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Thema: Das eigene Kind "fallen" lassen

  1. #101
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Urgestein

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    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von JoGa Beitrag anzeigen
    Oder weil sie nicht (annähernd) bekam, was sie sich gewünscht hat?

    Ab einem gewissen Alter sehe ich auch die Jugendlichen in einer gewissen Bringschuld.
    Das fängt schon früh an und steigert sich eben altersgemäß. Und dieses egoistische: Kind darf alles und Eltern müssen es mittragen - bis ins letzte (bis zur Selbstaufgabe?) - nein das unterstütze ich nicht.

    Ich glaube nicht dass Elternliebe ein Selbstläufer ist, sondern es muss ein gegenseitiges geben und nehmen sein.
    Das sehe ich auch so. Manche Kinder saugen einen aus wie man selbst nicht mehr kann. Ein wenig einfach zu sagen, Eltern müssen alles mittragen und aushalten. Irgendwo ist auch mal Schluss.

  2. #102
    JoGa Gast

    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von _Rosenrot Beitrag anzeigen
    ich habe ganz ganz früh gemerkt, dass mit diesem Kind irgendetwas anders läuft.
    Und ich habe sehr früh versucht, von irgendwo Hilfe zu bekommen (JA, Kinderärzte, Psychologen usw.) - egal, was an Hilfen versucht wurde, nichts hat etwas gebracht.
    Wir haben inzwischen viele auch sehr engagierte Fachleute kennen gelernt - Erfolg gleich null :(

    Nach außen hin sind wir eine mega spießige Familie - wenn dieses eine Kind nicht wäre
    Manchmal ist auch einfach das Hirn falsch verdrahtet, passt die Emotionsverarbeitung nicht.
    Ich kenne auch eine Familie - 4 Kinder 3 ganz normale Kinder, die mittlerweile schon lange erwachsen sind, ein Junge war von Anfang an auffällig: gewalttätig, aggressiv -fing bereits im Kindergarten an. Flog wegen Gewalt von der Schule, Heimaufenthalt, Jugendstrafanstalt, kein Schulabschluss - Vergewaltigung, schwerer Raub, letztlich Mord, sitzt im Gefängnis und hat auch eine Sicherungsverwahrung seit der letzten Verurteilung.

    An diese Familie denke ich die ganze Zeit, während ich hier mitschreibe. Diese Eltern trifft keine Schuld. Es hört sich doof an, aber "das Böse", das steckte von Anfang an in diesem Kind drin. Ich habe es ja mitbekommen, wie sehr sie sich um den Jungen bemühten, auch im Gefängnis, stets besuchten. - er wurde nicht fallen gelassen.
    Die Eltern gingen sehr offen damit um, kamen so irgendwelchem Dorfgetratsche vor. Die Familie war nicht stigmatisiert - eigentlich hoffte jeder, dass der Sohn es irgendwie schafft.

    Irgendwann haben die Eltern für sich beschlossen - wir schließen mit diesem Kapitel ab. Eine Schwester von ihm kümmert sich noch - aber wie intensiv, habe ich aus den Augen verloren.

  3. #103
    Voyages Gast

    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von _Rosenrot Beitrag anzeigen
    ich habe ganz ganz früh gemerkt, dass mit diesem Kind irgendetwas anders läuft.
    Und ich habe sehr früh versucht, von irgendwo Hilfe zu bekommen (JA, Kinderärzte, Psychologen usw.) - egal, was an Hilfen versucht wurde, nichts hat etwas gebracht.
    Wir haben inzwischen viele auch sehr engagierte Fachleute kennen gelernt - Erfolg gleich null :(

    Nach außen hin sind wir eine mega spießige Familie - wenn dieses eine Kind nicht wäre
    Tja, es ist schwer im nachhinein zu sagen was richtig und falsch war.
    Was wünscht sie sich denn jetzt????

    Ich kann nicht annähernd beurteilen, wie euer Verhältnis ist, wie ihr zusammenlebt.
    Aber wenn du von ihr mehr zum Geburtstag erwartest als sie gibt, sie zeitgleich aber von ihren Wünschen spricht, sehe ich daran nichts negatives.
    Immerhin hat sie gratuliert..und Wünsche sind Wünsche, die man haben kann. Ob sie erfüllt werden steht auf einem anderen Blatt.
    Das sind in meinen Augen Kleinigkeiten, die einem durch ihr allgemeines Verhalten negativ auffallen und größer gemacht werden, als sie sind. Du hast Erwartungen, die nicht erfüllt werden, also bist du sauer..hier haben wir schon einen Fall von Aktion/Reaktion.
    Sie hat mal wieder was falsch gemacht.......

    So, mein Sohn ist 11,5 und keinen Deut besser..er wünscht und will..kann er *gg
    Ich war oft enttäuscht, wenn meine Tochter es schafft was zu Weihnachten, Muttertag o.ä zu basteln, mein Sohn den Kram in der Schule vergaß, alles vergaß und mir spontan am Nachmittag einen feuchten Kuss gab..
    Heute freue ich mich über diesen Kuss, denn er denkt auf seine Weise an mich :)
    Ich habe irgendwann letztes Jahr begonnen vieles auf anderer Ebene zu betrachten..es hilft immens.

    So, zurück zu deiner Tochter, die mit 18 nicht reifer sein muss, als meiner es mit 11,5 ist, zumindest emotional.
    Wie redet ihr drüber?

    " Eh, Tochter, schraub deine Wünsche runter, du gratulierst mir nichtmal, ich bin sauer....." ?

    (also nicht wortwörtlich *gg)

    Sagst du ihr, dass du sie verstehst? Das du sie lieb hast? Einer von euch muss den Anfang machen - sie kann es nicht, also versuch du es, wenn du noch die Kraft hast.
    Ändere dein Verhalten um 180 Grad :)

    Die Pizza- das ist ein Machtkampf. Du siehst nicht ein, keine zu kaufen..regst dich aber auf, wenn sie die Pizza nimmt. Und schon habt ihr KOnfliktpotenzial..wo ist das Problem eine Woche, oder 2 Wochen nur das täglich benötigte zu kaufen? Glaub mir, tägliches Einkaufen wäre stressfreier als täglicher Zank.

    Zum Thema Therapie..Sohn wurde immer aggressiver als ich ihn wegen seines!! Verhaltens von A nach B und nach C schleifte.
    Im März habe ich ALLE Therapien ausgesetzt, mit Erfolg. Seitdem ist er deutlich angenehmer..und ich rede auf anderer Ebene mit ihm.
    Wenn er wütet, nehme ich den Gegenstand nicht weg, lasse mich nicht auf ihn ein.
    Sondern ich sage, ihm, dass ich seine Wut verstehe, aber..*Standpunkt, Regel..

    Gut, auf eine 18-jährige nicht 1:1 anwendbar, aber durchaus ein Versuch wert..was hast du noch zu verlieren?
    Ein paar Wochen keine Machtkämpfe, schauen, ob die an der Stelle nötig sind, trotzdem konsequente Randregeln..kein anbrüllen, streiten..das Gespräch suchen, nicht nur über Probleme, sondern fragen wie es ihr geht- ohne Erwartung auf Antwort, sich auch abwatschen lassen zu Beginn..das wird für sie neu sein.

    Einfach nochmal ein paar Wochen die Zähne zusammen beißen..??????

    Könnte das passen?
    Sorry für den Roman :)

  4. #104
    Avatar von BigMama
    BigMama ist offline Urgestein

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    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von Stadtmusikantin Beitrag anzeigen
    Das sehe ich auch so. Manche Kinder saugen einen aus wie man selbst nicht mehr kann. Ein wenig einfach zu sagen, Eltern müssen alles mittragen und aushalten. Irgendwo ist auch mal Schluss.
    Ich glaube, das ist ein Denkfehler.
    Nicht "irgendwo ist Schluß", sondern "man muß rechtzeitig beginnen, sich zu wehren und seine eigenen Grenzen zu verteidigen".

    Denn das Kind zuerst jahrelang drüber hinwegtrampeln zu lassen und dann zu sagen "Okay, JETZT hab ich genug!" mag zwar sehr menschlich sein, aber auch unfair. Vor allem muß man sich dann auch fragen, welche Mitschuld man hat, was wohl oft einen Teufelskreis aus Überforderung, Unverschämtheit, schlechtem Gewissen in Gang setzt.

    Wobei ich diese Aussage jetzt weder in Zusammenhang mit rosenrot, noch mit voyages setzen will, dafür weiß ich zu wenig Konkretes.

  5. #105
    -Lilli- Gast

    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von _Rosenrot Beitrag anzeigen
    wie weit könntet Ihr das?
    Mir wurde heute von mehr oder weniger offizieller Stelle geraten, das große Kind vor die Tür zu setzen. Es gibt so eine Art "Auffangstelle" (Krisenwohnung), da fliegt man aber auch, wenn man sich nicht bemüht bzw. sich daneben benimmt.
    Danach käme dann die Straße.

    Könntet Ihr das?

    Was bedeutet denn fallen lassen. Auf die Straße setzen und sagen "Sieh zu wie du weiterkommst".

    Nein das könnte ich nicht.

    Grenzen setzen und dafür sorgen das wir uns nicht gegenseitig das Leben zur Hölle machen würde ich schon. Dazu könnte auch u. U. ein Auszug des Kindes nötig sein (Wohngruppe usw.)

  6. #106
    Anni42 ist offline +4 ;)

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    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von _Rosenrot Beitrag anzeigen
    wie weit könntet Ihr das?
    Mir wurde heute von mehr oder weniger offizieller Stelle geraten, das große Kind vor die Tür zu setzen. Es gibt so eine Art "Auffangstelle" (Krisenwohnung), da fliegt man aber auch, wenn man sich nicht bemüht bzw. sich daneben benimmt.
    Danach käme dann die Straße.

    Könntet Ihr das?
    Will es mal spontan versuchen:

    Ja, wenn er/sie mir schon soviel angetan hätte u. sein/ihr Leben gar nicht in die Hand nimmt und nichts tut(Schule, Lehrstelle , Mithilfe im Haushalt) : Dann: ja.

    Hätte ich dagegen das Gefühl, alles nur noch zu verschärfen, wohl eher: Nein.
    Eine Frau drückt solange ein Auge zu, bis sie es nur noch zum zielen tut!!!!



    " Mit der wahren Liebe ist es wie mit den Gespenstererscheinungen: alle Welt spricht von ihnen, aber wenige haben sie gesehen. "
    La Rochefoucauld

  7. #107
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Urgestein

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    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von BigMama Beitrag anzeigen
    Ich glaube, das ist ein Denkfehler.
    Nicht "irgendwo ist Schluß", sondern "man muß rechtzeitig beginnen, sich zu wehren und seine eigenen Grenzen zu verteidigen".

    Denn das Kind zuerst jahrelang drüber hinwegtrampeln zu lassen und dann zu sagen "Okay, JETZT hab ich genug!" mag zwar sehr menschlich sein, aber auch unfair. Vor allem muß man sich dann auch fragen, welche Mitschuld man hat, was wohl oft einen Teufelskreis aus Überforderung, Unverschämtheit, schlechtem Gewissen in Gang setzt.

    Wobei ich diese Aussage jetzt weder in Zusammenhang mit rosenrot, noch mit voyages setzen will, dafür weiß ich zu wenig Konkretes.
    Du sprichst aus der Theorie heraus, ich aus der Praxis mit solch einem Kind. Bei uns konnten die Psychologen übrigens keinen Ansatz für Fehler unsererseits finden.

  8. #108
    JoGa Gast

    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von BigMama Beitrag anzeigen
    Ich glaube, das ist ein Denkfehler.
    Nicht "irgendwo ist Schluß", sondern "man muß rechtzeitig beginnen, sich zu wehren und seine eigenen Grenzen zu verteidigen".

    Denn das Kind zuerst jahrelang drüber hinwegtrampeln zu lassen und dann zu sagen "Okay, JETZT hab ich genug!" mag zwar sehr menschlich sein, aber auch unfair. Vor allem muß man sich dann auch fragen, welche Mitschuld man hat, was wohl oft einen Teufelskreis aus Überforderung, Unverschämtheit, schlechtem Gewissen in Gang setzt.

    Wobei ich diese Aussage jetzt weder in Zusammenhang mit rosenrot, noch mit voyages setzen will, dafür weiß ich zu wenig Konkretes.
    Zudem sind wir alle nur Menschen - alle machen Fehler.
    Dieses "rechtzeitig beginnen" - diesen Punkt erkennen, wann man jetzt wirklich Grenzen setzen muss - den verpasst man zuweilen.
    Oft hat man noch Kraft, denkt es wird schon irgendwie geheen - und dann ist der Zeitpunkt unwiederbringlich verpasst.

  9. #109
    Avatar von BigMama
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    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von Stadtmusikantin Beitrag anzeigen
    Du sprichst aus der Theorie heraus, ich aus der Praxis mit solch einem Kind. Bei uns konnten die Psychologen übrigens keinen Ansatz für Fehler unsererseits finden.
    Stimmt, Praxis habe ich nur als Schwester.

  10. #110
    Avatar von BigMama
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    Standard Re: Das eigene Kind "fallen" lassen

    Zitat Zitat von JoGa Beitrag anzeigen
    Zudem sind wir alle nur Menschen - alle machen Fehler.
    Dieses "rechtzeitig beginnen" - diesen Punkt erkennen, wann man jetzt wirklich Grenzen setzen muss - den verpasst man zuweilen.
    Oft hat man noch Kraft, denkt es wird schon irgendwie geheen - und dann ist der Zeitpunkt unwiederbringlich verpasst.
    Das kann ein, ist dann aber nicht die (alleinige) Schuld des Kindes - ich denke, das macht es schwerer, und nur das wollte ich damit sagen.

    Wobei ich mich auch an dieser Stelle gegen "Grenzen SETZEN" verwehre, es geht immer nur darum, MEINE Grenzen selbst zu achten und rechtzeitig zu verteidigen.

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