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  1. #1
    Avatar von Faolchu
    Faolchu ist offline Chaos-Managerin
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    Standard Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Hi,
    mir geht der Tatort von vor 2 oder 3 Wochen und die nachfolgende Diskussion nicht aus dem Sinn. Es ging um deutsche Soldaten, die aus Afgahnistan heimkehren und ein Trauma erlitten haben, wie sie dies verarbeiten (oder auch nicht), psychologische Hilfe und Anerkennung des Berufes bzw. des Einsatzes durch die deutsche Bevölkerung etc...
    Ich frage mich nun schon die ganze Zeit, warum geht man FREIWILLIG in so ein Kriegsgebiet bzw. warum wird man Soldat? Ist es nicht von vornherein klar, dass man als Soldat andere Menschen - ob direkt oder indirekt töten - muß, zusehen muß, wie Frauen, Kinder ob absichtlich oder eben als "Kollateralschaden" vor den eigenen Augen sterben bzw. zerfetzt werden. Man muß ev. zusehen wie Freunde, Kameraden vor den eigenen Augen schwer verletzt werden oder sterben. Die alles ist doch jedem Menschen mit klarem Verstand von VORNHEREIN klar. Ich weiß genau, dass ich solche Sachen niemals wirklich verkraften könnte - und bezweifele auch, dass irgendein Mensch das kann, ohne Schaden zu nehmen. Was haben diese Soldaten (um die es in der nachfolgenden Diskussion dann eben ging) denn erwartet, was KRIEG ist? Sind wir nicht durch Presse und Internet so aufgeklärt, dass wir sehr genau wissen, was in Kriegen passiert, wieviel Leid, Gewalt, Tot und Verletzugng da passiert? Mir fällt es schwer Verständnis und Mitleid für Menschen aufzubringen, die sich ohne Not und Zwang in einen Krieg begeben und dann hinterher "jammern", dass sie keiner versteht und sie arme Schweine sind. Mal ganz platt gesprochen. Natürlich ist es nicht ganz so einfach - aber warum wird man Soldat? Ist es diesen Menschen nicht bewußt, was die Aufgaben eines Soldaten sind? Was Krieg bedeutet? Oder sind das alles nur "große Jungs", die halt mal Rambo spielen wollten und denen sonst nix eingefallen ist, was sie aus ihrem Leben machen können? In unserem Land wird doch keiner gezwungen, diesen Beruf zu ergreifen. Jeder hat doch hunderte andere Möglichkeiten, sein Geld zu verdienen. Aber wenn man nun mal den Beruf Soldat wählt - dann muß es einem doch klar sein, worauf man sich einlässt. Oder?? Hier sind doch bestimmt auch Soldatenfrauen bzw. Soldatinnen, bitte klärt mich auf, vielleicht verstehe ich es ja dann.
    Grüße von Faolchu
    Die eigentliche Aufgabe eines Freundes besteht darin,
    dir zur Seite zu stehen, wenn du im Unrecht bist.
    Wenn du im Recht bist, ist jedermann auf deiner Seite.
    Mark Twain

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Zitat Zitat von Faolchu Beitrag anzeigen
    e bitte klärt mich auf, vielleicht verstehe ich es ja dann.
    Nun..diejenigen die HEUTE zum Bund gehen, wissen auf was sie sich einlassen...früher war es ein ruihiger sicherer Job..fertig

    Und unterschätz mal nicht, dass es einige junge Männer auch spannend finden

  3. #3
    Yogo ist offline Poweruser
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    Standard Re: Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Zitat Zitat von Faolchu Beitrag anzeigen
    Aber wenn man nun mal den Beruf Soldat wählt - dann muß es einem doch klar sein, worauf man sich einlässt. Oder?? Hier sind doch bestimmt auch Soldatenfrauen bzw. Soldatinnen, bitte klärt mich auf, vielleicht verstehe ich es ja dann.
    Erstens denke ich, man kann sich nicht wirklich vorstellen, wie das ist, und man kann nicht wissen, wie man darauf reagiert.

    Ich hatte einen Bekannten, der zum Bund ist, bevor die Auslandseinsätze machten.
    Er war davon überzeugt, dass es Dinge gibt, und dazu gehöre unsere Freiheit, die auch mit dem Leben beschützt werden müssten.
    hmm, ich weiß es nicht -

    schon, aber was nutzt das der Person, die tot ist?
    "Leben ist Lieben und Lachen und Sterben dann und wann." (Konstantin Wecker)



  4. #4
    Avatar von Dr. Quinn
    Dr. Quinn ist offline 8 Richtige beim DoRä! :-)
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    Standard Re: Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Zitat Zitat von Faolchu Beitrag anzeigen
    Hi,
    mir geht der Tatort von vor 2 oder 3 Wochen und die nachfolgende Diskussion nicht aus dem Sinn. Es ging um deutsche Soldaten, die aus Afgahnistan heimkehren und ein Trauma erlitten haben, wie sie dies verarbeiten (oder auch nicht), psychologische Hilfe und Anerkennung des Berufes bzw. des Einsatzes durch die deutsche Bevölkerung etc...
    Ich frage mich nun schon die ganze Zeit, warum geht man FREIWILLIG in so ein Kriegsgebiet bzw. warum wird man Soldat? Ist es nicht von vornherein klar, dass man als Soldat andere Menschen - ob direkt oder indirekt töten - muß, zusehen muß, wie Frauen, Kinder ob absichtlich oder eben als "Kollateralschaden" vor den eigenen Augen sterben bzw. zerfetzt werden. Man muß ev. zusehen wie Freunde, Kameraden vor den eigenen Augen schwer verletzt werden oder sterben. Die alles ist doch jedem Menschen mit klarem Verstand von VORNHEREIN klar. Ich weiß genau, dass ich solche Sachen niemals wirklich verkraften könnte - und bezweifele auch, dass irgendein Mensch das kann, ohne Schaden zu nehmen. Was haben diese Soldaten (um die es in der nachfolgenden Diskussion dann eben ging) denn erwartet, was KRIEG ist? Sind wir nicht durch Presse und Internet so aufgeklärt, dass wir sehr genau wissen, was in Kriegen passiert, wieviel Leid, Gewalt, Tot und Verletzugng da passiert? Mir fällt es schwer Verständnis und Mitleid für Menschen aufzubringen, die sich ohne Not und Zwang in einen Krieg begeben und dann hinterher "jammern", dass sie keiner versteht und sie arme Schweine sind. Mal ganz platt gesprochen. Natürlich ist es nicht ganz so einfach - aber warum wird man Soldat? Ist es diesen Menschen nicht bewußt, was die Aufgaben eines Soldaten sind? Was Krieg bedeutet? Oder sind das alles nur "große Jungs", die halt mal Rambo spielen wollten und denen sonst nix eingefallen ist, was sie aus ihrem Leben machen können? In unserem Land wird doch keiner gezwungen, diesen Beruf zu ergreifen. Jeder hat doch hunderte andere Möglichkeiten, sein Geld zu verdienen. Aber wenn man nun mal den Beruf Soldat wählt - dann muß es einem doch klar sein, worauf man sich einlässt. Oder?? Hier sind doch bestimmt auch Soldatenfrauen bzw. Soldatinnen, bitte klärt mich auf, vielleicht verstehe ich es ja dann.
    Es gab mal so eine Übergangszeit, da konnte es auch Soldaten treffen, die in eine Bundeswehr eingetreten waren, die Auslandseinsätze ablehnte. Irgendwann musste Deutschland dann doch ran und die mussten teilweise auch mit.

    Heutzutage sind die Auslandseinsätze der Bundeswehr ja normal - und da bin ich Deiner Meinung: jeder, der Berufssoldat wird, muss mit den von Dir genannten Konsequenzen rechnen.

    Trotzdem werden viele Menschen die pysischen und psychischen Belastungen so eines Auslandseinsatzes unterschätzen und sich für viel stabiler und stärker halten, als sie es eigentlich sind. Merken tut man das aber erst, wenn es schon zu spät ist - und dann muss man mit den Folgen leben.
    LG
    Dr. Quinn







  5. #5
    Avatar von Sonny0910
    Sonny0910 ist offline DickesB oben an der Spree
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    Standard Re: Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Zitat Zitat von Faolchu Beitrag anzeigen
    Hier sind doch bestimmt auch Soldatenfrauen bzw. Soldatinnen, bitte klärt mich auf, vielleicht verstehe ich es ja dann.
    Naja, jeder geht ja damit anders um. Und nur, weil Du es nicht könntest, heißt es ja nicht, daß andere es deswegen nicht auch könnten. Ist doch bei jedem Job so
    Mein Ex-Mann war viele Jahre Zeitsoldat und hat sich auch für einen Auslandseinsatz gemeldet. Er konnte dann aber nicht, weil seine Kompanie ihn nicht freigegeben hat.
    Er wollte helfen.
    Andererseits denke ich, daß sich viele damit sicherlich überschätzen und evtl. nicht darüber nachdenken, was sie erwartet. Oder das sie sich für stärker halten als sie tatsächlich sind. Und bei ganz vielen (zumindest habe ich viele erlebt) spielt auch das Geld eine große Rolle.

  6. #6
    Avatar von Faolchu
    Faolchu ist offline Chaos-Managerin
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    Standard Re: Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Hi,
    eben, es geht ja um HEUTE wo es auch klar ist, dass man auch als deutscher Soldat in Kriegsgebieten eingesetzt wird. Früher war das bestimmt ein "netter" lockerer Job - im Verhältnis gesehen. Was ich halt nicht verstehe ist nun das "Gejammere" (vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck) der traumatisierten Soldaten. Was um Himmels willen haben die erwartet? Das man locker-flockig zuguckt, wie Kinder und Frauen von Mienen und Granaten zerfetzt werden?? Und hinterher halt noch ein r Bierchen drauf trinkt? Oder dass man mal einen flapsigen Spruch macht, wenn der Kamerad, mit dem man eben noch gesprochen hat, sterbend vor einem liegt??? Was geht in den Köpfen dieser Männer und Frauen vor, ist ihnen wirklich nicht klar, was Krieg bedeutet und meinen die alle, bah, kein Problem, so ein bisschen Blut und abgerissene Gliedmaße macht mir nix aus???
    Grüße von Faolchu
    Die eigentliche Aufgabe eines Freundes besteht darin,
    dir zur Seite zu stehen, wenn du im Unrecht bist.
    Wenn du im Recht bist, ist jedermann auf deiner Seite.
    Mark Twain

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Zitat Zitat von Faolchu Beitrag anzeigen
    Hi,
    mir geht der Tatort von vor 2 oder 3 Wochen und die nachfolgende Diskussion nicht aus dem Sinn. Es ging um deutsche Soldaten, die aus Afgahnistan heimkehren und ein Trauma erlitten haben, wie sie dies verarbeiten (oder auch nicht), psychologische Hilfe und Anerkennung des Berufes bzw. des Einsatzes durch die deutsche Bevölkerung etc...
    Ich frage mich nun schon die ganze Zeit, warum geht man FREIWILLIG in so ein Kriegsgebiet bzw. warum wird man Soldat? Ist es nicht von vornherein klar, dass man als Soldat andere Menschen - ob direkt oder indirekt töten - muß, zusehen muß, wie Frauen, Kinder ob absichtlich oder eben als "Kollateralschaden" vor den eigenen Augen sterben bzw. zerfetzt werden. Man muß ev. zusehen wie Freunde, Kameraden vor den eigenen Augen schwer verletzt werden oder sterben. Die alles ist doch jedem Menschen mit klarem Verstand von VORNHEREIN klar. Ich weiß genau, dass ich solche Sachen niemals wirklich verkraften könnte - und bezweifele auch, dass irgendein Mensch das kann, ohne Schaden zu nehmen. Was haben diese Soldaten (um die es in der nachfolgenden Diskussion dann eben ging) denn erwartet, was KRIEG ist? Sind wir nicht durch Presse und Internet so aufgeklärt, dass wir sehr genau wissen, was in Kriegen passiert, wieviel Leid, Gewalt, Tot und Verletzugng da passiert? Mir fällt es schwer Verständnis und Mitleid für Menschen aufzubringen, die sich ohne Not und Zwang in einen Krieg begeben und dann hinterher "jammern", dass sie keiner versteht und sie arme Schweine sind. Mal ganz platt gesprochen. Natürlich ist es nicht ganz so einfach - aber warum wird man Soldat? Ist es diesen Menschen nicht bewußt, was die Aufgaben eines Soldaten sind? Was Krieg bedeutet? Oder sind das alles nur "große Jungs", die halt mal Rambo spielen wollten und denen sonst nix eingefallen ist, was sie aus ihrem Leben machen können? In unserem Land wird doch keiner gezwungen, diesen Beruf zu ergreifen. Jeder hat doch hunderte andere Möglichkeiten, sein Geld zu verdienen. Aber wenn man nun mal den Beruf Soldat wählt - dann muß es einem doch klar sein, worauf man sich einlässt. Oder?? Hier sind doch bestimmt auch Soldatenfrauen bzw. Soldatinnen, bitte klärt mich auf, vielleicht verstehe ich es ja dann.
    Warum man Soldat wird?

    Da gibt es soviele Varianten.

    - Offiziersadel (gibt es auch heute noch, nur vereinzelter - zum Glück... das sind meist die größten Schwachköppe)

    - weil man hinter dem Land steht, und gewillt ist es bis zum Tod zu verteidigen. (solls echt geben)

    - Rambos gibt es auch, sollten aber die wenigsten sein

    - Leute, die einfach im Zivilleben keine Chance auf geregeltes Einkommen, Familie etc. sahen.
    Bildet eigentlich seit jeher die Basis jeder Armee.

    usw.

    Bei mir war es eine Sekundenentscheidung, dass ich nicht dauerhaft in die Armee eingetreten bin.

    Hätte ich damit gerechnet jemals jemanden töten zu müssen? Ja.
    Hat mich das abgehalten? Nein.

    Es waren andere private Gründe warum ich mich schlussendlich dagegen entschied... ob es richtig war... das weiss ich nicht.

    In der NVA wär ich mit Sicherheit geblieben, aus mehreren Gründen die ich teilweise nicht einmal formulieren kann, weil es in manchen Dingen keine Kopf sondern Herzentscheidung ist.

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Zitat Zitat von Faolchu Beitrag anzeigen
    Hi,
    eben, es geht ja um HEUTE wo es auch klar ist, dass man auch als deutscher Soldat in Kriegsgebieten eingesetzt wird. Früher war das bestimmt ein "netter" lockerer Job - im Verhältnis gesehen. Was ich halt nicht verstehe ist nun das "Gejammere" (vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck) der traumatisierten Soldaten. Was um Himmels willen haben die erwartet? Das man locker-flockig zuguckt, wie Kinder und Frauen von Mienen und Granaten zerfetzt werden?? Und hinterher halt noch ein r Bierchen drauf trinkt? Oder dass man mal einen flapsigen Spruch macht, wenn der Kamerad, mit dem man eben noch gesprochen hat, sterbend vor einem liegt??? Was geht in den Köpfen dieser Männer und Frauen vor, ist ihnen wirklich nicht klar, was Krieg bedeutet und meinen die alle, bah, kein Problem, so ein bisschen Blut und abgerissene Gliedmaße macht mir nix aus???
    Welches Kriegsgebiet?
    Die ziehen nicht in den Krieg, sondern sollen mal so eben ein kleines Völkchen befrieden.
    Ein bisschen für Ruhe sorgen... der Taliban hat ja auch nur alte Waffensysteme.... klar.

    Ich kenn paar Holländer mit PTSD... nette Kerle, mit Frau, Kind etc.
    Denen gings gut, und die sind halt runter, weil sie paar Konvois begleiten sollten.
    Die sind heute Wracks, werden mühsam wieder aufgebaut... ist halt scheisse wenn man mal mehreren Dutzend gegenübersteht, die einem alle die Mündung ihrer AK in die Fresse halten...
    und das nur weil man unverschuldet einen Unfall gebaut hat.

  9. #9
    Avatar von Buntnessel
    Buntnessel ist offline Stricklieschen
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    Standard Re: Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Zitat Zitat von Faolchu Beitrag anzeigen
    Hi,
    eben, es geht ja um HEUTE wo es auch klar ist, dass man auch als deutscher Soldat in Kriegsgebieten eingesetzt wird. Früher war das bestimmt ein "netter" lockerer Job - im Verhältnis gesehen. Was ich halt nicht verstehe ist nun das "Gejammere" (vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck) der traumatisierten Soldaten. Was um Himmels willen haben die erwartet? Das man locker-flockig zuguckt, wie Kinder und Frauen von Mienen und Granaten zerfetzt werden?? Und hinterher halt noch ein r Bierchen drauf trinkt? Oder dass man mal einen flapsigen Spruch macht, wenn der Kamerad, mit dem man eben noch gesprochen hat, sterbend vor einem liegt??? Was geht in den Köpfen dieser Männer und Frauen vor, ist ihnen wirklich nicht klar, was Krieg bedeutet und meinen die alle, bah, kein Problem, so ein bisschen Blut und abgerissene Gliedmaße macht mir nix aus???
    Ich habe eher den Eindruck, die "jammern nicht über das, was sie erlebt haben sondern darüber, dass sie damit nicht ernst genommen werden.

    Natürlich verarbeitet hjeder solche schlimmen Erlebnisse auf seine Weise.
    Einer findet einen Weg, damit zu leben, ein anderer geht daran kaputt.

    Aber wenn sich das Umfeld dann noch hinstellt und sagt: Du hast keinen Grund Dich zu beschweren, dann ist das doch aus ihrer Sicht einfach schlimm.

    Auch wenn man die Entscheidung vielleicht nicht nachvollziehen kann, so kann man doch zugeben, dass diese Erlebnisse für die beteiligten schrecklich sind, oder?

    Im Kleinen erleben wir das doch auch häufig.
    Da hat man kleine Kinder, ist körperlich total erschöpft, weil man viel zu lange viel zu wenig Schlaf hat und der Zwerg womöglich noch in einer ausgewachsene Trotzphase steckt.

    Da erwartet man doch von seinem Mitmenschen, dass die sich nicht auch noch hinstellen und einem an den Kopf knallen: Du hast es ja nicht anders gewollt, Du wolltest ja unbedingt (noch) ein Kind. Das hast Du nun davon!

    Sondern man erwartet, dass die anderen die Belastungen sehen und verstehen, dass man jetzt gerade am Ende der Kräfte ist.
    Auch wenn der gesprächspartner trotzdem der Meinung ist, keine (weiteren) Kinder haben zu wollen.

    Ich persönlich kann auch nicht wirklich nachvollziehen, warum jemand freiwillig Soldat wird.
    Aber ich kann vieles nicht nachvollziehn.

    Allerdings bin ich schon der Meinung, dass jemand, der solchen Belastungssituationen ausgesetzt wird jede Unterstützung bekommen sollte, um damit klar zu kommen, sich damit auseinander zu setzen und einen Weg für das weitere Leben zu finden.

    Und nicht, dass erwartet wird, dass jemand nach solchen Erfahrungen einfach so weitermacht wie vorher.

    Ich kann anderen Menschen mein Mitgefühl ausdrücken und sie unterstützen auch wenn ich ihre Entscheidung nicht gutheiße oder nicht verstehe.

    *** BITTE ZITIEREN! ***
    ___
    _____________________________




  10. #10
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Warum wird man freiwillig Soldat ??

    Theorie und Praxis sind zwei paar Stiefel und wir haben einfach auch keine Erfahrung mehr damit.
    Die heutigen Soldaten haben keine Väter, die im Krieg waren. Das war früher anders.
    D.h. die heutigen Soldaten sind isoliert von der Erfahrung von Generationen.

    Zum anderen überleben mehr Soldaten als früher. So blöde es klingt: Das ist ein Problem. Früher sind die auf dem Schlachtfeld krepiert, das Thema war durch.
    Auch da fehlt also "Erfahrung".

    Und dann gibt es Menschen, die aus Überzeugung da hin gehen und hoffen, dass sie seelisch heil rauskommen. Und die gibt es ja auch: Also Soldaten, die das recht unbeschadet überstehen. Woher will der Mensch vorher wissen, zu welcher Sorte er gehört?

    Und dann ist der Krieg für einen deutschen Soldaten halt immer noch der Ausnahmezustand und nicht die Regel.
    So wie ein Arzt auch hofft, dass er nicht zu viel zerfetzte Menschen sehen muss.
    Wie ein Rettungssanitäter hofft, dass es immer ein Happy End gibt.
    So wie ein Zugführer hofft, dass er nie einen Menschen überfährt.
    Und wenn das alles dann nicht so läuft - dann zu sagen "Du wußtest doch, dass das zum Job gehört?"
    Nu ja, das finde ich dann doch sehr zynisch.
    ___________________________________
    Das Böse sind falsche Entscheidungen.

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