ich würde mir natürlich Leute suchen, die ich mag!
    Dass es eine Zwangsgemeinschaft wäre, sage und meine ich nirgends.

    "Abgeschottet", "Selbstversorger" etc. wäre schon ein Extremfall, und die Notwendigkeit sehr unwahrscheinlich.
    Ich habe aber auch nirgends gesagt, dass das ein unausweichliches Szenario ist - ich habe halt den Gedanken, was ist, wenn wir mit einem Virus dauerhaft leben müssten, ins Extreme weitergesponnen.

    ICH würde mich halt auf Dauer lieber in kleineren Gemeinschaften (Hausgemeinschaft, mit Freunden zusammen wohnen etc.) organisieren als in Dauer-Kontaktbeschränkung alleine oder nur mit meiner Familie zu leben.
    Und wo nimmst du den Wohnraum dafür her? Sorry, das ist mir persönlich zu blauäugig und zu experimentell.
    cosima gefällt dies

  3. #183
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Stadtmusikantin Beitrag anzeigen
    Und welche Chancen hat eine gekündigte Verkäuferin?
    Die hat jetzt endlich die Möglichkeit, mal was anderes zu machen! (War das nicht salvadora, die irgendwann mal meinte, niemand wäre gerne Verkäuferin und man könne sich doch freuen, wenn sich da neue Perspektiven ergeben? Oder täusche ich mich?)

  4. #184
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Stadtmusikantin Beitrag anzeigen
    Und für den erwähnten jungen Mann, der sich exmatrikulieren musste? Das wirkt sich vermutlich auf sein gesamtes Leben aus.
    Klar tut es das. Ich bezog mich in meiner Diskussion mit cosima eher auf ihre Tochter und meine Kinder und darauf, dass die nämlich trotz aller Widrigkeiten und eine komplett beschi**enen Situation tatsächlich langfristig beruflich nicht abgehängt sind.

  5. #185
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von cosima Beitrag anzeigen
    eben
    Meine Tochter hat da durchaus Glück.
    Glück dass ich auch ein deutlich verlängertes Studium stemmen kann
    Glück dass sie jetzt (!) nach Monaten wieder einen Job gefunden hat.
    Viele ihrer Freunde haben das nicht.
    Ja, siehst du. Ihr geht's verhältnismäßig gut. Freu dich doch ein bisschen darüber, statt das Unglück der anderen (das es zweifellos gibt und das für jeden einzelnen bitter ist) dir auch noch aufzubürden. Wichtig ist doch jetzt, dass ihr auf euch schaut und nach vorne blickt. Du kannst die Gesamtsituation ja nicht ändern und es hilft niemandem, wenn du deswegen nicht schlafen kannst.
    salvadora gefällt dies

  6. #186
    Avatar von event_horizon
    event_horizon ist offline Graph v. Ortho undercover

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von maigloeckchen Beitrag anzeigen
    ja, corona ist ne kaffeepause gegen die situation die unsere eltern/großeltern vor 75 jahren zu schultern hatten, nicht nur ein paar konzertveranstalter, kneipenwirte und ladeninhaber pleite, sondern das ganze land platt. und die menschen durch krieg und gewalt und flucht traumatisiert. nicht nur durch ein bißchen ausgangssperre und kontakteinschränkungen.

    du lebst in einem der reichsten länder der welt, in einer sozialen hängematte, lebst trocken, warm und satt, bist kostenlos medizinisch bestens versorgt, unabhängig von deinem sozialen status. du kannst wieder neue betätigungsfelder finden, denn der markt wird da sein. also hör auf zu flennen, denn du bist auch privilegiert.
    Und die Kriegsgeneration hat es ja auch ganz easy weggesteckt. Da gab es keine psychischen/familiären/biografischen/... Langzeitfolgen.

    (Natürlich ist die Gesellschaft insgesamt wieder auf die Beine gekommen, gab es die Wirtschaftswunderjahre etc.
    Aber auf anderen Ebenen sieht es anders aus: Kriegstraumata (haben sich noch über Generationen weitervererbt), zerrissene Familien, Flucht, Enteignung, etcetc.
    Noch immer sind nicht alle Opfer entschädigt.

    Die Gesellschaft als ganzes hast sich erholt; das Leben vi einzelnen ist
    Mit dem Achten- Zwerg (10/2014), Schneeweißchen (06/2017), dem doppelten Lottchen (ET 26.01.2020) und einem * (11/2018)

  7. #187
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Wenn du mal im Zusammenhang lesen würdest, wüsstest du, dass ich das nicht tue.



    Ich bin vor einem Jahr gekündigt worden. Ich war da echt glücklich, freiwillig wäre ich da nicht weg.
    Trotzdem bot die Situation auch Chancen und ich hab die genutzt.

    Vor 10 Jahren musste ich mich beruflich völlig neu orientieren und meinen beruflichen Traum begraben. Auch das hat im Rückblick eine Menge Chancen eröffnet.

    Leben ist immer Veränderung, erzwungene und freiwillige.
    Wer die Chancen von Veränderungen als Geschwafel abtut, der beschränkt sich.
    Von mir aus darf jeder gerne für sich in jeder Veränderung Chancen sehen.

    Für sich.

    Genauso wie jeder für sich sagen darf "Das war jetzt meine letzte Chance".

    Unangenehm wird es nur, wenn jemand für andere feststellt, dass das, was ihnen widerfährt und sie traurig macht, am Boden zerstört etc. , ja sicher eine tolle Chance in sich birgt. Weil eben manchmal das Ende schlicht das Ende ist und keine Chance auf Neubeginn.

  8. #188
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Urgestein

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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Temporär Beitrag anzeigen
    Es wird den Strukturwandel beschleunigen, es wird für viele Menschen hart werden, aber gesamtwirtschaftlich sehe ich tatsächlich nicht so schwarz wie einige hier.
    Gesamtwirtschaftlich sehe ich überhaupt nicht schwarz. Es werden jetzt nur Bereiche kaputtgehen, die für die Wirtschaft selbst keine so große Rolle spielen, für das Wohlbefinden der Menschen aber sehr wohl.
    Sascha, sojus und Makaria. gefällt dies.

  9. #189
    Avatar von Stadtmusikantin
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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Die hat jetzt endlich die Möglichkeit, mal was anderes zu machen! (War das nicht salvadora, die irgendwann mal meinte, niemand wäre gerne Verkäuferin und man könne sich doch freuen, wenn sich da neue Perspektiven ergeben? Oder täusche ich mich?)
    Manches ist so dermaßen abgehoben..

  10. #190
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    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Klar tut es das. Ich bezog mich in meiner Diskussion mit cosima eher auf ihre Tochter und meine Kinder und darauf, dass die nämlich trotz aller Widrigkeiten und eine komplett beschi**enen Situation tatsächlich langfristig beruflich nicht abgehängt sind.
    Das sehe ich genauso. Allerdings halte ich das nicht für die Mehrheit für zutreffend.

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