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  1. #1
    Avatar von LolaMontez
    LolaMontez ist offline tiefbegabte SallyP.
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    Reden Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Einst - vor gefühlten hundert Jahren - absolvierte ich ein sozialwissenschaftliches Studium, im Rahmen dessen es mich in ein Proseminar zum Thema "Geschlechtsspezifische Erziehung in feministischem Kontext" verschlug. Die Professorin dort vertrat auf Grundlage von Theorien Frau Badinters und Frau Beck-Gernsheims die Auffassung, kleine Jungs würden ausschließlich durch Sozialisation und Erziehung zu dem gemacht, was sie hinterher als Männer sind. Demnach ernten wir Mütter, was wir säen und sind selbst schuld, wenn unsere süßen Jungs mit 16 immer noch im Stehen pinkeln und sich intelligenzreduzierte Dummchen zur Freundin suchen. Mit Anfang 20 hing ich an den Lippen dieser Professorin und legte einen feierlichen Eid ab, meine potentiellen Nachkommen völlig geschlechtsneutral zu erziehen, d.h. beiden Geschlechtern also alle möglichen Entwicklungen offen zu lassen.

    Ich hatte mir immer sehr ein Mädchen gewünscht. Oder zwei. Aber mindestens eins. In beiden Schwangerschaften hatte ich schon Namen und beim ersten Mal sogar rosa Kleidchen in Größe 56 weil die Gynäkologin meinem vermessenen Wunsch auch noch Vorschub leistete und den Schniepel beim Ultraschall offenbar mit der Nabelschnur verwechselte. Der Gerechtigkeit halber (jeder bekommt was er verdient und das Leben ist kein Wunschkonzert) aber habe ich - wie jeder weiß - zwei Jungs bekommen. Ich verfüge also inzwischen über insgesamt 12 Jahre Erfahrung in der Aufzucht von XY-Chromosomträgern und kann in der Rückschau auf Teile meines Studiums nur noch bitter lachen.

    Der Ludwig und ich leben ein von Geschlechtsspezifika freies Eheleben und sind unseren Kindern große Vorbilder in Sachen Gleichberechtigung, Partnerschaftlichkeit, gerechte Verteilung von Haushaltsaufgaben, Teilnahme an Elternabenden und Karrierechancen, Beiträgen zum Familieneinkommen, Erwerbsarbeit und Erziehungsaufgaben. Theoretisch zumindest. Praktisch kann ich besser kochen und der Ludwig den schweren Bohrhammer besser halten, was aber nicht heißt, dass wir nicht dennoch ab und an beides täten. Mit wechselndem Erfolg.

    Unsere Jungs jedoch erziehen wir konsequent frei von geschlechtspezifischen Rollenanforderungen. D.h. dass wir zum Geburtstag Werkzeugkästen und Babypuppen schenken und der Ludwig unserem Kleinkind zeigt, wie man Letzteres wickelt. Das heißt weiterhin, dass wir mit unserem Großen lange Gespräche darüber führen, wieso er zu akzeptieren hat, dass in der Fußballmannschaft der Mittagsbetreuung auch Maria mitspielt und dass es nicht uncool ist, im Handarbeitsunterricht ein Murmelsäckchen zu häkeln.

    Der Erfolg ist bisher zweifelhaft, denn die Babypuppe wird vornehmlich als Dummy für inszenierte Spielzeugautocrashs oder als Fallschirmspringer vom Hochbett eingesetzt. Das Murmelsäckchen hat letztendlich meine Mutter gehäkelt und Maria hat nach einigen Wochen die Fußballkarriere aufgegeben und besucht nun - wie die anderen Mädchen - ebenfalls die Kunst-AG.

    Ich sehe mich also dem Schicksal ausgeliefert, zwei XY-Chromosomträger zu den Männern großziehen zu müssen, welche meiner Idealvorstellung von einem "neuen" Mann entsprechen, obwohl ich gegen die genetische Vorbestimmung keine Chance habe. Unterstützt werde ich dabei von Einem, der es gut meint, aber dennoch seinem eigenen übermächtigen Y verfallen ist und deshalb nur bedingt eine Hilfe sein kann.

    Beispielsweise kämpfe ich erfolgreich gegen die Stehpinklerei an. Keiner der hier lebenden männlichen Wesen würde es wagen, sich bei der Verrichtung urinaler Bedürfnisse vor die Toilette zu stellen anstatt sich darauf zu setzen. Dies aber nicht aus Einsicht, sondern vielmehr geschürt durch die Angst vor der hormonell indisponierten Mutter und ihren Zornausbrüchen, was zur Vermutung Anlaß gibt, dass die durchaus positiven Verhaltensweisen nicht nachhaltig sind und mit dem Auszug aus dem elterlichen Nest sofort verschwinden. Außerdem wird die Sitzpinkellösung meines Erachtens völlig überschätzt. Wer mit Sitzpinklern zusammenlebt weiß, dass sich die Problematik der Urinspritzer nur verschiebt, und zwar vom Boden hinter der Toilette auf gelbe Flecken auf dem unteren Rand der Klobrille vorne. Insbesondere Kinder neigen nämlich dazu, nicht nach unten in die Toilette hineinzustrullern, sondern vielmehr nach vorne und im günstigsten Fall die Klobrille unten sowie die Schüssel zu verschmutzen. Bei ausreichend Druck rinnt es sogar vorne die Schüssel entlang nach unten.

    Zumeist stört mich das nicht weiter, denn die Reinigung der Bäder steht in der heimischen Aufgabenverteilung beim Ludwig auf der Liste und außerdem habe ich mir das Gästeklo kürzlich mangels Raumalternativen als "Rückzugszimmer" eingerichtet. Mit rosa Toilettenumpuschelung, Vergrößerungsspiegel zum Zwecke des gezielten Oberlippenbartzupfens, feuchtem Toilettenpapier mit Rosenduft und goldener Klobürste. Das entspannte Verweilen garantiert eine Auslage aktueller Zeitschriften wie Brigitte, Emma, Gala sowie dem SZ-Magazin. Dahingegen liegt im allgemein zugänglichen Bad eher der Sporteil der Tageszeitung und Mickymaushefte. Wäre der Kleine nicht noch Windelträger, fände sich dort sicherlich auch das Buch vom Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gekackt hatte. A propos... das Fäkalthema. Wenn man mit männlichen Wesen zusammenlebt, fällt zuallererst auf, dass der Humor ein anderer ist. Bei uns zu Hause wird vornehmlich über Fäkal- und Genitalwitze gelacht und zwar vorwiegend auf Grundschulniveau. Einer der ersten Dreiwortsätze meines Kleinkindes war "Bruder pups gemacht", gefolgt von schallendem Gelächter und dem Versuch seinerseits, durch intensives Pressen einen eigenen Witz beizutragen. Lernen am Modell nennt man das in der Pädagogik. Was soll man dem als Frau entgegenhalten? Wenn ich zur Verrichtung meiner Flatulenzen in meine rosa Toilette gehe, kriegt das ja keiner mit und kann es dementsprechend auch nicht nachahmen.

    Wenn wir den Großen beim gemeinsamen Abendessen nach seinem Schultag befragen, kommt es nicht allzu selten vor, dass wir in den Genuss von den Witzen des Tages der Klasse 4c kommen, welche meist pointenlos, dafür aber reichhaltig an fäkalem Inhalt sind. Und erstaunlicherweise kann der Vater oftmals herzhaft darüber lachen, während ich die Einzige bin, die - mit leisem Stimmchen untergehend im allgemeinen Gröhlen - auf Benimmregeln beim Essen hinweist. Offenbar triggert das Wort "Pups" bei männlichen Wesen unmittelbar die Humor-Synapsen im Gehirn, während meinesgleichen einfach nur der Appetit vergeht.

    Als ich mich wegen einer Magen-Darm-Grippe vor kurzem ins nächstgelegene (nicht rosa) Klo stürmte, unentschieden, ob ich mich zuerst darauf setzen oder davor knien sollte, stieß ich - weil ich mich Gott sei's gedankt für Letzteres entschied - auf eine kleine Vorrichtung, welche unter der Brille angebracht war. Als ich dieses Ding nach Beendigung des Grundes meines Toilettenbesuchs näher in Augenschein nahm, stelle ich fest, dass es sich um einen sog. "Klospritzer" handelte. Einen Scherzartikel, welcher mittels Saugnapf unter der Brille befestigt wird und Toilettenbesuchern beim Hinsetzen Wasser in den Hintern spritzt. Extrem lustig, insbesondere in Anbetracht meiner aktuellen Verfassung. Ich war nie gefährdeter, meine Anti-Gewalt-Pädagogik über Bord zu werfen, aber mein schwacher Zustand hinderte mich Gott sei Dank daran, ein Fall fürs Jugendamt zu werden.

    Die neueste Lieblingsbeschäftigung meines Kleinen ist das Ausziehen seiner Strumpfhose, Aufreißen des Bodies sowie Entledigung der Windel, um dann 1000 Mal unter lautstarkem Gröhlen und Ziehen am Allerheiligsten von der Sofalehne aufs Sofa zu springen und jeden Sprung mit lautem "Achtung, 1, 2, 4, ich kooooome" anzukündigen. Wer weiß, vielleicht wird daraus die künftige olympische Disziplin des Nacktturmspringens? Unter Berücksichtung der ewig vergessenen 3 könnte es auch Nacktturmspringen für Dyskalkuliker bei den Paralympics werden.

    Nun könnte man meinen, in einer Familie mit 5 X-Chromosomen hätte die Weiblichkeit noch die Oberhand gegenüber der drei Y, aber weit gefehlt. Ypsilone haben Dreifachwirkung, glaube ich, oder sie nehmen einfach keine Rücksicht.

    Demnächst haben wir Alumnitag an der Hochschule. Vielleicht gehe ich hin und frage meine alte Professorin geradeheraus, ob sie weiterhin bei dem Blödsinn bleiben will, den sie uns einst verzapft hat oder ob sie inzwischen Jungs zur Welt gebracht hat.

    Leidgeprüfte Grüße,

    Lola
    Geändert von LolaMontez (11.03.2010 um 16:20 Uhr)

  2. #2
    Hasenmuddi ist offline Frl. Rottenmaier Reloaded
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    Standard Re: Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Zitat Zitat von LolaMontez Beitrag anzeigen
    Insbesondere Kinder neigen nämlich dazu, nicht nach unten in die Toilette hineinzustrullern, sondern vielmehr nach vorne und im günstigsten Fall die Klobrille unten sowie die Schüssel zu verschmutzen. Bei ausreichend Druck rinnt es sogar vorne die Schüssel entlang nach unten.


    wie wahr, wie wahr
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  3. #3
    raeuberbraut ist offline Veteran
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    Standard Re: Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Danke!
    ... und ich muss dir uneingeschränkt recht geben (ich habe zum glück noch Verstärkung durch Tochter bekommen - allerdings haben wir nur eine Toilette...)

  4. #4
    Avatar von euli
    euli ist offline schon immer euli
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    Standard Re: Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Lola, ich danke Dir! Und ich fühle mit Dir, auch meine herbeigesehnten Töchter haben Nabelschnüre, die einfach nicht abgefallen sind, auch hier tobt schon beim Frühstück "Star Wars", der Berufswunsch meines Jüngsten ist Metzger oder Arzt, weil er mal ein echtes Herz sehen will..
    Auch er findet Eier leckerer als Küken und daher Ostern klasse (wobei der Osterhase ja schlauer ist als das Christkind, weil der ja ohne Zettel Geschenke bringt..)

    Hier werden die Schleichpferde besuchender Mädchen per Lego-Truck zum Abdecker gefahren, meine Babypuppe von früher ist immer nackt und hat nur noch einen Arm (der andere ist einem schröcklichen Piratenangriff zum Opfer gefallen)

    Im Großen und ganzen komme ich damit klar, nur die entsetzen Blicke der Mädchenmütter bringen mich manchmal noch aus dem Konzept, wenn die Jungs stolz die LEGO-Technik-Apparatur zum Köpfen der Lego-Männlein vorführen
    LG, Euli

    Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei denen es darum geht, wer den cooleren imaginären Freund hat

  5. #5
    hallmack ist offline Legente
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    Standard Re: Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Du schreibst aber auch sehr schön! Lese ich immer wieder gerne.
    :schleim:
    Bei mir kann man vom Boden essen.
    Da liegt genug rum.

  6. #6
    Avatar von LolaMontez
    LolaMontez ist offline tiefbegabte SallyP.
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    Standard Re: Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Zitat Zitat von euli Beitrag anzeigen
    Lola, ich danke Dir! Und ich fühle mit Dir, auch meine herbeigesehnten Töchter haben Nabelschnüre, die einfach nicht abgefallen sind, auch hier tobt schon beim Frühstück "Star Wars", der Berufswunsch meines Jüngsten ist Metzger oder Arzt, weil er mal ein echtes Herz sehen will..
    Auch er findet Eier leckerer als Küken und daher Ostern klasse (wobei der Osterhase ja schlauer ist als das Christkind, weil der ja ohne Zettel Geschenke bringt..)

    Hier werden die Schleichpferde besuchender Mädchen per Lego-Truck zum Abdecker gefahren, meine Babypuppe von früher ist immer nackt und hat nur noch einen Arm (der andere ist einem schröcklichen Piratenangriff zum Opfer gefallen)

    Im Großen und ganzen komme ich damit klar, nur die entsetzen Blicke der Mädchenmütter bringen mich manchmal noch aus dem Konzept, wenn die Jungs stolz die LEGO-Technik-Apparatur zum Köpfen der Lego-Männlein vorführen
    DANKE dafür. Ich habe sehr gelacht, fühle mich nicht mehr so allein und habe nun Gewissheit, dass es nicht an mir liegt.

    L.

    PS: Paulinääääää, wir haben einen Drilling gefunden!

  7. #7
    Avatar von dachses
    dachses ist offline Legende
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    Standard Re: Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Zitat Zitat von LolaMontez Beitrag anzeigen
    Einst - vor gefühlten hundert Jahren - absolvierte ich ein sozialwissenschaftliches Studium, im Rahmen von welchem es mich in ein Proseminar zum Thema "Geschlechtsspezifische Erziehung in feministischem Kontext" verschlug. Die Professorin dort vertrat auf Grundlage von Theorien Frau Badinters und Frau Beck-Gernsheims die Auffassung, kleine Jungs würden ausschließlich durch Sozialisation und Erziehung zu dem gemacht, was sie hinterher als Männer sind. Demnach ernten wir Mütter, was wir säen und sind selbst schuld, wenn unsere süßen Jungs mit 16 immer noch im Stehen pinkeln und sich intelligenzreduzierte Dummchen zur Freundin suchen. Mit Anfang 20 hing ich an den Lippen dieser Professorin und legte einen feierlichen Eid ab, meine potentiellen Nachkommen völlig geschlechtsneutral zu erziehen, d.h. beiden Geschlechtern also alle möglichen Entwicklungen offen zu lassen.

    Ich hatte mir immer sehr ein Mädchen gewünscht. Oder zwei. Aber mindestens eins. In beiden Schwangerschaften hatte ich schon Namen und beim ersten Mal sogar rosa Kleidchen in Größe 56 weil die Gynäkologin meinem vermessenen Wunsch auch noch Vorschub leistete und den Schniepel beim Ultraschall offenbar mit der Nabelschnur verwechselte. Der Gerechtigkeit halber (jeder bekommt was er verdient und das Leben ist kein Wunschkonzert) aber habe ich - wie jeder weiß - zwei Jungs bekommen. Ich verfüge also inzwischen über insgesamt 12 Jahre Erfahrung in der Aufzucht von XY-Chromosomträgern und kann in der Rückschau auf Teile meines Studiums nur noch bitter lachen.

    Der Ludwig und ich leben ein von Geschlechtsspezifika freies Eheleben und sind unseren Kindern große Vorbilder in Sachen Gleichberechtigung, Partnerschaftlichkeit, gerechte Verteilung von Haushaltsaufgaben, Teilnahme an Elternabenden und Karrierechancen, Beiträgen zum Familieneinkommen, Erwerbsarbeit und Erziehungsaufgaben. Theoretisch zumindest. Praktisch kann ich besser kochen und der Ludwig den schweren Bohrhammer besser halten, was aber nicht heißt, dass wir nicht dennoch ab und an beides täten. Mit wechselndem Erfolg.

    Unsere Jungs jedoch erziehen wir konsequent frei von geschlechtspezifischen Rollenanforderungen. D.h. dass wir zum Geburtstag Werkzeugkästen und Babypuppen schenken und der Ludwig unserem Kleinkind zeigt, wie man Letzteres wickelt. Das heißt weiterhin, dass wir mit unserem Großen lange Gespräche darüber führen, wieso er zu akzeptieren hat, dass in der Fußballmannschaft der Mittagsbetreuung auch Maria mitspielt und dass es nicht uncool ist, im Handarbeitsunterricht ein Murmelsäckchen zu häkeln.

    Der Erfolg ist bisher zweifelhaft, denn die Babypuppe wird vornehmlich als Dummy für inszenierte Spielzeugautocrashs oder als Fallschirmspringer vom Hochbett eingesetzt. Das Murmelsäckchen hat letztendlich meine Mutter gehäkelt und Maria hat nach einigen Wochen die Fußballkarriere aufgegeben und besucht nun - wie die anderen Mädchen - ebenfalls die Kunst-AG.

    Ich sehe mich also dem Schicksal ausgeliefert, zwei XY-Chromosomträger zu den Männern großziehen zu müssen, welche meiner Idealvorstellung von einem "neuen" Mann entsprechen, obwohl ich gegen die genetische Vorbestimmung keine Chance habe. Unterstützt werde ich dabei von Einem, der es gut meint, aber dennoch seinem eigenen übermächtigen Y verfallen ist und deshalb nur bedingt eine Hilfe sein kann.

    Beispielsweise kämpfe ich erfolgreich gegen die Stehpinklerei an. Keiner der hier lebenden männlichen Wesen würde es wagen, sich bei der Verrichtung urinaler Bedürfnisse vor die Toilette zu stellen anstatt sich darauf zu setzen. Dies aber nicht aus Einsicht, sondern vielmehr geschürt durch die Angst vor der hormonell indisponierten Mutter und ihren Zornausbrüchen, was zur Vermutung Anlaß gibt, dass die durchaus positiven Verhaltensweisen nicht nachhaltig sind und mit dem Auszug aus dem elterlichen Nest sofort verschwinden. Außerdem wird die Sitzpinkellösung meines Erachtens völlig überschätzt. Wer mit Sitzpinklern zusammenlebt weiß, dass sich die Problematik der Urinspritzer nur verschiebt, und zwar vom Boden hinter der Toilette auf gelbe Flecken auf dem unteren Rand der Klobrille vorne. Insbesondere Kinder neigen nämlich dazu, nicht nach unten in die Toilette hineinzustrullern, sondern vielmehr nach vorne und im günstigsten Fall die Klobrille unten sowie die Schüssel zu verschmutzen. Bei ausreichend Druck rinnt es sogar vorne die Schüssel entlang nach unten.

    Zumeist stört mich das nicht weiter, denn die Reinigung der Bäder steht in der heimischen Aufgabenverteilung beim Ludwig auf der Liste und außerdem habe ich mir das Gästeklo kürzlich mangels Raumalternativen als "Rückzugszimmer" eingerichtet. Mit rosa Toilettenumpuschelung, Vergrößerungsspiegel zum Zwecke des gezielten Oberlippenbartzupfens, feuchtem Toilettenpapier mit Rosenduft und goldener Klobürste. Das entspannte Verweilen garantiert eine Auslage aktueller Zeitschriften wie Brigitte, Emma, Gala sowie dem SZ-Magazin. Dahingegen liegt im allgemein zugänglichen Bad eher der Sporteil der Tageszeitung und Mickymaushefte. Wäre der Kleine nicht noch Windelträger, fände sich dort sicherlich auch das Buch vom Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gekackt hatte. A propos... das Fäkalthema. Wenn man mit männlichen Wesen zusammenlebt, fällt zuallererst auf, dass der Humor ein anderer ist. Bei uns zu Hause wird vornehmlich über Fäkal- und Genitalwitze gelacht und zwar vorwiegend auf Grundschulniveau. Einer der ersten Dreiwortsätze meines Kleinkindes war "Bruder pups gemacht", gefolgt von schallendem Gelächter und dem Versuch seinerseits, durch intensives Pressen einen eigenen Witz beizutragen. Lernen am Modell nennt man das in der Pädagogik. Was soll man dem als Frau entgegenhalten? Wenn ich zur Verrichtung meiner Flatulenzen in meine rosa Toilette gehe, kriegt das ja keiner mit und kann es dementsprechend auch nicht nachahmen.

    Wenn wir den Großen beim gemeinsamen Abendessen nach seinem Schultag befragen, kommt es nicht allzu selten vor, dass wir in den Genuss von den Witzen des Tages der Klasse 4c kommen, welche meist pointenlos, dafür aber reichhaltig an fäkalem Inhalt sind. Und erstaunlicherweise kann der Vater oftmals herzhaft darüber lachen, während ich die Einzige bin, die - mit leisem Stimmchen untergehend im allgemeinen Gröhlen - auf Benimmregeln beim Essen hinweist. Offenbar triggert das Wort "Pups" bei männlichen Wesen unmittelbar die Humor-Synapsen im Gehirn, während meinesgleichen einfach nur der Appetit vergeht.

    Als ich mich wegen einer Magen-Darm-Grippe vor kurzem ins nächstgelegene (nicht rosa) Klo stürmte, unentschieden, ob ich mich zuerst darauf setzen oder davor knien sollte, stieß ich - weil ich mich Gott sei's gedankt für Letzteres entschied - auf eine kleine Vorrichtung, welche unter der Brille angebracht war. Als ich dieses Ding nach Beendigung des Grundes meines Toilettenbesuchs näher in Augenschein nahm, stelle ich fest, dass es sich um einen sog. "Klospritzer" handelte. Einen Scherzartikel, welcher mittels Saugnapf unter der Brille befestigt wird und Toilettenbesuchern beim Hinsetzen Wasser in den Hintern spritzt. Extrem lustig, insbesondere in Anbetracht meiner aktuellen Verfassung. Ich war nie gefährdeter, meine Anti-Gewalt-Pädagogik über Bord zu werfen, aber mein schwacher Zustand hinderte mich Gott sei Dank daran, ein Fall fürs Jugendamt zu werden.

    Die neueste Lieblingsbeschäftigung meines Kleinen ist das Ausziehen seiner Strumpfhose, Aufreißen des Bodies sowie Entledigung der Windel, um dann 1000 Mal unter lautstarkem Gröhlen und Ziehen am Allerheiligsten von der Sofalehne aufs Sofa zu springen und jeden Sprung mit lautem "Achtung, 1, 2, 4, ich kooooome" anzukündigen. Wer weiß, vielleicht wird daraus die künftige olympische Disziplin des Nacktturmspringens? Unter Berücksichtung der ewig vergessenen 3 könnte es auch Nacktturmspringen für Dyskalkuliker bei den Paralympics werden.

    Nun könnte man meinen, in einer Familie mit 5 X-Chromosomen hätte die Weiblichkeit noch die Oberhand gegenüber der drei Y, aber weit gefehlt. Ypsilone haben Dreifachwirkung, glaube ich, oder sie nehmen einfach keine Rücksicht.

    Demnächst haben wir Alumnitag an der Hochschule. Vielleicht gehe ich hin und frage meine alte Professorin geradeheraus, ob sie weiterhin bei dem Blödsinn bleiben will, den sie uns einst verzapft hat oder ob sie inzwischen Jungs zur Welt gebracht hat.

    Leidgeprüfte Grüße,

    Lola
    welch wahres Wort :-)

    ich habe mich köstlich amüsiert. DANKE.
    --

  8. #8
    Avatar von jingle
    jingle ist offline OREO-Keks-Gegnerin
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    Standard Re: Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Zitat Zitat von LolaMontez Beitrag anzeigen
    Das entspannte Verweilen garantiert eine Auslage aktueller Zeitschriften wie Brigitte, Emma, Gala sowie dem SZ-Magazin. Dahingegen liegt im allgemein zugänglichen Bad eher der Sporteil der Tageszeitung und Mickymaushefte. Wäre der Kleine nicht noch Windelträger, fände sich dort sicherlich auch das Buch vom Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gekackt hatte. A propos... das Fäkalthema. Wenn man mit männlichen Wesen zusammenlebt, fällt zuallererst auf, dass der Humor ein anderer ist. Bei uns zu Hause wird vornehmlich über Fäkal- und Genitalwitze gelacht und zwar vorwiegend auf Grundschulniveau. Einer der ersten Dreiwortsätze meines Kleinkindes war "Bruder pups gemacht", gefolgt von schallendem Gelächter und dem Versuch seinerseits, durch intensives Pressen einen eigenen Witz beizutragen.
    Vielleicht tröstet es Dich (oder bringt Deine neu entwickekte Theorie gleich wieder zum Einstürzen ), dass meine zwei TÖCHTER sich über das Pupsthema auch vor Lachen zerfetzen können Erst gestern im Penny erlebt: Ich packe meinen Einkauf zusammen, das Möppelchen wollte unbedingt auf dem Packtisch (heißt das so? egal) sitzen und das große Töchterlein liest schon in ihrer Teeniezeitschrift. Auf einmal hebt das Möppelchen eine Pobacke an und drückt einen unüberhörbaren Furz (nein es war kein kleiner Pups mehr :rotwerd: ) ab
    Und wer brach in schallendes Gelächter aus? Beide MÄDCHEN!!!! Die haben sich nicht mehr eingekriegt und ich habe peinlich berührt die Flucht angetreten, denn man kennt sich ja hier uffm Dorf..und es standen auch genügend Zuhörer in Hörweite....nunja....

  9. #9
    Mumpitz ist offline Legende
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    Standard Re: Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Zitat Zitat von LolaMontez Beitrag anzeigen
    Einst - vor gefühlten hundert Jahren - absolvierte ich ein sozialwissenschaftliches Studium, im Rahmen von welchem es mich in ein Proseminar zum Thema "Geschlechtsspezifische Erziehung in feministischem Kontext" verschlug. Die Professorin dort vertrat auf Grundlage von Theorien Frau Badinters und Frau Beck-Gernsheims die Auffassung, kleine Jungs würden ausschließlich durch Sozialisation und Erziehung zu dem gemacht, was sie hinterher als Männer sind. Demnach ernten wir Mütter, was wir säen und sind selbst schuld, wenn unsere süßen Jungs mit 16 immer noch im Stehen pinkeln und sich intelligenzreduzierte Dummchen zur Freundin suchen. Mit Anfang 20 hing ich an den Lippen dieser Professorin und legte einen feierlichen Eid ab, meine potentiellen Nachkommen völlig geschlechtsneutral zu erziehen, d.h. beiden Geschlechtern also alle möglichen Entwicklungen offen zu lassen.

    Ich hatte mir immer sehr ein Mädchen gewünscht. Oder zwei. Aber mindestens eins. In beiden Schwangerschaften hatte ich schon Namen und beim ersten Mal sogar rosa Kleidchen in Größe 56 weil die Gynäkologin meinem vermessenen Wunsch auch noch Vorschub leistete und den Schniepel beim Ultraschall offenbar mit der Nabelschnur verwechselte. Der Gerechtigkeit halber (jeder bekommt was er verdient und das Leben ist kein Wunschkonzert) aber habe ich - wie jeder weiß - zwei Jungs bekommen. Ich verfüge also inzwischen über insgesamt 12 Jahre Erfahrung in der Aufzucht von XY-Chromosomträgern und kann in der Rückschau auf Teile meines Studiums nur noch bitter lachen.

    Der Ludwig und ich leben ein von Geschlechtsspezifika freies Eheleben und sind unseren Kindern große Vorbilder in Sachen Gleichberechtigung, Partnerschaftlichkeit, gerechte Verteilung von Haushaltsaufgaben, Teilnahme an Elternabenden und Karrierechancen, Beiträgen zum Familieneinkommen, Erwerbsarbeit und Erziehungsaufgaben. Theoretisch zumindest. Praktisch kann ich besser kochen und der Ludwig den schweren Bohrhammer besser halten, was aber nicht heißt, dass wir nicht dennoch ab und an beides täten. Mit wechselndem Erfolg.

    Unsere Jungs jedoch erziehen wir konsequent frei von geschlechtspezifischen Rollenanforderungen. D.h. dass wir zum Geburtstag Werkzeugkästen und Babypuppen schenken und der Ludwig unserem Kleinkind zeigt, wie man Letzteres wickelt. Das heißt weiterhin, dass wir mit unserem Großen lange Gespräche darüber führen, wieso er zu akzeptieren hat, dass in der Fußballmannschaft der Mittagsbetreuung auch Maria mitspielt und dass es nicht uncool ist, im Handarbeitsunterricht ein Murmelsäckchen zu häkeln.

    Der Erfolg ist bisher zweifelhaft, denn die Babypuppe wird vornehmlich als Dummy für inszenierte Spielzeugautocrashs oder als Fallschirmspringer vom Hochbett eingesetzt. Das Murmelsäckchen hat letztendlich meine Mutter gehäkelt und Maria hat nach einigen Wochen die Fußballkarriere aufgegeben und besucht nun - wie die anderen Mädchen - ebenfalls die Kunst-AG.

    Ich sehe mich also dem Schicksal ausgeliefert, zwei XY-Chromosomträger zu den Männern großziehen zu müssen, welche meiner Idealvorstellung von einem "neuen" Mann entsprechen, obwohl ich gegen die genetische Vorbestimmung keine Chance habe. Unterstützt werde ich dabei von Einem, der es gut meint, aber dennoch seinem eigenen übermächtigen Y verfallen ist und deshalb nur bedingt eine Hilfe sein kann.

    Beispielsweise kämpfe ich erfolgreich gegen die Stehpinklerei an. Keiner der hier lebenden männlichen Wesen würde es wagen, sich bei der Verrichtung urinaler Bedürfnisse vor die Toilette zu stellen anstatt sich darauf zu setzen. Dies aber nicht aus Einsicht, sondern vielmehr geschürt durch die Angst vor der hormonell indisponierten Mutter und ihren Zornausbrüchen, was zur Vermutung Anlaß gibt, dass die durchaus positiven Verhaltensweisen nicht nachhaltig sind und mit dem Auszug aus dem elterlichen Nest sofort verschwinden. Außerdem wird die Sitzpinkellösung meines Erachtens völlig überschätzt. Wer mit Sitzpinklern zusammenlebt weiß, dass sich die Problematik der Urinspritzer nur verschiebt, und zwar vom Boden hinter der Toilette auf gelbe Flecken auf dem unteren Rand der Klobrille vorne. Insbesondere Kinder neigen nämlich dazu, nicht nach unten in die Toilette hineinzustrullern, sondern vielmehr nach vorne und im günstigsten Fall die Klobrille unten sowie die Schüssel zu verschmutzen. Bei ausreichend Druck rinnt es sogar vorne die Schüssel entlang nach unten.

    Zumeist stört mich das nicht weiter, denn die Reinigung der Bäder steht in der heimischen Aufgabenverteilung beim Ludwig auf der Liste und außerdem habe ich mir das Gästeklo kürzlich mangels Raumalternativen als "Rückzugszimmer" eingerichtet. Mit rosa Toilettenumpuschelung, Vergrößerungsspiegel zum Zwecke des gezielten Oberlippenbartzupfens, feuchtem Toilettenpapier mit Rosenduft und goldener Klobürste. Das entspannte Verweilen garantiert eine Auslage aktueller Zeitschriften wie Brigitte, Emma, Gala sowie dem SZ-Magazin. Dahingegen liegt im allgemein zugänglichen Bad eher der Sporteil der Tageszeitung und Mickymaushefte. Wäre der Kleine nicht noch Windelträger, fände sich dort sicherlich auch das Buch vom Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gekackt hatte. A propos... das Fäkalthema. Wenn man mit männlichen Wesen zusammenlebt, fällt zuallererst auf, dass der Humor ein anderer ist. Bei uns zu Hause wird vornehmlich über Fäkal- und Genitalwitze gelacht und zwar vorwiegend auf Grundschulniveau. Einer der ersten Dreiwortsätze meines Kleinkindes war "Bruder pups gemacht", gefolgt von schallendem Gelächter und dem Versuch seinerseits, durch intensives Pressen einen eigenen Witz beizutragen. Lernen am Modell nennt man das in der Pädagogik. Was soll man dem als Frau entgegenhalten? Wenn ich zur Verrichtung meiner Flatulenzen in meine rosa Toilette gehe, kriegt das ja keiner mit und kann es dementsprechend auch nicht nachahmen.

    Wenn wir den Großen beim gemeinsamen Abendessen nach seinem Schultag befragen, kommt es nicht allzu selten vor, dass wir in den Genuss von den Witzen des Tages der Klasse 4c kommen, welche meist pointenlos, dafür aber reichhaltig an fäkalem Inhalt sind. Und erstaunlicherweise kann der Vater oftmals herzhaft darüber lachen, während ich die Einzige bin, die - mit leisem Stimmchen untergehend im allgemeinen Gröhlen - auf Benimmregeln beim Essen hinweist. Offenbar triggert das Wort "Pups" bei männlichen Wesen unmittelbar die Humor-Synapsen im Gehirn, während meinesgleichen einfach nur der Appetit vergeht.

    Als ich mich wegen einer Magen-Darm-Grippe vor kurzem ins nächstgelegene (nicht rosa) Klo stürmte, unentschieden, ob ich mich zuerst darauf setzen oder davor knien sollte, stieß ich - weil ich mich Gott sei's gedankt für Letzteres entschied - auf eine kleine Vorrichtung, welche unter der Brille angebracht war. Als ich dieses Ding nach Beendigung des Grundes meines Toilettenbesuchs näher in Augenschein nahm, stelle ich fest, dass es sich um einen sog. "Klospritzer" handelte. Einen Scherzartikel, welcher mittels Saugnapf unter der Brille befestigt wird und Toilettenbesuchern beim Hinsetzen Wasser in den Hintern spritzt. Extrem lustig, insbesondere in Anbetracht meiner aktuellen Verfassung. Ich war nie gefährdeter, meine Anti-Gewalt-Pädagogik über Bord zu werfen, aber mein schwacher Zustand hinderte mich Gott sei Dank daran, ein Fall fürs Jugendamt zu werden.

    Die neueste Lieblingsbeschäftigung meines Kleinen ist das Ausziehen seiner Strumpfhose, Aufreißen des Bodies sowie Entledigung der Windel, um dann 1000 Mal unter lautstarkem Gröhlen und Ziehen am Allerheiligsten von der Sofalehne aufs Sofa zu springen und jeden Sprung mit lautem "Achtung, 1, 2, 4, ich kooooome" anzukündigen. Wer weiß, vielleicht wird daraus die künftige olympische Disziplin des Nacktturmspringens? Unter Berücksichtung der ewig vergessenen 3 könnte es auch Nacktturmspringen für Dyskalkuliker bei den Paralympics werden.

    Nun könnte man meinen, in einer Familie mit 5 X-Chromosomen hätte die Weiblichkeit noch die Oberhand gegenüber der drei Y, aber weit gefehlt. Ypsilone haben Dreifachwirkung, glaube ich, oder sie nehmen einfach keine Rücksicht.

    Demnächst haben wir Alumnitag an der Hochschule. Vielleicht gehe ich hin und frage meine alte Professorin geradeheraus, ob sie weiterhin bei dem Blödsinn bleiben will, den sie uns einst verzapft hat oder ob sie inzwischen Jungs zur Welt gebracht hat.

    Leidgeprüfte Grüße,

    Lola
    Keine Panik- deine Söhne sind ja noch nicht groß, da kannst du bestimmt doch noch viel erreichen. Oder mach es wie ich: Um der Übermacht der Y-Chromosomen von 2 Jungs + Ehemann entgegenzutreten, habe ich jetzt ein Mädchen nachgeschoben. Mein 13-jähriger reitet jetzt täglich auf dem Stoffpferd seiner kleinen Schwester (Tragkraft 100 kg....) und der 10-jährige muss unbedingt auf dem pinkfarbigen Bobbycar fahren.
    Schimpfworte werden deutlich vorsichtiger benutzt, seit das dritte Wort der kleinen Schwester "ßeiße" war und Kleidchen sind plötzlich süß und nicht mehr total affig.
    Andererseits kann ich vermelden, dass auch Mädchen "pupsa" total witzig finden und durch einen Tritt an die richtige Stelle auch ein liebliches 2-jähriges Mädchen seinem Bruder Respekt beibringen kann.

  10. #10
    Avatar von becci_bln
    becci_bln ist offline Legende
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    Standard Re: Von der Aufzucht männlicher Wesen (nur für Jungsmütter)

    Herrlich! Bin ich froh eine Tochter zu haben (obwohl sie Pupse und Co. ebenfalls - noch? - extrem amüsant findet.

    Ich wollt gerade vorschlagen, dass du einen Blog schreiben solltest - sowas darf man dem Rest von Deutschland auf keinen Fall vorenthalten und siehe da - du hast ja schon einen! Darf ich den auf FB verlinken?

    Zitat Zitat von LolaMontez Beitrag anzeigen
    Demnächst haben wir Alumnitag an der Hochschule. Vielleicht gehe ich hin und frage meine alte Professorin geradeheraus, ob sie weiterhin bei dem Blödsinn bleiben will, den sie uns einst verzapft hat oder ob sie inzwischen Jungs zur Welt gebracht hat.

    Leidgeprüfte Grüße,

    Lola

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