Seite 26 von 36 ErsteErste ... 162425262728 ... LetzteLetzte
Ergebnis 251 bis 260 von 355
Like Tree414gefällt dies

Thema: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

  1. #251
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Ach so, ich dachte, wir schützen bisher mit den Maßnahmen vor allem die Leute, für die es aufgrund diverser Umstände gefährlich werden könnte, wenn sie erkranken.
    Ich kann dir gerade nicht folgen. Natürlich ist der Sinn der Maßnahmen, die Leute vor dem Virus zu schützen. Und der Sinn der Hilfspakete, die Folgen abzufedern.
    Wer zahlt sie wohl im Endeffekt, die Neuverschuldung, die nötig wurde, um Folgen von Maßnahmen abzufedern, die man bewußt gesetzt hat? Der Staat ist ja kein ominöser Dritter, der sich stark verschuldet, um den anderen (den Bürgern) was Gutes zu tun.
    Wir alle zahlen das, natürlich. Die wirtschaftlich Starken zahlen überproportional. Zu Recht.

  2. #252
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Legende

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Wie funktioniert das denn bei euch? Ich meine, wenn ich jetzt arbeitslos werde (also hierzulande) und mit meinem Arbeitslosengeld (eventuell aufgestockt auf Mindestsicherung oder halt höher als diese) meine Miete nicht zahlen kann, dann habe ich einen Mietrückstand. Ich kenne Genossenschaften, wo ein Monat Rückstand reicht für die gerichtliche Kündigung - und wenn ich den Rückstand nicht samt Kosten, die zusätzlich entstehen, begleichen kann, dann bin ich da ziemlich schnell draußen (notfalls mit Gerichtsvollzieher). Die Vorstellung ist durchaus erschreckend (vor allem für Leute mit Kindern, denn in den Obdachlosenheimen gibt es nur wenige Plätze, wo man mit Kindern wohnen kann, und wenn man kein Obdach für die Kinder findet, dann sind sie halt ein Fall fürs Jugendamt ).

    Wohlgemerkt: Ich wohne so, dass ich die Miete mit der Mindestsicherung bezahlen kann, und alles andere auch - mir bleibt da sogar noch ein bißchen was für Lebensmittel. Aber ich wohne halt echt günstig - und auf die Schnelle dann eine günstige Wohnung zu finden, ist auch nicht unbedingt eine leichte Übung.

    Zahlt bei euch das Amt (welches auch immer) die Miete, egal in welcher Höhe, einfach mal für x Monate weiter?
    Nicht einfach mal. Aber zu Corona-Zeiten schon.
    Wobei die vermutlich auch irgendwelche Grenzen haben. Aber deutlich höhere als normalerweise.

  3. #253
    Avatar von DasUpfel
    DasUpfel ist offline Indoor-Germanin

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Wie funktioniert das denn bei euch? Ich meine, wenn ich jetzt arbeitslos werde (also hierzulande) und mit meinem Arbeitslosengeld (eventuell aufgestockt auf Mindestsicherung oder halt höher als diese) meine Miete nicht zahlen kann, dann habe ich einen Mietrückstand. Ich kenne Genossenschaften, wo ein Monat Rückstand reicht für die gerichtliche Kündigung - und wenn ich den Rückstand nicht samt Kosten, die zusätzlich entstehen, begleichen kann, dann bin ich da ziemlich schnell draußen (notfalls mit Gerichtsvollzieher). Die Vorstellung ist durchaus erschreckend (vor allem für Leute mit Kindern, denn in den Obdachlosenheimen gibt es nur wenige Plätze, wo man mit Kindern wohnen kann, und wenn man kein Obdach für die Kinder findet, dann sind sie halt ein Fall fürs Jugendamt ).

    Wohlgemerkt: Ich wohne so, dass ich die Miete mit der Mindestsicherung bezahlen kann, und alles andere auch - mir bleibt da sogar noch ein bißchen was für Lebensmittel. Aber ich wohne halt echt günstig - und auf die Schnelle dann eine günstige Wohnung zu finden, ist auch nicht unbedingt eine leichte Übung.

    Zahlt bei euch das Amt (welches auch immer) die Miete, egal in welcher Höhe, einfach mal für x Monate weiter?
    Erst mal kriegst du hierzulande für 12 Monate ALG 1, das liegt bei 60 oder 67 % deines Nettoeinkommens, je nachdem ob du Kinder hast oder nicht. Wenn du dir damit die Miete nicht mehr leisten kannst, hast du eh schon ein Problem.
    NACH den 12 Monaten kriegst du ALG2, was wohl mit eurer Grundsicherung vergleichbar wäre. Da zahlt das Amt normalerweise nur einen bestimmten Satz für die Wohnung, abhängig von der Personenzahl und der ortsüblichen Miete. Wenn du eine 'zu große' Wohnung hast, hast du normalerweise 6 Monate Zeit, dir eine angemessene Wohnung (was das Amt halt für angemessen erachtet) zu suchen.
    Aktuell ist die Sache mit dem Satz ausgesetzt, soweit ich weiß. Das Amt zahlt dir dann die tatsächliche Miete. Aber irgendwann wird wieder geprüft, und dann musst du evtl. doch umziehen. Sofern Corona bis dahin nicht vorbei ist und du wieder einen neuen Job hast.

  4. #254
    Avatar von Sockendings
    Sockendings ist offline Legende

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von DasUpfel Beitrag anzeigen
    Nein, die Aussicht ist, dass man nach Corona wieder einen Job bekommen kann und deshalb gar nicht aus der Wohnung muss. Und nicht mitten in einer Pandemie eine neue Bleibe suchen muss.
    Wunschdenken oder ?

    Du glaubst nicht wirklich das das so lange gut geht bei Leuten die eh schon rumkrepeln weil sie zu 2 wenn sie arbeiten die hohen Mieten kaum stemmen können und mit 60 % mal eben so richtig am Arsch sind.
    Und das die mal eben ganz "einfach" Zuschüsse kriegen bis es Stemmbar ist glaube ich auch nicht.
    Stadtmusikantin gefällt dies

  5. #255
    rastamamma ist gerade online Urgestein

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Ich kann dir gerade nicht folgen. Natürlich ist der Sinn der Maßnahmen, die Leute vor dem Virus zu schützen. Und der Sinn der Hilfspakete, die Folgen abzufedern.
    Und der Gesamtwirtschaft wäre es egal, wenn wir die Leute nicht schützen. Ich meine, wenn wir mit der Gesamtwirtschaft argumentieren und es daher nicht zur Debatte steht, wie es dem einzelnen damit geht.

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    I
    Wir alle zahlen das, natürlich. Die wirtschaftlich Starken zahlen überproportional. Zu Recht.
    Dann sollten wir mal überlegen, ob Dankbarkeit angebracht ist, wenn wir für das, was uns der Staat aufs Auge drückt, dann die Folgen tragen und den Kredit abbezahlen dürfen. Oder ob es vielleicht auch anderes gegangen wäre. So aus gesamtwirtschaftlicher Sicht.

  6. #256
    Avatar von sojus
    sojus ist gerade online Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von Temporär Beitrag anzeigen
    Da muss man jetzt aber auch mal ein wenig ehrlich sein:
    das ist die Aufgabe der zukünftigen Bundesregierung.
    Und die wird im Herbst gewählt und da hat jeder Bürger selbst in der Hand für das Programm zu stimmen, was ihm am meisten zusagt.

    Zusagen darüber jetzt aus der bequemen Regierungsbank heraus wäre reines Wahlkampfgetöse und wäre auch ungerecht gegenüber der Opposition, die diese mediale Bühne nicht haben.
    Es wird schon genug in die Mikrofone gequakt.
    Was langfristige Programme angeht, stimmt das natürlich.

    Bildungsunterstützung, Gesundheitsprävention oder auch eine verbesserte psychiatrische Versorgung (dazu hatten wir hier mal eine Diskussion u.a. mit Schiri und Hundnas, die den heftigen Mangel an Therapeuten und stationären Plätzen beklagt haben) braucht man aber nicht erst 2022 nach der Wahl, sondern sofort nach Ende des Lockdowns oder sogar noch währenddessen.

    Deswegen müssen jetzt Konzepte entwickelt werden oder noch besser: Es sollte schon welche geben.

    Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass es jetzt ein großes Sonderprogramm geben könnte, in dessen Rahmen Lehramtsstudierende freiwillig gegen Aufwandsentschädigung virtuelle und kostenlose Nachhilfe für Kinder geben, die von ihren Lehrern dafür ausgewählt worden sind - so, wie Medizinstudierende in den Gesundheitsämtern und Kliniken aushelfen. Das Ganze müsste zentral organisiert und nicht dem Zufall und engagierten Lehrern und Dozenten überlassen bleiben.

    Dass so etwas möglich ist, zeigt ja das Beispiel aus der Medizin. Aber ich habe den Eindruck, jenseits der medizinischen Aspekte wird in der Politik gar nicht groß über pragmatische Lösungen nachgedacht.

  7. #257
    Avatar von Sockendings
    Sockendings ist offline Legende

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von DasUpfel Beitrag anzeigen
    Erst mal kriegst du hierzulande für 12 Monate ALG 1, das liegt bei 60 oder 67 % deines Nettoeinkommens, je nachdem ob du Kinder hast oder nicht. Wenn du dir damit die Miete nicht mehr leisten kannst, hast du eh schon ein Problem.
    .
    JA! Und das haben die meisten hier wo ich wohne tatsächlich schon.
    Sie können sich wenn sie arbeiten die Miete leisten und dazu wahrlich keine großen Sprünge mehr.
    Strom und GEZ und Busfahrkarte und dann hört es auf.
    Und die krepeln eh nur so rum. Vom Gehalt. Wie soll das mit 60 oder 65 % noch gehen ?
    Stadtmusikantin gefällt dies

  8. #258
    rastamamma ist gerade online Urgestein

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von DasUpfel Beitrag anzeigen
    Erst mal kriegst du hierzulande für 12 Monate ALG 1, das liegt bei 60 oder 67 % deines Nettoeinkommens, je nachdem ob du Kinder hast oder nicht. Wenn du dir damit die Miete nicht mehr leisten kannst, hast du eh schon ein Problem.
    NACH den 12 Monaten kriegst du ALG2, was wohl mit eurer Grundsicherung vergleichbar wäre. Da zahlt das Amt normalerweise nur einen bestimmten Satz für die Wohnung, abhängig von der Personenzahl und der ortsüblichen Miete. Wenn du eine 'zu große' Wohnung hast, hast du normalerweise 6 Monate Zeit, dir eine angemessene Wohnung (was das Amt halt für angemessen erachtet) zu suchen.
    Aktuell ist die Sache mit dem Satz ausgesetzt, soweit ich weiß. Das Amt zahlt dir dann die tatsächliche Miete. Aber irgendwann wird wieder geprüft, und dann musst du evtl. doch umziehen. Sofern Corona bis dahin nicht vorbei ist und du wieder einen neuen Job hast.
    Also hast du eventuell das Problem mit der Miete schon im ersten Monat der Arbeitslosigkeit. Rein faktisch - unabhängig von der Frage, ob es intelligent war, sich eine so teure Wohnung zu nehmen etc.

    Bedarfsorientierte Mindestsicherung ist nur bedingt mit eurem ALG2 vergleichbar, bei uns bekommst du nach dem Arbeitslosengeld ja Notstandshilfe, und in beiden Fällen kannst du zusätzlich BMS bekommen, wenn du unter dem festgelegten Satz liegst (ich glaube, für eine Person sind es in meinem Bundesland jetzt 950 Euro, davon zahlst du dann aber alles, auch deine Miete (Ideen, man könnte das wie in Deutschland regeln, kommen eh immer wieder - da ist dann der, der günstiger wohnt, der Gearxte und der, der die ihm zustehenden Quadratmeter auch knallhart in Anspruch nimmt, ist gut dran - ich fände es unangebracht).

    Bei 950 Euro, einer Miete von 400, zusätzlichen Kosten etc. bist auch schnell fertig mit dem Geld. Aber gut, die Wohnung alleine, die kannst du in den meisten Fällen halten.

  9. #259
    Avatar von sojus
    sojus ist gerade online Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von DasUpfel Beitrag anzeigen
    Ohne dir jetzt zu sehr widersprechen zu wollen: dieses Jahr fehlt aber jedem. Sei es in der Schule, sei es in der Ausbildung, sei es im Studium. Nicht, dass ich dieses 'verlorene' Jahr schön reden will, aber es relativiert sich doch ein wenig.
    Es fehlt halt leider nicht jedem gleich. Meinem K2 fehlt gar nichts, denn es kann den derzeit durchgenommenen Stoff sowieso schon. Manche seiner Klassenkameraden mit schlechteren Startchancen werden dagegen noch weiter zurückfallen.

    Ich mache mir um meine Kinder überhaupt keine Sorgen, was deren Zukunftschancen angeht. Vielleicht werden ihre Chancen aus obigem Grund sogar besser.

    Aber das ist mir kein Trost, im Gegenteil. Ich finde das Problem der durch Corona noch stärker anwachsenden Ungleichheit, das Bildungsforscher derzeit umtreibt, aus eigener Anschauung sehr plausibel.
    salvadora, Effendi und stpaula_75 gefällt dies.

  10. #260
    Avatar von Sockendings
    Sockendings ist offline Legende

    User Info Menu

    Standard Re: "Ein Leben mit Corona" (oder anderen Viren, die vielleicht noch kommen)

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Also hast du eventuell das Problem mit der Miete schon im ersten Monat der Arbeitslosigkeit. Rein faktisch - unabhängig von der Frage, ob es intelligent war, sich eine so teure Wohnung zu nehmen etc.

    .
    Hah.
    Und was ist wenn es keine günstigen Wohnungen gibt ?
    Oder ausschließlich mit Berechtigungsschein ? Den bekommst du nicht wenn du auch nur einen Euro über dem Existenzminimum liegst oder eben nicht Hartz beziehst.

    Oder wenn du einfach nicht im absoluten Ghetto landen willst ohne Berechtigungsschein.
    In machen Ecken kann eine "normale" Person gar nicht leben ohne einzugehen oder eine erneute Chance zu haben.

Seite 26 von 36 ErsteErste ... 162425262728 ... LetzteLetzte