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  1. #31
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Hej Agnes!

    Ich habe viele kinderfilme mitgeschaut, erstmal auch notgedrungen, weil unser TV-Gerät im Küchen-Eßzimmer-Wohnzimmerbereich von überall einschaubar ist.
    Das hatte aber auch den Vorteil, daß ich immer dabei war und ansprechbar.
    (Nur Pippt Langstrumpf hing mir eine ganze Weile aus dem Hals raus, weil ich alle texte mitsprechen konnte, uff!)

    Lesen hat bei uns von Anfang eine hroße Rolle gespielt, Bücher sowieso - naja, bei meinem beruf nicht ganz überraschend.
    Aber um es mal mit meinen Kolleginnen zu sagen, mit denen ich das viel propagiert habe:
    Vorlesen ist immens wichtig.
    Ich bin mir sicher, daß meine Groß immer gelesen hätte, zum Buch gefunden so wie ich seinerzeit sogar i nin einem bücherlosen Haushalt.
    Mein Jüngere brauchte deutlich die Anleitung, das Vorbild, und manchmal war sicher die gemeinsame Zeit mit dem Buch, das ungestörte Zusammensein (denn dabei durfte uns nichts stören) und die kuschelatmpshäre wichtiger als das Buch selbst, wobei ich dennoch viel Wert auf gute Bücher gelegt habe.
    Lesefiutter durftensie selber lesen, was ich vorlas, kam meistens von mir.

    Viele Eltern, und hier kommt die bibliothekarische Proklamation, wimmeln ihre Kinder bald nach Schulbeginn ab:
    "Och nee, lies mal selbst, du kannst das doch jetzt."

    Sie verkennen leider, daß für die Leseanfänger - die einen kürzer, die anderen länger - Lesen zunächst eine große Arbeit, eine Anstrengung ist und beleibe nicht das Vergnügen darstellt, das die Eltern vielleicht selber mit Büchern verbinden.
    Viele Kinder lesen anfangs sogar recht flüssig, haben aber keinerlei Textverständnis, d.h. sie kapieren gar nicht, was die da gerade lesen.

    Meine beiden Töchter haben sehr schnell und früh lesen gelernt, dennoch habe ich vorgelesen, bis sie ca. 12 Jahre alt waren.
    Dabei habe ich ihnen viele (dt.) Klassiker nahegbracht - von Jim Knopf über Urmel bis hin zum Sams, Räuber Hotzenpplotz, Lippels Traum, Lütt Luftballon undundund.
    Und wir haben gemeinsam neue Bücher und Welten entdeckt.

    Für uns mehrsprachig erziehende Eltern kommt dazu noch der positve Effekt, daß wir unseren indern leicht und nagenehm unsere Sprache - in wunderschönster Form, wenn wir die guten Schriftsteller auswählen - nahebringen können.
    Niemals kann meine Sprache doch als Deutshstunde aufgefaßt werden, wenn ich abends ein Kapitel aus einem spannenden Buch vorlese, meinem Kind Zeit schenke, Aufmerksamkeit und Zuwendung.
    Da verbindet mein Kind doch ganz automatisch auch meine Sprache mit einem positiven Gefühl!
    Warum sollte ich mir das nicht zunutze machen???


    Hörbücher, Hörspiele sind da nur ein trauriger Ersatz (den ich auch genutzt habe - bei Autofahrten, etc.)
    Ich habe in meiner berufstätigen Zeit Kindern vorgelesen,d ie vordem fernseher Erwachsenenfilme sahen und die ich fürchtete, mit Bullerbü in die Langweile zu trieben --- und die gebannter als alle anderen an meinen Lippen hingen,weil sie es eben gar nicht kannten, das sich ein Erwachsener ein Buch greift und lust hat, es mit ihnen zu teilen.
    Diese persönliche Note bedeutet eben viel mehr als die Konserve, die man einfach nur abspult.

    Mir fehlt die Vorlesezeit sehr aus diesen Jahren, ich würde gerne wieder oder weiter vorlesen, aber Teenager haben dazu wirklich keine Lust mehr - die machen abends vor de mSchlafengehen dann auch andere Sachen bzw. lesen ihre Bücher nun wirklich selbst.

    Aber ich kann ur jedem raten, solange wie möglich vorzulesen - ihr könnt nichts besseres für die Entwicklung der Sprache tun - weder bei einsprachigen noch bei mehrsprachigen Kindern!

    Gruß Ursel, DK -- der gerade die Bibliothekarin durchgegangen ist, pardon!
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  2. #32
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Hallo, Frau Bibliothekarin!
    Schoener Beitrag!!!:daumendrueck:
    Macht mir bewusst, dass ich auf regelmaessige Vorlesezeiten aufpassen muss! Das Kommt manchmal zu kurz...Das mit der "Kuschelzeit" fuer jeden ist bei fuenfen manchmal etwas schwierig, zumal da oft zwei quirrlige Dreijaehrige zwischen rumhopsen! (Bin um die Zeit oft allein mit den Kids, nix mit "Papa, nimm du die!") - Aber wir bleiben dran, zumal die Zweitklaesslerin gerade zu lesen (Deutsch!) anfaengt.
    Filme und Hoerspiele wuerde ich nicht als "Konserve" abtun, schon gar nicht, wenn Kinder sehr in der zweiten Sprache verwurzelt sind oder sich gar einen Akzent zulegen: Solche Medien trainieren wie im Fremdsprachenunterricht das Hoerverstehen und (Aus)Sprechen. Dann ist es gar nicht schlecht, wenn man "Pippi" auswendig kann! - Kinderlieder eignen sich dafuer besonders gut (meine Kleine sind dauernd "Alle Jahre wieder..."ich hoffe, bis zum Sommer hat sie was neues!).

  3. #33
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Hej !

    "Konserve" sind sie ja nun mal, da nicht live.
    ABER natürlich haben diese Medien auch ihre Berechtigung, keine Frage.
    Und wir haben sie auch genutzt.
    Ich kann die Preußler-Hörspiele z.B. wärmstens empfehlen, die halten sich sehr ans Buch und haben nette Liedchen dazwischen - war für meine Kinder lange zeit sehr wichtig, daß auch gesungen wurde.
    Reine Hörspiele überfordern kleinere Kinder trotz kindgerechten Themas.
    (Wir lesen ja auch nicht das ganze Buch in einem Rutsch vor.)

    Genau da greift Vorlesen eben auch wieder einmal besser:
    Wir merken, wann die Konzentration erlischt und wir lieber aufhören...

    Die CD hingegen dudelt einfach weiter --- und das mag ich dann aus anderen als sprachlichen Gründen nicht so sehr.

    Scjhönes Wochenende Euch allen - Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  4. #34
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Ich favorisiere deswegen LiederDCs oder Kassetten. Was gibt's Besseres zum Sprechen lernen als mit Laune mitzusingen? Vorhin kam das 3jaehrige Toechterchen, grosse fragende Kulleraugen: "Mama, was sind MENSCHEN?" Bitteschoen, dann definiert mal!:feile:
    Auch schoen fuer KLeinere (bei uns gerade ganz hoch im Kurs): Lotta auf DVD. - Kurze Geschichten, durch und durch ruhig, kurze, langsam gesprochene Dialoge (Kind hat Zeit zum Mitdenken), sehr buchnah. Die Reaktionen von Lottas Mutter sind umwerfend entspannt. - Man muss sich nur ueberlegen, wem man das praesentiert, sonst kriegt man bald ein "Pfui Teufel" oder "du dumme Mama!" zu hoeren.

  5. #35
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Danke! Du hast natürlich völlig recht. Da wir eine quirlige zweijährige Wenigschläferin haben, gibt es am Tag keinen Moment, in dem ich in Ruhe vorlesen könnte - sie gehen zur gleichen Zeit ins Bett. Habe schon den Mittagsschlaf bei der TaMu auf eine halbe Stunde kürzen lassen (sie weckt sie dann), damit sie nicht sogar später als die Großen ins Bett geht. Mir fehlt diese Zeit mit den Großen - ganz unabhängig vom Vorlesen. :( Aber die Kleine Hexe usw. haben wir alle hier stehen, vielleicht sollte ich es doch mal versuchen. Oft habe ich schon Dinge versucht, die Jüngste unterlief es und dann musste ich aufhören, das ist frustrierender als gar nicht erst anfangen
    Ich warte auf die Zeit, wenn die Jüngste keinen Mittagsschlaf mehr braucht und eine halbe Stunde früher ins Bett geht als die Großen.

    Danke für den Vortrag, ich nehme es mir zu Herzen :)
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  6. #36
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Oh Agnes! Willkommen im Club!!! Mein (fast) Zehnjaehriger schlaeft meist ein, sobald sein Kopf das Kopfkissen beruehrt. Die Dreijaehrigen halten wesentlich laenger durch, sogar ohne Mittagsschlaf. Machen hier gerade Party....HILFE!!!!

  7. #37
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Zitat Zitat von 0Agnes0 Beitrag anzeigen
    Danke! Du hast natürlich völlig recht. Da wir eine quirlige zweijährige Wenigschläferin haben, gibt es am Tag keinen Moment, in dem ich in Ruhe vorlesen könnte - sie gehen zur gleichen Zeit ins Bett. Habe schon den Mittagsschlaf bei der TaMu auf eine halbe Stunde kürzen lassen (sie weckt sie dann), damit sie nicht sogar später als die Großen ins Bett geht. Mir fehlt diese Zeit mit den Großen - ganz unabhängig vom Vorlesen. :( Aber die Kleine Hexe usw. haben wir alle hier stehen, vielleicht sollte ich es doch mal versuchen. Oft habe ich schon Dinge versucht, die Jüngste unterlief es und dann musste ich aufhören, das ist frustrierender als gar nicht erst anfangen
    Ich warte auf die Zeit, wenn die Jüngste keinen Mittagsschlaf mehr braucht und eine halbe Stunde früher ins Bett geht als die Großen.

    Danke für den Vortrag, ich nehme es mir zu Herzen :)
    Meine Kleine ist auch 2, ich kenne das Problem

    Mein Glueck ist, wir stillen noch, so kann ich manchmal vorlesen, waehrend das Kind nuckelt. Und ich gestehe, auch schon vorgelesen zu haben, waehrend die Kleine rumnoergelte. Ich las einfach sehr sehr laut und nach etwa 5 Mal, hat sie angefangen, sich selbst zu beschaeftigen, waehrend ich vorlese. Klappt nicht immer und wenn sie wirklich weint, hoeren wir halt auf, aber es wird immer besser.
    Με αγάπη από το νησί...

    Mit lieben Gruessen von der Insel :)

    Miss X. (06); Kore (10)

  8. #38
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Hej allesammen!

    Also, ich war in der prviligierten Situation, daß mein Mann enem Kind vorlas, während ich dem anderen vorlas --- und dann haben wir gewechselt.
    Das war ionsofern shcon sinnvoll,als die Bpücher ja verschieden ewaren, altergerecht eben.

    Und ich finde, ein großes Kind muß auch mal uneingeschränkte für sich bekommen.
    eserlebt ja immer wieder,daß beim kleinsten Pieps des Babys Muttern losstürzt.
    Irgendwo habe ich mal gelesen, daß man zugunsten des großen Kindes durchaus auch mal das kleine Kind "rufen" lassen sollte, wenn es einen inder Nahcbarschaft hört und wenn man weiß, es ist gut versorgt, also satt, saubere Windel und auch sonst.

    Damit das große Kind auch mal das Gefühl bekommt: Jetzt stehe ichwirklich auch mal an erster Stelle, jetzt sind meine Bedürfnisse wichtiger, jetzt werde ich ernstgenommen, jetzt bin ich dran!


    Denn wir sprechen vom großen Kind und vergessen, wie klein die "großen Geschwister" doch iner Regel auch noch sind.
    Die brauchen ihre Eltern auch mal ohne Zwischenrufe.

    Ich würde also auf jeden fall versuchen, die Lesezeit ungestört abzuhalten und dem kleinen Kidn ggf. auch klarmachen, daß Störungen nicht geduldet werden, daß es dann eben früher schlafen geht (und sich dabei allein ein Buch anschaut oderso) und daß jetzt eben großes kind dran ist.
    Auch Kinder können Warten lernen - man liets ja nicht ewig vor.
    Und auch Kinder können Respekt vor dem lernen, der vorträgt (hier also vorliest) und dem, der dies gern hören möchte.

    Gute Nacht jetzt Euch allen - Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  9. #39
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Hej allesammen!

    Also, ich war in der prviligierten Situation, daß mein Mann enem Kind vorlas, während ich dem anderen vorlas --- und dann haben wir gewechselt.
    Das war ionsofern shcon sinnvoll,als die Bpücher ja verschieden ewaren, altergerecht eben.

    Und ich finde, ein großes Kind muß auch mal uneingeschränkte für sich bekommen.
    eserlebt ja immer wieder,daß beim kleinsten Pieps des Babys Muttern losstürzt.
    Irgendwo habe ich mal gelesen, daß man zugunsten des großen Kindes durchaus auch mal das kleine Kind "rufen" lassen sollte, wenn es einen inder Nahcbarschaft hört und wenn man weiß, es ist gut versorgt, also satt, saubere Windel und auch sonst.

    Damit das große Kind auch mal das Gefühl bekommt: Jetzt stehe ichwirklich auch mal an erster Stelle, jetzt sind meine Bedürfnisse wichtiger, jetzt werde ich ernstgenommen, jetzt bin ich dran!


    Denn wir sprechen vom großen Kind und vergessen, wie klein die "großen Geschwister" doch iner Regel auch noch sind.
    Die brauchen ihre Eltern auch mal ohne Zwischenrufe.

    Ich würde also auf jeden fall versuchen, die Lesezeit ungestört abzuhalten und dem kleinen Kidn ggf. auch klarmachen, daß Störungen nicht geduldet werden, daß es dann eben früher schlafen geht (und sich dabei allein ein Buch anschaut oderso) und daß jetzt eben großes kind dran ist.
    Auch Kinder können Warten lernen - man liets ja nicht ewig vor.
    Und auch Kinder können Respekt vor dem lernen, der vorträgt (hier also vorliest) und dem, der dies gern hören möchte.

    Gute Nacht jetzt Euch allen - Ursel, DK
    In der Theorie stimme ich Dir zu.

    In der Praxis geht nicht alles mit jedem Kind und es redet sich leicht, wenn man Hilfe da hat. Ich sehe, welchen Unterschied es macht, wenn mein Mann einfach nur zu Hause ist. Er macht vielleicht konkret gar nichts mit den Kindern, dennoch kleben sie weniger an mir dran.

    Ich stelle mir auch vor, dass Zwillinge sowieso noch mal eine andere Sache sind, die muessen vom ersten Moment an Warten lernen und sind dann evtl. im Trotzalter besonders unwillig mit dem Zurueckstecken, weil sie es dauernd machen muessen.

    Lernen koennen Kinder viel, der Weg dahin ist nur manchmal voller Steine und Muetter haben nicht alle die gleiche Staerke des Geduldsfadens.
    Με αγάπη από το νησί...

    Mit lieben Gruessen von der Insel :)

    Miss X. (06); Kore (10)

  10. #40
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlernen der Muttersprache?

    Geh!

    "Lernen koennen Kinder viel, der Weg dahin ist nur manchmal voller Steine und Muetter haben nicht alle die gleiche Staerke des Geduldsfadens. "

    Das stimmt, lächel.

    Wie ich es allein gemacht hätte, weiß ich auch nicht, wohl das kleinere Kind eher ins Bett gesteckt.

    Es hiklft aber manchmal, sich Dinge bewußt uz machen, nur dann kann man auch was ändern.

    Was Du überdie Zwillinge schreibst, kann stimmen.

    Hier hat sich malein Lehrer gewundert,daß seine Erstkläßler sich kaum einigen konnten,welches Spiel sie spielen wollten,wennsie selber wählen durften.
    Die seiendoch von kleinauf zusammen, das müßten sie doch gelernt haben.

    Woraus mein Mann nachdenklich sagte, daß vielleicht gerade die Tatsache, daß sie eben seit dem babyalter beider Tagesmutter unter 3, 4,5 Gleichaltrigen waren, sie genauso "rücksichtslos" gemacht hätten --- nru wer da am lautesten schreit, wird erstmal gehört.
    Also ein Rückschlag der gemeinsamen Erziehung, der wieder korrigiert werden muß im mehr kognitiven Alter.

    Gruß Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

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