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Thema: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

  1. #71
    Avatar von Falconheart
    Falconheart ist offline Legende

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Zitat Zitat von Sina75 Beitrag anzeigen
    Ich bleib beim Karl Valentin. Jedes Ding hat 3 Seiten. Eine positive, eine negative und ein komische.


    Mein Humor hilft mir. Meine Zuversicht, das am Ende doch wieder alles gut wird, wenn ich versuche, gut zu sein.
    Humor ist eine großartige Sache, und kann einem durch eine Menge helfen (du erinnerst mich grad an meinen Vater, der Karl Valentin wäre auch sein Ansatz).
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    Wissen ist Nacht!

    Grundsatz der Eydeetischen Philophysik von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller

  2. #72
    Avatar von Sylta
    Sylta ist offline sturmerprobt

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Zitat Zitat von event_horizon Beitrag anzeigen
    Ja, vielleicht missverstehen wir uns.

    Ich meine nicht, dass man die traumatische Situation an sich schön finden soll.
    Aber mir tut es gut, mir zu erlauben, die Situation anzunehmen und das, was sie ins Wanken bringt, auf kleinste positive Aspekte hin abzuklopfen.
    Wenn ich das nicht tue, ändert es ja auch nichts.
    Wenn ich nicht kleine positive Dinge suche, versinke ich im Deprisumpf
    Ich kenne diese dunklen Spiralen aus meinem (näheren) Umfeld
    Ich will da nicht hinein geraten

    Eine schöne Situation am Tag ändert nicht die Pandemie, und erhellt doch für kurze Zeit mein Leben
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    Wind in den Haaren, Sonne im Blick. Ein echtes Inselmädchen!




  3. #73
    MostlyHarmless ist offline Irdisch

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Zitat Zitat von event_horizon Beitrag anzeigen
    In vorherigen Threads zu diesem Thema haben ja viele geschrieben, dass sie nichts Positives sehen können und auch nicht wollen, und dass das, was vielleicht positiv sein könnte, völlig abfällt gegen das Negative.

    Ich argumentiere mal aus einer anderen Richtung dagegen bzw. möchte denen, die sich nicht erlauben, etwas Positives zu sehen, einen Gedankenanstoß geben:

    Viele Menschen erleben in ihrem Leben traumatische, existenzielle Bedrohungen und Krisen. Krieg, Missbrauch, Naturkatastrophen, Gewalt, Krankheit etc.

    Einige zerbrechen daran.
    Andere schaffen es, trotz der furchtbaren Ereignisse, sich zu berappeln.
    Einer der wichtigsten Faktoren, die die einen von den anderen unterscheidet, ist Resilienz, also quasi die Fähigkeit, sich von schwierigen und schwersten Beeinträchtigungen nicht nachhaltig kaputtmachen zu lassen, sondern an den Umständen zu wachsen.

    Die Fähigkeit, aus dem, was ist, das beste zu machen, die Umwälzungen für sich zu nutzen, von alten Prioritäten und Zielen Abschied zu nehmen und sich an das zunächst wenige Positive zu halten, machen Resilienz unter anderem aus.

    Insofern ist dies ein Plädoyer dafür, sich zu erlauben, sich in der Pandemie-Situation auch an (wenn auch geringfügigem) Positivem hochzuziehen und die Änderungen für sich zu nutzen statt alles pauschal traumatisch und schlimm zu finden.

    Das macht man nicht für andere, sondern nur für sich selbst!
    Es interessiert keinen anderen, ob man durch die Pandemie untergeht oder nicht - letztlich macht es nur für einen selbst und sein eigenes, einmaliges, nicht zu wiederholendes Leben einen Unterschied, ob man sich entscheidet, die nicht zu ändernde Situation anzunehmen oder nicht.
    Danke für deine wirklich erkennbar gute Absicht. Aber ich kann es schlicht nicht mehr hören.

    Ich hab es satt, mir an dieser Kacke irgendetwas schönreden zu sollen.

    Es reicht. Auf allen Ebenen.

    Ich schaffe es gerade noch, jeden Tag aufzustehen und irgendwie durchzuhalten.

    Das ist alles, was ich an Resilienz noch aufbringe.

  4. #74
    Avatar von Sylta
    Sylta ist offline sturmerprobt

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Zitat Zitat von MostlyHarmless Beitrag anzeigen
    Danke für deine wirklich erkennbar gute Absicht. Aber ich kann es schlicht nicht mehr hören.

    Ich hab es satt, mir an dieser Kacke irgendetwas schönreden zu sollen.

    Es reicht. Auf allen Ebenen.

    Ich schaffe es gerade noch, jeden Tag aufzustehen und irgendwie durchzuhalten.

    Das ist alles, was ich an Resilienz noch aufbringe.
    Du sollst dir nicht die Pandemie schönreden, das verlangt niemand

    Du kannst Dinge suchen, die dein Leben trotzdem für kurze Momente schön machen
    Stadtmusikantin und event_horizon gefällt dies.
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  5. #75
    Avatar von katha333
    katha333 ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Zitat Zitat von event_horizon Beitrag anzeigen
    Insofern ist dies ein Plädoyer dafür, sich zu erlauben, sich in der Pandemie-Situation auch an (wenn auch geringfügigem) Positivem hochzuziehen und die Änderungen für sich zu nutzen statt alles pauschal traumatisch und schlimm zu finden.
    .
    Ich verstehe was du meinst und sehe es auch so.
    Ich denke es gibt einfach unterschiedliche Wege und Blickrichtungen und unterschiedliche Menschen. Jeder ist anders betroffen, jeder reagiert in dieser einmaligen Situation individuell und jeder reagiert insgesamt auf Krisen individuell.

    Ich persönlich reagiere ja total allergisch, wenn es mir scheiße geht und mein Gegenüber, bei welchem ich trost finden will, der Situation irgendwas Positives abgewinnen will. Klar besser fühlen würde ich mich, wenn das möglich wäre so zu denken. Ich kann und will es aber an manchen Punkten nicht.

    Ich denke es ist wichtig zunächst mal das Leid zu sehen und anzuerkennen. Diese Pandemie ist scheiße und für viele noch viel scheißiger als ich mir überhaupt vorstellen kann. Wenn es diesen Leuten nicht gelingt überhaupt noch an irgendwas anderes, gar Positives, zu denken, ist das verständlich. Vielleicht ist das leiden und äußern der Wut (oder andere Gefühle die die Person halt hat) die beste Strategie die der Mensch hat um entlastung zu finden. Dann sollten sie das tun. Leid zu theamtisieren, zu äußern, Wut rauszulassen oder so ist ja eine mögliche Strategie. Und ich denke das zu tun ist immer der erste schritt.

    Manchen hilft es dann die positiven Dinge zu sehen, die es gibt weil die Pandemie da ist (z.B. endlich Abstand, endlich keine Elternabende mehr oder so). Manchen hilft es sogar Negatives in Positives umzudeuten. Das ist deren Strategie, die genauso passend ist.

    Und manchen hilft es den Blick auf das Positive zu legen, das es zum Glück, trotz all der scheiße noch gibt. Also nichts Positives, das es wegen der Situation gibt, sondern Positves, das es trotz der Situation gibt. Klar gäbe es das auch ohne die Pandemie, aber dass die da ist ist jetzt nicht zu ändern. Das ist ja auch in Therapien oft das Ziel. Leid wahrzunehmen, auszuleben, anzuerkennen. Wenn es unveränderlich ist, versuchen es zu akzeptieren und das drum rum so schön wie möglich zu gestalten und versuchen zumindest phasenweise, stundenweise den Blick gezielt auf etwas andres zu richten, um den Mist für einen Moment aus dem Hirn zu haben und bestenfalls Positives zu erleben.

    Verschiedenste Wege damit umzugehen. Jeder Mensch braucht etwas anderes, jeder Mensch tut etwas anderes, jeder Mensch erlebt etwas anderes usw.
    Kein Weg ist grundsätzlich besser oder schlechter, er ist nur für die eine Person passender und ungeeigneter, machbarer oder unmöglicher.
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    Wer morgens zerknittert aufwacht, hat tagsüber die besten Entfaltungsmöglichkeiten!

  6. #76
    Avatar von babou
    babou ist offline Legende

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Ich habe like gedrückt.
    Nicht wegen der Überbelastung bei der Arbeit und den Albträumen sondern wegen der Freude, die dir der Sonnenuntergang beschert hat. Es ist schön, dass du das sehen und annehmen konntest.
    Zitat Zitat von Falconheart Beitrag anzeigen
    Man darf die "Berge" nicht vergleichen, das ist das Problem. Ich geb dir ein Beispiel von mir: dank der Pandemie sehe ich auf Arbeit seit einem Jahr kein Land, Überlastung, Stress und kein Ende in Sicht. Ich hab teilweise Alpträume über die Arbeit. Wenn ich mir deswegen aber den schönen, windigen Sonnenuntergang gestern mies rede, dann verliere ich auch noch das was mir Kraft gibt, ohne dass mir das weiterhilft. Nein, der Spaziergang hinter dem Bahndamm, bei tief stehender Sonne, wird meine Arbeitssituation nicht ändern, aber er hat mir Freude gemacht, ich bin guter Laune ins Bett. Diese kleinen Dinge beheben nicht die großen Probleme, aber sie können verdammt viel Kraft geben, damit man den Berg der großen Dinge bewältigen kann.
    babou

  7. #77
    JimmyGold. 1 ist offline Wirtende

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Zitat Zitat von Falconheart Beitrag anzeigen
    Nein, aber dir erlauben an den Dingen die gut sind, oder den Moment die trotz Pandemie schön sind, Kraft zu schöpfen, damit DU nicht untergehst. Wenn man sich diese Momente auch noch schlecht redet, nur weil grad die Welt bescheiden ist, dann macht man sich nur selber kaputt. Du könntest es eine Achtsamkeitsübung in Richtung Resilienz nennen.
    Ich habe hier, auch in anderen Fäden, niemanden gelesen, der sagt, dass er den, was weiß ich, tollen Sonnenuntergang wegen der Pandemie plötzlich ätzend findet.
    Allerdings weiß ich nicht so genau, welche "besondere" Kraft man daraus schöpfen soll, wenn man zum Beispiel sehr darunter leidet, seine Freunde und Angehörigen nicht so unbeschwert sehen zu können. Oder wenn man seit Monaten seinen Beruf nicht ausüben kann. Oder wenn dringend notwendige Behandlungen wegen Corona unerreichbar sind.

    Ich bin mir wirklich sicher, dass event es gut gemeint hat. Aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht und die, die hier ein bisschen die Hosen runtergelassen und von ihrem Kummer geschrieben haben, ob es um sie selbst oder nahe Angehörige geht, könnten (!) sich ein bisschen vorgeführt vorkommen. Weil der Sonnenuntergang nicht reicht, um die Kraft zu schöpfen, dass der dunkle Rest etwas besser wird.
    Maxie Musterfrau und Wisconian gefällt dies.
    Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.
    (Kurt Tucholsky)

  8. #78
    Avatar von DasUpfel
    DasUpfel ist offline Indoor-Germanin

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Zitat Zitat von Fiammetta Beitrag anzeigen
    Toll.
    Seufz.
    Heul.
    Ich bin nicht gut.
    Es war ein Fehler herzukommen.
    Du bist krank, oder?

    Ganz anderer Schnack.
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  9. #79
    Avatar von DasUpfel
    DasUpfel ist offline Indoor-Germanin

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Zitat Zitat von claud1979 Beitrag anzeigen
    Für ins als Familie sehe ich sehr viele positive Aspekte.
    Sie überwiegen aber nicht.
    Nicht individuell und nicht gesamtgesellschaftlich.
    An Selbtswirksamkeit und somit Resilienz zu glauben bedeutet auch anzuprangern was man nicht gut findet in dem Glauben etwas ändern zu können.
    Nicht zu klagen heißt nicht immer eine stärkere Persönlichkeit zu haben. Es kann auch bedeuten aufgegeben zu haben. Oder eh nie an sich geglaubt zu haben.
    Resilienz ist doch nicht gleich Selbstwirksamkeit, oder hab ich dich falsch verstanden?
    Resilienz bedeutet doch im weitesten Sinne, aus schlimmen Situationen ohne große Schäden hervorzugehen.
    JimmyGold. 1 gefällt dies

  10. #80
    Avatar von Mt.Cook
    Mt.Cook ist offline Aoraki reloaded 3.0

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    Standard Re: Auch mal "positive Seiten an der Pandemie-Situation"

    Das ist gut „möglich“. Resilienz hat mit Vertrauen in sich und die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten zu tun. Wenn man sich immer wieder macht- und hilflos erlebt, kann die Resilienz auch abnehmen.

    Zitat Zitat von SofieAmundsen Beitrag anzeigen
    Ich fand mich früher resilienter. In den letzten Jahren gabs einige Klopse, an denen ich noch nage. Früher waren die Klopse teils dicker und ich bilde mir ein, die gut weggesteckt zu haben.
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