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Thema: Einmischen oder nicht?

  1. #1
    Avatar von Philina2000
    Philina2000 ist offline Gevespert

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    Standard Einmischen oder nicht?

    Ich brauche mal euren weisen Rat.

    Unser Neffe und Patenkind (19) macht gerade ein Praktikum in der Firma meines Mannes und wohnt solange bei uns. Die Eltern hatten uns darum gebeten, nachdem er nach dem Abi letztes Jahr völlig orientierungslos war und seitdem im Wesentlichen nur Playstation gespielt und geschlafen, und - soweit Corona dies zuließ - gefeiert hat.


    Jetzt haben wir uns gedacht: da kommt ein erwachsener junger Mann zu uns und er lebt hier quasi in einer WG mit uns.


    So einfach ist es dann doch nicht, denn eigentlich ist er noch sehr Kind. Null selbständig, was man ihm nicht sagt/woran man ihn nicht erinnert (Haushalt, sonstige Pflichten), macht er auch nicht. Er ist aber lieb und nett, so ist es nicht, ich war nur überrascht bis entsetzt, wie lebensunfähig er ist. Ich hatte das irgendwie von mir anders in Erinnerung in dem Alter, nach dem Abi, aber vielleicht seh ich das jetzt auch verklärt.

    Jetzt befinden wir uns in einem ständigen Zwiespalt - einerseits ist er ja erwachsen, kann tun und lassen, was er will, ich seh mich da auch nicht in der Rolle, ihn noch irgendwie erziehen zu müssen/zu können, allenfalls als Mentor vielleicht, er wirkt ja manchmal schon noch sehr unsicher. Andererseits haben seine Eltern ihn uns ja doch irgendwie "geschickt". Und uns auch neulich bei einem Telefonat gesagt, wie froh und dankbar sie seien, dass wir das für sie tun. Also spüre doch eine gewisse Verantwortung.

    Meine eigenen Kinder sind ja deutlich jünger, 12 Jahre abwärts, ich hab also keine Erfahrung mit postpubertären, volljährigen Kindern und lerne gerade auch noch viel dazu. Einerseits möchte ich ihn wie einen erwachsenen Mitbewohner behandeln, andererseits geht das schlicht nicht, weil er sich überhaupt nicht wie ein Erwachsener benimmt.

    Naja, irgendwie haben wir es hingekriegt, wir haben viel einfach ertragen, in dem Bewusstsein, dass er ja bald schon wieder weg ist, wenn unsere Erträglichkeitsgrenze zu arg überschritten war (Stichwort "Hotel Tante und Onkel"), haben wir halt was gesagt.


    Heute Abend mache ich mir aber nun wirklich Gedanken. Er war bei einem Freund seines Vaters zu Besuch (der auch in unserer Stadt wohnt und gerne Weinflaschen für seine Gäste öffnet). Ich hatte schon gar nicht mehr mit ihm gerechnet (hier ist Ausgangssperre ab 22 Uhr), da wankt er rein, total betrunken. Wir haben uns kurz unterhalten, er wollte mir irgendwas geben, was sein Gastgeber ihm für uns mitgegeben hat, ich hab gemerkt, dass er sehr stark gelallt hat. Er ist mit dem Fahrrad (meines Mannes) gefahren. Er hat dann gemerkt, dass ich das alles nicht so prickelnd finde (Ausgangssperre, besoffen Fahrrad fahren), wollte sich entschuldigen, ich hab dann gesagt, er muss sich bei mir nicht entschuldigen, weil er mir ja nichts getan hat, er soll seinen Rausch ausschlafen, wir reden in Ruhe morgen, wenn er wieder einen klaren Kopf hat.


    Wie ist das, steht mir das zu, ihm da meine Meinung zu sagen? Ich finde es idiotisch, ihm hätte sonstwas passieren können. Außerdem war die Wahrscheinlichkeit, dass er bei einer Ausgangssperre kontrolliert wird, extrem hoch, er ist quer durch die Stadt gefahren, bestimmt 30-40 min ein Weg. Und so besoffen, wie er war, hätte er ne Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr am Hals gehabt. Oder ist das schlicht übergriffig, sich da einzumischen? Schließlich war ich auch mal jung und hab Mist gebaut. Und es ist sein Leben, das er da ggf. zerstört. Er hat ja in erster Linie sich selbst gefährdet. Aber er wirkte auch wieder so hilflos auf mich *seufz*, ich hab direkt wieder Muttergefühle. Bin ich vielleicht sogar verpflichtet, ihn nochmal drauf anzusprechen, allein, weil es ihn belastet, er sich nüchtern nicht mehr trauen würde, und ich bin schließlich die Erwachsene, die Patentante?

    Irgendwie versteh ich auch diesen Freund nicht. Die haben selber Kinder in dem Alter. Ich an seiner Stelle hätte den Buben niemals besoffen nach 22 Uhr losfahren lassen. Ich hätte dem die Couch gerichtet und fertig.

  2. #2
    claud1979 ist offline Legende

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    Standard Re: Einmischen oder nicht?

    Ich glaube wenn du bleibst wie du bist ist es am besten. Du wirkst sehr gut.
    sachensucher gefällt dies

  3. #3
    Avatar von -AppErol-
    -AppErol- ist offline love & peace

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    Standard Re: Einmischen oder nicht?

    Du weißt ja nicht, was er dem Freund gesagt hat, von wegen Fahrrad geliehen, braucht der andere wieder...
    Ich denke meine Meinung zu alkoholisiert im Straßenverkehr würde ich schon mal kundtun. Man gefährdet dadurch eben nicht nur sich. Die Folgen wird er wohl schon kennen. Die würde ich ihm nicht mehr runter beten.
    rastamamma, Sepia und Sommerschnee gefällt dies.



    We can choose to see the best in one another.
    Barack Obama, 11/9/16
    Wenn ihr Großhirn mit der Amygdala eines Pubertisten diskutiert, kann das nur schief gehen!
    aus einem Vortrag der hiesigen Erziehungsberatung 11/13/19

  4. #4
    Avatar von Sommerschnee
    Sommerschnee ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Einmischen oder nicht?

    Ich war selbst genug oft als “Auswärtstante“ für alle Nichten/Neffen/Patenkindern in deiner Situation, die allesamt mehrwöchige Praktikas oder Ferienjobs neben dem Studium in der Firma meines Mannes gemacht haben.

    Was die Haushaltsmithilfe anbelangt reicht es, ganz klar zu sagen, ob er/sie heute so nett wären und die Küche sauber machen würden. Soweit denken sie in diesem Alter einfach nicht und da war/bin ich auch nicht pikiert darüber, solange klare Anweisungen helfen. Das ist besser als innerlich zu grollen und es läuft dann ja auch.

    Bei dem “netten“ Abend würde ich ganz authentisch am nächsten Tag darüber lachen, fragen wie es ihm geht und ihm Magnesium anbieten. Ich verstehe junge Menschen in dieser coronasituation und hätte es damals vermutlich genauso gemacht. Sagen würde ich allerdings nur, dass es nicht ungefährlich gewesen war, in diesem Zustand - und nach der Ausgangssperre - Fahrrad zu fahren.

    Damit wäre es für mich erledigt. Den Gastgeber des jungen Erwachsenen verstehe ich zwar auch nicht, aber ich wüsste ja auch nicht, ob eine Übernachtung dem Patenkind angeboten wurde und er es mit der Begründung, dass er keinen Krach mit seinen “Aufsichtspersonen“ wegen Fernbleiben, abgelehnt hat.

    Ätsch!

  5. #5
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Einmischen oder nicht?

    Ich könnte wirklich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, wieviel meine großen Jungs in einer anderen Familie unaufgefordert im Haushalt mitgeholfen hätten. Mein Mittlerer zumindest war zu der Zeit ziemlich verpeilt, der hätte schon auch eine Aufforderung benötigt, vermute ich mal.
    Ob ihm die Gastfamilie da was zu sagt, wäre mir jetzt egal, ich persönlich täte es nicht, sondern würde halt weiter drum bitten, wenn ich Hilfe möchte.
    Höchstens sowas grundlegendes wie "Kannst du bitte morgens bei dir lüften, wenn du aufgestanden bist?", aber auch das würde ich öfter hinterfragen "Hast du schon...?"
    Dass 19-jährige dagegen mal besoffen nachhause kommen, finde ich einigermaßen normal. (Bei mir zumindest kam das vor, bei meinen Kindern auch.)
    Und wenn man nach der "Sperrstunde" auffällt, ist das halt persönliches Pech .
    Da würde ich gar nix zu sagen (außer: "Na, wieder fit?")

    Zitat Zitat von Philina2000 Beitrag anzeigen
    Ich brauche mal euren weisen Rat.

    Unser Neffe und Patenkind (19) macht gerade ein Praktikum in der Firma meines Mannes und wohnt solange bei uns. Die Eltern hatten uns darum gebeten, nachdem er nach dem Abi letztes Jahr völlig orientierungslos war und seitdem im Wesentlichen nur Playstation gespielt und geschlafen, und - soweit Corona dies zuließ - gefeiert hat.


    Jetzt haben wir uns gedacht: da kommt ein erwachsener junger Mann zu uns und er lebt hier quasi in einer WG mit uns.


    So einfach ist es dann doch nicht, denn eigentlich ist er noch sehr Kind. Null selbständig, was man ihm nicht sagt/woran man ihn nicht erinnert (Haushalt, sonstige Pflichten), macht er auch nicht. Er ist aber lieb und nett, so ist es nicht, ich war nur überrascht bis entsetzt, wie lebensunfähig er ist. Ich hatte das irgendwie von mir anders in Erinnerung in dem Alter, nach dem Abi, aber vielleicht seh ich das jetzt auch verklärt.

    Jetzt befinden wir uns in einem ständigen Zwiespalt - einerseits ist er ja erwachsen, kann tun und lassen, was er will, ich seh mich da auch nicht in der Rolle, ihn noch irgendwie erziehen zu müssen/zu können, allenfalls als Mentor vielleicht, er wirkt ja manchmal schon noch sehr unsicher. Andererseits haben seine Eltern ihn uns ja doch irgendwie "geschickt". Und uns auch neulich bei einem Telefonat gesagt, wie froh und dankbar sie seien, dass wir das für sie tun. Also spüre doch eine gewisse Verantwortung.

    Meine eigenen Kinder sind ja deutlich jünger, 12 Jahre abwärts, ich hab also keine Erfahrung mit postpubertären, volljährigen Kindern und lerne gerade auch noch viel dazu. Einerseits möchte ich ihn wie einen erwachsenen Mitbewohner behandeln, andererseits geht das schlicht nicht, weil er sich überhaupt nicht wie ein Erwachsener benimmt.

    Naja, irgendwie haben wir es hingekriegt, wir haben viel einfach ertragen, in dem Bewusstsein, dass er ja bald schon wieder weg ist, wenn unsere Erträglichkeitsgrenze zu arg überschritten war (Stichwort "Hotel Tante und Onkel"), haben wir halt was gesagt.


    Heute Abend mache ich mir aber nun wirklich Gedanken. Er war bei einem Freund seines Vaters zu Besuch (der auch in unserer Stadt wohnt und gerne Weinflaschen für seine Gäste öffnet). Ich hatte schon gar nicht mehr mit ihm gerechnet (hier ist Ausgangssperre ab 22 Uhr), da wankt er rein, total betrunken. Wir haben uns kurz unterhalten, er wollte mir irgendwas geben, was sein Gastgeber ihm für uns mitgegeben hat, ich hab gemerkt, dass er sehr stark gelallt hat. Er ist mit dem Fahrrad (meines Mannes) gefahren. Er hat dann gemerkt, dass ich das alles nicht so prickelnd finde (Ausgangssperre, besoffen Fahrrad fahren), wollte sich entschuldigen, ich hab dann gesagt, er muss sich bei mir nicht entschuldigen, weil er mir ja nichts getan hat, er soll seinen Rausch ausschlafen, wir reden in Ruhe morgen, wenn er wieder einen klaren Kopf hat.


    Wie ist das, steht mir das zu, ihm da meine Meinung zu sagen? Ich finde es idiotisch, ihm hätte sonstwas passieren können. Außerdem war die Wahrscheinlichkeit, dass er bei einer Ausgangssperre kontrolliert wird, extrem hoch, er ist quer durch die Stadt gefahren, bestimmt 30-40 min ein Weg. Und so besoffen, wie er war, hätte er ne Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr am Hals gehabt. Oder ist das schlicht übergriffig, sich da einzumischen? Schließlich war ich auch mal jung und hab Mist gebaut. Und es ist sein Leben, das er da ggf. zerstört. Er hat ja in erster Linie sich selbst gefährdet. Aber er wirkte auch wieder so hilflos auf mich *seufz*, ich hab direkt wieder Muttergefühle. Bin ich vielleicht sogar verpflichtet, ihn nochmal drauf anzusprechen, allein, weil es ihn belastet, er sich nüchtern nicht mehr trauen würde, und ich bin schließlich die Erwachsene, die Patentante?

    Irgendwie versteh ich auch diesen Freund nicht. Die haben selber Kinder in dem Alter. Ich an seiner Stelle hätte den Buben niemals besoffen nach 22 Uhr losfahren lassen. Ich hätte dem die Couch gerichtet und fertig.
    Liebe Grüße

    Sofie

  6. #6
    JimmyGold. 1 ist offline Wirtende

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    Standard Re: Einmischen oder nicht?

    Die "Trunkenheitsfahrt" würde ich abhaken. Die ist vorbei, gut ausgegangen und wäre sein persönliches Problem gewesen.

    Was Dir sonst so unter den Nägeln brennt, kann ich nicht rauslesen. Wenn der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist und schon fast vorbei, würde ich wohl alle Hühneraugen zudrücken und auf das baldige Ende hoffen.
    Erziehen musst und wirst Du ihn eh nicht mehr.
    Wenn er Euch aber zusätzliche Arbeit verursacht (keine Ahnung, vielleicht das Bad überfluten, alles stehen-und liegenlassen), würde ich das ansprechen. Die Defizite in der Erziehung durch seine Eltern wollte ich nicht ausbaden wollen, indem ich das Dienstmädchen spiele.
    Dummstellen schafft immer noch Freizeit und auch wenn das kein bewusster Plan ist, so würde ich lieber was sagen als den Neffen "abzustempeln".
    nykaenen88 gefällt dies
    Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.
    (Kurt Tucholsky)

  7. #7
    Sina75 ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Einmischen oder nicht?

    Mein Patenkind erziehe ich mit, da muss es durch.

    Und Erziehung heißt in vorliegenden Fall das ich mit ihm reden würde. Nicht schimpfen oder so, das bringt eh nix.
    Jaerte, Cafetante, Makaria. und 1 anderen gefällt dies.
    Den nächsten Lockdown mach ich nicht mehr mit. Da bleib ich lieber daheim!

  8. #8
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: Einmischen oder nicht?

    Zitat Zitat von Philina2000 Beitrag anzeigen
    Ich brauche mal euren weisen Rat.

    Unser Neffe und Patenkind (19) macht gerade ein Praktikum in der Firma meines Mannes und wohnt solange bei uns. Die Eltern hatten uns darum gebeten, nachdem er nach dem Abi letztes Jahr völlig orientierungslos war und seitdem im Wesentlichen nur Playstation gespielt und geschlafen, und - soweit Corona dies zuließ - gefeiert hat.


    Jetzt haben wir uns gedacht: da kommt ein erwachsener junger Mann zu uns und er lebt hier quasi in einer WG mit uns.


    So einfach ist es dann doch nicht, denn eigentlich ist er noch sehr Kind. Null selbständig, was man ihm nicht sagt/woran man ihn nicht erinnert (Haushalt, sonstige Pflichten), macht er auch nicht. Er ist aber lieb und nett, so ist es nicht, ich war nur überrascht bis entsetzt, wie lebensunfähig er ist. Ich hatte das irgendwie von mir anders in Erinnerung in dem Alter, nach dem Abi, aber vielleicht seh ich das jetzt auch verklärt.

    Jetzt befinden wir uns in einem ständigen Zwiespalt - einerseits ist er ja erwachsen, kann tun und lassen, was er will, ich seh mich da auch nicht in der Rolle, ihn noch irgendwie erziehen zu müssen/zu können, allenfalls als Mentor vielleicht, er wirkt ja manchmal schon noch sehr unsicher. Andererseits haben seine Eltern ihn uns ja doch irgendwie "geschickt". Und uns auch neulich bei einem Telefonat gesagt, wie froh und dankbar sie seien, dass wir das für sie tun. Also spüre doch eine gewisse Verantwortung.

    Meine eigenen Kinder sind ja deutlich jünger, 12 Jahre abwärts, ich hab also keine Erfahrung mit postpubertären, volljährigen Kindern und lerne gerade auch noch viel dazu. Einerseits möchte ich ihn wie einen erwachsenen Mitbewohner behandeln, andererseits geht das schlicht nicht, weil er sich überhaupt nicht wie ein Erwachsener benimmt.
    Was genau hattest du denn erwartet? Kanntest du den Neffen (coronabedingt?) so wenig?
    Weiß er, was ihr von ihm erwartet? Habt ihr von Anfang an die WG-Regeln klar und deutlich formuliert? Das hat ja nichts mir Erziehen zu tun, sondern vielmehr damit, miteinander einen erwachsenen Umgang zu finden. Schließlich kommt der Junge aus einer Familie in eine andere Familie (Onkel und Tante) und nicht in eine Studenten-WG.

    Naja, irgendwie haben wir es hingekriegt, wir haben viel einfach ertragen, in dem Bewusstsein, dass er ja bald schon wieder weg ist, wenn unsere Erträglichkeitsgrenze zu arg überschritten war (Stichwort "Hotel Tante und Onkel"), haben wir halt was gesagt.
    Wenn ihr nichts sagt, kann sich auch nichts ändern.


    Heute Abend mache ich mir aber nun wirklich Gedanken. Er war bei einem Freund seines Vaters zu Besuch (der auch in unserer Stadt wohnt und gerne Weinflaschen für seine Gäste öffnet). Ich hatte schon gar nicht mehr mit ihm gerechnet (hier ist Ausgangssperre ab 22 Uhr), da wankt er rein, total betrunken. Wir haben uns kurz unterhalten, er wollte mir irgendwas geben, was sein Gastgeber ihm für uns mitgegeben hat, ich hab gemerkt, dass er sehr stark gelallt hat. Er ist mit dem Fahrrad (meines Mannes) gefahren. Er hat dann gemerkt, dass ich das alles nicht so prickelnd finde (Ausgangssperre, besoffen Fahrrad fahren), wollte sich entschuldigen, ich hab dann gesagt, er muss sich bei mir nicht entschuldigen, weil er mir ja nichts getan hat, er soll seinen Rausch ausschlafen, wir reden in Ruhe morgen, wenn er wieder einen klaren Kopf hat.


    Wie ist das, steht mir das zu, ihm da meine Meinung zu sagen? Ich finde es idiotisch, ihm hätte sonstwas passieren können. Außerdem war die Wahrscheinlichkeit, dass er bei einer Ausgangssperre kontrolliert wird, extrem hoch, er ist quer durch die Stadt gefahren, bestimmt 30-40 min ein Weg. Und so besoffen, wie er war, hätte er ne Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr am Hals gehabt. Oder ist das schlicht übergriffig, sich da einzumischen? Schließlich war ich auch mal jung und hab Mist gebaut. Und es ist sein Leben, das er da ggf. zerstört. Er hat ja in erster Linie sich selbst gefährdet. Aber er wirkte auch wieder so hilflos auf mich *seufz*, ich hab direkt wieder Muttergefühle. Bin ich vielleicht sogar verpflichtet, ihn nochmal drauf anzusprechen, allein, weil es ihn belastet, er sich nüchtern nicht mehr trauen würde, und ich bin schließlich die Erwachsene, die Patentante?

    Irgendwie versteh ich auch diesen Freund nicht. Die haben selber Kinder in dem Alter. Ich an seiner Stelle hätte den Buben niemals besoffen nach 22 Uhr losfahren lassen. Ich hätte dem die Couch gerichtet und fertig.
    Hak's ab. Das liegt nun wahrlich nicht in deiner Verantwortung. Das würde ich hinterher auch nicht weiter thematisieren. Hätte/Habe ich auch bei meinem eigenen Kindern nicht.

  9. #9
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: Einmischen oder nicht?

    Zitat Zitat von Sina75 Beitrag anzeigen
    Mein Patenkind erziehe ich mit, da muss es durch.

    Und Erziehung heißt in vorliegenden Fall das ich mit ihm reden würde. Nicht schimpfen oder so, das bringt eh nix.
    Wenn man eh engen Kontakt hat, schon.

  10. #10
    Avatar von katha333
    katha333 ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Einmischen oder nicht?

    Ok. Ich sehe schon, ich bin streng. Ich würde mit ihm reden. Ich würde ihm sagen, was ich von Trunkenheit am Fahrrad halte und zwar nicht, weil ich finde man muss immer alle Regeln einhalten. Grad als junger Erwachsener darf man die Regeln an der ein oder anderen Stelle mal umgehen. Aber das war schlicht gefährlich. Das einzig gute ist, dass wegen der Ausgangssperre drausen wenig los gewesen sein dürfte. Aber er hat sich und andere gefährdet. Er hat die Ausgangssperre nicht eingehalten, d.h. er hätte sich der Polizei auch ncoh schön am Silbertablett präsentiert und die hätte ihn dann zu mir gebracht. Ich hätte weder Lust auf die Polizei zu Hause, noch hätte ich Lust das meiner Schwester/Bruder erklären zu dürfen. Mein neffe ist 19 und sorry ich weiß, 19 ist volljährig...aber naja in der Realität ist da einfach noch viel Teenager übrig und "du bis volljährig du darfst jetzt ..." ist nicht so meins. Zumindest nicht, wenn der junge Mann bei mir wohnt. Also verbieten tu ich nix, aber meine Meinung sage ich schon (nicht böse, aber als Rückmeldung und ggf. stelle ich Anforderungen an gemeinsames Zusammenleben). Wäre es ein "entfernterer Jugendlicher" wäre es wohl anders. Aber bei meinem Patenkind, zu dem ich ein enges Verhältnis habe...da würde ich mich schon in er Verantwortung sehen. (Und je nachdem wie ich zu dem der den Alkhol gegeben hat stehe, würde ich bei dem anmerken, dass ich es verantwortungslos finde, den 19-jährigen stockbesoffen mit dem Rad in die Nacht zu schicken).

    Zum Haushalt: Ich würde ihn da auffordern wos mir wichtig wäre dass er was tut. Wenns michnerven würde, dass ich etwas immer wieder sagen muss, würde ich es halt als "kannst du bitte jedes Mal nach dem Essen deinen TEller....". Da würde ich aber schmalspur fahren. Er ist 19 Jahre lang erzogen worden...und jetzt ist er wie er ist.

    Ich meine aber rauszuhören, dass du dir aus anderen Gründen Sorgen machst? Irgendwie klingt es so, als hättest du Angst es geht ihm psychisch nicht gut? Und dass er deswegen motivationslos ist und sich betrinkt? Oder lese ich da zu viel rein? Hätte ich das Gefühl es geht ihm psychisch nicht gut, würde ich im haushalt noch mehr Schmalspur fahren, also nur anmerken was michwirklich ankäst und über den Abend würde ich mit ihm reden, aber vorsichtig, eben bewusst nicht vorwurfsvoll und ich würde meine Sorge benennen, dass sich irgendwie das Gefühl habe ihm geht es nciht gut.
    Wer morgens zerknittert aufwacht, hat tagsüber die besten Entfaltungsmöglichkeiten!

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