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  1. #21
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Hej nochmal!

    Agnes, das kann ich nun gar nicht bestätigen, und ich kenne wirklich auch persönlich reichlich mehrsprachig aufwachsende Kinder, incl. meiner Töchter.
    Da sprechen einige den schwäbischen Diolekt ihrer Mutter, 2 andere sprechen österreichsisch, weil die Mutter von dort kommt (beim Kennenlernen haben meine beiden, damals noch Grundschule, gestaunt: so ein Deutsch - fließend, gut, aber eben österreichsich, hattensie noch nie gehört.) und andere eben reines Hochdeutsch so wie meine Kinder.

    Ich kenne EINE Familie, wo die Kinder ziemlich schlecht Deutsch sprechen und alle mit englischem Akzent, sie leben in England und haben die Sprache der Mutter wohl immer als Babysprache abgetan, sie war und ist leider auch nicht sehr konsequent und redet selbst in Dtld. viel Englisch mit ihnen.
    Diemeisten haben also recht wenig Deutsch gehört und erst in späten Jahrensich ein bißchen mehr darum gekümmert.

    Ansonsten aber haben z.B. auch meine Töchter von ahnungslosen Menschen, die sie erstmals trafen, Komplimente bekommen.:
    "Ach, die haben ja gar keinen dänischen Akzent! Ich hatte gedacht, die sprechen so, wie Dänen Deutsch reden."
    (Nein, das tut höchstens noch mein Mann!)

    In Dtld. gehen meine beiden Töchter ohne Probleme als Deutsche durch - ich spreche keinen Dialekt, daher also reines Hochdeutsch.
    Und wie erwähnt trifft das auf alle zu, die ich kenne - niemand hat da den Akzent der Landessprache, in der sie (auch) aufwachsen.

    Wieso auch sollten Kinder, die fließend mit beiden Sprachen - und möglichst von Anfang an - aufwachsen, denn einen Akzent lernen???
    Sie sprechen ja auch nicht Dänisch mit deutschem Akzent, nur weil ich das so tue.


    Was die Väter-Konstellation angeht, so ist da schon was dran.
    ich vermute auch, es liegt oft an der Berufstätigkeit der Väter, aber auch daran,daß die meisten Väter eben doch nicht soviel zeit mit dem Kleinkind zubringen wie die Mütter.
    Allein schon der Babyurlaub wird ja immer noch hauptsächlich von den Müttern genommen.
    Und Mütter/Frauen reden sowieso meistens mehr, sie singen und spielen oft verbale Spiele, während Väter mehr toben, Fußball spielen, Sport treiben - um mal i mKlischee zu bleiben.


    Andererseits kenne ich durchaus mind. 1 Familie, die im süddt. Raum lebte und wo der Vater den Kindern Dänisch so gut beibrachte, daß sie ohne Probleme beim Umzug hierher in der Schule in ihrer Klasse weitermachen konnten.
    Es geht also - was ja auchdie berufstätigen M+ütter zeigen -; jendem Vater lag Sprache allerdings auch schon beruflich amHerzen.
    Jedoch hatte er es nicht leicht, vor Internetzeiten und fernab der dänischen Grenze seine Sprache den Kindern so gut zu vermitteln.
    Hut ab!

    Gruß Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  2. #22
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Ähm, hab ich Dialekte erwähnt, oder wieso kommt das jetzt hier? Meine Kinder sprechen keinen Dialekt, obwohl mein Mann Schwabe ist, ich bin dialektfrei. Aber egal, darum geht es hier ja nicht. Und natürlich gibt man einen Akzent in dieser Konstellation nicht weiter, es ist ja kein Dialekt.

    Nun, es geht wohl darum, ob man im Ausland einen symmetrischen Spracherwerb durchziehen kann, und ich erlebe das extrem selten. Unsere Kinder haben gar nicht so viel mit uns zu tun - sie spielen eher untereinander, rutschen sofort ins Englische und werden von uns in regelmäßigen Abständen daran erinnert, dass sie unter sich sind und nun auf Deutsch umschalten dürfen. Das tun sie dann auch, aber nach 5 Minuten geht es von vorne los. Es ist zäh, die Sprachpolizei zu sein, denn Englisch ist ihre "Spielsprache". Mein Input ist im Vergleich zum ihrer Kommunikation untereinander und dem Kontakt nach außen höchstens 20%, obwohl ich immer deutsch spreche. Wir haben auch oft Besuch hier, da wird natürlich aus Höflichkeit immer Englisch von allen gesprochen.
    Wir haben ja den Vorteil gehabt, dass meine Großen schon 6 und 4 waren, als wir herkamen, aber auch meine Zugpferde spielen auf Englisch... so dass Nr. 3 und Nr. 4 eben nur noch von mir und Papa Deutsch hören. Damit wir uns nicht falsch verstehen, Nr. 1 und 2 sprechen fehlerfrei und akzentfrei, aber Nr. 3 hat sehr häufig Wortfindungsschwierigkeiten und eben diesen leichten Akzent. Nr. 4 ist 6h/Tag in day care und obwohl sie also täglich über 8h Deutsch von ihren Eltern hört (mit ihr kommuniziere ich mehr als mit den Großen) und am WE die ganze Zeit, ist 80% ihres aktiven Wortschatzes Englisch. Ich sehe nicht, wo ich da zu sehr "lockerlasse", aber ich weiß auch, dass es SO nicht auf einen symmetrischen Spracherwerb rausläuft.
    Verbringt ihr eure Nachmittage alleine, oder mit Deutschen? Ich sehe, dass der Input nicht zu reichen scheint, aber mehr Input kann ich nicht zaubern, finde ich.
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  3. #23
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Zitat Zitat von 0Agnes0 Beitrag anzeigen
    Ähm, hab ich Dialekte erwähnt, oder wieso kommt das jetzt hier? Meine Kinder sprechen keinen Dialekt, obwohl mein Mann Schwabe ist, ich bin dialektfrei. Aber egal, darum geht es hier ja nicht. Und natürlich gibt man einen Akzent in dieser Konstellation nicht weiter, es ist ja kein Dialekt.

    Nun, es geht wohl darum, ob man im Ausland einen symmetrischen Spracherwerb durchziehen kann, und ich erlebe das extrem selten. Unsere Kinder haben gar nicht so viel mit uns zu tun - sie spielen eher untereinander, rutschen sofort ins Englische und werden von uns in regelmäßigen Abständen daran erinnert, dass sie unter sich sind und nun auf Deutsch umschalten dürfen. Das tun sie dann auch, aber nach 5 Minuten geht es von vorne los. Es ist zäh, die Sprachpolizei zu sein, denn Englisch ist ihre "Spielsprache". Mein Input ist im Vergleich zum ihrer Kommunikation untereinander und dem Kontakt nach außen höchstens 20%, obwohl ich immer deutsch spreche. Wir haben auch oft Besuch hier, da wird natürlich aus Höflichkeit immer Englisch von allen gesprochen.
    Wir haben ja den Vorteil gehabt, dass meine Großen schon 6 und 4 waren, als wir herkamen, aber auch meine Zugpferde spielen auf Englisch... so dass Nr. 3 und Nr. 4 eben nur noch von mir und Papa Deutsch hören. Damit wir uns nicht falsch verstehen, Nr. 1 und 2 sprechen fehlerfrei und akzentfrei, aber Nr. 3 hat sehr häufig Wortfindungsschwierigkeiten und eben diesen leichten Akzent. Nr. 4 ist 6h/Tag in day care und obwohl sie also täglich über 8h Deutsch von ihren Eltern hört (mit ihr kommuniziere ich mehr als mit den Großen) und am WE die ganze Zeit, ist 80% ihres aktiven Wortschatzes Englisch. Ich sehe nicht, wo ich da zu sehr "lockerlasse", aber ich weiß auch, dass es SO nicht auf einen symmetrischen Spracherwerb rausläuft.
    Verbringt ihr eure Nachmittage alleine, oder mit Deutschen? Ich sehe, dass der Input nicht zu reichen scheint, aber mehr Input kann ich nicht zaubern, finde ich.
    Ich glaube, bei uns spielt auch eine Rolle, dass die Miss nur deutsche Hoerspiele hat und viele deutsche DVDs vom Pumuckl. Wenn sie also Pumuckl spielt, dann tut sie das automatisch auf Deutsch, oder Pippi Langstrumpf, weil das alles bei ihr mit Deutsch verknuepft ist. Ich achte sehr darauf, dass der Medienkonsum eher das Deutsche beguenstigt.
    Με αγάπη από το νησί...

    Mit lieben Gruessen von der Insel :)

    Miss X. (06); Kore (10)

  4. #24
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Hej Agnes!

    Nein, Du hast keine Dialekte erwähnt.
    Ich wollte nur beschreiben, daß Kinder zwar durchaus die Dialekte ihrer Eltern übernehmen, aber ganz sicher keinen fremden Akzent in der 2. Muttersprache haben.
    Diese österreichisch-schwedischen Kinder sprechen österreisch ohne schwedischen Akzent, die schwäbisch-dänischen Kinder sprechen schwäbisch ohne dänischen Akzent und meine Töchter sprechen wie viele andere, die wir kennen, Hochdeutsch ohne dänischen Akzent.

    Bei uns hat der "Input" gereicht, wir haben auch keine anderen Deutschen hier gekannt, allerdings auch wie Rodakino weitgehend nur dt. Medien konsumiert.
    Und doch, ich wage zu behaupten, daß zumindest meine Älteste einen gleich großen guten Wortschatz iim Deutschen wie im Dänischen hat - sie liest allerdings auch deutlich mehr als die jüngere Schwester.
    Beide sprechen sehr gut Deutsch, ohne Zusatzunterricht und ohne deutsche Freunde in der Nähe.
    Bei uns ist die Familiensprache allerdings auch Deutsch, weil mein Mann das gut spricht und versteht, das hilft natürlich.

    Ebenso hatte der erwähnte dänische Vater im Schwabenländle keine anderen Dänen als "Hilfslehrer" zur Verfügung und war sehr auf sich gestellt - mehr noch als ich, die ich ja wenigstens deutsches TV empfangen kann und dt. Bücher aus der Dt. Bibliothek in Aabenraa entleihen (hat allerdings auch gedauert, bis ich das rausgefunden hatte, da hatten wir schon jahrelang irer viel in dt. Kinderbücher investiert).


    Gruß Ursel, DK


    Gruß Ursel, DK
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    Aus Tschechien

  5. #25
    Avatar von 0Agnes0
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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Hi
    unser Medienkonsum ist ziemlich gemischt. Man will ja auch, dass sie Dinge der Umgebung kennenlernen, und vieles gibt es schlicht nicht auf Deutsch. Rein technisch haben wir das Problem, dass für DVDs ja die Länderkennung stimmen muss. Meinen Rechner (TV haben wir nicht) habe ich auf Amerikanisch umgestellt, den meines Mannes auf Europa gelassen. (Man kann das nur eine bestimmte Anzahl oft umstellen - wenn jemand weiß, wie man das umgeht, bitte sagt es mir.) Mein Mann arbeitet aber mit seinem Rechner, so dass wir tagsüber nur meinen zur Verfügung habe, und da geht nur Sendung mit der Maus übers www oder eben amerikanische DVDs oder online-Filme (netflix).

    Hörspiele hören wir im Auto (Astrid Lindgren), aber längere Strecken fahren wir so gut wie nie, ist also zu vernachlässigen. Ich glaub, ich muss mir mal eine technische Lösung für die dt. Hörspiele für daheim überlegen
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
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  6. #26
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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Edit: grad gucken wir "Das Geheimnis des siebten Weges" auf youtube - auf deutsch. Kennt das jemand? Ich habe das als Kind GELIEBT!
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  7. #27
    Avatar von rodakino
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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Zitat Zitat von 0Agnes0 Beitrag anzeigen
    Hi
    unser Medienkonsum ist ziemlich gemischt. Man will ja auch, dass sie Dinge der Umgebung kennenlernen, und vieles gibt es schlicht nicht auf Deutsch. Rein technisch haben wir das Problem, dass für DVDs ja die Länderkennung stimmen muss. Meinen Rechner (TV haben wir nicht) habe ich auf Amerikanisch umgestellt, den meines Mannes auf Europa gelassen. (Man kann das nur eine bestimmte Anzahl oft umstellen - wenn jemand weiß, wie man das umgeht, bitte sagt es mir.) Mein Mann arbeitet aber mit seinem Rechner, so dass wir tagsüber nur meinen zur Verfügung habe, und da geht nur Sendung mit der Maus übers www oder eben amerikanische DVDs oder online-Filme (netflix).

    Hörspiele hören wir im Auto (Astrid Lindgren), aber längere Strecken fahren wir so gut wie nie, ist also zu vernachlässigen. Ich glaub, ich muss mir mal eine technische Lösung für die dt. Hörspiele für daheim überlegen
    Die Miss hat so einen Kassettenrecorder fuer Kinder und ich hab bei Besuchen in D viele Kassetten und CDs gekauft. Die CDs ueberspiel ich dann auf Kassette, was den Vorteil hat, dass die CD fast jungfraeulich bleibt und man immer wieder neue Kassetten ueberspielen kann.

    Die Pumuckl-DVDs haben wir geschenkt bekommen. Besagte Familie hat sie online gekauft, man kann die wohl gegen Bezahlung einfach runterladen.

    Kannst Du im net nicht die Seite des zdf aufrufen? Wir koennen auf dieser Seite einige Sendungen sehen. Loewenzahn, Bibi Blocksberg, Spiele von Jonalu,... sieh mal: http://www.tivi.de/fernsehen/index.html
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    Mit lieben Gruessen von der Insel :)

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  8. #28
    Avatar von 0Agnes0
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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Hi
    das probiere ich später mal aus. Von den öffentlich-rechtlichen sind manche Dinge außerhalb der EU (oder D?) gesperrt. Löwenzahn würde ich gerne mal sehen.

    Wir beschränken die Medien-Zeit, nicht mehr als 2h/Woche oder so, im Sommer eher gar nichts. Hörspiele könnt ich mir schon eher vorstellen, da kann man nebenbei wenigstens noch malen oder so. Aber auch die kann man vermutlich runterladen. Bleibt die Frage, wie man sie dann abspielt, ohne dass ich den Kindern meinen Computer in die Hände geben muss. Wir müssen dringend mal aufrüsten

    Agnes
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  9. #29
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Hej Agnes!

    Ganz sicher sind Hörspiele oder Hörbücher eine gute Wahl, wenn sie denn gut gemacht sind und die kinder Geduld dauz haben.
    Denk aber daran, daß sie das Vorlesen nicht ersetzen.
    bei uns gab es oft erst das Buch und dann das Hörspiel/Hörbuch (meine Große hält es heute noch so), beim Fiulm sowieso.

    2x die Woche gab es für die kleineren damals dänische Kinderstunde, mehr mußte man hier damals eh nicht "kennen", das deutsche Kinderfernsehen, aber jetzt auch dt. Kinderfilme (neuere Produktionen) sind weitaus besser als die meisten dänischen, finden wir.
    Für kleinere Kinder ist es m.E. nicht so wichtig, in den landesdingen etwas außenvor zu sein (wobei mein Mann den Kindern ja die dänischen/skandinavischen Klassiker vorgelesen hat).
    Mit zunehmendem Alter bzw. jetzt als Teenager/junge Erwachsene suchen sich beide Kinder ihre Informationen auf dem Computer weitgehend selber - da ist dann auch genug dänisches bei.


    Und ja, die Bücher von Tonke Dragt haben wir hier auch sehr gerne gelesen - vorgelesen!
    Als Film ist mir DAS Buch nicht bekannt.
    ist es gut gemacht?

    Gruß Ursel, DK
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  10. #30
    Avatar von 0Agnes0
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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Ich habe damals die Erstausstrahlung (1984) geschaut - damals wusste ich noch nicht, dass es ein Buch als Vorlage gab. Das habe ich erst vorgestern selbst recherchiert. Für mich ist das Kindheitserinnerung und pure Ausrede, es mit den Kindern zu gucken :D

    Vorlesen tun wir hier nicht so viel Unsere beiden Großen lesen ziemlich viel selbst, aber eher Englisch. Mit der Dritten singe ich eher deutsche Lieder aus dem Liederbuch. Oder meine Großen lesen ihr vor, aber dann auch eher Englisch.
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