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Thema: Berlin

  1. #151
    Avatar von stpaula_75
    stpaula_75 ist offline Legende

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    Standard Re: Berlin

    Also ist die Lösung, mit der Familie an die polnische Grenze zu ziehen, und in Berlin zu arbeiten?

    Mit dem Auto in zwei Stunden von Hoppegarten bis Spandau halte ich für wenig realistisch, sobald auch nur ein bißchen Berufsverkehr dazukommt.

    Zitat Zitat von elina2 Beitrag anzeigen
    Dazu müsste man erstmal Innenstadtnah definieren. Wie weit weg ist das? Wenn ich hier einmal von Starand zu Stadtrand durch Berlin fahre sind das etwa 1,5-2 Stunden mit den Öffentlichen. Mit dem Auto fast genauso...vom Berufsverkehr sprechen wir besser nicht. Klar muss man sich keinen Job am Anderen Ende von Berlin suchen.
    Die Uhbahn braucht vom Stadtrand bis Potsdamer Platz etwa 46Minuten, die S-Bahn etwa 57Minuten. Plus Fussweg, das gilt hier als abolut zumutbar für den Arbeitsweg.
    Bis nach Polen fahre ich übrigens auch nur 1 Stunde.

  2. #152
    Soraya78 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Berlin

    Zitat Zitat von stpaula_75 Beitrag anzeigen
    Und da gehört dringend ein. Riegel davor.

    .....

    Ist eine Stadt ein Spekulationsobjekt für Investoren, oder sollen da Menschen wohnen?
    Ich bin ganz bei Dir.
    Ich finde die Entwicklungen erschreckend. Freunde mit 1-2 Kindern finden seit Jahren keine 3 oder 4 Zimmer Wohnung und leben beengt in 2-Zimmern.
    Grade in Corona und lockdown-Zeiten eine Katastrophe.

    Ich hätte auch gerne was gekauft, aber ich gebe sicher keine 600T€ für eine Eigentumswohnung aus.

    Wenn ich diese persönliche Ebene aber rauslasse, dann stelle ich zum einen fest, dass diese Situation in jeder Metropole dieser Welt bereits Standard ist und zum anderen, dass die Versäumnisse der Politik nicht durch Enteignugen wieder behoben werden dürfen.

    Ich wünsche mir wie jeder andere bezahlbaren Wohnraum, ich habe mir nur die Frage erlaubt, wieso man denkt, es gäbe darauf einen Anspruch.

  3. #153
    Temporär ist offline Poweruser

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    Standard Re: Berlin

    Deutschland insgesamt ist billig, und das hat nichts mit Enteignet deutsche Wohnen zu tun, sondern mit der Steuerfreiheit von Immobilien.
    Diese Fonds (wie in dem besetzen Haus) kaufen grunderwerbsteuerfrei, weil die nur Anteile verkaufen.
    Und nach zehn Jahren verkaufen die inklusive ihrem Spekulationsgewinn vollkommen steuerfrei. Und währenddessen können sie noch Verluste abschreiben, wenn sie leerstehen lassen.

    Das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt, aus der ausländischen Sicht sind wir Steueroase.
    Kein Wunder das die Spekulanten Schlange stehen.
    Wird das irgendwo adressiert? Nein.
    Weil da auch viel Geld mit verdient wird, seitdem sich Länder, Städte und Kommunen von der Sozialbindung verabschiedet haben und das Tafelsilber verkaufen können.
    Zitat Zitat von Klopferline Beitrag anzeigen
    Und dennoch sind Sorayas Aussagen die Gründe für die Preissteigerungen. Berlin ist im Vergleich für Investoren, die international denken, immer noch "billig".
    Philina2000 und stpaula_75 gefällt dies.

  4. #154
    Soraya78 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Berlin

    Zitat Zitat von stpaula_75 Beitrag anzeigen
    Ich wohne hier jetzt seit mehr als elf Jahren. Ich glaube nicht, dass sich was ändern wird. Ich habe noch nie eine so wurschtige Regierung erlebt, wie hier. Und ich hab davor auch schon mehr als zehn Jahre in einem Stadtstaat mit Millionenbevölkerung gelebt.
    Berlin ist echt sehr eigen, und das ist meinerseits keine positive Zuschreibung.
    Ich lebe hier mein ganzes Leben, also 43 Jahre.
    Ich kenne noch Westberlin, sozialer Wohnungsbau, geförderte Mieten, usw.
    Es gab in dieser Stadt politisch seit der Wende noch nie was anderes, als totales Chaos und jede Regierung hat es nur noch verschlimmbessert.
    Klopferline, Temporär und .PMS. gefällt dies.

  5. #155
    Avatar von DasUpfel
    DasUpfel ist offline Indoor-Germanin

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    Standard Re: Berlin

    Zitat Zitat von Soraya78 Beitrag anzeigen
    Um meine Meinung geht es hier nicht.
    Ich wohne in Berlin. Natürlich würde ich gerne weniger Miete zahlen oder chic am Potsdamer Platz wohnen. Aber das ist in keiner Weltstadt so. Das bringt Demokratie und freie Marktwirtschaft so mit sich.

    Wenn die Alternative "Deutsche Wohnen enteignen" ist, dann ist mir tatsächlich lieber, dass in der Metropole nur Reiche leben.
    Nein, das bringt Demokratie nicht mit sich.
    Aber freie Marktwirtschaft.

  6. #156
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist offline Altlast

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    Standard Re: Berlin

    Zitat Zitat von stpaula_75 Beitrag anzeigen
    Und da gehört dringend ein. Riegel davor.
    Es geht hier nicht um chic wohnen am Potsdamer Platz.
    Es geht um ganz normale Einwohner, die auch am äußersten Stadtrand (wir können nach Brandenburg spucken) mit zwei Einkommen bei einer Vollzeit- und einer Dreiviertelstelle im nicht-Niedriglohnsektor einfach nichts bezahlbares mehr finden. Ganz egal, wie sehr wir Abstriche machen würden.

    Ist eine Stadt ein Spekulationsobjekt für Investoren, oder sollen da Menschen wohnen?
    Ich bin da ganz Deiner Meinung. Es gibt Städte, die haben z. B. auch mit Verkaufsverboten an Ausländer reagiert.
    Man kann dem etwas entgegensetzen, dann muss man aber ernsthaft wollen und Maßnahmenpakete schnüren und diese vorantreiben.

    Zum Thema Spekulanten übrigens noch: nahezu alle Lebensversicherer haben Immobilien im Portfolio. Wieviele Deutsche besitzen Lebensversicherungen? Gleiches gilt für Aktiengesellschaften.
    .PMS. und stpaula_75 gefällt dies.

  7. #157
    Fimbrethil ist offline Baumhuhn

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    Standard Re: Berlin

    Und da wäre der Staat in der Pflicht, Grundstücke aufzukaufen, zu erschließen und dort Wohnungsbau für Gering- und Normalverdiener zu betreiben, oder betreiben zu lassen, und zwar mit einer nicht nur kurzfristigen Bindung der Mietpreise an die Einkommensentwicklung.
    Diese Ecken sind dann halt nicht ganz so hip.

    Oder wollen wir Schlafkuben wie in Tokio?
    Oder Familien, wo die Eltern ein "billiges" Zimmer in der Stadt haben mit mehreren anderen, wo sie schlafen, und die Kinder bei den Großeltern auf dem Land oder in der Kleinstadt (in China nicht selten).
    Wollen wir das?
    Wollen wir die Probleme, die sich aus solchen Konstellationen ergeben?
    Zitat Zitat von Soraya78 Beitrag anzeigen
    Ich bin ganz bei Dir.
    Ich finde die Entwicklungen erschreckend. Freunde mit 1-2 Kindern finden seit Jahren keine 3 oder 4 Zimmer Wohnung und leben beengt in 2-Zimmern.
    Grade in Corona und lockdown-Zeiten eine Katastrophe.

    Ich hätte auch gerne was gekauft, aber ich gebe sicher keine 600T€ für eine Eigentumswohnung aus.

    Wenn ich diese persönliche Ebene aber rauslasse, dann stelle ich zum einen fest, dass diese Situation in jeder Metropole dieser Welt bereits Standard ist und zum anderen, dass die Versäumnisse der Politik nicht durch Enteignugen wieder behoben werden dürfen.

    Ich wünsche mir wie jeder andere bezahlbaren Wohnraum, ich habe mir nur die Frage erlaubt, wieso man denkt, es gäbe darauf einen Anspruch.
    Klopferline gefällt dies

  8. #158
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist offline Altlast

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    Standard Re: Berlin

    Zitat Zitat von Temporär Beitrag anzeigen
    Deutschland insgesamt ist billig, und das hat nichts mit Enteignet deutsche Wohnen zu tun, sondern mit der Steuerfreiheit von Immobilien.
    Diese Fonds (wie in dem besetzen Haus) kaufen grunderwerbsteuerfrei, weil die nur Anteile verkaufen.
    Und nach zehn Jahren verkaufen die inklusive ihrem Spekulationsgewinn vollkommen steuerfrei. Und währenddessen können sie noch Verluste abschreiben, wenn sie leerstehen lassen.

    Das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt, aus der ausländischen Sicht sind wir Steueroase.
    Kein Wunder das die Spekulanten Schlange stehen.
    Wird das irgendwo adressiert? Nein.
    Weil da auch viel Geld mit verdient wird, seitdem sich Länder, Städte und Kommunen von der Sozialbindung verabschiedet haben und das Tafelsilber verkaufen können.
    Richtig! Das wird aber kaum thematisiert. Ausserdem ist Deutschland nach wie vor ein Geldwäscheeldorado. Aber das anzugehen ist anstrengender, als zu schimpfen.
    Warum werden private Käufer derart benachteiligt?

  9. #159
    Avatar von stpaula_75
    stpaula_75 ist offline Legende

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    Standard Re: Berlin

    Mein Vater ist 1978 nach Westberlin gezogen, aus der fränkischen Mittelstadt, in der ich aufgewachsen bin. Das Westberlin der 1980er Jahre kenne ich auch ein bißchen, halt als Besuchskind.
    Wir sind Ende 2009 an den nordöstlichsten Stadtrand gezogen, inzwischen ist das Land sogar mein Arbeitgeber, was für ein Treppenwitz.

    Und ich teile deinen Eindruck, es ist ein einziges Gewurschtel. Immer, wenn ich denke, das kann nicht erstgemeint sein, kommt irgendwas, was noch ne Schippe draufpackt.
    Die Stadt, die Verrückte macht.

    Zum wohnen: ich nahm naiverweise an, wohnen zu können sei durchaus ein legitimer Anspruch.
    Zitat Zitat von Soraya78 Beitrag anzeigen
    Ich lebe hier mein ganzes Leben, also 43 Jahre.
    Ich kenne noch Westberlin, sozialer Wohnungsbau, geförderte Mieten, usw.
    Es gab in dieser Stadt politisch seit der Wende noch nie was anderes, als totales Chaos und jede Regierung hat es nur noch verschlimmbessert.

  10. #160
    Avatar von Klopferline
    Klopferline ist offline Altlast

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    Standard Re: Berlin

    Zitat Zitat von Fimbrethil Beitrag anzeigen
    Und da wäre der Staat in der Pflicht, Grundstücke aufzukaufen, zu erschließen und dort Wohnungsbau für Gering- und Normalverdiener zu betreiben, oder betreiben zu lassen, und zwar mit einer nicht nur kurzfristigen Bindung der Mietpreise an die Einkommensentwicklung.
    Diese Ecken sind dann halt nicht ganz so hip.

    Oder wollen wir Schlafkuben wie in Tokio?
    Oder Familien, wo die Eltern ein "billiges" Zimmer in der Stadt haben mit mehreren anderen, wo sie schlafen, und die Kinder bei den Großeltern auf dem Land oder in der Kleinstadt (in China nicht selten).
    Wollen wir das?
    Wollen wir die Probleme, die sich aus solchen Konstellationen ergeben?
    Es wäre auch dringend notwendig, Fehlbelegungen von Sozialwohnungen anzuschauen. Immer nur das Geld zu nehmen und die Fehlbelegungen zu akzeptieren, mindert das Angebot auch. Spricht niemand an, betrifft eventuell bis zu einem Viertel der Sozialwohnungen

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